The(G)net Review: The Legend of Heroes: Trails Beyond the Horizon
- Rony Liemmukda

- 2. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
The Legend of Heroes: Trails Beyond the Horizon läutet die finale Phase der Calvard-Arc ein. Zwei Jahre nach dem Japan Release dürfen nun auch wir im Westen uns endlich draufstürzen.

Die Geschichte beginnt ein paar Monate nach den Vorgängen aus Trails through Daybreak II. Van und sein Team gehen weiter seiner Spriggan-Tätigkeit nach, während im Hintergrund Calvard einen technologischen Durchbruch nach dem anderen vollführt und das Erebonische Reich vollends hinter sich lässt. Präsident Gramheart‘s wohl ambitionierteste Ankündigung des aktuellen Jahres: Die bemannte Reise ins Weltall. Jetzt sind die Blicke von ganz Zemuria auf Calvard gerichtet.

Aber wo Licht ist, da fällt auch Schatten. Und Schatten haben wir sehr viel. Denn noch immer schwebt Professor Epstein’s Prophezeiung vom Untergang Ende 120x im Raum und wir sind bereits im Jahr 1209.
Nach Spielbeginn finden wir Van und ein Teil seines Teams inmitten eines Testlaufs für das neueste Augmented Reality System von Marduk. Dies dient auch gleich als das obligatorische Steuerungstutorial. Hier wird uns auch schon die erste Field-Battle Neuigkeit mitgeteilt: Z.O.C. (Zone of Control). Eine neue Marduk-Technologie um Gegner zu entschleunigen, unsere Angriffe zu verstärken und um uns ideal zu repositionieren. Das Beste: Es lädt sich im Feld von alleine auf und kostet keine Ressourcen.

An einer bestimmten Stelle im Spiel angekommen, bekommen wir von Kasim eine kleine Botschaft, dass sich noch ein weiteres Team im Testcenter befindet. Dann blendet es direkt auf das zweite Team über: Rean Schwarzer, Altina Orion von der Militär Akademie Thors und Kevin Graham von der Septinischen Kirche. Kurz nach Steuerungsübernahme des zweiten Teams wird uns die zweite "Neuheit" erklärt: Shard Commands. Die uns eigentlich als Brave Orders ab Trails of Cold Steel III schon bekannt sind. Als Höhepunkt der Einführung wartet ein kleiner Team A vs. Team B Kampf, zu welchem sich noch weitere bekannte Gesichter hinzugesellen, u.a. Rufus Albarea, Lapis Rosenberg in einem neuen Körper (diesmal leider nur als Support Charakter) und Crow Armbrust. Am Ende des Tests werden sich die drei Teams trennen und vorerst ihre eigenen Wege gehen.

Im Verlaufe des Spiels werden wir, ähnlich wie in Trails into Reverie, zwischen den Teams wechseln, um die Ereignisse an verschiedenen Orten in Calvard von verschiedenen Perspektiven aus zu erleben, die bis hin zum bemannten Raketenstart führen. Weitere Neuerungen im Spiel sind unter anderem neue Techniken und einige Quality of Life Verbesserung. Bei den Field Battle Mechaniken gibt es, neben dem erwähnten Z.O.C., jetzt auch "Erwachen" für bestimmte Charakter wie Van, Rean, Shizuna und Kevin. Diese Technik erlaubt den akkumulierten Boost zu nutzen, um genannte Charaktere in ihre Alter-Form zu transformieren, sprich Grendel für Van, Spirit Unification für Rean und Shizuna, sowie Stigma-Release für Kevin. Wir bekommen so deutlich erhöhten Schaden und können so auch die richtig dicken Gegner mit 50000+ HP mit Leichtigkeit direkt im Feld kaputt machen, ohne auf Command Battle zu wechseln.

Im Command Battle haben wir auch ein paar Neuerungen, darunter die bereits erwähnte Neuinterpretation der Brave Orders, die Shard Commands. Um diese auszuführen, wird eine gewisse Anzahl an Boost-Punkten benötigt. Wie auch bei den Brave Orders kommen die Shard Commands in allerlei Variationen, abhängig von den Holo-Cores der aktuellen Partymitglieder. Eine weitere Neuinterpretation dieser Mechanik sind die Dis-Orders, ausgesprochen von den Gegnern, die negative Effekte für unsere Truppe bedeuten. Neu ist hier, dass wir Dis-Orders mit unseren Shard Commands überschreiben können. Und letztlich kommt noch Z.O.C. ins Repertoire. Zwei Boost-Stufen erlauben es uns, Z.O.C. zu nutzen, um somit eine weitere Aktionsrunde zu bekommen.

Auch der Märchengarten aus dem Vorgänger hat wieder seine Präsenz im Spiel. Allerdings in stark abgewandelter Form, da Ouroboros das Gartensystem infiltriert und übernommen hat. Dieser präsentiert sich nun als Grim Garten, eine dämonisch angehauchte Neuerzählung, und wir müssen ihn wieder unter unsere Kontrolle bekommen. Wie auch zuvor haben wir hier mehrere Flure, welche uns beim Betreten zufällig generierte Spielbretter präsentieren, wo am Ende ein Boss wartet. Es geht nur geradeaus und diagonal. Flure werden nach Storyverlauf freigeschaltet und der Grim Garten kann jederzeit über Grim Portale, welche wir in den Gebieten finden müssen, betreten werden.
Weitere Neuerungen sind Memento Quarze, derer zehn, welche teils wichtige Hintergrundinformationen über bestimmte Charaktere preisgeben. Unterdrückungsquests, welche das erneute Durchspielen eines Flurs erfordern, um einen neuen Boss zu besiegen. Und letztlich: Beziehungspunkte. Wir Spieler kennen das alle: Für Beziehungsevents wird immer ein Spielpunkt weniger gegeben als Events vorhanden sind. Neu können wir ab einer gewissen Stufe Beziehungspunkte ergattern und somit verpasste Events im Garten abspielen und sogar die Beziehungslevelpunkte und etwaige Belohnungen für das Event bekommen.
Fazit:
Mit Trails Beyond the Horizon wird der vorletzte Teil der Calvard-Arc vorgestellt. Von der Story her, werden hier viele offene Fragen beantwortet, die Teils bis zu Reverie oder weiter zurückliegen (und selbst in Reverie gab es Andeutungen auf die aktuellen Geschehnisse!). Die Multi-Team Erzählung gibt uns Einblick in die Ereignisse jeder Faktion, um uns so ein Gesamtbild der Situation zu bilden. Wer sich jetzt noch nicht komplett gespoilert hat, zum Beispiel mit dem Wikipedia Artikel zum Spiel, der erfährt hier und da so richtig dicke Überraschungsmomente. Die Verbesserungen und Reinterpretation mehrerer Spielmechaniken heben das Spielerlebnis noch ein Stückchen nach oben. Mit den Shard Commands, sowie den Dis-Orders zeigt sich, wer sein Team richtig gelevelt und ausgerüstet hat. Boost-Punkte-Verwaltung kann zwar etwas nervig sein, aber richtig ausgerüstet rutscht auch das stellenweise in den Hintergrund und fällt kaum ins Gewicht. Der Grim Garten ist auch hier wieder der Sammelpunkt aller Teams, wenn auch kaum einer, aufgrund Geheimhaltung, über seine Missionen redet. Von Recycling bekannter Mechaniken kann man schlecht reden, man sollte es schon "Neuinterpretation" nennen, was zumindest mir ein relativ frisches Spielgefühl vermittelt. Alles in allem, wieder ein sehr guter Teil in der Serie, welcher mit sinnvollen Verbesserungen, sowie Neuerungen daherkommt. Die Spielzeit liegt im Übrigen bei mindestens 90 Stunden und bei gut 110 Stunden, wenn man noch alle Grim Garten Zusatzmissionen mitnimmt, bevor man das Endgame auslöst. Das einzig richtig Negative an dem Spiel ist das Ende, unter welchem die Japaner schon seit zwei Jahren zu leiden haben… Ich hoffe nur der Abschluss wird nicht allzu lange auf sich warten lassen.

The Legend of Heroes: Trails Beyond the Horizon ist für PS4, PS5, Nintendo Switch 2 und PC erschienen. Wir haben uns das Spiel selbst gekauft und auf der PS5 getestet.















Kommentare