The(G)net Review: The Serpent Rogue

In The Serpent Rogue looten und craften wir uns als Alchemisten Neuling durch eine verwunschene Fantasiewelt, mit allerlei sonderbaren Kreaturen und roguelite Spielmechaniken.


The Serpent Rogue Nintendo Switch Review Testbericht Test

Das Intro wird in Serpent Rouge sehr kurz gehalten. Wir landen als angehender Giftmischer im Pestdoktoren Kostüm in einer schummrigen Wiesenlandschaft und da es nichts anderes zu tun gibt, joggen wir erstmal los. Kurz darauf treffen wir auf Solomon, einen hilfreichen Alchemisten Kollegen, der uns gleich mal den guten Tipp gibt, die Beine in die Hand zu nehmen. Denn kaum hat er seinen kurzen Monolog beendet, spriessen unfreundliche Pflanzen aus dem Boden und feuern gnadenlos irgendwelche magischen Orbs in Richtung unseres Helden.


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Überrascht spurten wir los und erreichen mit letzter Kraft eine Kutsche. Wir sind gerettet. Vorerst. In einem kleinen Gehöft angekommen, treffen wir erneut auf Solomon, der uns kurz die Grundlagen von Serpent Rogue verklickert. Um uns für die kommenden Herausforderungen vorzubereiten, benötigen wir zahlreiche Items und Gegenstände, um später im Ödland oder den Sümpfen zu überleben. Doch zuerst müssen die Fundstücke wie Beeren, Fische, Blätter, Kürbisse oder Metalle, die wir unterwegs in der Natur oder in leeren Fässern finden, im Labor analysiert werden. Zum Glück befindet sich gleich nebenan eine gut ausgestattete Giftküche, in der wir die Zutaten untersuchen und anschliessend in verschiedenen Gebräuen zusammenmixen.


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Haben wir ein Rezept erforscht, bleibt es permanent im Crafting Screen ersichtlich. Solomon beschenkt uns vor unserem Aufbruch in die unwirtlichen Gegenden mit einem mobilen Labor, mit dem wir künftig on-the-Go unsere Potions herstellen. Treffen wir auf eine Feuerstelle, lassen sich u.a. ein Schwert, Fackeln, eine Axt oder Schaufel anfertigen oder sogar noch verstärken. Einige Gegenstände verfügen über mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Mit der Axt verdreschen wir eine aggressive Ratte oder hacken einen Baum zu Kleinholz, damit wir das gefarmte Holz in Kohle umwandeln können. Oder wir brutzeln mit der Fackel besessene Hühner ins Nirvana oder brennen uns durch ein paar Dornenbüsche den Weg zum Hafen frei.


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Dort freunden wir uns mit verschiedenen NPCs an, die uns im Kampf tatkräftig unterstützen. Denn unser sammelfreudiger Alchemist ist auch für den Nahkampf ausgebildet. So verteilt er unbewaffnet Faustschläge oder, falls eine Waffe zur Verfügung steht, flotte Schwerthiebe und blockt feindliche Angriffe ab, die den Schaden zwar nicht negieren, aber reduzieren. Die manuelle Lock On Funktion sorgt dafür, dass das wilde Treiben nicht in eine unpräzise Massenkeilerei ausartet. Die offensiven Taktiken sind aber nicht das Ende der Fahnenstange. Unser maskentragender Protagonist schmeisst mit Schadenstinkturen um sich oder freundet sich mit unterschiedlichen Tieren an, die ihn, nach Bestechung mit dem korrekten Nahrungsmittel, als treuer Begleiter unter die Arme greifen.


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Finden wir einen speziellen Busch, stülpen wir uns den über den Kopf und werden für die Feinde unsichtbar. Aber es kommt noch besser! Schleichen wir uns vorsichtig an, können wir in den meisten Fällen den ahnungslosen Spitzbuben ihre eigenen Items vor der Nase wegklauen. Zu guter Letzt kann sich unser mittelalterlicher Chemiker in unterschiedliche Tiere verwandeln. Als Ratte kriechen wir so z.B. unter kleine Bootswracks, um wertvollen Loot einzusacken oder schlagen mit einem effektiven Schwanzschwinger Angreifer in die Flucht. Später dürfen wir auch in die runzlige Haut eines Ghouls schlüpfen. Die Metamorphose kann aber nur durch Einnahme eines Tiertrankes oder bei speziellen Statuen erreicht werden.


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Sollten wir die Tragemenge unseres Loots überschreiten, reduziert sich die Marschgeschwindigkeit rasant. Entweder droppen wir den überschüssigen Kram, verteilen es auf einen unserer NPC Kameraden oder machen eine kurze Schnellreise zur nächsten Storagekiste, auf die wir in jedem Abschnitt Zugriff haben. Wie es sich für jedes anständige Crafting Game gehört, sind auch gelegentlich Schatzkisten anzutreffen. Umsonst gibt es aber nichts in Serpent Rogue. Wer nicht den korrekten Schlüssel oder Mondsteine findet, dem bleiben die Boxen verschlossen. Andere Kisten lassen sich nur mit Dietrichen öffnen. Wichtig ist auch die konstante Nahrungsaufnahme. Unterhalb der Lifebar befindet sich der Foodmeter, der auch als Stamina Anzeige dient. Je öfter wir uns was hinter die Kiemen schieben, umso besser sind unsere Überlebenschancen gegen die bevorstehenden Bosse. Am besten man kocht sich bereits zuvor ein paar nahrhafte Menus auf Vorrat, um gegen die fiese Gegnermacht zu bestehen.


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Damit man nicht durch das knapp 4-stündge Spiel durchrutscht, greifen die Entwickler auf eine altbekannte Mechanik aus Dark Souls zurück. Wird unser erkundungsfreudiger Alchemist abgemurkst, verliert er sämtliches Inventar. Wir kriegen es nur zurück, wenn wir im nächsten Anlauf die Stelle unseres letzten Ablebens erreichen. Kippen wir vorher um, ist der gesamte Loot auf Nimmerwiedersehen weg und wir müssen uns die hart erarbeiteten Ressourcen erneut zusammensammeln. Mithilfe der World Map und einer kleinen Miniversion davon finden wir den Standort der verlorenen Wertsachen ohne blindlings in der Gegend rumzugondeln. Zum Glück gibt es in Serpent Rogue eine klare Missionsstruktur und euer Fortschritt bleibt erhalten.



Fazit:

The Serpent Rogue ist ein eigenwilliger Mix. Die Hälfte des Spiels bin ich mit dem Aufpicken von Gegenständen, Analysieren und Herstellen beschäftigt, den Rest verbringe ich mit Kämpfen und wundere mich, wie es weitergeht. Das Spiel ist keine leichte Kost. Wer nicht viel ausprobiert, jeden Winkel absucht und auch noch sein Köpfchen einschaltet, wird gefrustet die Switch in die Ecke legen. Es dauerte ein paar Stunden und 4 komplette Neustarts, bis ich sämtliche Mechaniken und Kniffe verstanden hatte, denn Rogue Serpent erklärt dem Spieler nicht viel, lässt aber viel Spielraum, um die verschiedenen Herausforderungen unterschiedlich anzugehen. So wusste ich erst sehr viel später, dass man Bosse auch zähmen, statt bekämpfen kann. Auf der technischen Seite überzeugt die liebevolle Grafik im semirealistischen Comiclook und ich hatte nur einmal einen Bug, wo sich meine Figur nicht mehr von der Stelle bewegen wollte. Ansonsten lief das Game einwandfrei. Musikalisch werden wir von angenehmen bis düsteren Soundteppichen begleitet. Surival-, Loot-, und Crafting Fans, die auch gerne mal ein paar Gegner in Echtzeit verkloppen, sollten sich The Serpent Rouge mal ansehen.


Wir haben The Serpent Rogue auf Nintendo Switch getestet. Das Spiel ist auch für PC, PS5 und Xbox Series X|S erhältlich. Das Test-Muster stammt von Team17, wofür wir uns herzlich bedanken.



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