The(G)net Review: Assassin's Creed Black Flag Resynced
- Andy Meier
- vor 8 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Arrrr, beim Klabautermann! Nach Jahren der heute ausgesprochen hässlichen Grafik segeln die Piraten auf der aktuellen Konsolen-Generation wieder los, endlich mal ein Remake, auf das ich wirklich gewartet habe.

Im Oktober 2013 habe ich vieles gemacht, ganz sicher aber nicht viel Zeit in das damals neue Assassin’s Creed investiert. Irgendwie konnte ich mit der Grafik schon vor 13 Jahren wenig anfangen. Vor nicht allzu langer Zeit gab ich dem Titel nochmal eine Chance, schliesslich liebe ich das Piraten-Setting seit Sid Meier’s Pirates. Doch die Jahre, die nach dem ursprünglichen Release ins Land gezogen sind, haben das Spiel keineswegs hübscher gemacht. Nach kurzer Zeit musste ich das Spiel abbrechen, und das obschon ich wirklich Lust hatte, mich mit Edward in die Karibische See zu stürzen.

Und hier kommt Ubisoft ins Spiel. Das Remake von Black Flag ist eines der besten der letzten Jahre und vor allem endlich mal eines, nach dem viele Spieler tatsächlich verlangt haben. Die moderne Grafik macht das Spiel deutlich besser und lässt mich noch lieber in den Inseln rund um Nassau verweilen, als es das eigentlich tun sollte. Das Wasser und die immer wieder aufziehenden Unwetter wirken in der komplett überarbeiteten Version verblüffend realistisch. Und kaum ist der nächste Sturm mit Blitzen und Giganto-Wellen überstanden, lockt die nächste Insel mit einem packend schönen Sonnenuntergang.

Wer sich an der Grafik satt gesehen hat, widmet sich der allseits bekannten Ubisoft Formel. Überall gibt es Aussichtspunkte zu erklimmen, Musiknoten einzusammeln oder Bar-Faustkämpfe zu gewinnen. Dazu gesellen sich vielerorts verstreute Flaschenpost und – das darf bei einem Piratenspiel selbstredend nicht fehlen – Schatzkarten mit dazu gehörigen Schätzen, die es irgendwo auf der Map auszugraben gilt. Assassin’s Creed-Spieler alter oder auch neuer Stunde sowie Ubisoft-Fans generell wissen: Dabei haben wir bisher erst über die Nebenbeschäftigungen gesprochen; und hierbei den Basenausbau, welcher hier eine eigene Insel ist, noch nicht mal erwähnt. Die ganzen Nebenmissionen erledigen wir natürlich nicht nur für virtuelle Erfolge, auch der schnöde Mammon lockt in versteckten Kisten und generell überall auf der Karte verstreut.

Denn nicht nur Edwards eigenes kleines Dorf will stetig verbessert werden, auch das mit zu Beginn viel zu wenig Kanonen bestückte Piratenschiff gilt es mit zunehmender Spieldauer aufzubrezeln. Wer sich dagegen wehrt, hat es später schwer, die richtig grossen spanischen Galeonen zu bekämpfen oder gar Forts einzunehmen. Und für all diese Verbesserungen wollen die Händler rund um die Karibik nicht nur Gold sehen, sondern benötigen dazu auch noch diverses Material. Wer sucht, der findet, und das oft und überall. Dennoch ist das Spiel nicht so zugekleistert mit Aktivitäten wie beispielsweise AC Valhalla. Auch weil die Inseln selbst oft nicht so gross sind, macht es umso mehr Spass, wieder eine Kirche hochzuklettern oder einfach eine Partie Mühle anzugehen.

Ja, Black Flag Resynced ist ein rundum gelungenes Remake, es macht das Spiel von 2013 nicht nur viel hübscher, es ergänzt den Titel auch mit diversen Komfortfunktionen. So steuert sich Edward geschickter durch die Gegend und die Kämpfe mit Säbel und Pistole laufen flüssiger ab, auch wenn der Kapitän immer noch das eine oder andere Mal an einer Schenke hängen bleibt. Der eine oder andere mag den eher tief angesiedelten Schwierigkeitsgrad bemängeln, mir spielte das durchaus in die Karten. Zumal ich nicht auf dem höchsten der Schwierigkeitsgrade unterwegs war. Dafür gibt es noch einige neue Missionen dazu, die allerdings unabhängig von der Hauptstory laufen. Kenner des Originals freuen sich dennoch über zusätzliches Material.

Letztendlich bleibt noch die Story, die ist Assassin’s Creed typisch selten der Grund, wieso wir unzählige Stunden in die wunderschön rekonstruierten historischen Schauplätze investieren. Dennoch unterhalten die bekannten Seefahrer von damals deutlich mehr als die NPCs bekannt aus neueren Assassinen-Ablegern. Zumindest mich interessiert die Geschichte rund um Blackbeard und seinen Kumpanen deutlich mehr.
Fazit:
Während draussen die echte Karibik auf mich wartet, segle ich auf meinem Sofa mit Edward durch die opulent umgesetzte Inselwelt des Jahres 1715. Zum Glück bleibt mir dabei die tropische Luftfeuchtigkeit erspart. Das Remake packt mich deutlich mehr als die Ursprungsversion. Zudem motiviert das Gameplay viele Stunden, auch wenn die typische Ubi-Formel sich nach gut 20 Stunden durchaus bemerkbar macht. Das hinderte mich aber nicht, Edward bis zum Ende durch das Spiel zu bewegen, sein Schiff immer mehr zur Kriegsgaleone werden zu lassen und immer noch einen weiteren Schatz auszugraben. Wer Piraten auch nur ansatzweise etwas abgewinnen kann, kommt an Black Flag Resynced nicht vorbei und sollte übrigens auch der AMC-TV-Serie Black Sails eine Chance geben.

Assassin's Creed Black Flag Resynced ist für PS5, Xbox Series und PC erschienen. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Das Test-Muster stammt von Ubisoft, wofür wir uns herzlich bedanken!



