The(G)net Review: Castlevania Belmont's Curse
Pünktlich zum 40. Jubiläum präsentiert Konami der Fangemeinde ein brandneues Abenteuer ihrer epischen Vampirjäger-Serie. Chronologisch direkt nach dem dritten NES-Titel angesiedelt, rücken wir als letztes Familienmitglied des berühmt-berüchtigten Belmont-Clan erneut dem Oberblutsauger Dracula und seiner Hämoglobin abhängigen Crew auf die Pelle.

Paris. Wir schreiben das Jahr 1499. Vom einst mächtigen Familienstammbaum der Belmonts ist nicht mehr viel übrig. Bis auf Trevor Belmonts Tochter Rose wandeln sämtliche Mitglieder im Jenseits, die Blutlinie scheint ihr Ende erreicht zu haben. Und ein Unglück kommt selten allein. Der totgeglaubte transsilvanische Schurke Dracula steht erneut auf der Matte und verbreitet wie gewohnt Angst und Schrecken, indem er eine Horde an diversen Monstrositäten in die Strassen von Paris schickt und es sich in seinem Privatschloss bequem macht.

Bevor wir aber überhaupt mit Rose Draculas Domizil stürmen können, benötigen wir zuerst drei magische Edelsteine, um uns Zutritt zu Draculas Basis zu verschaffen. Wie man es vom früheren Ablegern der Serie kennt, sind unsere Helden Fitness technisch stets auf Zack, und auch bei Hauptprotagonistin Rose hat das harte Kampftraining ihres Vaters Früchte getragen. Per flinkem Slide schlittern wir durch enge Passagen oder durch die Beine unserer Gegner. Mit einem handlichen Kurzschwert schnetzeln wir an unterschiedlichen Kreaturen wie Skeletten in unterschiedlichen Formen, fliegenden Dämonen, zähnefletschenden Werwölfen oder schleimigen Froschmenschen herum. Ein zusätzlicher Aufwärtsschlag runden unsere anfänglichen Schwert Skills ab.

Bei unserer Vampirjagd stossen wir regelmässig auf neues Kriegsgerät. Insgesamt 7 unterschiedliche Waffenarten wie z.B. Lanze, Doppelklinge, Grossschwert oder Schlaghandschuh inklusive Charge Move wollen gefunden werden. Aufrüsten lassen sich die Schlagwerkzeuge nicht. Es existieren aber jeweils vier unterschiedliche Versionen jeder Waffe mit steigender Schlagkraft. Im Laufe unserer weitverzweigten Exkursion durch eine verwunschene Katakombe, der Pariser Kanalisation, dem städtischen Friedhof, der besetzen Bibliothek und dem Uhrenturm fegen wir über ein Dutzend Bosse weg. Nach deren Dahinscheiden überlassen sie uns neben dem Zweitwaffen-Zauber auch gerne das ein oder andere hilfreiche Skill-Upgrade.

Den Start macht die Plasma-Peitsche, denn was ist ein Belmont ohne seine Lieblingswaffe. Wir nutzen die Peitsche aber hier nicht als Waffe, sondern schwingen uns an speziellen Grapplepoints über Abgründe und ziehen uns an sonst unerreichbaren Plattformen hoch. Zusätzlich kann sich Rose mit der Peitsche zu den meisten Gegnern heranziehen, um ihr Gegenüber mit ein paar kräftigen Hieben vom Bildschirm zu fegen. Später erhalten wir das Heilige Licht, mit der wir per Knopfdruck spezielle Steinmauern durchlaufen können und es alternativ auch als Pariermechanik nutzen. Einfach im richtigen Moment das Licht aktivieren und wir wehren selbst die dickste Bossattacke ab. Abgeschlossen wird das ganze mit einem Air-Dash, Air-Smash und dem obligatorischen Doppelsprung.

Die bereits erwähnten Zweitwaffenzauber hängen an unserer Magieleiste. Je nach Zauberspruch wird diese mehr oder weniger belastet. Feindestreffer und Kills regenerieren das knappe Mana. Von den über ein Dutzend Spells lässt sich jeweils nur einer Ausrüsten. Die Bandbreite reicht von fliegenden Boomerangs über Flammenteppiche, Blutwellen und herabstürzenden Felsbrocken bis zu bildschirmfüllenden Hiebattacken. In den verwinkelten Levels verstecken sich neben Schatztruhen und Health Upgrades auch unsichtbare Wände, die gerne mal ein Relikt offenbaren. Insgesamt drei dieser Perks dürfen wir ausrüsten, die uns u.a. erhöhte Heilung, bessere Defensive oder sogar einen magischen Fledermaus-Sidekick versprechen.

Die fünf unterschiedlichen Hauptgebiete werden auf der Ingame-Map automatisch kartografiert und bei einem Game Over bleiben die erforschten Gebiete nicht nur erhalten, sondern Roses letzte Position wird sogar mit einem roten Totenschädel prominent angezeigt. Mehr kann man sich kaum wünschen. Grosses Händchenhalten wird in Belmonts Curse aber kaum propagiert. Die paar Icons kann man an einer Hand abzählen. Markierungen müsst ihr schon selber setzen. An strategischen Punkten platzierten die Entwickler Checkpoint Portale, die unser Spiel automatisch speichern und unsere Lebens- und Manaleiste komplett auffüllen. Die heiligen Spiegel können wir in begrenzter Form auch als Fast Travel-Option verwenden. Hierzu müssen wir uns für ein paar Sekunden vor das Portal knien, bevor wir in eine Zwischen-Dimension teleportiert werden, wo wir Verbindungs Spiegel zu den anderen Portalen finden. Aber auch nur die, die wir im aktuellen Level freigeschaltet haben.

Zusätzlich ankert in jedem Biom irgendwo ein Fährmann. Haben wir ihn lokalisiert, transportiert uns der nette Pensionär kostenlos in jedes der fünf Gebiete, um uns längeres Backtracking zu ersparen. Nebst diversen Scharmützeln mit allerlei Gegnergesocks, wurden einige kleinere Rätsel eingestreut, die mal mehr oder weniger knackig um die Ecke kommen. Wir raten euch, sämtliche gefundenen Dokumente gut durchzulesen, da sich viele Lösungen in den Texten verbergen.

Belmonts Curse verfügt über einen universellen Schwierigkeitsgrad. Im Optionsmenü lassen sich aber diverse Einstellungen wie Gegnerschaden, Treffer Härte und zusätzliche Heiltränke personalisieren. Sogar ein Parameter, der uns nach einem Bildschirm-Tod direkt zur Bosstüre zurück teleportiert, lässt sich hier anwählen.
Unsere Reise durch Paris dauerte knapp 13 Stunden, wobei wir bei einer 67% Komplettierung lagen.
Fazit:
Nach dem sensationellen Erfolg vom Vorzeige-Roguelike Dead Cells, holte Konami die Damen und Herren von Evil Empire ins Boot, um sich ihrer legendären Vampirkiller-IP anzunehmen. Und im Grossen und Ganzen macht der neueste Ableger rund um die Belmonts eine ausgezeichnete Figur. Grafisch lässt Belmonts Curse sämtliche Glocken klingeln. Wunderschöne Hintergründe, optisch abwechslungsreiche Gebiete und tolle Animationen lassen keine Wünsche offen. Die musikalische Untermalung agiert auf demselben hohen Niveau. Hervorragende Kompositionen unterstreichen die düstere Vampir Hatz. Schade nur, dass der Track bei jedem Bildschirmwechsel neu geladen wird. Apropos Laden: Wer sich die Idee mit der Schnellreise ausgedacht hat, sollte nächstes Mal die Vorgänger konsultieren. Ich muss mich jedesmal durch drei Ladescreens kämpfen und habe dann auch nur ein begrenzte Auswahl an Fast Travel Spots. Das hätte man viel eleganter lösen können. Immerhin spielt sich Rose sehr flott und hat man einmal alle Hauptfähigkeiten beieinander, flutscht man nur so durch die Levels. Konami bzw. Evil Empire erfindet das Genre nicht neu und setzt vielleicht ein wenig zu viel auf klassische und bereits bekannte Spielmechaniken. Etwas mehr kreative Wagnis und Mut zu Neuem hätte nicht geschadet. Belmont's Curse bleibt trotzdem ein hervorragendes Castlevania, das Veteranen wie Neueinsteiger gleichermassen abholt.

Castlevania Belmont's Curse ist für PC, PS5, XBOX Series, Switch und Switch 2 erhältlich. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Unser Test-Muster stammt von Konami, wofür wir uns herzlich bedanken!








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