The(G)net Review: Everybody's Golf Hot Shots
- Rony Liemmukda

- 12. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Sept. 2025
Golf ist kein Sport, sagen sie. Klar, bis dir Everybody's Golf Hot Shots mit einem lässigen Grinsen den Driver in die Hand drückt. Wir haben die Fairways abgegrast, die Putts versemmelt und die Superschläge gezündet. Hier kommt unser Test, frisch aus dem Rough und ohne Handicap-Gejammer.

Der Arcade-Golfer ‚Everybody’s Golf‘ ist nach acht Jahren zurück auf unseren Konsolen. Im Hauptmenü, welches sehr aufgeräumt wirkt, können wir uns entscheiden, in welchen der vielen Modi wir spielen wollen. Für den Einzelspieler gibt es hier bereits schon sechs Möglichkeiten zur Auswahl. Der ‚Challenge Modus‘ ist ein Einzelspieler-Modus, der aus 9- bzw. 18-Loch Matches besteht. Darunter auch Versus-Matches, sowie inoffizielle und offizielle Tournaments. Beim inoffiziellen Tournament gibt es eher Goodies zum Freispielen, während die offiziellen unseren Rang aufstufen. Aber auch bei den anderen Matches können wir diverse Sachen freispielen.

Als nächstes gibt es den ‚World Tour‘-Mode. Das ist effektiv der Story-Mode für das Spiel. Jeder unserer Charaktere, wovon es einige freizuschalten gilt, hat hier seine eigene kleine Geschichte. In der Regel spielen wir sechs bis sieben Kapitel. Jeder dieser Kapitel hat drei optionale Aufgaben, welche beim Erfüllen uns mit kleinen Goodies belohnen. In den Kapiteln können wir ausserdem entscheiden, ob wir die Story überhaupt lesen oder einfach nur durchskippen wollen. Das ist nicht nur eine vorzügliche Option für Storymuffel, sondern insbesondere auch dann, wenn wir die Kapitel wiederholen wollen, um die Aufgaben zu erfüllen. Stroke-Play und Wettkampf sind schlussendlich klassische „Gegen die CPU-Modi“.

Besonderes Augenmerk gilt dem „Verrücktes Golf“-Modus. Dieser Modus ist effektiv ein Party-Golf. Darunter finden wir verschiedene Sub-Modi wie
‚Boom Golf‘, der Ball explodiert beim Aufkommen und schnellt irgendwo hin.
Survival Golf‘, stehle deinem Gegner wichtige Schläger.
Colorful Golf‘, erspiele Tickets mit Debuffs, um sie gegen deine Gegner einzusetzen.
Und noch ein paar mehr.

Multiplayer Modi bietet das Spiel natürlich auch, Online wie Offline. Wer mit Golf(spielen) zuvor noch nichts am Hut hatte, kann im Tutorial die Grundlagen erlernen. Zur Steuerung gibt es nicht all zu viel zu sagen. Es ist das klassische 3-Button-System: Der erste Druck schaltet die Leiste frei, der zweite Druck bestimmt die Kraft, und der dritte bestimmt die Akkuratesse des Schlages. Wir können allerdings zwischen drei verschiedenen Schlagsystemen auswählen:
‚Standard‘, welche eine horizontale Leiste widerspiegelt.
‚Genau‘, welche eine gekrümmte Leiste widerspiegelt und, meiner Meinung nach, etwas genauer auf die Eingaben reagiert.
‚Profi‘, welche eher an Rhythmusspiele erinnert. Wir müssen effektiv in bestimmten Zonen drücken, damit der Schlag gelingt.
Weiterhin gibt es noch diverse Standard- sowie individuelle Controller-Layouts, damit jeder sich das Spiel so anpassen kann, wie es ihm am besten passt.

Damit das Golfen nicht zu eintönig wird, haben wir einiges zum Freischalten bekommen. Darunter Schläger, Kostüme, Bälle, Farbschemen, Sticker und Nahrungsmittel. Schläger und Bälle sind natürlich wichtig, um sein Spiel an den gewählten Platz optimal anzupassen. Kostüme und Farbschemen tun der Optik zu Gute. Und letztlich die freispielbaren Charaktere, davon soll es über fünfundzwanzig an der Zahl geben, was ziemlich irrsinnig ist für ein Golfspiel.

Bei den Stickern und Nahrungsmitteln wird es so richtig interessant. Die Sticker sind für die Caddies gedacht, welche damit diverse Buffs bekommen, die auf uns übertragen werden. Die Nahrungsmittel sind permanente Buffs für unsere jeweiligen Charaktere. Sie erhöhen diverse Basisattribute wie Kraft, Ausdauer, usw. Weitere Anpassungen sind ob wir als Links- oder Rechtshänder spielen und ob wir mit "mentaler Ausdauer" spielen wollen. Letzteres ist besonders interessant, wenn uns Golf selbst auf Schwierigkeitsstufe „Schwer“ noch zu einfach ist. Jeder Fehlschlag verursacht mentalen Stress. Je gestresster der Charakter, desto mehr Nachteile haben wir beim Spielen. Wir sehen irgendwann die Fluglinie nicht mehr, uns flackert die Information des Greens vor Augen oder die Schlagleiste blendet sich ein und aus. Abhilfe kann uns hier unser Caddy schaffen. Mit spielen von Matches, und natürlich Gewinnen, erhöht sich das Vertrauen des Caddys. Je höher sein Vertrauen uns gegenüber ist, desto eher hilft er uns aus brenzligen Situationen.
Fazit:
Persönlich macht mir der aktuelle Teil von Hot Shots Golf richtig Laune und mit all den freispielbaren Elementen ist man einige Zeit beschäftigt. Die Kurse bieten alle sehr viel Abwechslung und sind auch teils nicht ganz „golfkonform“, z.B. der „Megacup“, ein Golfkurs, in dem das Loch quasi zehn Mal so gross ist wie normal. Oder der Tornado-Cup, bei dem ein Tornado über dem Platz schwebt und jeden Ball direkt einsaugt, welcher in der Effektzone landet. Die Deutsche Übersetzung ist weitgehend OK, wobei hier echt einige Patzer bei den Grafiken passiert sind. Hier und da sind ein paar Buchstaben in der Reihenfolge vertauscht. Leider gibt es auch nur eine Englische Tonspur. Ich hätte gehofft diesmal gäbe es wenigstens eine Japanische mit dazu. Die Kamerasteuerung ist in meinen Augen etwas seltsam. Ich begnüge mich aber meist mit der Vogelperspektive, dann passt das schon. Die Fluganimationen zwischendrin kann man zum Glück per Taste überspringen. Grafisch ist das Spiel softer dargestellt, mehr Richtung Toon-Style als die direkten Vorgänger. Dies und die Tatsache, dass Clap Hanz, nach über zwanzig Jahren, nicht mehr in der Verantwortung ist die Everybody’s Golf-Serie zu programmieren, sorgt bei den meisten Hardcore-Fans der Serie momentan ziemlich für Zündstoff. Auch haben einige Spieler Gamebreaking-Bugs aktiviert, welche nur durch Löschen ihres Speicherstandes behoben werden konnten. Hier kann ich die Kritik natürlich noch verstehen (und ich hoffe, ich bleibe verschont davon). Aber ein Spiel als "Mist" zu beurteilen, nur weil ein anderes Studio eine etwas andere Art hat, geht doch etwas zu weit. Für mich jedenfalls kommt der Vibe der Serie nach wie vor rüber und ich habe weiterhin meinen Spass, stundenlang den virtuellen Golfschläger zu schwingen. Wer also auf weniger Party-orientierte Golfsimulationen steht, wie z.B. Mario Golf, der kann mit Everybody's Golf Hot Shots nichts falsch machen.

Everybody's Golf Hot Shots ist für PC, Nintendo Switch und PlayStation 5 erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Bandai Namco, wofür wir uns herzlich bedanken!











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