The(G)net Review: Mario Strikers: Battle League Football

Normalerweise gilt beim Fussball: Ein Spiel dauert 90 Minuten und das Runde muss ins Eckige. Wenn aber Mario und seine Bande das Feld betreten, wird auf jede Regel gepfiffen - und auf den Schiri sowieso.


Mario Strikers Battle League Test Review Fussball Nintendo Switch

Rund 15 Jahre ist es her, dass Nintendos Hausklempner in Mario Strikers Charged (damals auf der Wii) mit unorthodoxen Methoden den grünen Rasen unsicher machte. Und auch diesmal hat das hüpffreudige Nintendo Maskottchen ein paar Kollegen mitgebracht. Bevor wir uns aber unter anderem mit Wario, Donkey Kong , Yoshi oder Peach chaotische Matches liefern, ist das halbstündige Tutorial für siegreiche Auseinandersetzungen Plicht. In 8 Lektionen verklickert uns ein Trainingsroboter namens Futbot sämtliche Tricks, Kniffe und Powermoves. Zu Beginn lernen wir Grundlagen wie einfaches Schiessen, und Passen, und defensive Taktiken wie Reingrätschen oder Ausweichen.


Mario Strikers Battle League Test Review Fussball Nintendo Switch

Mit gestrecktem Bein haut Mario sein Gegenüber auf den Rasen oder weicht mit einem behänden Schlenker dem feindlichen Angriff aus. Sowohl Schiessen wie auch Reingrätschen gibt es in zwei Versionen. Sobald wir die Taste länger halten, wird der Schuss oder die Defensivattacke geladen und wir erhöhen so unsere Chancen auf ein Tor oder siegreichen Tackle. Haben wir das Prinzip kapiert, wird es erst richtig lustig. Je nach Punktestand fallen in unregelmässiger Reihenfolge Fragezeichenwürfel aufs Spielfeld. Darin verbergen sich alte Bekannte wie der grüne oder rote Schildkrötenpanzer, mit denen wir gegnerische Spieler temporär ausknocken oder wir schmeissen eine Bananenschale auf den Rasen und hoffen, dass einer der Kontrahenten ausrutscht.


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Fliegenpilze verleihen uns einen kurzen Speedboost und der goldene Stern macht uns für ein paar Sekunden unverwundbar. In seltenen Fällen erscheint ein golden pulsierender Orb auf dem Spielfeld. Wird dieser eingesammelt, werden alle 4 Teammitglieder für etwa 15 Sekunden gecharged und es besteht die Möglichkeit einen desaströsen Hyperstrike in Richtung gegnerisches Tor zu senden. Sobald wir einen Chargeshot geladen haben, erscheint eine kleine Leiste, in der man bestmöglich den grünen Bereich treffen muss. Gelingt das Kunststück, wird mit einer kurzen Animationssequenz ein unhaltbarer Megaschuss losgelassen und der sichert uns sogar 2 Torpunkte für den Spielstand. Die letzten beiden Lektionen, bevor ihr euch an das erste echte Match wagt, beinhalten fortgeschrittene Techniken wie Schuss-Cancel, perfektes Passen, getimtes Ausweichen oder den witzigen Team Tackle, wo ich einen meiner Mitspieler ramme und den Gegner hinter ihm auch gleich noch mitnehme.


Nach dem Training wird es endlich Zeit unser Können auf die Probe zu stellen. Im Quick Battle dürfen 1 bis 2 Spieler on- oder offline gegeneinander - oder gegen die CPU - antreten und Parameter wie Spielzeit, Schwierigkeitsgrad und Tag oder Nacht-Setting bestimmt werden. Wollen wir keine Items oder Hyper Orbs, können wir diese auch ausschalten. Danach wird eure Vierertruppe aus zehn Nintendo Charakteren inklusive übersichtlicher Skill Statistik ausgewählt.


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Mario ist ein solider Allrounder, Yoshi ein Ass bei Schüssen Richtung Tor, Bowser rammt jeden in Grund und Boden und der schlaksige Waluigi ist ein wenig schneller als der Rest der Truppe. Haben wir uns noch für eine passende Trikotfarbe und eines der 5 Stadien entschieden, geht es los. Die Matches dauern je nach Wahl 3 bis 10 Minuten und kommen ohne Schiedsrichter aus. Und das ist auch gewollt, denn in Mario Strikers wird mehr gefoult, als in einem Schweizer Grümpelturnier. Euer Fussball Quartett wird bis auf den Hauptspieler autonom gesteuert, jeder kann aber per Druck auf die linke Schultertaste übernommen werden. Auf euren Torwart habt ihr keinen Einfluss und Nintendo selbst versichert uns im internen Game Guide, das der Goalie weiss was er tut.


Mario Strikers Battle League Test Review Fussball Nintendo Switch

Nach den ersten paar Matches gibt es je nach Performance eine magere bis kleine Gewinnausschüttung in Form von Goldmünzen. Mit denen besuchen wir den Shop und kleiden unseren Wunschcharakter mit neuen Ausrüstungsteilen wie Helm, Handschuhe, Brustpanzer und Sneakers ein. Jeder dieser Zusätze lässt unseren Spieler nicht nur fescher aussehen sondern erhöht ein bis zwei eurer insgesamt 5 Attribute wie Speed, Stärke, Passen, Schiessen oder Technik.


Wer keine Lust auf ein schnelles Match hat und mehr Münzen abgreifen will, startet in die Cup Battles. Insgesamt 6 Turniere müssen hier gewonnen werden, damit man sich "unangefochtener Fussballmeister" nennen darf, wobei die Stärke der gegnerischen CPU stets zunimmt. Wem das alles immer noch nicht genug ist, tritt dem Strikers Club bei. Habt ihr euch für ein Team entschieden, könnt ihr dort im Ligamodus eine ganze Saison gegen andere Onlinefussballer spielen.



Fazit:

Mario's letzte beiden Auftritte in Mario Party Superstars und Mario Golf: Super Rush waren meiner Meinung nach eher durchwachsen und konnten mich nicht wirklich langfristig überzeugen. Zu lieblos waren diese Umsetzungen, also lag meine erneute Hoffnung auf Mario Strikers: Battle League. Und ich wurde nicht enttäuscht! Nintendos Action Fussball ist witzig, frisch und lässt keine Zeit zum Luftholen. Die ersten beiden Matches wurde ich von der CPU gnadenlos rasiert. 7:2 und 6:1 waren vernichtende Niederlagen. Im dritten Anlauf schickte ich dank Hyper Striker und ein wenig Glück das gegnerische Team mit 5:3 nach Hause. Nach ein paar weiteren Spielen wollte ich dann die grosse Welt sehen und versuchte mich online gegen zahlreiche Konkurrenten rund um den Globus, um nur kurz danach wieder gegen die CPU zu üben. Denn Mario Strikers mag putzig und simpel aussehen, im gametechnischen Bereich überzeugt das Spiel mit erstaunlich viel Tiefgang. Die Matches können schweisstreibend sein, auch wenn sie nur ein paar Minuten dauern. Und hat man einmal eine Chance auf einen Hyper Shot, steigt der Adrenalinspiegel in schwindelerregende Höhen. Wie schon bei Switch Sports erwähnt bin ich kein Fan von FIFA und Co., doch solche absurden Spielereien wie bei Mario Strikers gefallen mir. Für Singleplayer mag das Ganze nach einer gewissen Zeit seinen Reiz verlieren, insofern man nicht einer Liga beitritt. Da hätte vielleicht ein kleiner Online Challenge Modus mit Minigames nicht geschadet. Im Mehrspielerbereich verspricht Mario Strikers: Battle League aber lustige Spieleabende und böse Blicke, wenn man in den letzten Sekunden mithilfe eines erfolgreichen Hyperstrikes denn Sieg nach Hause trägt.



Mario Strikers: Battle League Football gibt's exklusiv für Nintendo Switch. Das Test-Muster stammt von Nintendo, wofür wir uns herzlich bedanken!



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