The(G)net Review: Marvel Ultimate Alliance 3

Die Avengers haben erst gerade Thanos’ hinterhältigen Plan zum Scheitern gebracht (Spoiler, sorry!) und schon wartet Spider-Man wieder in den lokalen Kinos auf uns. Marvel ist allgegenwärtig, nicht nur im Kino, jetzt auch auf der Switch; und das exklusiv.


Tatsächlich gibt es Marvel Ultimate Alliance 3 exklusiv für Nintendos tragbare Konsole zu kaufen. Für Marvel Fans möglicherweise gar ein Grund, sich das Kleinod aus Japan nach Hause zu holen. Ob sich das für die Marvel Umsetzung auch lohnt, haben wir uns kurzerhand angesehen.


Alle dabei, die Rang und Namen haben.. und auch ein paar weniger bekannte.

Zumindest früher galten Marvel-Comic bzw. Film-Umsetzungen als wenig kurzweiliger Sondermüll im Software Bereich. Nur an wenige Titel aus der Franchise erinnern wir uns noch gerne zurück. Mit dazu gehört sicherlich Capcoms X-Men: Children of the Atom, welches Mitte der 90er Jahre die Spielhallen unsicher machte. Das ist lange her, also haben wir viel Hoffnung in Team Ninjas neuste Marvel-Universum Eskapade gelegt. Zumal es sich bei dem Exklusiv-Titel ebenfalls um einen waschechten Brawler handelt.


Dessen Story kommt uns irgendwie bekannt vor. Thanos will mal wieder sechs Infinity Stones an sich reissen. Selbstverständlich haben wir nun die Aufgabe, die Dinger vor dem fiesen Bösewicht zu finden. Auf der Suche nach den mächtigen Steinen geht es durch diverse, Marvel-Kennern bestens bekannte Gegenden. So prügeln sich die Helden nicht nur im Avengers-Gebäude sondern machen auch das Xavier Institut unsicher; bzw. wieder sicher. In der gut ein Dutzend Stunden dauernden Kampagne gibt es immer wieder unterhaltsame Zwischen-Sequenzen zu bestaunen oder interessantere Boss-Fights zu bestehen. Selbstverständlich warten hier bekannte Grössen wie Mysterio auf eine Abreibung.

Genau wie die vielen unterschiedlichen Levels rund um das Marvel-Universum ist auch die Charakterauswahl mannigfaltig. Mehr als 30 Helden stehen zur Auswahl. Hier dürfte jeder Comic-Fan auf seine Kosten kommen. Vier davon werden zum eigenen Team geformt. Von Iron Man über Spidem-Man bis hin zu Thor, durchwegs bekannte Namen stehen im Angebot, angereichert mit einigen weniger Wohlklingenden wie etwa Nightcrawler. Dass alle teilnehmenden Superhelden auch entsprechende Spezial-Fähigkeiten mit ins Getümmel nehmen, dürfte sich von selbst verstehen.


Jeweils vier Superhelden treten im Kampf gegen die Schurken des Marvel Universums an

Das Gameplay bleibt trotzdem durchwegs simpel. Jeder Charakter verfügt über einen leichten sowie einen härteren Schlag und darf selbstverständlich auch in der Luft angreifen. Nebst den bereits erwähnten, unterschiedlichen Spezialattacken (die übrigens nicht unendlich zur Verfügung stehen und deswegen wohl dosiert eingesetzt werden sollten) hat jeder der Recke noch einen alles vernichtenden Extreme-Move im Angebot. Jene dürfen mit denen der anderen Team-Members verknüpft werden, was zu noch mehr Durchschlagskraft führt, versteht sich.


Wer sich durch die Kampagne prügelt, levelt damit automatisch die eigenen Charaktere auf. Das ist zwar ein motivierendes System, macht sich im Spielverlauf aber nur wenig bis kaum bemerkbar. Ein nettes Gimmick, das es aber auch irgendwie gar nicht benötigt. Mit Haggar haben wir in den 90ern Metro City gänzlich ohne Upgrades mit grossem Vergnügen aufgeräumt. Ein ähnliches Gefühl stellt sich auch beim aktuellen Ultimate Alliance ein. Es macht Spass, mit dem eigens zusammengestellten Quartett durch die Levels zu ziehen und den Feindesschaaren auf die Mütze zu geben. Es steht ausser Frage, dass das Spiel geradezu für Multiplayer-Partien geschaffen wurde. Das ist sowohl off- wie auch online möglich. Spieler können sich gar mitten drin ins eigene Spiel einschalten. Das funktioniert wiederum oft weniger gut, als wenn man den Titel von A-Z zusammen angeht. Dass der Spielverlauf auch dann mal in chaotisches Getümmel ausarten kann ist verzeihbar, macht es doch einfach viel mehr Spass mit einem menschlichen Mitspieler.


Die Special Effekte können sich sehen lassen - Immer feste druff!!

Wer nach der Kampagne noch nicht genug hat, erhält nach dem Abspann einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad und darf das Ganze nochmal von vorn beginnen. Aufgrund der grossen Anzahl von Marvel-Heroes generell ein durchaus nachvollziehbares Unterfangen. Alle anderen wagen sich an die Trials, wo einige bereits bekannte Szenen aus der Kampagne nochmals angegangen werden, allerdings werden diese durch neue «Spielregeln» etwas schwerer als bisher bekannt.


Fazit: Man würde denken, dass es irgendwann zu einem Marvel Überdruss kommen sollte. Bis jetzt ist das noch nicht eingetreten. Ultimate Alliance 3 drischt zudem in eine Kerbe, die Fans schon länger auf dem Trockenen stehen lässt. Ein zünftiger Brawler à la Final Fight geht eigentlich immer, insbesondere wenn die Umsetzung so überzeugend ist, wie hier geschehen. Dennoch sei erwähnt: Mehr ist es eben auch nicht. Die Kampagne ist aber kurzweilig und wer einen oder gar mehrere Marvel-Freunde zur Hand hat, sollte sich den Titel für die Switch zulegen.



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