The(G)net Review: NBA 2K26
- Simon Martella
- 12. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ich spiele die 2K-Reihe schon seit Jahren. Von 2K11 mit Jordan als Cover bis zu den aktuellen Next-Gen-Versionen. Jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage: Lohnt sich der Umstieg oder ist es wieder nur ein teures Roster-Update mit noch mehr Mikrotransaktionen?

Das wichtigste zuerst, auf dem Court spielt es sich besser. Die neue ProPLAY Motion Engine macht sich sofort bemerkbar. Das Shot-Timing wurde überarbeitet und die Wurferkennung reagiert natürlicher. Rhythmuswürfe sehen flüssig aus, und wenn man Platz hat, merkt man das sofort. Die Dreier fühlen sich mächtig an, vielleicht etwas zu mächtig. Das Rhythm Shooting ist jetzt skillbasierter. Timing entscheidet mehr denn je, Green-or-Miss ist brutal ehrlich. Wer gut ist, wird belohnt.

Die Offensive bietet neue Moves wie Shimmy-Floater oder Up-and-Unders, und man kann eigene Layup-Packages zusammenstellen. Grossartig für Individualisten. Die neuen Animationspakete sind gelungen. Spielerbewegungen wirken weniger hölzern, Drives zum Korb sind glaubwürdiger, und Post-Play fühlt sich kräftiger an. Trotzdem ist es immer noch nicht frei von hakeligen Spielerbewegungen, für die NBA 2K bekannt ist. Gerade in engen Spielsituationen sind die Bewegung manchmal arg ruckelig.

Auch wenn die Verteidigung verbessert wurde, wie zum Beispiel die Interior Defense und Rebound-Timing, welche sich nun zuverlässiger anfühlen, bleibt die Offense trotzdem leicht im Vorteil. Im Online-Match merkt man schnell, wer ein gutes Wurfgefühl hat, der dominiert. Gute Verteidigungsarbeit wird zu selten belohnt.

Grafisch siehts wieder stark aus. Trikots wirken realistischer, die Haut auch, Kleinigkeiten wie Schweiss und Beleuchtung sind besser. Die Arenen wirken lebendiger, von den Lichtern über die Parkettmaserung bis zu Pyrotechnik-Intros. Besonders die Fan-Atmosphäre wurde überarbeitet. LED-Armbänder für Choreos, Rallye-Handtücher. Es fühlt sich fast wie echtes Game-Night-Entertainment an. Auf der PS5 / Series X läuft das Spiel stabil mit 60 FPS, Ladezeiten sind fast nicht der Rede wert. Auf PC hängt es stark von der Hardware ab. Next-Gen-Grafik gibt es nur mit entsprechendem Setup. Beim Sound gibt es kaum was zu meckern Die Kommentatoren sind lebendiger, die Crowd passt, nur die Playlist im Menü war für mich eher mau.

Die Stadt hat ein neues Layout, das deutlich kompakter ist. Keine endlosen Laufwege mehr, man kommt schnell auf den Court. Die Parks feiern Comeback, jede Saison gibt es einen neuen Park, inklusive Remakes von Klassikern wie Sunset Beach. Was ich auch noch unbedingt erwähnen möchte, ist das neue Crews-Feature. Mit Freunden eine Crew gründen, Logos und Outfits anpassen und gemeinsam leveln. Hier warte ich schon sehnlich in der Stadt auf meine Buddys.

MeinTEAM ist wieder riesig geworden, fast schon zu viel Input. Neu sind WNBA-Spielerkarten, die man mit NBA-Stars mischen kann. Funktioniert erstaunlich gut, weil Attribute und Badges angepasst sind. Dazu kommen Game-Changer-Karten (Boosts, Multiplikatoren, erleichterte Matches) und ein neuer Modus mit dem Namen Breakout: Gauntlet. Eine Art Survival-Run, bei dem Karten nur einmal pro Durchgang genutzt werden dürfen.

In der Karriere ist die neue Storyline umfangreicher als zuletzt. Man startet als Highschool-Talent, spielt Club-League, kämpft sich in den Draft und kann sogar Umwege über Europa gehen. Die Story hat mehr Film-Charakter, laut 2K ungefähr fünf Spielfilme lang. Klingt cool, in der Praxis aber wieder sehr cutscene-lastig. Wer einfach nur spielen möchte ist hier sicher nicht an der richtigen Stelle. Die Draft-Position hängt direkt von der Leistung ab, was ein nettes Detail ist. Trotzdem bleibt das alte Problem. Der Fortschritt hängt am VC-Grind.

Für Franchise-Fans gibt es in Meine NBA & MyGM nun mehr Stoff. 30 neue Offseason-Szenarien mit echten Draft- und Free-Agency-Situationen bringen Abwechslung. Dazu dynamische Banner in Arenen, die die Meisterschaften festhalten. Simulationen laufen jetzt schneller (bis zu 26 %), was Vielspieler freut. Ausserdem im Spiel, die Online-Playoffs. Öffentliche Online-Ligen, die mehr Wettbewerb versprechen.

Die WNBA bekommt weiter Liebe. Pre-Draft-Interviews, Social-Media-Integration und GOAT-Challenges machen den Modus tiefgründiger. Wer online spielt, kann jetzt sogar VC verdienen. Durch die Verzahnung mit Mein TEAM macht The W auch für NBA-Spieler relevanter.
Und die grösste Kritik und was ich nicht oft genug erwähnen könnte, sind die Mikrotransaktionen. Diese nerven mich mehr denn je. Egal ob MyCareer oder MyTEAM, ohne VC kommst du kaum voran.
Fazit:
NBA 2K26 ist spielerisch besser als der Vorgänger. ProPLAY 2.0, der Builder, die Stadt und die Integration der WNBA bringen frischen Wind. Optik und Technik top, keine Frage. Aber VC zieht den Spass runter und das ist halt der dicke Minuspunkt. Wer das Spiel kauft, bekommt das beste Basketball-Spiel auf dem Markt, muss aber auch die typischen 2K-Frustpunkte in Kauf nehmen. Für Basketball-Fans ist es fast ein Pflichtkauf, für Gelegenheitsspieler eher ein „nur wenn man wirklich Bock hat“.

NBA 2K26 ist für PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Switch und Switch 2 erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von 2K Games, wofür wir uns herzlich bedanken!







