The(G)net Review: Outbound
- Aylin Derrer
- vor 3 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Wer kennt es nicht? Die Vorstellung von Camping ist doch einfach wundervoll – wenn nicht sogar romantisch. Gemütlich mit dem Wohnmobil schöne Strassen entlangfahren und abends vor dem Lagerfeuer mit einem Bier auf die Freundschaft anstossen. Wenn da doch nur nicht diese blöden Stechmücken, das ekelhafte Wetter, das nasse Feuerholz und die verdammt unbequeme Matratze wäre…

Mit Outbound passiert dir das auf jeden Fall nicht. Ob es das perfekte cozy Camping-Abenteuer für Stubenhocker ist? Hier kannst du allein oder mit bis zu drei Freunden die Strassen unsicher machen. Ich habe das Spiel im Singleplayer-Modus gespielt, weshalb ich zum kooperativen Spiel leider nicht viel berichten kann. Was ich jedoch sagen kann ist, dass ich mir Outbound in der Gruppe deutlich spassiger vorstelle, als wenn du alle Aufgaben allein bewältigen musst.

Zu Beginn darfst du dir einen Avatar sowie einen (Elektro-) Camper aussuchen und ihn sogar etwas anpassen. Im Laufe deiner Reise findest du weitere Möglichkeiten, diesen ganz nach deinem Geschmack zu gestalten. Sei es farblich, aber auch dekorativ. Dazu musst du verschiedene Sendetürme ansteuern und dir dort Rezepte für Dekorationen freischalten.

Um die Verschönerungen dann herzustellen, werden verschiedene Materialien benötigt. Wenn du denkst, dass darin die Kernaufgabe besteht, liegst du jedoch falsch - das Dekorieren ist eine gemütliche, freiwillige Nebenaufgabe, die dir das Camping-Feeling näherbringt. Typische Campingstühle vor deinem Wohnmobil, um den Sonnenuntergang anzuschauen? Check! Lustige Wackelkopffiguren, die das Armaturenbrett zieren? Check! Du hast da echt viele Möglichkeiten, deine Kreativität einfliessen zu lassen.

Im Grundsatz reist du mit deinem Camper über verschiedene Maps. Dabei musst du Sehenswürdigkeiten entdecken und kleine, sehr leichte Rätsel lösen, um neue Blaupausen freizuschalten. Diese brauchst du wiederum, um deine Werkzeuge zu verbessern. Mit einer verbesserten Spitzhacke lassen sich beispielsweise Felsen entfernen, die den Weg blockieren. So erreichst du neue Bereiche der Karte oder schaltest die nächste Map frei. Du findest aber auch Rezepte um neue Geräte, wie z.B. eine Säge, freizuschalten. Mit dieser kannst du gefundenes Holz zu Brettern verarbeiten und – wer hätte es gedacht? – diese dann nutzen um andere Dinge zu craften, um dein Wohnmobil zu verbessern oder gar Brücken zu reparieren.

Outbound macht dir dabei keinen zeitlichen Druck oder schreibt dir einen bestimmten Weg vor. Du kannst dich frei auf den Karten bewegen. Dein einziges Limit ist die Batterie deines Elektro-Campers, wobei du diese ganz einfach mit sammelbaren Rohstoffen wieder auflädst. Auch fürs Essen muss natürlich gesorgt werden. Du hast zwar eine Sättigungsanzeige, musst aber bei weitem nicht so viel oder so oft mampfen, wie man das von anderen Spielen her kennt.

Outbound bietet dir zudem einen Tages- und Nachtrhythmus. Der ist aber aber nur optischer Natur. Reisen kannst Du jederzeit. Meiner Meinung nach ist der einzige Nachteil nur, dass du nachts nicht sprinten kannst. Am besten machst du dich Abends also einfach gemütlich auf den Weg ins Bett um am nächsten Morgen wieder topfit und voller Tatendrang zu sein! Ach, wenn das beim Campen in echt doch nur immer so wäre.

Falls du zufälligerweise – so wie ich – gerne nach Sammelobjekten suchst und so eine nette Herausforderung nebenbei meisterst, wirst du mit Outbound sicherlich gut beschäftigt sein und das eine oder andere Mal sogar schmunzeln können. Das Spiel bietet dir auf jeder Karte die Möglichkeit Lagerfeuer zu entzünden, Gartenzwerge und Gemälde zu suchen sowie Steinhaufen zu entdecken und deinen eigenen Stein auch noch draufzulegen. Allein Gartenzwerge kannst du ganze 100 Stück im Spiel finden, einige davon sind ganz schön fies versteckt.

Die Grafik von Outbound ist eher simpel gehalten, aber durchaus hübsch, bunt und mit kleinen, liebevollen Details. Es gibt immer wieder Orte zu entdecken, an denen offensichtlich persönliche Ideen der Entwickler eingeflossen sind. Vor allem die hübschen Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein. Der Schwerpunkt liegt jedoch sicherlich nicht auf dem grafischen Aspekt. Rechnet also nicht mit einem Meisterwerk, welches euch sprachlos zurücklässt.

Soundtechnisch passt alles. Viele Geräusche, die einem das Gefühl geben, mitten in der Natur zu sitzen. Performanceprobleme oder Bugs sind mir nicht aufgefallen. Und für den seltenen Fall, dass wir mal in der Umgebung feststecken, gibt es glücklicherweise die Option sich und sein Fahrzeug auf Knopfdruck zu befreien und an einen sicheren Ort teleportiert zu werden.
Fazit:
Ich habe etwas mehr als 30 Stunden in den Landschaften von Outbound verbracht. Das Spiel hat mir grundsätzlich Spass gemacht und war eine gemütliche Abwechslung. Jedoch wird es alleine ziemlich schnell repetitiv. In der Gruppe stelle ich mir das ganze lustiger vor. Vor dem Launch war es jedoch schwer CoOp-Partner zu finden. Für mich waren es mal wieder die Sammelaufgaben, welche mich dazu gebracht haben, doch noch einige Stunden mehr im Spiel zu verweilen und natürlich die Hoffnung auf ein paar campingbegeisterte Couchpotato-Freunde, welche auf ein wenig Karaoke am Lagerfeuer Lust hätten. Ich denke aber auch, dass das Spiel bei einer jüngeren Zielgruppe vielleicht noch bessere Chancen hätte, da es abseits des Mehrspieler-Modus noch die eine oder andere tierische Überraschung bereithält.

Outbound ist für PS5, Xbox Series, Switch, Switch 2, PC und im Game Pass erhältlich. Wir haben das Spiel auf dem PC getestet. Das Test-Muster stammt von Silver Lining Interactive, wofür wir uns herzlich bedanken!



