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The(G)net Review: Shadow Labyrinth

Eine Retro Legende jagt die Nächste. Kaum haben wir uns nach DKs Bananza den Staub von den Kleidern geklopft, biegt einen Tag später Namcos Punkte Mampfer mit einem neuen Auftritt um die Ecke. Dabei bewegt sich der gelbe Kugelkopf diesmal auf für ihn fremdem Terrain. Kann Pac-Mans Genrewechsel auch hartgesottene Metroidvania-Experten überzeugen?


Shadow Labyrinth Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Ohne grosse Intro-Kapriolen schmeisst uns Namco direkt in die Action. Wir starten als kampfgestählter Mega Mech und vermöbeln einen ähnlich kräftigen Boss, nur um nach 30 Sekunden in einer riesigen Explosion den nächsten Szenenwechsel einzuläuten. Unser Protagonist, eingehüllt in eine Mönchskutte und ohne Arme, erwacht als ominöse "Nummer 8" in einer Stasiskammer. Wir befinden uns auf einem fremden Planeten und die Höhle riecht muffig. Kaum bei Sinnen, werden wir von einer metallenen Kugel namens Puck alias Pac-Man begrüsst.


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Etwas kryptisch bietet er uns seine Dienste an. Und da wir ja vorerst eh keinen Plan haben, was vor sich geht, willigen wir ein. Fortan begleitet uns das fresswütige Namco Maskottchen auf Schritt und Tritt und überreicht uns gleich ein Begrüssungsgeschenk. Der schicke Robo-Arm kommt im Multipack samt Plasma Klinge, mit der Nummer 8 flinke Combos raussäbelt. Die ersten Gehversuchen, wo wir ein wenig die Grundlagen wie Springen und Sliden lernen, sind schnell gemeistert. Nummer 8 startet mit einem sehr überschaubarem Skill Set um das Geheimnis um das Shadow Labyrinth und seinen Schergen zu ergründen.


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Nachdem die ersten Testgegner weggeputzt sind, legen wir den ersten Mini Boss auf die Matte und freuen uns über das nächste Upgrade. Die Freude wird etwas gedämpft, als Puck sich in eine dunkle Riesen Kopie seiner selbst verwandelt und den leblosen Körper des erledigten Endgegners verspeist. Etwas überrascht, profitieren auch wir von Pac-Mans Fressattacke, denn die Bossfähigkeit wird automatisch auf uns übertragen. Ein Shadow Dodge lässt uns fortan gepflegt ausweichen. Dabei sollten wir aber unsere Ausdauerleiste im Auge behalten, die sich hier ESP-Meter nennt.


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Kurz darauf reissen wir uns ein Power Upgrade für die Klinge unter die Nägel, mit der wir dicke Special Moves verteilen. Aber auch hier sollte auf den ESP-Meter geachtet werden. Einmal leer, dauert es locker 20 Sekunden bis die Leiste wieder gefüllt ist. In dieser Zeit sind Dodge und ESP-Attacken unbrauchbar! Für normale Schwertattacken und Slides benötigen wir jedoch keinen ESP-Meter. Um unser Starterpaket zu vervollständigen, gesellt sich der eingangs erwähnte Mega Mech aus dem Intro Fight zu unserem Repertoire. Per Tastenkombi verwandeln wir uns in den Riesenrobo und vermöbeln Feinde und Bosse mit unseren Pranken. Der dicke Kanzler, mit seiner separaten Lebensleiste ist aber nicht nur unser Last Resort bei Bossfights oder brenzligen Konfrontationen, sondern verspeist dahingeschiedene Gegner und wir kassieren dabei wichtige Upgrade Materialien, die wir bei verschiedenen Händlern für neue Extras benötigen.


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Kohle in Form von Gold scheffeln wir, indem wir reihenweise Feinde abmurksen oder wenn Pac-Man in Aktion tritt. In den weitläufigen 2D-Welten stolpern wir regelmässig über Metallschienen. Finden wir den zugehörigen Aktivierungsstein, tritt unser Sidekick auf den Plan. Sobald wir die Schiene berühren, wechseln wir zu Puck, rollen und springen im bester Pac-Man-Manier (inklusive Original-Mampfer Sound FX) durch Levelabschnitte, die für Nummer 8 zu eng sind. Wir stossen auf sehr seltene Health Upgrades, rare Materialien und andere brauchbare Items. Diese müssen aber erst in mühsamer Plattform Arbeit erwirtschaftet werden.


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Shadow Labyrinth verhält sich sehr konservativ, wenn es um die Verteilung neuer Fähigkeiten geht. Den Pariermove, um Attacken abzublocken und den Airdash, erhielten wir erst nach etwa sieben Stunden, den Grappel Hook etwas später und den beliebten Doppelsprung sogar erst nach zehn Stunden. Das mag auch am Umfang von Pac-Mans neuestem Abenteuer liegen. Insgesamt 14 unterschiedliche Biome wollen erkundet und viel Gold eingesackt werden, wobei wir schon mal zwei Stunden in einem Level verbringen. Unter 20 Stunden werdet ihr den ersten Durchgang kaum schaffen.


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Viel Hilfe oder Händchen Halten dürft ihr von Namcos Sommer Release kaum erwarten. Die Ingame Map zeigt uns zwar Bossräume, Lifte, Savepoints und Händler an, wo es aber genau hingeht, müsst ihr selber herausfinden. Einen Missionsmarker, wie bei den meisten Metroidvanias, sucht man hier vergebens. Ihr könnt dafür eure eigenen Marker setzen. Unglaublicherweise sind diese Anzeigen aber nicht umsonst. Sie müssen als Item zuerst in den Levels gefunden werden! Wie jeder anständige Vertreter des Genres dürfen wir in den unterschiedlichen Levels rumreisen. Bei den grossen Save Points werden wir geheilt und im gleichen Zug werden Health Container aufgefüllt, Waffen und ESP-Meter hochgelevelt oder zu anderen Save-Spots teleportiert. Bei den kleinen Checkpoints füllt sich nur unsere Lebensleiste und wir können nur zum letzten Save Point zurückreisen. Ein bisschen sonderbar, aber damit muss die Spielerschaft leben.


Noch eine kleine Klugscheisserei am Ende. Wer sich fragt, ob Shadow Labyrinth auf einer Episode von Secret Level basiert, liegt falsch. Es verhält es sich genau umgekehrt. Der einmalige Auftritt diente als Promo und Prolog zum vorliegenden Spiel.


Fazit:

Der neue Star am Metroidvania Himmel heisst leider nicht Pac-Man. Auch wenn mich der Stil, der etwas an Ender Lilies erinnert, abholt. Viele Ecken und Kanten machen zwar auch eine Kiste, als Gesamtpaket überzeugt Shadow Labyrinth aber nicht immer. Ich bin mir nicht sicher, ob Pac-Mans neuester Streich tatsächlich die Massen ansprechen wird. Im Grundgerüst steht Shadow Labyrinth auf zwei gesunden Beinen. Abschreckend ist aber schon mal der gehörige Schwierigkeitsgrad. Die Gegner sind gnadenlos und die Health Bar ist teilweise schneller leer, als ein Mass auf dem Oktoberfest. Schon die ersten Anfangsbosse ziehen alle Register. Später beisst man sich aus purer Verzweiflung fast die Tasten aus dem Controller. An das Auswendiglernen der Kampfmuster kommt auch der beste Metroidvania Crack nicht herum, denn die massiven HP-Bars verhindern schnelles Wegrasieren. Hinzu kommt die unregelmässige Platzierung der Checkpoints. Besonders, wenn man ihn vor einen Lift setzt und die anschliessenden Fahrt zum Boss eine halbe Minute dauert oder ich mich zuerst durch fünf Screens kämpfen muss, bevor ich erneut vor dem Obermotz stehe. Addiere ich dann noch die schleppende Upgrade-Ausschüttung hinzu und teilweise fehlende Erklärungen zu gewissen Game-Mechaniken, dann läuft das Ganze nicht so optimal. Ich mochte die Herausforderung, nervte mich aber an der ESP-Leiste. Man muss nicht überall etwas "FromSoft" und "Dark Souls" reinstecken, um einfach auf dem Hypetrain mitzufahren. Und warum ich mit 10'000 Münzen rumlaufe, aber sie nirgends loswerde, weil mir gewisse Materialien fehlen, um anständig einzukaufen, wissen nur die Entwickler. Der grösste Drops, der sich langsam ausgelutscht hat (und das gilt für viele Metroidvanias oder die, die es gerne werden möchten) war das ständige Teasen mit versperrten Türen. Gefühlt in 90% der Räume ist irgendwas blockiert oder verschlossen. Man benötigt jedenfalls ein dickes Fell und viel Geduld für Shadow Labyrinth. Ich hatte trotz der Mängel mit dem Monster Pac-Man keine schlechte Zeit, hätte mir aber gewünscht, dass die Spieletester von Bandai-Namco ihren Job um ihr Maskottchen etwas ernster genommen hätten. Langjährige Fans des Genres, die eine etwas knackigere Herausforderung suchen und vom Umfang nicht abgeschreckt sind, werden mit Shadow Labyrinth sicherlich zufrieden gestellt. Für Neueinsteiger ist Pucks bizarrer Ausflug aber eher weniger zu empfehlen.


Shadow Labyrinth Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Shadow Labyrinth ist für PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 erhältlich. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Bandai-Namco, wofür wir uns herzlich bedanken!


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