The(G)net Review: The Quarry

Es ist heiss, es ist Sommer, es ist Zeit für ein Sommercamp! Supermassive Games nimmt uns ein weiteres Mal mit in eine brutale Horrorgeschichte. Dass sie sowas können, haben sie bereits mehrfach bewiesen. Diesmal trifft es sieben Teenager die einen letzten Abend im Sommercamp «The Quarry» verbringen wollen.


The Quarry Test Review Testbericht Playstation Xbox

Wie es sich für eine klassische Slasherstory gehört, halten sich die Teenies nicht an die Regeln. Aus Saufen, Party und Sex wird schnell ein blutiger Alptraum, in welchem wir als Spieler mitentscheiden dürfen, wer über den Jordan geht. Uns erwartet ein rund zehnstündiges Horrorabenteuer aus dem nicht jeder lebend raus kommt…oder vielleicht doch?


Die Kids vom Sommercamp Hackett's Quarry sind bereits abgereist. Zurück bleiben die Betreuer Jacob, Emma, Kaitlyn, Abigail, Dyan und Nick. Auch sie haben bereits gepackt und wären bereit für die Heimreise, ausser Jacob. Der wurde von Emma verlassen und hofft mit etwas Manipulation auf eine weitere Nacht im Camp, um das Blatt nochmal zu wenden. So stellt sich die Gruppe auf einen gemeinsamen Abend mit Spiel, Spass und Bier ein. Im zweiten Kapitel werden die Figuren aus der Klischeekiste geholt und vorgestellt. Einige wachsen einem ans Herz, andere können ganz schön nerven. Zum Glück habe ich als Spieler die Möglichkeit in die Geschichte einzugreifen und mitzubestimmen, wer das Zeitliche segnet. Und ganz unter uns: Ja, bei einer Person habe ich darauf angelegt, dass sie die Nacht nicht übersteht.


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Wenn ihr partout nicht mit dem Ableben eurer aktuellen Spielcharaktere leben könnt, habt ihr drei Leben um nochmal zurück zu springen und es besser zu machen. Das Gameplay wechselt den spielbaren Charakter immer wieder und es kann sogar im Coop-Modus mit bis zu 8 Freunden gespielt werden. Auch ein Onlinemodus soll im Juli noch nachgereicht werden. Wirklich viel zu spielen gibt es aber leider nicht. In Gesprächen kann zwischen zwei Antworten ausgewählt werden, es gibt die bekannten Quicktime-Events und ab und zu muss man die Luft anhalten, um nicht entdeckt zu werden. Dafür reicht es einfach die X-Taste lange genug gedrückt zu halten. Das alles wird zu Beginn aber auch noch in trickfilmartigen Animationen erklärt, ähnlich derer aus Fallout.


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Früh im Spiel bekommen die Kids auch Waffen in die Hand, aber gross geballert werden darf trotzdem nicht. Wenn die Flinte zum Einsatz kommt, heisst es im richtigen Moment den Abzug zu drücken. Wem selbst das zu schwierig ist oder wer einfach nur Lust auf einen Horrorfilm hat, darf den Film-Modus wählen, eventuell noch ein paar Einstellungen für die Charaktere vornehmen und dann das Gamepad bei Seite legen und die Geschichte geniessen. Überhaupt sind die Story und die Charaktere das Herzstück von The Quarry. Es wurden dafür einige bekannte Schauspieler wie Ted Raimi, David Arquette oder Lance Henriksen aufgeboten.


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Egal für welchen Modus ihr euch entscheidet, spielerische Herausforderungen gibt es leider keine. Die Areale welche abgesucht werden müssen sind eher klein und die Steuerung oft mühsam. Selbst bei grösster Gefahr «spazieren» die Teenies durch die Areale, anstatt die Beine in die Hand zu nehmen. Ein richtiges Sprinten gibt es nicht. Auch die Kamera findet nicht immer die richtige Stelle um das aufleuchtende «X» auf Anhieb zu finden. Dort liegen Hinweise und Tarotkarten versteckt oder es geht weiter zur nächsten Zwischensequenz. Die gefundenen Karten zeigen wir zwischen den Kapiteln einer Wahrsagerin, die ebenso furchteinflössend aussieht, wie viele andere Figuren im Spiel. Sie gibt uns mehr oder weniger hilfreiche Tipps oder lässt uns in ihre Glaskugel schauen, um so einen Blick in die Zukunft zu werfen.


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Alles in allem sind die Schauplätze und Charaktermodelle schön gestaltet, bis auf wenige Ausnahmen. Wo Abigail fast schon fotorealistisch aussieht (und super süss), bekommt man bei den Gesichtsanimationen von Laura gleich Gänsehaut. Die deutschen Synchronstimmen sind ganz OK, kommen aber wie so oft nicht an die englischen Originale heran. Spass machen die Unterhaltungen der jungen Erwachsenen aber so oder so und laden immer mal wieder zum Schmunzeln ein. Wie es sich für dieses Genre gehört, sind die Dialoge relativ flach.


Nach dem ersten Durchlauf kann das Spiel nochmals neu gestartet und andere Entscheidungen getroffen werden. Es ist auch möglich, direkt ein gespieltes Kapitel noch mal zu starten. Dieses muss dann aber komplett beendet werden, da der aktuelle Spielstand automatisch überschrieben wird... wenn man wenigstens die Dialoge und Zwichensequenzen überspringen könnte.


Fazit:

Ich muss es leider sagen: The Quarry kann ich nicht jedem empfehlen. Es ist wie gewohnt mehr Film als Spiel. Mir fehlen Rätsel, komplexere Quicktime-Events und ein paar Actioneinlagen. 186 verschiedene Storyenden (!) klingen zwar vielversprechend, um den Trip aber nochmals mit anderen Entscheidungen durchzuspielen, dafür sind mir die Storyabweichungen einfach zu minimal. Selbst wenn wir verschiedene Wege wählen, ist der Ausgang oft derselbe. Auch beim Horrorfaktor, wäre mehr drin gewesen. Klassische Jumpscares gibt es zwar, diese sind aber zu klassisch und vorhersehbar. Zumindest für eingefleischte Horrorfans wie mich. Durch die gefundenen Hinweise gibt es aber trotzdem eine spannende Geschichte zu erleben, die sich langsam entfaltet. Für Freunde von Horror- und Slasherfilmen wird sich der Kauf bestimmt lohnen, geben sich doch einige bekannte Schauspieler aus dem Genre die Klinke in die Hand und die digitale Umsetzung, sowie die Story und der Soundtrack laden zum gepflegten Gruseln ein. Ich habe mich zumindest gut unterhalten und der Spass sollte ja bekanntlich am Ende auch das Ziel sein.



Wir haben The Quarry auf PS5 gespielt. Das Spiel ist auch für Xbox Series, Xbox One, PS4 und PC erhältlich. Das Testmuster stammt von 2K Games, wofür wir uns herzlich bedanken!



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