The(G)net Review: Rave Racer (Arcade Archives 2)
- Andy Meier
- vor 25 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Ridge Racer: Ein Name, der nicht nur regelmässigen Arcade-Besuchern aus den 90ern ein Begriff ist. Rave Racer glänzte bislang nicht auf Konsolen; bis jetzt. Über 30 Jahre nach dem Arcade Release von Rave Racer, dem dritten Teil der famosen Ridge Racer Serie, erhält das Spiel endlich eine offizielle Konsolenumsetzung.

Verantwortlich dafür zeigt sich nicht etwa Serien-Erfinder Namco, sondern die Arcade-Spezialisten von Hamster. Auch Japaner, aber insbesondere durch die ACA NEOGEO Serie bekannt und nicht durch spektakuläre Eigenentwicklungen. Haben wir viele der NEOGEO Titel bereits auf zig Konsolen gesehen, allen voran natürlich auf der SNK-Konsole selbst, gibt es bei Rave Racer deutlich mehr Grund zur Freude.

Wieso Namco in den 90ern Rave Racer nicht ebenfalls auf Sonys 32-Bit-Konsole portiert hat, bleibt das grosse Geheimnis. Vermutlich hätte man zu viel Abstriche bei der wirklich hübschen Grafik machen müssen. Müssig, heute darüber nachzudenken, freuen wir uns doch einfach, endlich auf dem heimischen Fernseher über die Piste zu fegen, und das gänzlich ohne Emulations-Grau-Zone.

Rave Racer bietet klar am meisten der drei System 22 Automaten. Nicht nur haben wir mehr als eine Strecke zur Auswahl, nämlich deren drei, sondern auch die Grafik sieht nochmal eine ganze Ecke hübscher aus. Immer im Hinblick darauf, dass wir über ein Spiel reden, das seine Blütezeit 1995 hatte. Da es sich, wie bei den Japanern bei Hamster gewohnt, um eine Arcade-Umsetzung handelt, ist auch analoge Steuerung möglich. Wer die Digi-Dreher vom PlayStation Original verinnerlicht hat, muss sich erst etwas umgewöhnen. Mit etwas Spielzeit mehr auf dem Tacho lassen sich die Karossen aber hervorragend durch die Kurven driften.

Mit dabei ist der vom zweiten Teil bekannte und kaum mehr wegzudenkende Rückspiegel, um sich nähernde Konkurrenz gekonnt zu blocken. Die vierte Strecke möchte ich diesem Test nicht vorenthalten, ist aber eigentlich nur eine optisch leicht veränderte Version einer der drei anderen Routen.

Wie im Arcade-Original lassen sich via «Cheat» Eingabe die Strassenabschnitte auch in umgekehrter Richtung befahren. Zudem wählen wir, ob’s gegen ein Teilnehmerfeld oder nur die Zeit gehen soll. Last but not least hat Hamster einen Zwei- bis Vier-Spieler-Modus integriert. Im «System-Link»-Modus fahren bis zu vier Spieler lokal im Splitscreen auf einem Fernseher gegeneinander, was bei heutigen TV-Grössen erfreulich gut funktioniert. Im Handheld-Multiplayer-Modus wirkt das Rennen wenig überraschend nicht ganz so überzeugend.
Fazit:
Rave Racer ist nicht Forza Horizon und ganz sicher nicht Gran Turismo. Der dritte Teil der legendären Ridge Racer Serie ist ein waschechter Arcade-Racer und ganz ehrlich: Davon gibt es heuer viel zu wenige. Einfach schnell das Joypad zur Hand nehmen und eine der wenigen, dafür kongenialen Strecken auf Zeit oder gegen die elf weiteren Fahrer angehen, das macht Spass. Wermutstropfen ist die Grafik. Was wir früher im Render-Intro gesehen haben, wäre heute als Spielgrafik möglich. War es aber nicht 1995, und die Serie von Hamster nennt sich schliesslich Arcade-Classics und nicht Arcade-Updates; oder so ähnlich. Rave Racer will nichts neu erfinden. Es erinnert nur daran, wie gut Arcade-Racer einmal waren, und dass wir genau davon heute eigentlich wieder mehr haben möchten; oder zumindest ich.

Rave Racer ist als Download für PS4, PS5, Xbox Series X|S, Switch, Switch 2 und PC erhältlich. Wir haben das Spiel auf der Nintendo Switch 2 getestet. Das Test-Muster stammt von Hamster, wofür wir uns herzlich bedanken.



