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  • The(G)net Review: FIFA 18

    Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Schlagwörter und Fussball-Phrasen hören wir nicht nur gerne bei Live-Übertragungen, auch in den jährlichen Testberichten nutzen wir sie gerne und oft. Ob FIFA 18 den Kontrahenten aus Japan an die Wand spielt oder den Ball aus dem eigenen Tor holen muss, haben wir uns angesehen. Der letztjährige Fussball-Ableger von EA war geradezu innovativ, verglichen mit dessen Vorgängern. Nicht nur eine gänzlich neue Grafik-Engine kam zum Einsatz, erstmalig galt es auch einen Story Modus zu absolvieren. Obschon die Frostbite-Optik sehr ansehnlich war, ein grosser Sprung ist den tausenden von FIFA-Spielern nicht ins Auge gestochen. Umso erfreulicher dagegen, endlich einer richtigen Story folgen zu können. Alex Hunter tummelte sich allerdings nur in der Premiere League rum. Dass die absatzstärkste Liga der Welt im Fokus des ebenso gewinnorientierten Unternehmens von EA liegt, ist nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund der Vergangenheit waren wir umso mehr auf den aktuellen virtuellen Kick gespannt. Erstmal zur Grafik: Was EA im vergangenen Jahr mit dem Story-Mode revolutioniert hat, passierte heuer mit der Optik. Erstmalig zeigt die Frostbite Grafik-Engine wozu sie in der Lage ist. Erstklassig modellierte Spielergesichter, gigantische Stadien mit schön anzusehenden Licht-Effekten und nicht zuletzt der frisch wirkende Rasen, hier stimmt alles. Fast alles; denn wie schon bei den Vorgängern profitieren insbesondere bekannte Spieler von den detaillierten und originalgetreuen Gesichtern. Weniger bekannten Kickern wurde deutlich weniger Wiedererkennungswert spendiert. Das tut der insgesamt grossartigen Atmosphäre aber kaum einen Abbruch. Zumal die tosenden Fan-Gesänge und das Kommentatoren-Duo auch in FIFA 18 auf der ganzen Linie überzeugen. Erst die Premiere-League, dann der Rest der Welt. Waren letztjährig einige Manager aus Englands Top-Liga an der Seitenlinie zu sehen, erspähen wir dort nun Ancelotti und Zidane. Ähnliches trifft auch auf die zweite Saison mit dem noch jungen Top-Scorer Alex Hunter zu. Musste jener zuletzt sein Können in der Premiere-League beweisen, darf er nun in ganz Europa für Furore sorgen. Ansonsten spielt sich der Story-Mode wie bereits bekannt: Alex antwortet überlegt oder hitzköpfig und zeigt sein Talent auf dem Platz. Untermalt wird die Reise mit schön gemachten Video-Schnippseln. Wem der Junge bislang zu brav war, der darf den aufsteigenden Star ganz stilecht mit Tattoos versehen oder die Haarpracht den eigenen Vorlieben anpassen. Lizenz-rechtlich gewann FIFA das Spiel bislang zu Null. Für den Fussball-Fan könnten allerdings schwierige Jahre bevorstehen. Die Japaner zeigen sich lernfähig und gingen in der jüngsten Vergangenheit Partnerschaften mit einigen Vereinen ein, dazu zählen Dortmund und Barcelona. Zwar sind jene nach wie vor bei FIFA mit von der Partie, deren Stadien allerdings sind nun Konami exklusiv. Wir hoffen inständig, dass zukünftig nicht die halbe Bundesliga bei EA spielt, während die andere Hälfte bei Konami über den Rasen hüpft – ein Horror-Szenario. Auch EA hält seine Partnerschaften, weswegen bspw. der FC Bayern beim Konkurrenten vergeblich gesucht wird. Für den Fan, egal zu welchem Spiel er nun tendieren mag, schlicht eine unschöne Gesamtsituation. Gerade Bundesliga Fans freuen sich neu aber über die Implementierung der 3. Liga; ein Novum. Was zählt ist auf dem Platz, das gilt auch in dieser Saison. Hier trumpft FIFA mit einer insgesamt realistischeren Steuerung auf. Die Spieler wurden etwas entschleunigt, das Leder ist nun auch ohne Spezialsteuerung einfacher am Fuss zu führen. Grätschen wollen genau getimet werden, da der eigene Spieler einen Moment benötigt, bis er wieder auf dem Rasen steht. Mit am besten gefällt aber die Bewegung der eigenen KI-Kollegen. Sie bieten sich geschickt an und schaffen Räume. Flanken kommen deutlich genauer und führen zu mehr Toren als das im Vorgänger der Fall war, Fernschüsse wirken noch immer etwas zu mächtig. Insgesamt sind die Stürmer den Defensivspielern klar überlegen, das führt derzeit noch zu (zu) vielen Toren, ein Patch dürfte hier in naher Zukunft nachgereicht werden. Zudem profitieren dribbel-starke Spieler wie Messi und Ronaldo von der neuen Spielmechanik mehr, als der gemeine Bundesliga-Kicker bei Eintracht Frankfurt. Man darf also online weiter mit diversen Real Madrid und FC Barcelona Partien rechnen; das kennen online Spieler aber seit Jahren. Online wie auch offline geht es in den altbekannten Modi zu und her. Solo-Spieler wagen sich an den Manager-Modus und führen das eigene Team mittels geschickten Transfer-Verhandlungen an die Spitze der Tabelle. Multiplayer-Freunde toben sich im normalen Liga-Betrieb aus oder investieren dutzende Stunden in den Aufbau des eigenen Teams im Ultimate Team-Modus. Letzterer beinhaltet neu die Ikonen vergangener Spielzeiten nicht mehr nur Xbox exklusiv, erfreulich für PlayStation- und PC-Spieler. Ansonsten darf weiterhin mittels unzähligen Spielen virtuelles Geld zum Karten- & Spielerkauf angehäuft, oder schlicht Echt-Geld investiert werden. Online gab es übrigens zwei wirklich sinnvolle Neuerungen: Einerseits dürfen nun im Vorfeld drei Schnell-Wechsel definiert werden, um so Mittels R2 bei Einwürfen oder anderen Unterbrechungen einen Spieler-Wechsel durch zu führen, ohne das Spiel dafür unterbrechen oder ins Pausenmenü gehen zu müssen. Wird das Spiel doch kurz angehalten, wird nun ein drei Sekunden Timer eingeblendet, bevor die Action auf dem Rasen weiter geht. Eine nicht nur sinnvolle sondern gar überfällige Neuerung, wurde die Spielunterbrechung bislang doch mitunter gerne zur Gegner-Irritation genutzt. Fazit: FIFA 18 fühlt sich besser an als sein direkter Vorgänger. Das etwas reduzierte Spieltempo tut dem Spiel sichtlich gut. Genauso wie die runderneuerte und deutlich verbesserte Grafik – wir freuen uns über den optischen Sprung, auf der PS4 Pro sieht der Titel dank höherer Auflösung gar noch eine Spur hübscher aus. Bundesliga Fans freuen sich zudem über die endlich enthaltene 3. Liga, ärgern sich aber auch über den Wegfall des Signal Iduna Parks. Dennoch spielt FIFA zwei Ligen höher als die japanische Konkurrenz, einerseits was die Lizenz-Rechte, andererseits was Präsentation und zeitgemässe Grafik angeht. Da es im Gameplay ebenso Fortschritte zu verzeichnen gibt spricht auch 2017 fast alles für das EA Produkt. Das Spielgefühl von PES ist in diesem Jahr wirklich gelungen, aber das Gesamtpaket bietet nach wie vor FIFA, zumal sich letzteres zwar anders, aber ebenfalls hervorragend spielt – offline wie auch online. Einzig die zurzeit noch deutlich zu mächtigen Eckbälle und Fernschüsse dürfen gerne noch nach gepatcht werden. Unschlüssige Fussball-Fans holen sich die jeweiligen Demos vor dem Kauf, bei uns wird auch in diesem Jahr häufiger FIFA über die heimische Mattscheibe flimmern.

  • The(G)net Review: Everybody's Golf

    Mit der PS4 Fassung von Everybody's Golf kommt der neueste Teil der Serie auf Sony's Flaggschiff. Welche neuen Features das Golfspiel mitbringt und wie es sich präsentiert werden wir uns im folgenden Artikel anschauen. Nach dem Spielstart können wir uns für den Einzelspieler- oder Mehrspieler-Modus entscheiden. Nach der Wahl des Einzelspielermodus bekommen wir eine Einführung in das Spiel und dürfen danach auch gleich unseren Avatar zusammenbasteln. Uns begrüßt eine wirklich reiche Anzahl an verfügbaren "Körperteilen" und Outfits. Ich habe es sogar geschafft mich quasi vollständig designen zu können; wirklich schön. Nachdem unser Avatar nun komplett ist, dürfen wir bereits interagieren. Das Spiel präsentiert uns eine Openworld-Umgebung. Dort können verschiedene Stationen angesteuert, sowie mit herumlaufenden NPCs Unterhaltungen geführt werden. Die Texturen sind, für ein Golfspiel, wirklich schön scharf und sauber und das Userinterface zeigt sich klar und logisch strukturiert. Widmen wir uns unserem ersten Spiel. Es gibt hier mehrere verschiedene Modi zum Auswählen. Darunter wird zwischen "öffentlich" und "nicht öffentlich" unterschieden. Ein "öffentliches" Spiel beeinflusst unseren persönlichen Rang, also unser Handicap. Durch gutes Spielen können wir auch Fans gewinnen, ebenso schalten wir damit weitere Elemente des Spiels frei, die von unserem Rang abhängig sind. Das "nicht öffentliche" Spielen ist quasi ein Trainingsmodus. Hier können wir üben ohne unser Handicap zu verschlechtern, aber auch ohne es zu verbessern. Zunächst melden wir uns also zu dem Anfängerkurs an, welcher über neun Löcher geht. Weitere Kurse werden über den Verlauf des Spiels freigeschaltet. Während des Ladens werden uns nützliche Tipps angezeigt, welche beim Spielen helfen sollen. Nachdem der Kurs geladen wurde, präsentiert sich eine wirklich schöne, detailreiche 3D-Umgebung. Windeffekte, wehendes Laub und ähnliches werden gelungen dargestellt. Die Spielsteuerung indessen ist recht einfach gehalten. Es verläuft nach dem bekannten Dreifach-Drück-Prinzip: Erster Druck "Schlag starten", zweiter Druck "Schlagstärke festlegen", dritter Druck "Abschlag". Während der Abschlagsphase kann der Spin mittels Digitalkreuz beeinflusst werden. Die ersten zwei Drücker sind recht einfach, der dritte indessen erfordert anfänglich etwas Übung. Geschuldet ist dies dadurch, dass der Bereich der Abschlagsgenauigkeit initial ziemlich klein ist. Allerdings, und das ist neu bei diesem Teil, wird über gute Schläge der jeweilige Schläger aufgewertet. Einfacher formuliert: Je besser ein Spieler den Genauigkeitsbereich bei einem Schläger trifft, desto größer wird der Bereich mit Laufe der Zeit. Ebenso verhält es sich bei der Schlagstärke, je höher die angewandte Kraft und je akkurater der Abschlag, desto weiter die Reichweite des Schlägers im Laufe des Spiels. Meiner Meinung nach ein echt nettes Spielelement, welches für längere Zeit zu unterhalten versteht. Die Spielmechanik selbst benötigt es wohl keiner weiteren Worte, da es sich hier um klassische Golfregeln handelt. Zu den Spielmodi sollten noch ein paar Worte gesagt werden. Der VS-Mode im Einzelspielermodus wird über unseren Rang quasi freigeschaltet. Das bedeutet, dass wenn wir gut sind sich die NPCs für uns interessieren und diese sich mit uns messen wollen. Die Spielregeln für ein Versus-Match werden automatisch vor Beginn festgelegt und als Belohnung gibt es Münzen oder sogar das ganze Outfit des Gegners. Der Onlinemodus selbst bietet noch verschiedene Untermodi zur Auswahl. Darunter gibt es die freie Kurswahl, hinter diesem sich viele Spieler tummeln können. Ganz besonders schön ist hier, dass der Onlinemodus global geschaltet ist, also nicht auf das jeweilig angemeldete PS Network reduziert. Damit wir uns auch schön mit unseren internationalen Golferkollegen unterhalten können, bediente man sich eines Konzepts wie damals bei Phantasy Star Online: Sprechblasen mit vorgefertigten Smilies und Texten. Ganz nettes Detail. Auch kommen mit diesem Onlinemodus verschiedene Annehmlichkeiten, wie z.B. Tagesränge und Tagesbelohnungen für gute Ergebnisse, welche entweder bei einem Neuner-Turnier oder bei Einzel-Lochabschlägen erreicht werden können. Wie bei fast jedem moderneren Spiel gibt es auch hier die Option zu Mikrotransaktionen, welche aber nicht wirklich notwendig sind, um das Spiel zu spielen. Allerdings können sich so Spieler Vorteile erkaufen, die andere Spieler nur durch langes Grinden erhalten würden. Grafisch ist das Spiel schön dargestellt und bietet auch die PS4-Pro-Option, welche ich allerdings nicht beurteilen kann. Ein kleiner Wehmutstropfen sind die Anzeigen während des Spielens auf dem Kurs. Auf meinem 42"-Fernseher, bei gut 2-3m Abstand ist es teils nur sehr schwer möglich, die Hilfe-Texte für die erweiterte Steuerung zu lesen. Da hilft meines Erachtens fast nur, jene auswendig zu lernen. Die Vertonung, also die Sprachausgabe, indessen ist wohl das Einzige das etwas lieblos wirkt. Es erklingen quasi einzelne, abgehackt wirkende Sätze am Anfang eines Dialoges; wohlgemerkt aber auch in Deutsch. Nun ist es mir klar dass keine Hollywoodsynchronisierung zu erwarten ist, aber es wirkt (und klingt sogar teilweise) recht lustlos aufgenommen - dadurch fast schon wieder komisch unterhaltsam. Die Musik aber wirkt immer recht passend und zu keinem Zeitpunkt aufdringlich, ideal zum Golfen eben. Fazit: Der aktuelle Teil der Serie präsentiert sich in einem modernen Look und auch wirklich schön mit den Onlinemodi ins soziale Netz integriert. Frische Grafiken, hübsche Darstellungen, eine PS4-Pro-Option und eine offene Spielewelt. Außergewöhnliche Features für ein Golfspiel. Ganz besonders gut hat mir das Aufwerten der Schläger gefallen. Das motiviert so richtig sich Mühe beim Abschlag zu geben und nicht "irgendwie" zum Loch zu kommen. Bei den Mikrotransaktionen kommen allerdings gemischte Gefühle auf. Klar, es muss keiner Gegenstände kaufen, doch wird es immer welche geben die den einfachen "Pay-to-Win"-Zug nehmen, um sich Vorteile zu verschaffen. Nichtsdestotrotz: Wer gerne Golf spielt oder auch Fan der Serie ist (oder werden will), dem sei das Spiel wirklich empfohlen. Es ist ein gut gelungener, moderner (Fun)Golf-Simulator.

  • The(G)net Review: NHL 18

    FIFA steht vor der Tür, das bedeutet in der Welt der Videospiele nichts anderes, als dass die neuste Inkarnation von EAs Eishockey-Klassiker bereits in den Läden anzutreffen ist. Was in diesem Jahr neues im Paket zu finden ist, haben wir uns angesehen. Nach dem schwächelnden 15er Jahrgang überzeugten die Nachfolger wieder mit dem von der Serie bekannten Umfang. Die spielerischen Qualitäten der Vorzeige-Simulation werden seit jeher weder von Fans noch Kritikern in Frage gestellt. Tatsächlich ist es erstaunlich, wie lange EA es schafft, mit NHL Jahr für Jahr den Klassen-Primus auf den Markt los zu lassen, ohne auch nur einmal einen gröberen Gameplay-Schnitzer verbaut zu haben. Mit entsprechenden Erwartungen sind wir an den neusten Teil ran gegangen. Zu Enttäuschungen führt auch NHL 18 nicht. Das rundum stimmige Gesamtpaket wird einmal mehr geliefert. Egal ob im Karriere Modus, einfachen Freundschaftsspielen, dem immer noch hervorragenden Be-A-Pro Mode oder unzähligen knackigen Online-Partien, hier ist für jeden etwas mit dabei. Fast jeden, denn einen Story-Modus – wie wir das zwischenzeitlich von FIFA wie auch von Madden kennen, sucht der Fan in der Eishockey Franchise nach wie vor vergebens. Dafür darf jener neu aber ein komplett eigenständiges neues NHL Team generieren. Mit eigenem Trikot, Logo, Maskottchen und Heimatstadtwahl. Selbstredend gehört hier auch der komplette Draft-Vorgang mit dazu, ein Team ganz den individuellen Vorstellungen entsprechend, klasse Idee. Wem das noch nicht reicht, der darf in diesem Jahr im brandneuen 3 vs 3 antreten. In NHL 18 „NHL Threes“ genannt. Kenner von Arcade Klassikern wie 2 On 2 Open Ice Challenge wissen, was auf Sie zukommt. Ähnlich wie in bekannteren Spielen wie NBA Jam geht es hier in kleineren Teams und mehr Action zur Sache. Bei NHL Threes gar gänzlich ohne lästigen Schiedsrichter, dafür mit individuellen Regeln. Die Anzahl der zu spielenden Dritteln oder das zum Sieg notwendige Tor-Limit stehen zur Wahl. Nebst einem eigenen Online Modus wartet der Arcade-Ableger gar mit einem eigenen Kampagnen Modus auf. Wer lieber nach alt bewährten NHL-Regeln antreten möchte, kriegt auch die eine oder andere Verbesserung. Die neuen Finessen dürften aber in erster Linie NHL-Pros erkennen und zu schätzen wissen. Leicht angepasste Dekes mit zusätzlichen Bewegungen der Hockey-Cracks sowie einer aufgewerteten Defensiv-Steuerung jener. Das hilft nicht nur online sondern auch gegen die KI. Anfänger finden nicht nur für die leicht erweiterten Steuerungsmöglichkeiten ausführliche und erstklassig präsentierte Hilfen im Trainings-Modus. Tutorials während dem Spiel und Videos helfen dem NHL-Neuling, sich schnell in die Action ein zu finden. Technisch weiss auch NHL 18 zu überzeugen, und das obschon die Grafik noch immer ohne die hauseigene Frostbite-Engine zurechtkommt. Dennoch sehen die Stadien erstklassig aus, die Fans auf den Tribünen und die gelungene NBC-Präsentation lassen sofort NHL Stimmung aufkommen. Dazu kommen gelungene Kommentatoren und geschmeidige Animationen. Dennoch würde auch NHL der Sprung zur Frostbite Engine gut tun. Wir rechnen starkt damit, dass die Serie ab dem nächsten Jahrgang auch ein grösseres Grafik-Update spendiert erhält, schliesslich ist es Madden in diesem Jahr auch so ergangen. Zu guter Letzt sei nicht unerwähnt, dass es sowohl die La Resega wie auch Zugs Bossard Arena mit ins Spiel geschafft haben, das freut Schweizer National League Fans. Fazit: NHL hat im ansonsten hart umkämpften Videospiel-Markt praktisch keine Konkurrenz zu fürchten. Wer Eishockey am heimischen Fernseher empfangen will, benötigt in der Schweiz einen Kabelfernseher-Anschluss, wer die Partien selbst bestimmen möchte kommt um NHL nicht herum. Dank dem NHL Threes Modus dürfen auch Sportspiel-Muffel getrost einen Blick riskieren, dort geht es weniger ernst zur Sache und Fans alter Arcade-Spiele freunden sich leicht mit dem Spiel an. Wir rechnen EA hoch an, dass trotz mangelnder Konkurrenz jedes Jahr neue Gründe geliefert werden, sich den Eishockey-Primus nach Hause zu holen. Wer aber auf die neuen Spielmodi verzichten kann, erhält mit NHL 18 ein nur marginal angepasstes Gameplay. Letztendlich darf man auch den neusten Jahrgang jedem Fan des Sports wärmstens ans Herz legen. Swisscom TV Nutzer müssen gar zuschlagen, um wenigstens virtuell in den Genuss des Sports zu kommen.

  • The(G)net Review: Knack 2

    Knack gehörte damals zu den Launchtiteln der PS4, konnte aber trotz guten Ansätzen nicht richtig überzeugen. Umso überraschender ist nun, dass der Titel fast vier Jahre später einen Nachfolger spendiert bekommt. Auch in der Fortsetzung dreht sich die Geschichte um den Roboter Knack, eine aus vielen, kleinen Kristallen zusammengesetze Kampfmaschine. Kaum drücken wir den Startknopf befinden wir uns auch schon mitten im Geschehen. Zuerst gibt es ein Wiedersehen mit Lucas, Knacks Freund, der uns auf den aktuellen Stand der Dinge bringt. Dann stehen wir auf einmal in einer Grosstadt, die soeben von einer Roboterarmee angegriffen wird. Dieser kleine Intro-Level dient als Tutorial, in welchem uns die ersten Kampfmoves beigebracht werden. Wir lernen die Gegner zu schlagen, zu kicken, Angriffe zu blocken und uns klein zu machen, damit wir in enge Schächte passen. Ausserdem werden uns auch die anderen Spielmechaniken bereits näher gebracht wie Quick Time Events, Jump'n'Run-Einlagen oder kleine Rätsel, die es zu lösen gilt. Am Ende des Tutorials blickt Lucas traurig über die teils zertrümmerte Stadt und gesteht, dass er vielleicht nicht ganz unschuldig an diesem Disaster ist. Wie diese Katastrophe aufzuhalten ist und wie es überhaupt so weit kommen konnte, werden wir nun durch die verschiedenen Kapitel des Spiels erfahren. Die Story ist recht solide aufgebaut, allerdings aber auch nichts, was dem Spieler lange im Gedächnis bleiben wird und stellenweise sogar etwas langweilig. Die vielen Cutscene versuchen dem Spiel Leben einzuhauchen, sind aber zu wenig charmant erzählt um gross zu fesseln. Dafür punktet das Gameplay um so mehr. Hier haben sich die Entwickler so richtig ins Zeug gelegt und viele der Kritikpunkte von Knack 1 ausgemerzt und/oder verbessert. In 15 linearen, wenn auch vielfältigen Kapiteln kämpfen wir uns durch Horden von Kobolden oder Armeen von Robotern. Mal befinden wir uns tief im dichten Dschungel oder erforschen überwucherte Ausgrabungsstätten, mal sind wir zurück in der Grossstadt oder suchen unseren Weg durch eine staubige Wüste. Die Levels bieten viel Abwechslung. Das Kampfsystem ist ebenfalls sehr abwechslugnsreich. Ein Skilltree, mit dem insgesamt 35 Spezialfähigkeiten freigeschalten werden können, verspricht viel Unterhaltung bei den Kämpfen und hält den Spieler bei Laune. Dagegen wirken die anspruchslosen Jump'n'Run Einlagen reichlich uninspiriert, bestehen sie hauptsächlich aus Standard-Hindernissen und Abgründen ohne grosse Herausforderung. Hier wäre es schön gewesen, hätten sich die Entwickler etwas mehr einfallen lassen als bewegende Brücken oder Zahnräder und hätten das Ganze somit etwas raffinierter gestaltet. Die Rätsel bringen ebenfalls Schwung ins Gameplay. Einige sind nur zu lösen, in dem wir Blöcke verschieben oder Hebel bewegen, bei anderen muss Knack sich verkleinern, um einen versteckten Weg zu finden. Die Rätsel sind alle nicht besonders schwer. Sollten wir dennoch mal stecken bleiben gibt es eine Hilfe-Funktion, die uns den richtigen Weg weist. Eines der Highlights von Knack 2 ist sicherlich der Ko-Op Modus. Spieler zwei kann unkompliziert und jederzeit ins Spiel einsteigen. Die Kämpfe werden so zwar noch einfach, als sie ohnehin schon sind, aber es macht einfach Spass mal wieder mit einem Freund zusammen auf dem Sofa zu daddeln. Vorallem die Quick Time Events, welche beide Spieler gleichzeitig bestreiten müssen und die Spezialangriffe, bei denen die beiden Figuren zu einem Robotor verschmelzen, sind eine nette Idee. Die Kameraführung ist leider öfter ein echtes Problem. Sie ist stets auf die Mitte fixiert und Ecken verschwinden manchmal völlig aus unserem Blickfeld. Dies ist besonders störend, wenn Knack gerade kämpft und der Spieler weder seinen Roboter noch die Gegner sieht und blind auf die Knöpfe hämmern muss. Auch beim kooperativen Modus ist es ärgerlich, verschwindet doch ständig einer der Spieler aus dem Bild und wird zurückteleportiert. Dies ist wirklich schade und hätte auf alle Fälle besser gehandhabt werden müssen. Fazit: Knack 2 macht vieles richtig, was beim Vorgänger zu bemängeln war. Eine solide Story gemischt mit abwechslungsreichen Kapiteln und motivierendem Gameplay, das verspricht kurzweilige Stunden für zwischendurch. Der Schwierigkeitsgrad sowohl bei den Kämpfen wie auch bei den Rätseln ist nicht all zu hoch und somit eignet sich das Spiel auch für jüngere Gamer. Highlight ist auf jeden Fall der Couch-KoOp, kommt dieser bei vielen Titeln heutzutage doch zu kurz. Trotz der grossen Auswahl an Spezialfähigkeiten die im Skilltree freigeschaltet werden können und den vielen verschiedenen Leveln, vermag sich das Spiel dennoch zu wenig abzuheben um gross in Erinnerung zu bleiben. Die Kameraführung ist teilweise ein Problem, verschwinden die Ecken oft völlig aus dem Blickfeld, was die Kämpfe stellenweise mühsam werden lässt. Dennoch unterhält Knack 2 ziemlich gut, zumindest für eine Weile. Jump'n'Run Liebhaber und Fans vom Vorgänger werden bei Knack 2 auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und für gemütliche Stunden auf dem Sofa zu Zweit lohnt sich der Titel allemal.

  • The(G)net Review: Splatoon 2

    Nintendos beliebter und quietsch bunter Mehrspieler-Shooter Splatoon streckt seine Farbfühler auf der Switch aus. Ob der farbige Revier-Kampf der Inklinge mit seinem Vorgänger mithalten kann haben wir uns angeschaut. Zwei Jahre nach dem Verkaufshit Splatoon auf der Wii U bringt Nintendo die Inklinge nun mit einigen fantastischen Neuerungen auf die Switch und entfacht den Revierkampf aufs Neue. Inklinge sind eine Mischung aus kleinen Menschen und Tintenfischen, welche zwischen beiden Gestalten hin und her wechseln können. Als Mensch können sie ihre Farbwaffen benutzen und Farbe herumspritzen, als Tintenfisch tauchen sie in ihre Farbpfützen ab, um entweder flink herumzuflitzen oder ihren Farbtank wieder aufzuladen. Spielerisch hat sich nicht viel verändert. Wie im Vorgänger besteht unsere Hauptaufgabe darin die Welt mit unserer Farbe einzudecken. Im Zentrum steht der kompetitive Mehrspielermodus. Im Revierkampf treten wir im Team von vier Spielern gegen eine andere Gruppe an. Das Team, welches innert drei Minuten die meiste Farbe verteilt hat gewinnt und bekommt zur Belohnung Punkte. Mit diesen steigt der Spieler nach und nach im Rang auf und erhält nicht nur im Splatoon Shop Zugang zu neuen Waffen sondern auch zu den Rangkämpfen. In den Rangkämpfen finden wir drei verschiedene Spiele, die allesamt sehr unterhaltsam sind. Die Goldfisch-Kanone, das Turm-Kommando und die Herrschaft. Die Herrschaft ähnelt dem Revierkampf und ist nur eine andere Variation davon, in der wir Platformen einfärben und verteidigen müssen. Im Turm-Kommando geht es darum einen Turm auf dem Spielfeld einzufärben und Richtung feindliches Lager zu bewegen. Dieser kann vom gegnerischen Team natürlich zurückerobert und somit in die andere Richtung bewegt werden. Das Spiel endet sobald der Turm eines der feindlichen Lager erreicht hat. Im letzten Rangkampf, der Goldfisch-Kanone, ist das Ziel eine Kanone in Form eines Goldfisches ins gegnerische Startgebiet zu tragen. Der Träger kann mit der Waffe einen mächtigen Schuss aufladen und abfeuern, was aber seine Zeit braucht. Sein Team muss ihm also den Weg ebnen und ihn zum Ziel geleiten. Schade ist, hat Nintendo die Rangkämpfe an eine Zeitvorgabe geknüpft. Bedeutet, dass der Spieler sich nicht einen Rangkampf aussuchen kann. Stattdessen gibt es nur den Wettkampf, welcher gerade zur Zeit des einloggens gespielt werden kann. Das selbe ist bei den Revierkämpfen der Fall. Von acht spielbaren Karten stehen immer nur gerade zwei zu Verfügung. Alle zwei Stunden wechselt dies und die nächsten beiden Karten können gespielt werden. Auch für Solokämpfer gibt es einiges zu tun. Im Heldenmodus, der Einzelspieler-Kampagne, knüpft die Handlung an die des Vorgängers an und wartet mit fünf Welten und deren 27 abwechslungsreichen Levels auf. Die Kampagne ist zu gleich auch eine Art Tutorial und bringt somit auch Neulinge auf den Stand der Veterane. Hier erlernen wir im Verlauf der Geschichte alle grundlegenden Spielmechaniken und können jede der neun Waffen ausprobieren. Spielend werden wir so nebenbei in den verschiedenen Tricks und Kniffen unterrichtet und lernen den Gebrauch von Granaten oder wie wir als Tintenfisch eingefärbte Wände nach oben schwimmen können. Teamplayer kommen ebenfalls nicht zu kurz. Im kooperativen Horde-Modus mit dem Namen Salmon Run treten wir zu viert gegen drei Gegnerwellen an. In diesen werden wir von kleineren und grösseren Lachsen angegriffen, welche wir besiegen müssen. Ab und an taucht auch ein Bossgegner, Salmonide genannt, auf. Gewinnen wir gegen diesen, lässt er goldene Fischeier fallen. In jeder Runde müssen wir eine bestimmte Anzahl dieser Eier auf unser Schiff schaffen, um das Spiel zu gewinnen. Ausserdem müssen wir auch aufpassen, dass unser Team am Leben bleibt und die Inklinge gegebenenfalls wiederbeleben. Je nach Rang werden die Gegner immer wie schwerer und es erscheinen weitere Hindernisse wie dichter Nebel oder plötzlich eintretende Flut. Dies macht Salmon-Run zur wahrscheinlich anspruchsvollsten Modi von Splatoon 2, vorallem wenn die Spieler ohne Voice-Chat agieren. Pünktlich zum Release hat Nintendo daher eine Online App entwickelt, mit welchem die Spieler sich unterhalten können. Natürlich geht aber auch jeder andere Voice-Chat Applikation. Leider unterliegt aber auch der Salmon-Run den Zeitplänen von Nintendo und kann nicht immer gespielt werden. Fazit: Splatoon 2 ist ein sehr gelungener Nachfolger des Wii U Erfolgs und bringt die bunten, niedlichen Figuren nun endlich auch auf die Nintendo Switch. Die neue Kampagne sorgt mit erfrischenden Ideen und coolen Bossgegnern für unterhaltsame Solo-Stunden, die Teamplayer werden viel Spass im grandiosen Salmon-Run haben, wenn sie sich zusammen der Meute von Lachsen entgegenstellen. Kompetitive Inklinge werden sich so richtig in den Rang- und Revierkämpfen austoben können. Belohnt wird der Spieler in allen Kategorien mit Coins und Punkten, die gegen Waffen und Kleidung eingetauscht werden können und somit wird ein Anreiz gesetzt sich zu verbessern und den eigenen Inkling zu upgraden. Das Gameplay basiert auf einer Mischung aus analoger Steuerung und Motion Control, was sehr gut funktioniert. Die Bewegungen gehen erstaunlich natürlich von der Hand. Die Bewegungssteuerung kann auf Wunsch auch deaktiviert werden. Die Zeitbeschränkung der Spielinhalte ist allerdings total unnötig und nervt. Wir können nur hoffen, dass Nintendo dies in Zukunft noch ändern wird. Splatoon 2 ist für Multiplayer-Verrückte Switch-Besitzer und Fans des Vorgängers auf alle Fälle ein Muss und verspricht viele spassige, kurzweilige Stunden; vor allem da Nintendo für die kommenden Monate noch viele kostenlose Inhalte versprochen hat.

  • The(G)net Review: That's You!

    Schon Atari lehrte uns vor geraumer Vorzeit: Videospiele benötigen ein Steuerkreuz, Buttons und nicht zuletzt eine Affinität für Joypad-Akrobatik. That’s You! krempelt lieb gewonnene und für selbstverständlich gehaltene Tugenden um und schafft das etwas andere Party-Vergnügen; ohne PS4 geht’s dann aber doch nicht. Tatsächlich hat That’s You! bis auf den Faktor, dass der Titel auf Sonys Konsole läuft, relativ wenig mit gemeinhin bekannten Videospielen am Hut. Es gibt nichts in dem Sinne zu steuern, keinen Hauptcharakter, es wird keine Geschicklichkeit benötigt und trotz allerlei Fragen kommt der Spieler auch gänzlich ohne Allgemein- oder Fachwissen aus. Stattdessen kramt jeder der Teilnehmer das eigene Smart-Phone- oder Tablet aus der Tasche und logt sich mittels dazu notwendiger Gratis-App über das selbe Wi-Fi-Netz ein. Hat sich die Party vor dem Fernseher versammelt und sich eingeloggt, folgt ein Selfie und der Teilnahme am kommenden Spiel steht soweit nichts mehr im Wege. Die Interaktion erfolgt derweil durchgehend über das Smart-Phone bzw. Tablet. Das Spielprinzip ist simpel und bietet dennoch eine kleine Faszination, die wohl daher rührt, dass es sich um ein völlig neues Konzept handelt. Im Verlauf des Spiels werden über mehrere Runden durch verschiedene Kategorien Fragen gestellt. Dabei blamieren sich News-Verächter nicht mit mangelndem (Fach-) Wissen, denn es werden stets auf die Party-Mitglieder bezogene Fragen gestellt. Dabei gilt es teils persönliche, teils peinliche Wahrheiten aufzudecken. Oder zumindest heraus zu finden, was die Mehrheit der Gruppe zu einem Thema denken mag. Allzu peinliche Fragen dürfen im Vorfeld deaktiviert werden, um den Titel Familien tauglich zu belassen. Andere Optionen suchen wir übrigens vergebens. Eine Runde mit 4-6 Personen dauert über die verschiedenen Kategorien hinweg eine gute Stunde. Ist man nur zu zweit auf der Couch bietet sich der Coop-Modus an. Jener dauert zwar weniger lang, bietet aber dank möglicher vorgängiger Absprache nur wenig Spannung. Um das simple Fragen-Prinzip etwas aufzulockern dürfen ab und an Selfies der Party verschönert, oder sagen wir besser verändert werden. Das führt zu so manchem Lacher, eine interessante Personenzusammenstellung vorausgesetzt. Nur logisch, dass dieses Spiel mit den Teilnehmern steht und fällt. Fazit: Gleich vornweg: That’s You! gibt es zurzeit frei Haus für alle PS-Plus Abonnenten. Somit stellt sich eigentlich nicht die Frage, ob man dem Titel eine Chance geben will, sondern ob man dank willigem Besuch die Möglichkeit dazu haben wird. Unser Tipp: Download starten und dem Spiel beim nächsten Familien-Besuch oder Grill-Abend eine Chance geben. Denn so simpel das Prinzip auch sein mag, Spass macht der Titel allemal. Nicht für eine gefühlte Ewigkeit, aber das war auch kaum der Anspruch von That’s You!.

  • The(G)net Review: DiRT 4

    Von Codemaster kommt mit DiRT 4 quasi ein neuer Ableger der legendären Colin McRae-Serie, eine der besten Rally Simulationen auf dem Videospiele-Markt. Das herausragende am aktuellen Jahrgang ist, dass der Titel auch wieder Arcade-Gamer bedienen möchte. Nach der Profil-Auswahl wird die Entscheidung gefällt, ob der Fahrzeug-Insasse männlicher oder doch eher weiblicher Natur sein soll – tut wie bei allen Racing-Games rein gar nichts zur Sache. Gleich zu Beginn steht dem Spieler offen, ob er die Rangliste PS4 Intern behalten möchte, oder sich auch Plattformübergreifend messen möchte; eine erfreuliche Option. Auch beim Handling bleibt freie Wahl; jene zwischen der Arcadigen, eher unrealistische oder einer simulationsbasierten Steuerung. Nach kurzem Test wissen wir: Es ist wahrlich ein gravierender Unterschied. Anhand der Test-Runde schlägt das Spiel freundlicherweise gleich noch eine Schwierigkeitsstufe vor, alles wunderbar. Mit der Dirt-Akademie hat Codemaster eine nette Neuerung ins Spiel gepackt. Sehr ausgeklügelt und gut erklärt wird der Spieler durch die verschiedenen Situationen geführt und muss sein Können unter Beweis stellen. So verbessert sich das Handling oder durch die Etappen werden neue Fähigkeiten erlernt. Was immer wieder aufs Neue begeistert ist der Simulations-Grad der Dirt-Spiele. Die anstehenden Herausforderungen sind gewaltig. So anspruchsvoll, dass der Spielspass auch abnehmen kann, weil das daraus entstehende Frustpotenzial auch mal über die Kerbe schlägt. Jedoch soll gesagt werden: Wer genügend Ehrgeiz an den Tag legt, wird den Controller immer und immer wieder zur Hand nehmen, um einen nächsten Versuch zu wagen. Denn nicht das Gameplay oder das Spiel an sich mag frustrieren, einzig der eigene Übermut und die daraus entstehenden Fehler; und jene stammen für gewöhnlich vom Spieler selbst. Entsprechend ist DiRT 4 kein Spiel, das man schnell satt haben könnte oder eben mal so an einem Sonntag durchspielt. Der Umfang des Spiels ist zwar nicht endlos gross, füllt aber so einige Spielspass Stunden. Die Strecken könnten zahlreicher sein und die zur Verfügung stehenden Autos sind limitiert. Deren Anzahl ist auf 74 Fahrzeuge beschränkt, darunter sollte eigentlich jeder seinen bevorzugten fahrbaren Untersatz finden. Zumal mit den unterschiedlichen Klassen Rally, Buggy und Truck zusätzlich für Abwechslung gesorgt wird. Was aber entscheidender ist, sind ist das unterschiedliche Handling der Fahrzeuge; Qualität statt Quantität. Jedes Fahrzeug verhält sich seinen Gegebenheiten entsprechend, das erfüllt den hohen Sim-Anspruch des Titels. Das Steckenpferd in so manchem Spiel ist der Karriere-Modus. Mit jenem ist Codemasters ein guter Mix gelungen. Durchs Fahren und mit den sich über kurz oder lang herauskristallisierten Erfolgen wird Geld in die Kasse gespült. Den schnöden Mammon wird kurzerhand ins eigene Auto reinvestieret. Aber nicht nur die Karre erfährt Updates, auch Beifahrer, Mechaniker und gar Marketingstrategen verlange nach barer Münze. Sogar die Infrastruktur kann erweitert werden und sorgt dafür, dass dadurch noch mehr Geld zur Verfügung steht; kluges Investment lohnt sich auch virtuell. Natürlich wirkt sich das alles auch aufs Rally-Fahrzeug aus und hilft bei den allfällig anstehenden Reparaturen zwischen den Etappen. Gut gelungen sind ebenfalls die Buggy Rennen. Nicht mehr alleine auf der Piste, brettert man im Ausscheidungsmodus in den Final. Hier ist zudem der Unterschied zwischen Simulations- und dem Gamer-Modus ein sehr grosser. Gerade in der Simulation wird ein sehr exaktes Fingerspitzengefühl für Gas und Bremse gefordert, wo der Arcadige Game-Modus deutlich mehr Fehler verzeiht und auch für Casual-Spieler geeignet ist. Da schon das eine oder andere Mal der Umfang bei Codemasters Spielen bemängelt wurde, scheint sich das Studio die Kritik zu Herzen genommen zu haben. Mit Time Attack und Smash Attack sind noch weitere Modi mit im Paket. Damit bieten sich dem angehenden Rally-Fahrer zwar mehr Optionen, wirklich grossen Anklang finden jene zusätzlichen Modi aber kaum. Somit ist ein grösserer Umfang gegeben, doch ideenreich ist jener nicht wirklich. Audio-Visuell überzeugt DiRT 4 durchwegs, wenn auch keine Bäume ausgerissen werden. Die Rennen fühlen sich ab und an etwas steril an. Das ist schade, tut dem Spielspass aber keinen Abbruch. Zumal der Titel mit einem vollwertigen Schadensmodell auftrumpfen kann und unterschiedlichste Witterungsverhältnisse anzubieten hat. Der Soundtrack überzeugt derweil auf der ganzen Linie, genauso wie de erstklassigen Motoren-Sounds, das erfreut das Auto-Herz. Fazit: Codemasters ist mit DiRT 4 ein Spagat gelungen zwischen Simulation und Arcade. Wer auf realistische Rennen steht, der ist mit DiRT 4 genauso gut beraten wie schon bei dessen Vorgängern. Aber auch der gemeine Casual Gamer macht dank dem neuen „Gamer-Modus“ nichts falsch bei einem Kauf. Die gelungen Rally-Reihe ist nun endlich für jedermann zugänglich. Umso schöner, da die klasse Grafik wie auch der Sound zum Spielen animieren. Der Karriere-Modus punktet durch das Kreieren eines eigenen Teams und den vorhanden Möglichkeiten, das eigene Vehikel wie auch das Team zu verbessern. Was bleibt ist zu sagen, dass Dirt4 ein klarer Pflicht-Kauf ist für Fans des Rally-Sports. Wer sich generell für Motorsport begeistern kann, sollte aber mindestens einen Blick riskieren, es lohnt sich!

  • The(G)net Review: MotoGP 17

    Milestone ist wieder mit einem neuen Ableger der MotoGP am Start und versucht so die Motorrad-Begeisterten an die Konsole zu locken. Wir sind dem Ruf gefolgt. Auch wenn sie dieses Jahr nicht mit der persönlichen Edition von Valentino Rossi auffahren, kann MotoGP 17 erneut mit allen Lizenzen und Klassen auftrumpfen. Ebenso wurden die neuen Regeln angepasst und erfrischend auch die Red Bull Rookies Cup-Meisterschaft hinzugefügt. Im ersten Augenblick habe ich aufgeatmet als ich erfuhr, dass MotoGP 17 wieder ein reines Motorrad-Rennspiel werden wird. Vorbei sind die Zeiten in welchen der Spieler genötigt wird, Drift Herausforderungen mit einem Mustang zu erledigen oder mit einem Rally-Wagen über die Piste zu brettern. Milestone hat wohl erkannt, dass es sich nicht gut macht, in einem Motorrad-Spiel zu viele Experimente zu wagen. So bleibt MotoGP in diesem Jahr auf zwei Rädern und verzichtet gänzlich auf deren vier. Gleich am Anfang und wie gewohnt erstellt der Spieler einen Fahrer und gibt diesem eine persönliche Note. Leider wurde hier offenbar irgendein Amateur ans Werk gelassen. So sind die Gesichter emotionslos und wirken durch den Helmschlitz wie das Antlitz eines Toten. Selbst die Wahl eines weiblichen Charakters bringt keine Verbesserung. Man kann kaum erkennen, welches Geschlecht sich unter dem Helm bzw. im Lederanzug versteckt. Auch im Jahr 2017 können wir in MotoGP alle Klassen fahren, sowohl in einer Karriere wie auch in Einzel- oder Onlinerennen. Gerade die Videosequenzen machen einen guten Eindruck und vermitteln schöne Bilder über die Stadt des Rennens. Trotzdem hätte hier Milestone etwas mehr in die Qualität investieren können, schliesslich befinden wir uns im 4K Zeitalter und die Bilder bleiben weit dahinter zurück. Erwähnenswert ist ebenfalls die Boxendarstellung. So kann ich wie in einem F1 Spiel in die Boxen sehen und so mein Bike wie auch den Fahrer betrachten. Obwohl das Weglassen des Letztgenannten kein grosser Verlust gewesen wäre, denn auch hier wirkt das Gesicht wie das eines Zombies und der Mechaniker im Bild, als hätte er eine schlimme Hautkrankheit. Sobald dann endlich die ersten Meter auf dem Asphalt gefahren werden, folgt der zweite ungewollte Schock-Moment: Das Motorrad der Kontrahenten wirkt, als würden sie über die Piste schweben. Auch wenn es von Rennen zu Rennen einen besseren Eindruck machte (an den Anblick des Schreckens gewöhnt man sich wohl schneller, als man das annehmen würde), so blieb bei genauer Betrachtung immer ein fader Beigeschmack. So bleibt die Stimmung meist auf dem 0-Punkt, sofern man kein WipEout auf Motorrädern erwartet. Die ganze Strecke wurde kalt und emotionslos erschaffen und vermittelt nur selten ein gelungenes Gefühl für angehende Rennfahrer. Sehr erfrischend gestaltet sich aber der Manager Modus. So darf von der Pike bis zum Schluss ein ganzes Team erstellt werden. Ich suche mir die Sponsoren, wähle selbst meine Farben und kann sogar eine Frau mit meinem Bike fahren lassen. Ebenfalls wähle ich ein Teammitglied und kann über Techniker und Bike selbst entscheiden. Am Anfang stehen natürlich noch wenig Optionen zur Verfügung, jene können aber durch den Erfolg auf der Rennstrecke erweitert werden. Gerade bei diesem Modus hätte ich mir jedoch einen Ghost gewünscht, so dass ich auch ohne längeren Aufwand zu schnellerem Erfolg kommen kann. Vermutlich werden sich die Meisten Motorrad-Fans gleich für den Manager Modus entscheiden, da der Spieler hier mehr erreichen kann und ebenfalls zuerst durch alle Klassen fahren muss. Fazit: Wer das jährliche Update der Fahrer braucht, sich mit den neuen Regeln auseinander setzen oder beim Red Bull Rookies Cup mitfahren möchte und sich nicht mit den Drift und Rally Kapiteln im letztjährigen MotoGP anfreunden konnte, der sollte sich MotoGP 17 holen. Leider ist das Spiel selbst einmal mehr nur ein Update und die 1440dpi und 60fps finden sich nur auf der PS4 Pro. Der Manager Modus ist sehr erfrischend und gibt dem Karrieremodus einen "Hauch von Neu". Reicht das zur Kauf-Entscheidung? Diese Frage darf nun jeder MotoGP Fan für sich selbst beantworten. Das Spiel macht Spass, bietet aber im Kern wenig Neues – eine Glaubensfrage, die sich Sportspiel-Jünger seit Jahrzehnten in einjährigen Abständen stellen.

  • The(G)net Review: MXGP 3

    Motocross Spiele geniessen den Status der Seltenheit. Entsprechend gefreut habe ich mich im Vorfeld über MXGP3 von Milestone – doch konnten die Erwartungen erfüllt werden? Milestone wollte bei MXGP3 offensichtlich mit der grossen Kelle anrühren. Dank neuer Unreal Engine 4 sollte die Grafik wie auch das Handling eine neue Stufe erreichen. Denkt man an den letzten Ableger zurück, wurden in der Vergangenheit so einige Fehler begangen. Mit insgesamt 75 Motorrad-Marken und über 300 Komponenten wird dem Herzen des Motocross-Fans in diesem Jahr sehr viel geboten. Die Strecken wurden detailgetreu nachgebildet und haben auf den ersten Blick einen gewissen Charme. Doch bei genauerer Betrachtung muss ich leider sagen, dass die Renn-Umgebung leblos wirkt und schnell auch ein Gefühl der gepflegten Langeweile entsteht. Im ganzen Spiel und vor allem auf dem Motorrad erscheint die Grafik immer wieder sehr unscharf. Ich fühlte mich, als hätte ich vergessen meine Brille aufzusetzen. Durch die vielen Lizenzen, den original Sponsoren und den unzähligen Einstellmöglichkeiten am Bike, ist der erste Eindruck gut. Leider verfliegt die Euphorie dann auf der Strecke ziemlich schnell. So sind die überaus langen Ladezeiten wieder mal ein Graus und spätestens nach zwei bis drei Rennen nervt die Warterei nur noch. Die Lenkung des Motorrades ist in der Theorie komplex. So bediene ich mit dem linken Stick das Motorrad und mit dem rechten den Fahrer; selbst die Wahl der vorderen oder hinteren Bremse bleibt dem Spieler überlassen. Doch im Renngeschehen sind diese Feinheiten kaum zu spüren. Beim Versuch das eigene Motorrad kunstvoll über den Hügel zu schwingen, ist ein Sturz meist an der Tagesordnung. Also lässt man die ganze Trickserei am besten gleich ganz bleiben. Dank Gummiband-Effekt ist es selbst nach einem Sturz und dem daraus resultierenden Verlust von zehn Positionen ohne weiteres möglich, sich schnell wieder der Spitze zu setzen. Hat der Spieler erst mal den Dreh raus, sind die Gegner selbst auf der mittleren Schwierigkeitsstufe keine Konkurrenz mehr. Schlimm wurde es dann, als das erste Regenrennen stattfand. Nicht nur, dass der Regen gefühlt wie anno 1990 dargestellt wird, es liegt gar die Vermutung nahe, dass Monster Energy den Regen gesponsert hat. Das Wasser war nämlich grün und irritierte extrem im Rennen. Als ich dann auf einem meiner Kontrahenten landete und auf seinem Kopf weiterfuhr, wurde mein Spielspass gänzlich in die Schüssel gespült. Die Stürze sehen zwar spektakulär und real aus, doch wenn dann die Bikes durch das eigene Konterfei hindurch glitchen und es den anderen Fahrern nichts ausmacht, dass man selbst am Boden liegt, wirkt das Spiel einfach nicht mehr fertig. Milestone versprach uns mit der Unreal Engine 4 und den Lizenzen ein Spiel, dass sowohl Freude wie auch Revolution bedeuten und gegenüber dem letzten Ableger auch eine gewisse Steigerung mitbringen sollte. Leider ist es wie so oft bei solchen Nischen-Games; die Qualität verliert gegen die Quantität und der Spielspass verfliegt schon nach kurzer Dauer. Wenig "Simulation", viel "Arcade" und die Grafik entspricht einer Zeit, die man schon lange hinter sich (geglaubt) hat. Klar gibt es das eine oder andere, das man positiv erwähnen darf, wie z.B. den kernigen Motoren-Sound und die original Fahrer, Lizenzen und Sponsoren. Trotzdem denke ich, dass selbst Motocross-Fans sich dieses Spiel nicht lange antun werden. Schon bei der Menüführung hätte Milestone etwas mehr Übersicht schaffen können, um so wenigsten den Tuner und Motocross-Liebhabern eine Freude zu bereiten. Fazit: Mit einer Enduro durch den Dreck rotzen, das hat schon was! Trotzdem rate ich von einem Kauf zum Vollpreis ab. MXGP3 mag für Zwischendurch spassig sein, insgesamt ist es aber einfach zu schlicht und zu dürftig ausgefallen. Die Grafik ist sehr durchzogen, der Fahrstil eher arcadig und die allgemeine Stimmung im Spiel insgesamt eher langweilig. Die Musik mag begeistern und der Motoren-Sound kommt gut rüber, doch dem eigentlichen Renngeschehen fehlt dann doch an allen Ecken und Enden an Feinschliff, um MXGP3 zu einem Aspiranten auf die Motocross-Krone zu machen. Angesichts der mangelnden Konkurrenz kann man sich das Spiel dennoch einmal ansehen.

  • The(G)net Review: Tekken 7

    Nach fünf langen Jahren erhalten Fans endlich die langersehnte Fortsetzung des Prügel-Klassikers. Ob die Namco Haudegen vom technischen Fortschritt profitieren konnten und wie der Teil sich im Genre schlägt, haben wir uns angesehen – zumindest nach dem einmaligen aber Zeit intensiven durch Scrollen von Datenschutz- und Privacy Bestimmungen beim ersten Starten. 1994 hauen sich die Tekken Fighter erstmalig gegenseitig auf die Mütze. Der Polygon-Klopper misst sich im direkten Duell mit Segas Virtua Fighter und zieht gleichermassen Fans an Land. Das von Schlagkombinationen geprägte Spielprinzip überzeugte sowohl Arcade-Gänger wie auch Konsolen-Besitzer. Sony PlayStation Käufer kamen schon schnell in den Genuss einer gelungenen Spielhallen-Umsetzung. Grobe Charakter-Modelle und wenig Kämpfer waren damals noch an der Tagesordnung. Die letzten beiden Attribute wurden in den x-Nachfolgern fortlaufend verbessert und erreichen mit Tekken 7 ihren vorläufigen Höhepunkt. Dennoch sei gesagt: Der neuste Teil der Serie sieht zwar hübsch aus und weiss technisch zu überzeugen, Begeisterungsstürme anhand der Prachtgrafik bleiben aber aus. Das Spiel sieht aus wie eine Spielhallen Umsetzung im Jahr 2017 aussieht – technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit; auch wenn den Namco-Designern die Unreal-Engine 4 zur Verfügung stand. Speziell die Haare der Kämpfer wirken gar nach Plastik. Genau so wenig überzeugen die vorhandenen Arenen. Jene wirken insgesamt wenig abwechslungsreich und gar etwas einfallslos. Kaputt geht wenig, Bewegung im Umfeld sucht man oft vergebens. Hier wäre 2017 schlicht mehr möglich. "Bei einem Kampf geht es darum, wer als letztes steht, um nichts anderes." Das lernen wir im längeren Intro von Tekken 7 und spätestens jetzt wissen wir, worauf Namco Wert gelegt hat. Denn die neuste Inkarnation der Serie überzeugt in spielerischer Hinsicht. Wer Tekken 1994 mochte – oder einen der vielen Nachfolger – wird auch bei Teil sieben die helle Freude an unzähligen Versus-Kämpfen haben. Das Spielprinzip bleibt sich treu. Immer noch werden mittels schwachen und starken Fuss- bzw. Tritt-Attacken längere Kombo-Serien generiert um den Gegner damit aufs Brett zu schicken. Jene verlangen ab einer gewissen Anzahl eine nicht zu unterschätzende Trainingszeit. Um Online bestehen zu können, sollte der eigene Charakter und dessen Schlag- und Tritt-Angriffe im Schlaf verstanden werden. Im Idealfall kennt der geübte Spieler auch die Angriffe des Gegenübers, um entsprechend darauf reagieren zu können. Hört sich komplex an, ist es auch. Dennoch ist Tekken seit jeher mit einer der Fighting-Titel, welcher auch Neulingen Spass bereiten kann. Treffen zwei unerfahrene Kontrahenten aufeinander, führt schlichtes Button-Mashing durchaus zu schönen Schlagkombinationen und letztendlich zum Erfolg. Komplexe Steuerkreuz-Eingaben wie bei der Capcom- der SNK Konkurrenz bleiben aus. Was Tekken 7 massiv von seinen Vorgängern und auch der auf dem Markt befindlichen Konkurrenz abhebt ist das Gesamtpaket. So geht es im Versus Modus oder dem 5-Kämpfe umfassenden Arcade-Modus zur Sache. Die (grösstenteils wirre) Tekken-Geschichte erfährt man im gut drei Stunden andauernden Story Mode, in welchem der Fokus aber nur auf einigen wenigen Kämpfern liegt. Da jene unter Umständen nicht zur eigenen ersten Wahl gehören, darf im Story-Modus auch auf eine vereinfachte Move-Eingabe zurück gegriffen werden. All diese Duelle führen nicht nur zu einem Plus an eigener Erfahrung, auch Fight-Money gibt es zu erhaschen. Und hier trumpft Tekken letztendlich richtig auf. Nicht nur belanglose und oft nur für Fans interessante Designer-Zeichnungen stehen zum virtuellen Kauf zur Verfügung. Jeder Kämpfer darf individuell verändert werden. So gibt es unterschiedlichste Bekleidungen für unter- und Oberkörper, inklusive völlig bescheuert anmutenden Dingen wie einem Lampion auf dem Kopf oder letzterer wird gleich ganz durch ein Hirsch-Haupt ersetzt. Das motiviert und fördert die Möglichkeit der eigenen Individualisierung in kommenden Online Kämpfen massiv – top. Wer mit der Standard-Garderobe der 35 Kämpfer ganz zufrieden ist, investiert das hart verdiente Kampfesgeld in Videosequenzen aller vorherigen Tekken-Spiele. Jeder Abspann aller Charaktere steht zur Verfügung – das freut das Retro-Herz und motiviert tatsächlich, sich den einen oder anderen Kampf mehr zu geben, um sich noch weitere Videos leisten zu können. Fazit: Tekken trumpfte schon immer im Spiel gegen Freunde und andere menschliche Kontrahenten auf. So ist es auch bei Teil sieben der Serie. Wer öfters online zur Sache geht oder Freunde zur Hand hat, welche die taktische Vielfalt von Tekken ebenfalls zu schätzen wissen, macht mit Tekken 7 sicher nichts falsch. Das Spiel ist Tekken in Reinkultur und bietet dank der unzähligen Retro-Videos und Klamotten-Individualisierungen einen Fan-Service par Excellence. Taktisch ausgeprägt, aufeinander abgestimmte Charaktere und eine grosse Auswahl jener, hier kann man sich unzählige Stunden vergnügen. Anfänger werden online keine einfache Aufgabe vorfinden, finden aber schnell in die Grundregeln des Spiels rein. Tekken-Spieler alter Tage und Spielhallen-Gänger schlagen unüberlegt zu, andere sind sich bewusst, dass das Drumherum (Grafik / Story-Modus) Spielraum nach oben übrig lässt.

  • The(G)net Review: Starblood Arena

    Nicht unbedingt auf der Hand liegend.

  • The(G)net Review: Little Nightmares

    Metallisch, dreckig, düster und extrem kurz. Willkommen im Alptraum der kleinen Six. Begleite das kleine Mädchen im gelben Regenmantel auf ihrem Weg durch stereotypische und skurrile Kinder-Alpträume, raus aus dem Unterwasser-Ressort „Schlund“. Ein interessantes Spiel mit kleinen Macken und leider auch einem dicken Minuspunkt. Nach der nur 2,5 GB grossen Installation beginnt die kleine Reise durch die düstere, metallische und recht eindrucksvolle Welt von Little Nightmares. Ohne viel Hilfe bezüglich Steuerung, Story oder weiteren Informationen wacht man in Gestalt des kleinen Mädchens Six in einem dunklen Raum auf. Bewaffnet mit einem Feuerzeug versucht man sich zurecht zu finden. Grafisch ist das Spiel gut umgesetzt. Die Atmosphäre kommt unheimlich rüber und der eingeschränkte Sichtradius lässt Raum für eigene Vorstellungen. Das Spiel ist ein klassisches Jump and Run gepaart mit Action und Adventure und ein paar wenigen Physik-Puzzles. Man steuert das kleine Mädchen einfach nach links oder rechts mit der Möglichkeit in einigen Abschnitten in den Hintergrund treten zu können. Es gibt weder ein Tutorial noch sonst etwas. Somit muss man selber ausprobieren, wie man die Abenteuer mit der kleinen Six bestreiten möchte. Ein sehr positiver Aspekt ist die Musik. Wenn man das Spiel im Dunkeln und mit einem Headset spielt kann es ziemlich unheimlich erscheinen. Aber schon beginnt der Krux mit der Steuerung. Oft kommt Six nicht um Ecken, fällt von Rohren herunter oder springt ins Leere. Das kann ab und zu an den Nerven zehren und den Spass an dem Spiel erheblich mindern. Denn wenn ein Bösewicht Six erwischt, heisst das im Umkehrschluss sofort "Game Over" und man muss wieder ein Stück zurück. Trotzdem gibt es einige Stellen im Spiel, die man gerne ein paar mal erleben möchte. Wer Tim Burton Filme mag, wird sich in seiner Wunschwelt wiederfinden. Die Figuren sind wirklich gut und surreal gestaltet. Das Spiel führt Six durch vier Akte. Diese sind dargestellt anhand von Ebenen. Denn das Ziel ist es, immer weiter nach oben zu kommen. Six selber befindet sich in einem Unterwasseressort namens „Schlund“, welches jedes Jahr für die reiche Bevölkerungsschicht eröffnet wird. Dort werden Orgien gefeiert, gefressen, gesoffen und niemand ist je von diesem Ressort zurückgekehrt. Diese Story wird nicht mit einer Silbe im Spiel erwähnt. Warum, wissen wir nicht. Nur auf der offiziellen Homepage und im Pressekit wird die Geschichte wie auch der Name der Hauptdarstellerin erwähnt. Ein Punkt, der wirklich schade ist, denn das Potential wäre da. In jedem Akt gibt es andere Widersacher. Der erste ein langarmiger Kinderfresser, im Zweiten zwei Köche, im Dritten die Gäste des Ressorts und im letzten eine unheimliche Geisha. Einziges Ziel: Lass dich nicht erwischen. Aufgrund der schon genannten mühsamen Steuerung kommt das dennoch des Öfteren vor; und dann ist das Spiel auch schon vorbei. Fazit: Anfangs fand ich das Spiel sehr interessant. Die Grafik hat mir gefallen, die Musik bringt eine wirklich unheimliche Atmosphäre ins Wohnzimmer. Diese beiden Punkte sind top. Leider sind die anderen schon beinahe vernichtend. Die Steuerung ist wirklich mühsam und der Umfang ist sehr enttäuschend. Natürlich kann man nicht viel für 29.- erwarten aber nach gerade mal drei bis vier Stunden war der Spass vorbei. Einige Augenblicke wurden fantastisch umgesetzt. Wirklich unheimlich sind jedoch nur der langarmige Kinderfresser und die Geisha am Ende des Spiels. Ich hätte mehr Grusel erwartet, denn die Umgebung war vorhanden, die Grafik würde es zulassen, die Musik ist top atmosphärisch aber die Konzept-Ideen waren spärlich gesät. Vielleicht eine Grundlage für eine Fortsetzung, trotzdem hat mich das Spiel nicht so sehr in den Bann gezogen. Wahrscheinlich vor allem wegen der wirklich kurzen Spieldauer. Schade, dennoch würde ich aber einen weiteren Teil begrüssen und mit Sicherheit auch jenen gerne durchspielen.

  • The(G)net Review: Persona 5

    Alle von uns mögen sich an ihre Schulzeit erinnern. Für die meisten war es sicher eine seltsame Phase. Erste Annäherungsversuche ans andere Geschlecht, langweiliger Mensa Frass und eine Menge Fragezeichen an Prüfungen. Persona 5 möchte euch diese Erinnerungen vergessen lassen und sie mit unglaublich Coolen, Stylischen und Besseren ersetzen. Nach einer knapp dreistelligen Stundenanzeige im neuen "Sozialsimulationsrollenspiel" von Atlus habe ich noch immer nicht genug. Persona 5 ist ein dicker Videospiel Schokokuchen, voller Dekadenz, mit Style übergossen, kein Wunder musste ich jeden Abend davon naschen. Tage wurden zu Wochen und meine Freizeit verwandelte sich in einen Schwall von Anime Girls, sexy Dämonen und Gitarrenriffs. Persona 5 tritt in die Fussstapfen seiner Vorgänger, die Serie läuft in Japan seit Jahrzenten erfolgreich. Die Erwartungen an den fünften Teil waren riesig, nach fast einer Dekade Wartezeit und dem unglaublich populären vierten Ableger. Dabei scheint zu Beginn vieles beim Alten geblieben zu sein. Einmal mehr übernehmt ihr die Rolle eines zurückhaltenden japanischen Schülers. Einmal mehr gilt es dunkle und mysteriöse Machenschaften aufzudecken und einmal mehr werden diese Abenteuer von einem Tross an kuriosen und schrulligen Mitstreiter bewältigt. Natürlich gibt’s einige nennenswerte Neuerungen aber diese Formel dürfte eingefleischten Persona Fans bekannt vorkommen. Theoretisch spielen alle Persona Titel im selben Universum. Aber wie seine Vorgänger ist Persona 5 mit einer eigenständigen Story ausgestattet und setzt auch auf Gameplay Neuerungen. Wie immer lauern dämonische Schatten in einem parallelen Universum, direkt neben uns und die Guten müssen diese natürlich beseitigen. Dazu beschwören sie die namensgebenden Personas. Diese abgedrehten Figuren nehmen die unterschiedlichsten Gestalten an und haben ihre Inspiration von den unterschiedlichsten Quellen. Von der japanischen Folklore bis zur Pop-Kultur, kein Vorbild war tabu um den Personas ihre Manifestierung zu geben. Dabei sollten diese wiederum Abbilder unserer „maskierten“ Persönlichkeiten sein, die wir in der Öffentlichkeit nie ablegen können. Eine löbliche Metapher, die jedoch in der Hitze des Gefechts bald untergeht. Schliesslich können die Personas Monster mit Blitzen beschiessen, das ist was zählt. Wichtiges Zeitmanagement ist elementar, keine Angst, es ist spannender als es sich anhört. Tagsüber nehmt ihr am Unterricht teil, nach der Schule habt ihr die Wahl. Ab in den Blumenladen und jobben oder ins parallel Universum um zu kämpfen? Vielleicht auch einfach mit dem Wahrsager Mädchen rumhängen? Welche Aktivität bietet die meisten Vorzüge, ihr entscheidet. Was sich im ersten Moment wahnsinnig banal und schon fast langweilig anhört funktioniert erstaunlich gut. Habe ich mich dafür entschlossen nach der Schule meinen Baseball Abschlag zu üben, habe ich ein Date verpasst. Oder als ich statt zu pauken lieber in einen der Dungeons abgetaucht bin, war mein Alter Ego so erschöpft, dass er nur noch schlafen konnte am Abend. Mit jedem verstrichenen Tag springt der Kalender des Spiels weiter und somit dem Ende entgegen. Ihr kriegt ein paar hundert Tage, die ihr verbringen könnt wie ihr möchtet. Das führt unweigerlich dazu, dass Persona 5 durch eine seltsame Art von restriktiver Freiheit definiert wird. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten innerhalb einer fein definierten Struktur. Diese Mischung sorgt für eine Befreiung und doch tickt im Hintergrund immer die Uhr. Das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel, aber der Nebenjob darf nicht vernachlässigt werden. Schere, Stein, Papier. So lässt sich das Kampfsystem am ehesten beschreiben. Oder besser gesagt, Schere, Stein, Papier, Nuke, Psy, Curse. Jede Attacke oder Zauber ist mit einem Effekt oder Element behaftet. So werden Auseinandersetzungen einen Tick taktischer. Gegnerische Personas können beispielsweise Feuer reflektieren, im Gegenzug ist eine Attacke mit Eis super effektiv. Habt ihr den Schwachpunkt eines Gegners erkannt, ändert sich sein Zustand auf „Down“. Sind alle Feinde in diesen Zustand versetzt kann euer Team zu einer „All out“ Attacke ansetzen, setzt ihr eure Züge also geschickt ein, kann ein Kampf so extrem schnell zu Ende sein. Das System wirkt zu Beginn sehr simpel, entpuppt sich aber mit der Zeit als eine komplexe Ansammlung von variablen Kontern und Angriffen. Persona 5 ist eines der schönsten Spiele, das ich je gespielt habe. Die visuelle Präsentation ist durchtränkt mit Stil. Sogar die Ladebildschirme strahlen mehr coolness aus als manche Spiele in ihrer vollen Länge zustande bringen. Es scheint so als wolle das Spiel aus dem Bildschirm ausbrechen, als ob nicht genug Platz wäre für die Begeisterung, welche es vermitteln möchte. Ein seltener audiovisueller Höhepunkt wird hier nicht nur erreicht sondern zelebriert. Im Intro werden lediglich drei Namen erwähnt. Director Katsuhara Hashino, Charakter Designer Shigenori Soejima und Komponist Shoji Meguro. Dieses kreative Trio ist nicht nur für die zwei Vorgänger der Serie verantwortlich, sondern auch für den Sex-Thriller Catherine. In der Videospiel Industrie ist es äusserst selten, dass ein Kernteam so lange zusammenarbeiten kann. Sicher einer der vielen Gründe warum Persona 5 nur so von Selbstsicherheit strotzt. Ich konnte mich an kein anderes Spiel erinnern, welches seinen Komponisten an dritter Stelle in den Credits erwähnt. Aber Shoji Meguros Arbeit ist ein integraler Teil von Persona 5, so dass diese Entscheidung durchaus Sinn macht. Die Musik zirkuliert durch das Abenteuer und eine Mischung aus Pop, Funk und Lounge Musik beliefert die Ohren mit eingängigen Melodien die euch auch in eurem, viel langweiligeren Alltag begleiten werden. Der eigentliche Hauptdarsteller ist aber die Story von Persona 5. Eine Achterbahnfahrt von Intrigen über Freundschaft ruft mir in Erinnerung warum ich von J-RPGs so angetan bin. Das Genre und eben auch die Geschichten wurden in den letzten Jahren stiefmütterlich behandelt, Persona 5 lässt die mageren Jahre in Vergessenheit geraten und ich verliebte mich völlig neu. Mehr möchte ich euch gar nicht verraten, glaubt mir einfach wenn ich sage, es lohnt sich die 80+ Stunden zu investieren. Fazit: Persona 5 wird euch viele Stunden eurer Freizeit abknöpfen. Im Gegenzug erhaltet ihr eine spannende Story die visuell wunderschön dargestellt wird. Mir nahm es knapp 100 Stunden und ich gab sie gerne her.

  • The(G)net Review: Yooka-Laylee

    Nach den Tagen von Resident Evil 7 und Horizon Zero Dawn war es an der Zeit, sich etwas leichterer Kost zu widmen. Mit Yooka-Laylee erhält man ein lustiges, kreatives und abwechslungsreiches Jump and Run mit Sucht-Potential. Tauchen wir in die Welt von verlorenen Bücherseiten, kleinen verkleideten Gremlins und zwei lustigen Charakteren, die ihren Schabernack in einer bunten Welt treiben. Yooka und Laylee sind ein wirklich lustiges Paar. Das Schmetterling-fressende Chamäleon Yooka wird von seiner Fledermausfreundin Laylee begleitet, letztere ist so gar nicht auf den Mund gefallen. Die Geschichte ist einfallsreich und in meinen Augen sehr speziell. Oder wie kann man am Besten kapitalistisches Unternehmertum mit Bücherwissen verbinden? Den Grund für die vielen Abenteuer von Yooka und Laylee ist der Raub ihres besonderen Buches. Dieses wird vom Bösewicht Capital B und seinem tollpatschigen Gehilfen Dr. Quack benötigt, um dessen Firma erfolgreich zu machen. Somit ist das Ziel auch schon bekannt. Weil besagtes Buch auseinandergerissen wurde, sollen die Seiten, sogenannte „Pagies“, wieder gefunden werden. Mit den gefundenen Pagies kann man entweder weitere Welten freischalten oder bestehende erweitern. Auf der Reise begegnet man einer Reihe sonderlicher Gestalten. Sei es eine Forscherin, die aufgrund eines Fusionsunfalls Tentakelarme hat, einer gerissenen Schlange, bei der man seine Tricks kaufen kann oder „geile“ Blumen, die unbedingt ein Date haben möchten. Alles in allem sind die Charaktere lustig wie auch individuell gestaltet und laden des Öfteren zum Schmunzeln ein. Die Bösewichte sind kleine, Gremlin ähnliche Rabauken von Capital B. Denen kann man mit Schlägen und allerlei "Special-Moves" gehörig den Hintern versohlen. Ein tolles Feature sind die verschiedenen Mini-Games, welche über die ganze Welt verteilt sind. Es ist nicht einfach das Ziel Pagies zu finden, sondern mehrheitlich sich diese zu verdienen. So muss man z.B. auf einer Minenschiene eine gewisse Anzahl Diamanten sammeln, einer Kanone helfen seine schlechten Nachbarn zu necken oder gegen eine arrogante Wolke ein Wettrennen gewinnen. Jump and Run ist hier reines Programm. Anfangs ein bisschen leicht gehalten wird es von Zeit zu Zeit immer schwieriger, die benötigten Pagies zu sammeln. Auf der Suche kann man sich oft an Stellen wiederfinden, an denen man nicht weiterkommt. Das hat einen einfachen Grund: Man hat die Tricks für die weiteren Aufgaben noch nicht erlernt bzw. gekauft. Man startet nur mit der Fähigkeit „Sprung“ und „Schmetterlinge-Fressen“, dabei lädt man entweder sein Leben auf oder die Powerleiste. Um diesem Problem entgegenzuhalten kann man Tricks bei der Schlange „Trowzers“ mit Hilfe von gesammelten Federn kaufen. Von „Supersprung“ bis „Beeren-Mampfen“ ist alles dabei. Dank diesem Prinzip wird es selten langweilig. Ist Beeren-Mampfen möglich, erhält der Spieler die Fähigkeiten Feuer- oder Eiskugeln spucken, den eigenen Charakter schwer wie Blei werden zu lassen oder mit der Fledermaus-Freundin durch die Lüfte zu gleiten. Mit all diesen Tricks wird das Spiel interessanter, spannender, wesentlich schwieriger und nicht zuletzt abwechslungsreicher. Fazit: Yooka-Laylee ist ein abwechslungsreiches, lustiges und forderndes Jump and Run. Wer auf Banjoo-Kazooi wartet, kann sich hier nochmals so richtig austoben. Die Geschichte ist einfallsreich, die Charaktere spassig und die Welten hübsch gestaltet. Dank dem Upgrade System wird langanhaltender Spielspass garantiert. Es ist ein Spiel für Jung und Alt. Wer nach den zuletzt erschienenen Triple-A Games wie Resident-Evil 7 oder Horizon Zero Dawn eine Abwechslung braucht, dem kann ich Yooka-Laylee nur wärmstens empfehlen. Geschmückt mit lustigen Geschichten und zwei wirklich witzigen Protagonisten geht man auf die Suche nach seinem besonderen Buch und macht dem Bösewicht Capital B und seiner eigenartigen Ente Dr. Quack das Leben schwer. Ein winziger Abzug muss man für die Interaktionen geben. Diese werden nur mit Charakter eigenen, sich immer wiederholenden Tönen vermittelt, das kann nach einer Zeit ziemlich auf die Nerven gehen. Trotzdem fällt dadurch dem Spiel kein Zacken aus der Krone. Die vielen Mini-Spiele machen Spass und man ist immer gespannt, welche Aufgaben und Charaktere in einer weiteren Welt lauern. Yooka-Laylee garantiert lustige Abenteuer und abwechslungsreiche Spieltage für Freunde gepflegter Jump’n Run Kost.

  • The(G)net Review: Malicious Fallen

    Nach Durchsicht einiger älterer Reviews bestätigt sich diese Beobachtung sogar. Vieles was ich in älteren Reviews als Mangel gelesen habe, ist mir in der PS4 Fassung nicht aufgefallen

  • The(G)net Review: Yakuza 0

    Zurück in die Vergangenheit geht es mit Yakuza 0. Ob die Vorgeschichte zu Segas Yakuza-Reihe mindestens genauso gut unterhält, wie wir das gewohnt sind? Zumindest erwartet die Spieler eine neue Epoche, back to the 80s heisst es im Jahr 2017. Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen seit dem ersten Yakuza 2005. Passend dazu erzählt Yakuza 0 die Vorgeschichte rund um Kiryu, den Tojo-Clan und das fiktive Stadtviertel Kamurocho. Die Geschichte spielt dabei in den 80ern, was theoretisch eine Menge frischen Wind ins altbackene und mittlerweile nur zu gut bekannte Kamurocho bringen könnte. Diese Gelegenheit haben die Japaner aber grösstenteils verpasst. So sieht der Stadtteil in späteren Teilen der Serie praktisch genau so aus, wie im 30 Jahre zuvor spielenden aktuellen Teil. Würden wir nicht darauf hingewiesen, wann die Story spielt, man würde es kaum vom blossen hinsehen erkennen können. Auch sonst hat der Zeitwandel wenig Einfluss aufs Spielgeschehen; hier wäre mehr möglich gewesen. Allgemein gibt es wenig richtig neues im Spieldesign zu entdecken. Zumindest schlägt sich nicht nur Kiryu durch unzählige Gegnerhorden Japans, Abwechslung bietet hier Goro Majima, dessen Geschichte ebenso miterlebt wird. Das bringt mit Osaka einen neuen Schauplatz sowie drei zusätzliche Kampfstile mit sich, welche sich tatsächlich grundlegend von jenen drei des Hauptcharakters unterscheiden. Kiryu prügelt mittels ausbalanciertem Brawler-Style auf die Haudegen ein und wechselt mittels Steuerkreuz mitten im Kampfgeschehen auf mehr Geschwindigkeit oder brachial-animalische Action. Alle Techniken werden mittels hart erkämpften Bargeld oder NPC Gesprächen stetig weiter entwickelt. Die Geldmittel dürfen aber für vieles mehr aufgewendet werden. Dabei handelt es sich grösstenteils um Yakuza-typische Aktivitäten. So werden diverse Lebensmittel und Kuriositäten in den umliegenden Läden gekauft. Selbstverständlich darf das Kleingeld in alten Sega Spielautomaten versenkt werden (diesmal Out Run und Space Harrier) oder aber man investiert den schnöden Mammon in Modellautos; mit darauf folgenden Rennen selbstredend. Andere teils durchaus fordernde Nebenaktivitäten sind Karaoke, Mah-Jongg oder Poker. Selbst das Tanzbein darf im örtlichen Nachtclub geschwungen werden; was gar nicht mal so einfach ist. Bargeld gibt es nicht nur von besiegten Gegnern. Goro Majima führt ein Hostessen-Club, Kiryu steigt ins Immobilien Business mit ein. Aktivitäten abseits der Story gibt es zu genüge und genau das macht die Spielserie letztendlich schon immer aus. Geschichte und unzählige Nebenmissionen haben eins gemein: Sie laufen zumeist auf den ein oder anderen Kampf hinaus. Nur selten wird eine Aufgabe bewältigt, ohne die Fäuste fliegen zu lassen. Und soll nur was aus dem Supermarkt besorgt werden, belästigen Kiryu auf dem Weg dahin sicherlich zwei bis drei Gegner-Trios. Da das auch immer wieder Geld in die Kasse spühlt und das Kampfsystem in sich funktioniert und Spass macht, stört das kaum. Ärgerlich ist höchstens, wenn man mit einer dicken Brieftasche Mr. Shakedown über den Weg läuft und jenen nicht auf die Matte schickt; dann reisst sich jener kurzerhand die eigene Kohle unter den Nagel. Ebenso wirft der gute Mann aber eine fette Beute ab, sollte der Kampf siegreich sein. Der eifrige Leser und Yakuza-Spieler mag erkennen: Gar wenig Neues hat sich im Land der aufgehenden Sonne ergeben. Das trifft nicht nur auf den Spielinhalt zu, sondern auch auf die technische Umsetzung. Das Spiel ist optisch gelungen, man erkennt aber die PS3 Herkunft. Einzig die vollständig vertonten Videosequenzen zeigen richtig hübsch modellierte Gesichter. Oftmals liest man sich durch die Vielzahl an Texte, egal ob in der Story oder den unzähligen Side-Quests. Oft wird nur ein anfängliches „yes“ vertont, den Rest des Gesprächs darf man selbst lesen. Obschon komplett veraltet, entsteht damit ein eigenartiger Charme, ähnlich den Nintendo Charakteren. Wenn gesprochen wird, dann nur in Japanisch; mit englischen Untertiteln. Das verhilft dem Spiel zu mehr Charakter, alles andere wäre dem Setting unangemessen gewesen. Fazit: Yakuza 0 bietet, obschon ein Prequel, genau dieselben Vor- und Nachteile wie seine Vorgänger mit höheren Ziffern im Titel. So unterhält die Yakuza Story, der liebgewonnene Stadtteil hat Charme, ohne dabei mit viel Neuem zu glänzen. Zwei spielbare Charaktere und eine andere Stadt bringen etwas Abwechslung, wenn auch nahezu dieselbe Spiel-Charakteristik dahinter steckt. Insgesamt wünsche ich mir von Yakuza 6 mehr Mut zu Neuerungen und natürlich eine an die aktuelle Konsolen-Generation angepasste Technik. Denn ob ich in einem Jahr zum x-ten Male genau dieselben Dinge im immer gleichen Stadtviertel erleben will, ist fragwürdig. Yakuza 0 ist ein hervorragendes Open-District Fighting-Spiel mit teils irrwitzigem Nippon-Humor und seinem ganz eigenen Charme, den man aber mögen muss. Ich kann den Titel trotz der altbekannten Formel jedem empfehlen, der sich auch nur entfernt für das Land der aufgehenden Sonne interessiert und der Spielmechanik nicht abgeneigt ist. Humorvolle und actionreiche Unterhaltung für unzählige Stunden ist garantiert.

  • The(G)net Review: Battlefield 1

    Auf dieses Spiel haben viele gewartet. Nach der eher enttäuschenden Battlefield Hardline Edition wurden sehr viele Erwartungen in das 1. Weltkrieg-Epos gesteckt. Ob DICE jene erfüllen konnte? Von dem „Räuber und Poli“ Setting ist die Serie glücklicherweise abgekommen. Auch die Mapgrössen sind wieder gigantisch und die Grafik einfach spitze. Aber Schritt für Schritt: Single Player: Wenn ich das Spiel neu installiere, werde ich sofort in ein Tutorial gehievt. Hier erlerne ich die ersten Schritte in Battlefield 1. Dies ist auch von Nöten. Es ist doch sehr ungewohnt, mit den Waffen aus dem 1. Weltkrieg zu spielen. Das Ganze ist äusserst gelungen umgesetzt und erzählt auch gleich die Geschichte des 1. Weltkriegs. Die Handlung des rund sieben Stunden langen Abenteuers in der Kampagne bringt mich zu den unterschiedlichsten Schauplätzen. Dabei erlebe ich dies aus der Sicht von mehreren Helden. Etwas überrascht war ich, dass die Kampagne nun keine lineare Geschichte wie noch in den Vorgängern erzählt, sondern vielmehr eine kleine Kurzgeschichtensammlung des Ersten Weltkriegs ist. Gespielt werden darf jene in beliebiger Reihenfolge. Insgesamt in der Haut von fünf alliierten Soldaten erfährt der Spieler, wie mit Panzern die Schlachten an der Westfront geschlagen wurden, warum die Beduinen ihren Freiheitskampf gegen das Osmanische Reich führten oder was ein echtes Flieger-Ass ausmacht. Das ganze Konzept ist klug gewählt. Heutzutage zählen Shooter Games tendeziell zum Multiplayer Genre, da verhaspeln sich viele Entwickler in der Story. Jene wirkte oft unlogisch oder nicht fertig erzählt. Mit dem Episoden-Format konnte DICE den geschichtlichen Hintergrund sowie die harte Realität des 1. Weltkriegs gekonnt zusammenführen. Immerhin starben zu dieser Zeit über zehn Millionen Menschen. Es fällt auf, dass sich DICE sehr viele Gedanken um das heikle Thema gemacht hat und einen sehr sensiblen Umgang damit wählt. Multiplayer: Das Herzstück von Battlefield war schon immer der Multiplayer. In den Vorgängern verbrachte ich hunderte Stunden im MP-Modus. Hardline enttäuschte hier leider ein wenig. So waren die Fahrzeuge eher ein Witz und auch das Setting war nach kurzer Zeit ausgelutscht. Dank dem frischen 1. Weltkrieg-Setting, einer neuen Art Waffensystem und der Tatsache, dass ich wieder mal alles zerstören kann was ich sehe, freute ich mich wie ein kleines Kind auf den ersten Beitritt ins Spiel. Wie schon im Singleplayer Modus ist die Grafik einfach traumhaft. Das wechselnde Wettersystem, das vom Sandsturm über Nebel bis zu Regen alles bietet, fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Im Dschungel oder in der Wüste, in der Stadt oder auf dem offenen Schlachtfeld, jedes Mal leuchten meine Augen. Der Sound ist einfach spitze und mit Headset ein Genuss der 1. Klasse. Apropos Klassen: Wie gewohnt, haben wir verschiedene Soldaten-Klassen, wobei jede wieder ihre Spezialität und Aufgaben hat (was leider, wie in den Vorgängern schon, von vielen Spielern nicht verstanden wird - aber das ist ein anderes Thema). Als Sturmsoldat wende ich mich gegen die schwer gepanzerten Fahrzeuge im Spiel. Sowohl mit Panzerabwehrgranaten wie auch mit Dynamit kann ich mich dem Kriegsgerät annehmen. Jenes zu Zerstören ist allerdings nicht ganz so einfach. Klar gibt es viele Möglichkeiten sich eines Panzers zu entledigen, sollte jedoch ein guter und erfahrener Spieler drin sitzen, wird es äusserst herausfordernd. Die nächste Klasse ist der Sanitäter, altbekannt und nicht minder wichtig. Wie es der Name schon sagt, kann ich mit ihm die Toten ins Spiel zurückholen und mit Medikits den Verwundeten Heilung bieten. Mit dem Versorger bin ich für die Munition zuständig und als Späher kann ich mit meinen Sniperkünsten die feindlichen Soldaten über die ganze Map jagen. Der Sniper und dessen Waffen wirken derzeit noch etwas übermächtig. Es scheint mir noch etwas zu einfach zu sein mit dieser Klasse Erfolge zu feiern. Daneben gibt es noch ein paar Spezial-Klassen, die man nur während eines Matches durch Pick-Ups wählen kann. Die wohl grösste Neuerung in Sachen Spielvarianten ist der Operationen-Modus. Hier kämpfen wahlweise 40 oder maximal 64 Spieler auf mehreren Karten hintereinander (meistens zwei oder drei) und simulieren so richtige Schlachten des Ersten Weltkrieges - etwa die Maas-Argonnen-Offensive von 1918 oder der letzte deutsche Versuch eines Durchbruchs an der Westfront, die berühmte Kaiserschlacht. Dabei muss eine Seite als Angreifer mit einer bestimmten Anzahl an Leben mehrere Sektoren nacheinander erobern, indem sie Fahnenpunkte einnimmt, während das andere Team sie daran zu hindern versucht. Serienkenner dürften sich bei dieser Variante leicht an den in Battlefield: Bad Company eingeführten Rush-Modus erinnert fühlen, nur mit dem Unterschied, dass man zum einen keine Bomben legen muss und zum anderen, dass die Schlacht nach einer Map noch nicht zu Ende ist. Ausserdem feiern hier die frischen Behemoths ihre Premiere: Sobald eine Seite ein Gefecht verloren hat, startet sie in der nächsten Partie je nach Karte mit einem riesigen Schlachtschiff, einem gepanzerten Zug oder einem Zeppelin in die Schlacht. Die gigantischen Fahrzeuge werden von mehreren Spielern zeitgleich bedient und dank ihrer starken Bewaffnung und Panzerung bringen sie manchmal noch kurz vor Schluss für das Verliererteam die erhoffte Wende. Erwähnt werden muss auch die Neuerung mit dem Gas. Es mag wohl etwas unangenehm sein und in Bezug auf die tragische Wahrheit ein sehr fieses Mittel. Doch genau hier ist der Punkt: Taktisch klug eingesetzt, kann man Sniper Nester oder Flaschenhals-Situationen auflösen. Keine Angst, jeder hat eine Gasmaske und kann unbeschadet durch das Gas laufen. Doch fällt einem das Zielen schwer und auch die Sicht wird stark eingegrenzt. Wenn dann die Gegner stürmen, kann deren Gas grosse Verwirrung stiften und so den Vorteil für ein paar Sekunden dem Gegner in die Hände spielen. Auch Battlefield 1 hat seine Macken. So nervt es im Vergleich zu den Vorgängern, dass das Markieren von Gegnern fast unmöglich scheint. Auch merkt man Frameraten-Einbrüche sobald das Gefecht etwas aus den Fugen gerät und sich alles auf einen Punkt konzentriert. Ruckler sind defintiv da, speziell auf 64er Servern. Den Spielspass verderben können sie aber nicht. Im Grossen und Ganzen läuft das Spiel flüssig, was bei der Grösse und der Spieleranzahl immer noch bemerkenswert ist. Auch sehr nervend ist das Browser Fenster. Die Filter sind zwar vielfältig, doch finde ich immer nur ein bereits volles Spiel oder eben eines mit keinen Spielern. Auch ist das Zeitfenster für den Austritt aus einer Lobby sehr kurz, wobei dann die Ladezeit für das nächste Spiel lange ist und aus diesem Grund auch mal an den Nerven zehren kann. Es gibt auch einen Bug bei der Wiederbelebung: Zuerst muss die Waffe gewechselt werden, bevor man wieder schiessen kann. Munitionskisten oder Medikits können nicht überall platziert werden und es ist nicht ersichtlich, wo das der Fall ist. So muss mehrmals probiert werden, unschön. Viele dieser Probleme werden sich hoffentlich durch künftige Updates beheben lassen. Fazit: Ich habe grosses Erwartet von DICE und mich schon Monate vorher auf den Release gefreut. Wurde ich enttäuscht? Nein, es ist wie schon bei den Vorgängern (Hardline ausgeschlossen) ein Riesenspass und animiert immer wieder die Playstation einzuschalten. Die Grafik ist gigantisch und verzaubert den Spieler immer wieder aufs Neue. Die Maps sind riesengross und mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Balancing ist zwar noch nicht perfekt, aber nahe an der Perfektion. Wie von einer anderen, wundervollen Welt ist der Sound: Schritte werden von da gehört, woher die Spieler her kommen. Die Explosionen und Schüsse hören sich mächtig an und auch die Musik reisst mit. Für mich ist das Spiel ganz klar ein Pflicht-Kauf für jeden Shooter Fan.

  • The(G)net Review: WRC 6

    Nach den Milestone Studios mit Sebastien Loeb Rally und nach Dirt Rally von Codemasters, haben auch die französischen Entwickler von Kylotonn Racing Games der WRC-Serie eine Generalüberholung verpasst und wollen so die Konkurrenz damit überholen. Ob ihnen das gelungen ist, verraten wir euch im folgenden Bericht. Die Konkurrenz schläft nicht. Wobei ich sagen muss, dass ich bis jetzt noch nicht das perfekte Rally Game gefunden habe. Bei dem einen war der Karriere Modus sehr spannend, aber die Grafik etwas lasch. Beim anderen ist das Fahrverhalten super und auch die Stimmung sensationell, jedoch ist der Karriere-Modus mager ausgefallen. Und genau hier möchte sich auch das WRC 6 eingliedern. Der erste Eindruck - vor allem die Grafik - war einfach super. Egal ob in Polen oder in Finnland, ich erkenne auf den ersten Blick wo ich mich befinde. Die Umgebung ist sehr detailgetreu und egal in welcher hektischen Situation ich mich befinde, es ist immer atemberaubend schön. Klar, es ist nicht die Grafik eines AAA Titels, aber für ein Rally Game ungewohnt gut und atmosphärisch. Als ich das erste Mal in der Nacht und bei Nebel über die polnischen Prärien rasen musste, wurde mir schon echt Angst und Bange. Jeder Fehltritt wird sofort bestraft und trotzdem ist das Feeling super. Und erst die Schadensmodelle: Zersprungene Heckscheiben, Dellen und Dreck am ganzen Auto und auch das Fahrverhalten fühlt sich super an. Man wird sogar mit platten Reifen konfrontiert, obwohl meiner Meinung nach noch etwas zu oft; das könnte aber auch an meinem Fahrstiel liegen. Zum Karriere-Modus: Dieser ist mir persönlich, egal bei welchem Spiel, immer sehr wichtig. Die Story muss den Spieler packen und wenn mal keine Kollegen online sind, auch etwas hergeben, um damit die offline-Zeit zu überbrücken. Hier haben die Entwickler von Kylotonn Racing Games leider versagt. Prinzipiell geht es einfach nur darum, sich in einem Team anheuern zu lassen und dann immer besser zu werden, um dann mit grösseren und stärkeren Fahrzeugen zu fahren. Sehr schick finde ich jedoch die Preisverleihung. Hier haben sie zwar nicht das Niveau von F1 erreicht, aber es ist doch sehr schön anzusehen und befriedigt, wenn man die Prüfungen gewonnen hat. Sehr erfreulich ist, dass der Splitscreen zurück gefunden hat und auch zu jeder Zeit online Vergleiche gemacht werden können. Egal in welchem Modus und in welchem Rennen. Auch wenn die Zeiten der Onlinefahrer mir teilweise sehr utopisch erscheinen. Aber auch hier wird es wohl an meinen Fahrkünsten liegen. Der technische Aspekt ist den Machern von WRC 6 äusserst gut gelungen. Das Fahrverhalten kann komplett eingestellt werden und ist sowohl für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene sehr gut zu spielen. Das Strafen-System ist durchdacht und tritt auch wirklich nur in den richtigen Situationen in Kraft. Das wechselnde Wettersystem, die Barrieren und die Hindernisse sind gelungen und die Strecken, auch wenn sehr anspruchsvoll, fühlen sich echt an. Nicht jeder Sprung über einen Hügel, auch wenn es immer der gleiche Hügel ist, gelingt. Das Fahrverhalten reagiert auf kleinste Veränderungen. Der Fahrer muss also aufpassen, wie schnell und in welchem Winkel er den Sprung oder die Kurve nimmt. Natürlich dürfen auch die Reparaturen nicht fehlen und auch hier muss der Fahrer entscheiden, wie er vorgeht, ohne eine Strafe zu kassieren. Das ganze Game fühlt sich sehr realistisch und echt an. In vielen Situationen staune ich, was die Konkurrenz alles vergessen hat und noch hätte besser machen können und vergesse dabei, was ich bei WRC 6 vermisse. Musiktechnisch ist das Spiel eher schwach. Doch was nun wie eine Kritik klingt, ist eigentlich komplett okay. Ohne die musikalischen Untermalungen rücken die Anweisungen bzw. Tipps des Beifahrers mehr in den Fokus. Dieser informiert euch im Sekundentakt über den Grad der kommenden Kurven, Schlaglöcher, Verengungen, Senkungen oder jedwede Auffälligkeiten, die eine flüssige Fahrt verhindern könnten. Die Reifen- und Motorengeräusche hingegen sind geglückt bereichern die akustische Kulisse optimal. Zudem gibt es eine komplett deutsche Lokalisierung, die euch gleichzeitig mit wissenswerten Schnipseln aus der Welt der World Rally Championship versorgt. Fazit: Für mich ist WRC6 ganz klar das beste Rally Spiel zur Zeit. Die Konkurrenz ist nicht zu verachten, doch punktet WRC 6 mit einer soliden Technik, einem sehr guten Fahrverhalten, welches für jeden Spieler individuell angepasst werden kann und was am wichtigsten ist: Die Entwickler konzentrierten sich auf das Wesentliche ! Die Grafik ist für ein Rally Spiel überwältigend und die zahlreichen Details sehr aufwendig dargestellt. Auch wenn mit der Musik etwas gespart wurde, ist der Sound genau auf den Punkt gebracht. Meine Meinung: Wer die anderen Rally-Spiele schon gut fand, wird dieses hier lieben.

  • The(G)net Review: FIFA 17

    Die Ligen laufen, erste Champions League Spiele sind gespielt, die ersten Trainer wurden bereits gefeuert Am gelungensten wird noch immer die Premiere League präsentiert, mitsamt Trainer an der Seitenlinie.

  • The(G)net Review: NHL 17

    Es ist wieder soweit. Der nächste Ableger von EA Sports mit dem Titel NHL 17 ist erschienen. Auch wenn draussen die Temperaturen noch etwas anderes sagen, hat in der Schweiz bereits wieder die Hockey Saison angefangen. In diesem Bericht erzähle ich Euch kurz über die Präsentation bei Ochsner Hockey und ob es sich lohnt, den nächsten Ableger zu kaufen. Zuerst muss ich kurz über die gelungene Präsentation von EA Sports im Ochsner Hockey erzählen. Es wurden die grossen Geschütze aufgefahren. Neben der Vorstellung des neuen Torwartsystems, das im neuen NHL 17 natürlich verwendet wurde, bekamen wir von Felix Hollenstein den Einblick in seine Karriere und durften für ein paar Minuten seiner Worte lauschen. Danach ging es ans Eingemachte und Freiwillige stellten sich einem Torwarttraining. Ochsner Hockey hatte eigens dafür eine professionelle Torwart-Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Die Torwarttrainer zeigten dann, wie ein solches Training aussieht. Das war interessant und schweisstreibend gleichermassen. Aber zum Spiel selbst: In diesem Jahr wurde sehr grossen Wert auf den Torwart gelegt. Alle NHL Torhüter wurden gescannt und per Motion Capture in Perfektion ins Spiel kopiert. Nun bewegen sich alle Torhüter eigens und benutzen Bewegungen und ihr typisches Verhalten wie im richtigen Leben. Wippt ein Goali im echten Leben während des Bullys, tut er dies auch im Spiel. Ist er ein Butterfly Torwart, ist er das auch im Spiel. Alle Bewegungen und Spielstiele wurden 1zu1 auf das Spiel übertragen und so gibt es auch eine grosse Individualität, was es auch für den Angreifer erschwert. Was uns Schweizer wieder freuen darf ist, dass man im NHL 17 erneut in Schweizer Stadien spielen kann. Sowohl Davos, Zürich und Bern haben den Weg zurück in Spiel gefunden und machen das Erlebnis NLA wieder etwas attraktiver. Auch die Schweizer Nationalmannschaft ist natürlich dabei. Erstaunlich an NHL 17 ist, wie viel Beachtung der Simulation neben dem Eis geschenkt wird. Der neue Franchise Modus beispielsweise wartet mit einer geballten Ladung an Möglichkeiten auf. Für einmal lasst ihr die Schlittschuhe und die Hockeyausrüstung links liegen und schlüpft dafür in Lackschuhe und Anzug. Als General Manager lenkt ihr alle Themen rund um das Team. Ihr entscheidet was es in den Stadien zu essen gibt, legt Preise für Eintrittskarten fest und sorgt generell für eine gut funktionierende Infrastruktur. Daneben dürft ihr euch im Marketing üben, kräftig Werbung machen und auch am Stadion darf gewerkelt werden. Um mehr Fans ins Stadion zu bringen könnt ihr T-Shirts verschenken oder Bobble Head Figuren eurer Spieler anfertigen lassen, um diesen den Fans zu schenken. Alles dient dazu, euren Teambesitzer glücklich zu machen. Dafür erhaltet ihr mehr Freiraum und mehr Geld, um euer NHL-Imperium aufzubauen. Die Möglichkeiten im Franchise Modus sind wirklich beachtlich und vor allem für all jene Spieler spannend, die lieber die Geschicke eines Teams lenken anstatt harte Checks auf dem Eis auszuteilen. Für Spieler die lieber das Eis erkunden, steht die Welt es Eishockeys offen. Verschiedene Ligen sind zu spielen und natürlich die NHL. Entweder spiele ich online mit meinen Kollegen oder ich vergnüge mich im Karriere-Modus und versuche zum Beispiel über die WHL und über den Draft in die NHL zu gelangen. Hierbei mit eine der wichtigsten Änderungen: Ich kann nun nicht mehr selbst bestimmen wann ich bei der Karriere aufs Eis komme. Ich habe je nach Spielzeit meine vorgegebenen Shifts. Zwischen diesen kann ich entscheiden, ob ich wie immer zuschauen will oder (und jetzt kommt‘s) überspringen möchte und zum nächsten Shift gehe. Gerade wenn man die ganze WHL Saison auch noch dazu spielt ist das eine grosse Hilfe betreffend dem Zeitfaktor. Am Gameplay für den Feldspieler hat sich nicht viel getan. Kleinigkeiten wurden angepasst, neue Bewegungen kamen dazu und das Spiel wirkt noch ein bisschen flüssiger. In Punkto Grafik wurden auch kleine Verfeinerungen getätigt und machen das Spielerlebnis noch ein bisschen runder als im Vorjahr. Immer wieder lese ich auf einem selbstgeschriebenen Plakat eines Fans meinen Namen. Was mich dann auch immer wieder erheitert. Zwar ein alter Hut, aber einfach fantastisch. Fazit: Nach dem Katastrophenjahr 2015 konnte EA Sports mit der 16er Version überzeugen. Es waren Kleinigkeiten die noch fehlten, gerade diese wurden jetzt bei NHL 17 korrigiert. Wer sich das 16er NHL nicht gekauft hat, muss sich die 17er-Fassung auf jeden Fall zulegen. Diese ist für jeden Hockeyfan ein Muss. Das Gameplay ist flüssig, die Grafik noch besser und der Spielspass noch grösser. Dieses Jahr wurde viel für die Torhüter gemacht, das erfrischt das Spiel um einiges. Auch für die Manager wurde einiges getan, jene können nun auch mit einem FIFA mithalten. Auch wenn der Karriere-Modus noch weit weg von einer Story ist, lohnt sich auch dieser. Ganz klar eine Kauf-Empfehlung von mir.

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