The(G)net Review: Alien Strike: Blasting the Intruders
- Sascha Böhme
- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Alien Strike: Blasting the Intruders macht keinen Hehl daraus, wo seine Wurzeln liegen: in jener Ära, in der Contra, Super Probotector und Konsorten die Wohnzimmer in kleine Kriegsschauplätze verwandelten und jeder Sprung über ein feindliches Projektil reine Nervensache war. Genau mein Ding! Schauen wir mal rein.

Wer klassische Run-and-Gun Action mag, fühlt sich hier sofort zuhause. Alien Strike setzt wie seine Vorbilder auf direkte Action, schnelle Reflexe und Pixeloptik. Laufen, springen, rutschen, klettern und in acht Richtungen schiessen: Das Grundgerüst sitzt und liefert genau jenen kompromisslosen Retro Kick, den Genre-Fans wie ich suchen.

Besonders schön ist, dass sich Alien Strike nicht wie ein nostalgisches Museumstück anfühlt, sondern wie ein bewusst modernes Spiel mit klarer Retro DNA. Zwei Waffen lassen sich gleichzeitig ausrüsten und im Gefecht wechseln, doppelt eingesammelte Waffen entfesseln eine stärkere Variante mit mehr Feuerkraft. Dazu kommt eine Spezialleiste, die sich durch erledigte Gegner füllt und im richtigen Moment für ordentlich Bildschirmreinigung sorgt. Das ist nicht neu, macht aber Laune und in einem Spiel wie diesem zählt am Ende nur der Spass.

Spass und durchaus "neu" ist der lokale Koop Modus für bis zu drei Spieler. Allein ist das Spiel solide, zu dritt wird daraus ein kleines Arcade-Fest. Man darf Waffen untereinander austauschen, kämpft um Raum auf dem Bildschirm, lacht über dumme Bildschirmtode und merkt schnell, warum dieses Genre früher (und noch heute) zu den Lieblingen gehört.

Ganz ohne Kratzer kommt der Alien Angriff aber nicht davon. So charmant die Retro Ausrichtung ist, so vertraut wirkt stellenweise auch das Design. Manche Levelabschnitte fühlen sich etwas zu sehr nach Baukasten an, Gegner wiederholen sich zu oft, und nicht jede Situation wirkt so sauber lesbar, wie sie bei einem präzisen Actionspiel sein müsste. Wenn der Bildschirm voll ist, kann aus forderndem Chaos kurz auch unübersichtliches Gewusel werden, gerade im kooperativen Spiel. Zudem fehlt trotz solider Mechanik manchmal der eine richtig markante Kniff, der es dauerhaft aus dem Schatten seiner grossen Vorbilder hebt.

Auch der Schwierigkeitsgrad dürfte polarisieren. Retro Fans werden die knackige Gangart vermutlich mit einem zufriedenen Nicken quittieren, während moderne Spieler ohne Contra Hornhaut an den Daumen gelegentlich fluchen dürften. Das gehört zwar irgendwie dazu, hätte aber durch etwas feinere Balance an manchen Stellen eleganter gelöst werden können. Über die grafische Inszenierung kann man bekanntlich streiten, ich fands ganz ordentlich. Schade allerdings, dass ein Scanlines-Filter fehlt. Der hätte die Retro-Action noch ein wenig authentischer gemacht.
Fazit:
Alien Strike: Blasting the Intruders ist ein sympathischer und angenehm schnörkelloser Genre Vertreter. Wer Lust auf ein kompaktes Run and Gun mit flottem Tempo hat, bekommt hier einen unterhaltsamen Nostalgie-Trip. Die Nähe zu Contra und Co. ist offensichtlich, manchmal fast etwas zu offensichtlich, doch der Spielfluss und der lokale Koop Modus sorgen für genug Energie, um Retro Fans bei Laune zu halten. Schwächen im Level-Design, beim Upgrade-System und gelegentliche Übersichtprobleme verhindern eine höhere Wertung, aber für einen nostalgischen Abend mit Freunden mit lockerem Triggerfinger reicht es allemal.

Alien Strike: Blasting the Intruders ist als Download für PC via Steam erhältlich. Die Entwickler arbeiten derzeit an einer PlayStation-, Xbox- und Switch-Version. Wir haben uns das Spiel selbst gekauft.



