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The(G)net Review: MLB The Show 26

Die MLB-The-Show-Reihe gehört seit Jahren zu den konstantesten Sportspiel-Serien überhaupt. San Diego Studio hat sich über lange Zeit einen Ruf aufgebaut. Wenn man Baseball realistisch erleben will, führt kaum ein Weg an The Show vorbei. Mit dem 26er Ableger versucht das Studio, diese Linie fortzuführen.


MLB The Show 26 Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Der erste Eindruck ist vertraut. Wer die Reihe kennt, findet sich sofort wieder zurecht. Menüs, Präsentation und der generelle Aufbau orientieren sich stark an den Vorgängern. Das ist nicht unbedingt negativ. Die Serie hat über Jahre eine klare Struktur entwickelt, die funktioniert. Auffällig ist vor allem die Präsentation während der Spiele. Kamerafahrten, Spielerreaktionen, Dugout-Szenen und viele kleine Details im Stadion lassen das Ganze oft eher wie eine TV-Übertragung wirken als wie ein typisches Sportspiel. Diese Stärke behält die Serie auch diesmal. Gerade weil dieser Bereich in vielen Sportspielen sonst eher zu kurz kommt.


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In MLB The Show 26 trägt der Sound viel zur Atmosphäre bei. Gerade in engen Spielsituationen merkt man das. Steht im neunten Inning ein Batter mit zwei Outs am Schlag und Runner sind auf Base, verändert sich die Stimmung im Stadion deutlich. Die Zuschauer reagieren auf das Spiel, werden bei wichtigen Momenten lauter und nach einem Strikeout wird es wieder merklich ruhiger. Insgesamt funktioniert diese Dynamik gut und sorgt dafür, dass sich während eines Spiels spürbar Spannung aufbaut. Auch die Kommentatoren leisten solide Arbeit. Das Spiel nutzt weiterhin ein Kommentarsystem, das sich stark an echten TV-Übertragungen orientiert. Spielsituationen werden eingeordnet, Spielerstatistiken eingeblendet und wichtige Momente kommentiert. In den meisten Fällen passt das gut zum Spielverlauf und wirkt insgesamt stimmig. Allerdings wiederholen sich bestimmte Kommentare nach mehreren Spielen. Wer viele Partien hintereinander spielt, wird einige Sätze häufiger hören.


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Grafisch ist MLB The Show 26 solide, aber nicht revolutionär. Spielermodelle sind weiterhin sehr detailliert. Gesichter wirken realistisch, Bewegungen sind flüssig und viele Stars sind sofort erkennbar. Gerade bei bekannten Spielern fällt auf, wie viel Arbeit in Animationen und Körpersprache gesteckt wurde. Dazu kommen über 500 neue Animationen, die in diesem Jahr ins Spiel integriert wurden. Sie betreffen vor allem Fielding, Wurfbewegungen und Catcher-Animationen. Dadurch entstehen viele kleine Situationen, die sich natürlicher anfühlen als in den Vorgängern. Ein Shortstop fängt den Ball nicht mehr immer gleich, ein Wurf aus der Bewegung sieht unterschiedlich aus, und selbst einfache Plays wirken etwas organischer.


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Stadien sehen gut aus, besonders bei Nachtspielen. Lichtreflexionen, Crowd-Animationen und Atmosphäre passen. Allerdings merkt man auch, dass die Serie grafisch langsam an eine Grenze kommt. Der Sprung zu MLB The Show 25 ist sichtbar, aber klein. In meinen Tests fiel mir auf, dass Bälle in die Crowd fliegen, der Ball wie von einem Trampolin hochspringt. Das ist gerade in einem Sport, wo es darum geht, dass die Zuschauer feiern, wie sie den Ball fangen, meiner Meinung nach doch sehr schwach dargestellt und etwas enttäuschend.


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Grundsätzlich bleibt die Serie eine Simulation und kein Arcade-Spiel. Timing, Pitch-Platzierung und Entscheidungen in der Defensive wirken sich direkt auf den Spielverlauf aus. Fehler werden bestraft, saubere Aktionen dagegen belohnt. Das sorgt dafür, dass Siege sich verdient anfühlen.


Eine der wichtigsten Gameplay-Neuerungen ist Big Zone Hitting. Dabei wird das klassische Zone-Batting etwas zugänglicher gestaltet. Die Trefferzone ist grösser und erlaubt konstanteren Kontakt mit dem Ball, ohne komplett auf Skill zu verzichten. In der Praxis bedeutet das, wenn du bisher Schwierigkeiten hattest, sauber zu schlagen, bekommst du hier eine Art Mittelweg zwischen Arcade-Timing und präzisem Zone-System. Ich habe damit mehrere Spiele getestet und gemerkt, dass das Batting etwas weniger frustrierend ist. Gerade bei schnellen Pitchern kann man schneller reagieren.


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Neu ist auch Bear Down Pitching. In Drucksituationen kannst du einen Fokus-Moment aktivieren. Kurz gesagt: Der Pitch wird präziser, aber diese Fähigkeit ist begrenzt und kann nur ein paar Mal pro Spiel genutzt werden. Ich habe das im neunten Inning eines engen Spiels genutzt. Zwei Runner auf Base, ein Out. Der Moment, wenn das Spiel die Geräusche reduziert und sich auf den Pitch konzentriert, funktioniert tatsächlich gut. Es ist ein kleiner Mechanik-Trick, der Spannung erzeugt.


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Technisch lief mein Test auf der PS5 stabil. Ladezeiten sind kurz, Framerate bleibt konstant. Gelegentlich treten kleinere Glitches auf, zum Beispiel ungewöhnliche Animationen oder kurze Kamerafehler. Das bleibt aber selten und hat keinen grossen Einfluss auf das Spiel. MLB The Show 26 bietet weiterhin verschiedene Schwierigkeitsoptionen, mit denen sich das Spiel gut an das eigene Niveau anpassen lässt. Die Einstellungen beeinflussen unter anderem die Pitch-Geschwindigkeit, das Schlag-Timing und das Verhalten der KI im Fielding. Dadurch finden sowohl Einsteiger als auch erfahrene Spieler passende Bedingungen.


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Der Karrieremodus bleibt eines der Highlights der Serie. Der Weg zum Profi beginnt jetzt stärker in der Amateurphase. Man kann über Highschool, College-Programme und die College World Series gehen, bevor es überhaupt Richtung MLB geht. Neu ist auch ein langfristiges Zielsystem namens Road to Cooperstown, das darauf ausgelegt ist, eine Hall-of-Fame-Karriere über mehrere Jahre aufzubauen. Ich habe mit einem Starting Pitcher begonnen und wurde nach einigen Einsätzen in den Minor Leagues in die MLB hochgezogen. Die Entwicklung fühlt sich nachvollziehbar an, auch wenn manche Story-Elemente recht einfach gehalten sind.


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Der Franchise-Modus wurde ebenfalls erweitert. Transfers und Teammanagement wirken etwas strukturierter als früher. Ich habe eine Saison mit den New York Yankees gestartet. Trades, Budgetentscheidungen und Spielerentwicklung sind deutlich strukturierter als früher. Das Problem jedoch war, viele Änderungen sind eher Feinjustierungen. Wer den Franchise-Modus seit Jahren spielt, merkt Verbesserungen. Wer grosse neue Systeme erwartet, wird sie nicht finden.


Diamond Dynasty bleibt der grosse Online-Modus. Hier baust du ein Team aus Sammelkarten auf und spielst gegen andere Spieler oder in Challenges. Neue Events und Inhalte, wie zum Beispiel WBC-Inhalte, erscheinen vor allem als Events und Inhalte in Diamond Dynasty, nicht als eigener Modus. Das Ganze ist umfangreich, aber auch sehr grindlastig. Wer Ultimate-Team-ähnliche Systeme nicht mag, wird hier wenig Freude haben.


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Einer der stärksten Teile der Serie bleibt Storylines: Negro Leagues. Hier werden reale Baseball-Geschichten erzählt. Interviews, Archivmaterial und kurze spielbare Szenen verbinden sich zu einer Mischung aus Dokumentation und Spielmodus. Es ist selten, dass ein Sportspiel so bewusst historische Themen behandelt. Dieser Modus wirkt fast wie ein interaktiver Geschichtsunterricht über Baseball.



Fazit:

MLB The Show 26 ist ein sehr gutes Baseballspiel. Das Gameplay ist weiterhin hervorragend, die Präsentation authentisch und die wichtigsten Spielmodi sind umfangreich. Das Problem liegt weniger im Spiel selbst als in der Entwicklung der Serie. Die Verbesserungen sind spürbar, aber eher evolutionär als revolutionär. Wenn du Baseball liebst oder länger kein MLB-Spiel gespielt hast, bekommst du hier eines der besten Sportspiele überhaupt. Wenn du MLB The Show 25 noch aktiv spielst, fühlt sich dieser Teil eher wie ein verfeinertes Update an.


MLB The Show 26 Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

MLB The Show 26 ist für PS5, Xbox Series, Switch und Switch 2 erschienen. Wir haben das Spiel auf der PS5 getestet. Das Test-Muster stammt von Sony Interactive Entertainment, wofür wir uns herzlich bedanken.


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