The(G)net Review: MotoGP 26
- Simon Martella
- vor 2 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
Wir haben MotoGP 26 auf der PS5 über mehrere Stunden gespielt und relativ schnell gemerkt, was dieses Jahr geändert hat - oder eben nicht. Es fährt sich besser als seine Vorgänger, bleibt aber genau da stehen, wo man eigentlich einen grösseren Schritt erwartet hätte. Es macht vieles richtig, aber es fühlt sich auch so an, als würde es bewusst auf der sicheren Seite bleiben.

Die Basis ist wie immer: offizielle Saison, alle Teams, Fahrer und Strecken. Neu ist eher der Versuch, das Ganze etwas stärker als Erlebnis zu inszenieren. Also mehr als nur Rennen fahren. Ein Teil davon funktioniert, aber nicht durchgehend. Am deutlichsten merkt man die Veränderungen beim Fahrgefühl. Dieses Rider-Based Handling ist sofort spürbar. In den ersten Runden hatten wir direkt das Gefühl, dass wir aktiver eingreifen müssen. Es geht weniger darum, einfach einzulenken, sondern mehr darum, wie du den Fahrer bewegst. Gerade beim Rausbeschleunigen oder beim Korrigieren der Linie fühlt sich das direkter an.

Gleichzeitig passiert etwas Interessantes: Am Anfang wirkt das Ganze fast zugänglicher als früher. Du kommst relativ schnell rein. Aber sobald du versuchst, wirklich schnell zu fahren, merkst du, wie präzise du arbeiten musst. Zu spät bremsen oder zu aggressiv rausbeschleunigen wird sofort bestraft. Das Spiel gibt dir mehr Kontrolle, verlangt aber auch mehr.

Die zwei Spiel-Modi verstärken das nochmal. Im Pro-Modus musst du sauber fahren, sonst verlierst du direkt Zeit. Im Arcade-Modus kannst du deutlich mehr riskieren. Wir haben beides ausprobiert, sind aber ziemlich schnell im Pro-Modus geblieben, weil sich dort das eigentliche Spielgefühl besser entfaltet. Auf der Strecke funktioniert MotoGP 26 am besten. Geschwindigkeit kommt gut rüber, und gerade in engen Rennen entsteht schnell Druck. Wenn du in den letzten Runden noch an einem Fahrer dran bist, merkst du, wie das Spiel Spannung aufbauen kann.

Technisch läuft MotoGP 26 auf der PS5 sauber. Die Strecken sehen gut aus, vor allem während der Fahrt. Aber wir hatten nie den Eindruck, dass hier ein grosser Sprung gemacht wurde. Es ist eher eine saubere Weiterentwicklung. Die Framerate bleibt während der Rennen stabil, auch mit vielen Fahrern auf der Strecke. Ladezeiten sind kurz genug, dass sie nicht stören. In unseren Sessions sind keine grösseren Bugs aufgefallen, höchstens kleinere Unsauberkeiten bei Animationen. Zwischen den Modi gibt es keine spürbaren Performance-Unterschiede, das Spiel verhält sich durchgehend konstant.

Was uns dagegen immer wieder negativ aufgefallen ist, sind die Charaktermodelle. Jedes Mal, wenn eine Zwischensequenz kam, waren wir kurz raus. Gesichter wirken steif, Emotionen fehlen komplett. Das passt einfach nicht zum Rest. Gerade weil das Spiel versucht, mehr Atmosphäre aufzubauen, fällt das doppelt auf. Noch stärker merkt man das durch die Wiederholungen. Nach ein paar Sessions wussten wir genau, welche Animation gleich kommt. Gleiche Abläufe, gleiche Bewegungen. Das nimmt dem Ganzen viel Wirkung. Rein von den Personen und deren Verhalten im Spiel, wirkt es fast schon wie dazumal in den Spielhallen der 90er.

Beim Sound merkt man schnell, dass hier solide gearbeitet wurde, aber ohne grosse Überraschungen. Die Motoren klingen sauber und unterscheiden sich spürbar, vor allem bei hohen Drehzahlen. Beim Beschleunigen hörst du gut, wie die Maschine arbeitet, und auch das Runterschalten hat Gewicht. Das hilft beim Fahren, weil du dich nicht nur auf das Bild verlässt, sondern auch auf das, was du hörst. Unterm Strich ist der Sound funktional und unterstützt das Fahrgefühl gut. Für sich allein genommen ist er aber kein Bereich, der das Spiel besonders prägt.

Der Karriere-Modus ist grösser geworden. Mehr Entscheidungen, mehr Kontext, mehr Gespräche. Wir haben uns am Anfang noch darauf eingelassen, aber irgendwann klickt man sich eher durch. Die Auswirkungen fühlen sich oft kleiner an, als sie dargestellt werden. Diese Race-Off-Events mit Serienmaschinen bringen etwas Abwechslung rein. Wir haben sie ein paar Mal gespielt, aber danach sind wir wieder zurück zu den normalen Rennen. Es ist ein netter Zusatz, mehr nicht. Online macht das Spiel einen guten Eindruck. Grössere Lobbys, Crossplay, stabile Rennen. Mit vielen Fahrern auf der Strecke wird es automatisch unruhiger. Mal macht das richtig Spass, mal ist es einfach nur chaotisch.
Fazit:
Was bei uns am Ende hängen bleibt, ist ein gemischtes Gefühl. Das Fahrgefühl ist besser, die Rennen machen Spass, und die Basis stimmt. Aber das Spiel geht nicht den Schritt, den man vielleicht erwartet hätte. Es bleibt vorsichtig. Unterm Strich ist MotoGP 26 ein gutes Spiel. Wenn man nur das Fahren betrachtet, wahrscheinlich das Beste der Reihe. Aber es ist kein grosser Neustart. Wenn du die Serie magst, wirst du hier viel Spass haben. Wenn du auf eine grössere Veränderung gehofft hast, eher nicht. MotoGP 26 überzeugt vor allem auf der Strecke. Das neue Handling macht einen Unterschied und sorgt dafür, dass sich das Fahren besser anfühlt als zuvor. Abseits davon bleibt vieles solide, aber wenig mutig. Präsentation und Karriere bieten mehr Inhalt, nutzen ihr Potenzial aber nicht komplett aus. Am Ende ist es eine klare Weiterentwicklung für Fans, aber kein Spiel, das die Reihe neu definiert.

MotoGP 26 ist für PS5, Xbox Series X|S, Switch (2) und PC erhältlich. Wir haben uns das Spiel auf der PS5 angesehen. Das Test-Muster stammt von Milestone S.r.L., wofür wir uns herzlich bedanken.



