The(G)net Review: Spidersaurs

WayForward sollte mittlerweile jedem Fan klassischer Spiele ein Begriff sein, zeichnen sie sich doch für beliebte Spiele wie Double Dragon Neon, Shantea, River City Girls oder Aliens: Infestation verantwortlich. Auch Contra 4 für NDS aus dem Jahr 2007 gehört dazu und man kann ohne Lügen behaupten, dass jenes zu den besten Contra-Spielen aller Zeiten gehört.


Spidersaurs Wayforward Test Review Testbericht Xbox Playstation Switch

Trotz guter Kritiken und Fan-Applaus für Contra 4 bekam WayForward von Konami keine Chance auf ein weiteres Contra-Spiel. Also beschloss man 2019 einfach einen eigenen "Klon" mit Dinosauriern und Spinnen zu entwickeln. Spidersaurs war das Resultat. Leider war das Spiel bis heute nur mit Apple Arcade Abo zu spielen. Dort habe ich es auch zum ersten Mal ausprobiert, mich aber entschlossen, dass so ein Spiel nicht mit Touchscreen und auf Mini-Display gespielt werden sollte. Darum hab ich Spidersaurs damals mit keinem zweiten Blick gewürdigt. Ein grosser Fehler!


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Spidersaurs ist ein klassischer Run-and-Gunner wie er im Buche steht und ideal für mich als Contra- und Metal Slug-Fan. Als entweder männlicher oder weiblicher Kampflehrling der INGEST Corp., einem Lebensmittelhersteller, der versucht, den Welthunger zu besiegen, müssen wir ein fehlgeschlagenes Experiment vertuschen oder vielmehr vernichten. Es liegt an Victoria und Adrien, die Labor-Saurier zu eliminieren, bevor noch Schlimmeres passiert.


Victoria ist eine Punkrockerin, die ihre E-Gitarre als multifunktionellen Ballermann nutzt, während Adrian, ein Polizist in Ausbildung und Elite-Pizzabote (LOL), seine Baseball- und Sportausrüstung einsetzt, um dem Saurier-Gelage Herr zu werden. Somit haben beide Zugang zu unterschiedlichen Waffen und Taktiken. Während der Laser-Pickup Victoria mit wanddurchdringenden Lasern ausstattet, bekommt Adrian an dieser Stelle einen Flammenwerfer. Der typische Contra-Streuschuss von Victora wird bei Adrien zum Aufprallprojektil, das sich bei Berührung einer Wand oder eines Gegners in drei Kleinere aufteilt. Das lädt zum Experimentieren ein, bietet Solisten einen guten Grund, das Spiel mehrmals durchzuzocken und KoOp-Spielern ein zusätzliches, taktisches Element.


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Wie in Contra fliegen die Power-Ups über den Bildschirm und müssen angeschossen werden, bevor man sie einsammeln darf. Wer mehrere gleiche Power-Ups schnabuliert levelt den jeweiligen Schuss weiter auf. Das Spiel besteht aus sechs Abschnitten mit jeweils einem Mid-Boss und einem Endboss. Die Zwischenbosse dienen als Checkpoint, der es uns erlaubt, nach dem Abnippeln an dieser Stelle weiterzuspielen - oder den Charakter zu wechseln. Der Kniff: Power-Ups und Waffen verliert man nach einem Treffer wieder und nach drei Treffern heisst es dann Game Over und von vorne. Klingt schwer, ist es auch. Ehrlichgesagt ist der einzige Schwachpunkt der unausgeglichene Schwierigkeitsgrad. Von kinderleicht bis unfair ist alles jederzeit möglich. Zwar lässt das Spiel einem die Wahl zwischen Easy, Normal und Hard, wirklich easy fand ich die leichteste Spielstufe aber auch nicht unbedingt.


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Wer den Endboss am Levelende besiegt kriegt zur Belohnung ein Festmahl in Form eines grossen Stücks Spinnenfleisch (hmm, lecker!) und somit auch eine neue Fähigkeit. So werden neue Skills wie Doppelsprünge, das Wandklettern und Walljumps nach und nach freigeschalten. Es ist schade, dass man gewisse Fähigkeiten erst sehr spät erhält, denn sie alle machen das Spiel ein Stückchen besser. Es wäre schön gewesen, wenn einige zentralere Moves wie der Doppelsprung schon etwas früher verfügbar gewesen wären. Wenigstens darf man nach Beenden des Spiels einzelne Abschnitte wiederholen und wählen, ob dies mit oder ohne freigeschaltenen Fähigkeiten passieren soll.


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Vielleicht liegt es daran, dass Spidersaurs als Mobile-Game konzipiert wurde, aber die Menüs und Optionen kommen etwas kahl daher und bieten lediglich simple On-and-Off-Switches. Ein weiteres Symptom für die mobilen Wurzeln ist, dass man die Steuerung nicht umstellen darf. Ein grosses Versäumnis, zumal einige Tastenplatzierungen nach meinem persönlichen Geschmack etwas seltsam sind. Dass nach 2 Stunden bereits der finale Boss geplättet wird liegt hingegen in der Natur des Genres. Spidersaurs ist ein typisches Arcade-Spiel, bei welchem kein Level länger als 10 Minuten in Anspruch nimmt.


Wie viele der Spiele von Wayforward verwendet auch Spidersaurs den für sie typischen handgezeichneten Grafikstil und Humor. Das Charakter- und Feinddesign ist abermals gelungen. Feinde und Projektile sind gut zu erkennen, was für ein solches Spiel enorm wichtig ist. Auch die Musik finde ich grossartig, die übrigens Branchenveteran Harumi Fujita beisteuerte (bekannt für seine Arbeit an klassischen Capcom-Spielen wie Bionic Commando und Chip 'n Dale: Rescue Rangers).



Fazit:

Spidersaurs macht mächtig Spass! Ja es ist sauschwer und manchmal ein bisschen unfair, aber ich hatte wirklich jede Menge Fun. Es ist eine Liebeserklärung an Contra im typischen WayForward-Stil. Dass es als Mobile-Game entworfen wurde merkt man zwar hier und da (langweiliges und karges Menü mit nur rudimentären Anpassungsmöglichkeiten), schaden tut es dem Spielspass letztlich aber nicht. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie sich das Ganze auf einem futzeligen Handy-Display mit Touch-Kontrollen spielt, ist ja schon mit Controller eine Challenge. Hier spielt es sich jedenfalls göttlich. Kurz; wer Lust auf ein klassisches, lustiges und gut gemachtes Run-and-Gun hat, sollte sich den 20.- Franken teuren Download auf jeden Fall gönnen. Spidersaurs ist ein weiterer exzellenter Eintrag in WayForwards toller Spiele-Bibliothek.



Wir haben Spidersaurs selbst gekauft und auf einer Xbox Series X gespielt. Das Spiel ist auch für Nintendo Switch, PC, Playstation 4 und Playstation 5 zu haben und zum Zeitpunkt dieses Tests nur als rein digitaler Download.

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