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- The(G)net Review: Go Vacation
Der Urlaub ist bereits zu ende oder findet gar nicht erst statt? Die ganze Kohle für digitale Unterhaltung verbraten? Da springt Go Vacation in die Bresche. Ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen, geht es auf nach Kawawii –Island, wo grenzenloser Spass wartet – oder? Mini-Spiel Sammlungen gibt es wie Sand am Meer, leider taugen viele davon nur wenig. 2011 machte sich ein eben solcher Titel von Namco Bandai auf den Weg in den Handel, dessen Name: Go Vacation. Tatsächlich haben wir uns bereits vor einer gefühlten Ewigkeit auf zur Insel Kawawii gemacht. Gleich vornweg: am Spiel hat sich nur wenig geändert. Neu hinzugekommen sind Belohnungskisten, welche treue Vierbeiner und Klamotten beinhalten. Zudem gehen wir jetzt Angeln und fotografieren 40 verschiedene Tierarten auf dem Eiland. Das bringt Abwechslung in die offene Mini-Game Welt. Denn genau wie vor sieben Jahren ist die Insel frei begeh- und fahrbar. So erreichen wir nicht nur die verschiedensten Mini-Spiele, sondern machen neu auch noch Fotos auf dem Weg dahin. Salz der Suppe sind nach wie vor die variantenreichen Tätigkeiten, die sich in den vier Resorts verteilt haben. Zu finden sind diese im See-, Stadt-, Schnee-, oder Berg Bereich; und zwar ganze 50 Stück davon. Für Abwechslung ist damit gesorgt, nur deren Qualität schwankt auch heute noch. Fans der mit dem Wii eingeführten Bewegungssteuerung werden sich kaum mehr einfinden können vor lauter Freude. Viele der oft sehr belanglosen Insel-Aktivitäten müssen mittels Joypad Bewegung vollendet werden. So gilt es beim Bungie-Jump im richtigen (und idealerweise letzten) Moment das Joypad nach oben zu reissen. Lustige Figuren mit der KI und dem menschlichen Mitspieler sind in luftigen Höhen beim Fallschirmsprung zu meistern. Auch hier: Ohne Joypad-Kippen gelingt das manövrieren des eigenen Charakters nicht. Wer nichts mit dem Gefuchtel anzufangen weiss, findet selbstverständlich auch die eine oder andere Sportart im Portfolio. Leider schwankt die Qualität auch hier massiv. So ist Volleyball grösstenteils Spassbefreit. Der eigene Charakter lässt sich ohne jeglichen, ersichtlichen Grund nicht immer selbst steuern. Damit wird die eigentlich einfach umzusetzende Sportart zur Lachnummer. Besser funktioniert Tennis, das im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten gar mehr als zwei Buttons nutzt. Ein Virtua Tennis sollte nicht erwartet werden, dafür steuern sich die eigenen Tennis-Cracks schlicht zu behäbig. Insbesondere zu zweit macht das Spielchen aber immerhin kurz Spass. Technisch widert Go Vacation nicht an, macht aber so einiges falsch. Optisch ausreichend, sieht man dem Spiel seine Herkunft dennoch zu jeder Zeit an. Könnten wir damit noch umgehen, irritieren die immer wiederkehrenden Lade-Bildschirme dann doch etwas mehr. Gespräch mit Insel-Charakter: Loading-Screen, Spiel-Info: Loading Screen, Spiel Start: Loading Screen. Was genau hier nachgeladen werden muss, erschliesst sich dem Spieler leider nicht. Die musikalische Berieselung langweilt, die Optik ist altbacken. Sprachausgabe suchen wir vergebens, alle Charaktere brabbeln vor sich hin; die komplett uninteressanten Texte müssen mitgelesen werden. Fazit: Alleine driftet der Titel in die komplette Belanglosigkeit ab. Wer einen Mitspieler zu Hand hat, findet mit den unzähligen Mini-Spielen sicherlich Abwechslung. Go Vacation ist aber der Inbegriff von Quantität statt Qualität. Kaum eine Aktivität schafft Lust, sich länger (oder überhaupt) damit zu beschäftigen. Praktisch überall kämpfen wir uns mit Steuerungs-Ungereimtheiten herum. Eigentlich wäre in den Jahren zwischen dem Original-Release und heute genügend Zeit gewesen für Feinschliff, der fehlt aber gänzlich. Dafür dürfen wir in der langweiligen Insel-Welt auf Tiersuche gehen und virtuelle Fotos schiessen – na toll. Insgesamt ist Go Vacation auch 2018 eine enttäuschende Nummer. Das ist schade, es wäre deutlich mehr möglich gewesen.
- The(G)net Review: Salary Man Escape
Frisches Futter für ausgehungerte VR-Enthusiasten. Statt einem hektischen Shooter oder einer erneuten Horror-Erfahrung erwartet Fans von virtuellen Realitäten im Juni dieses Jahres ein Vertreter des Puzzle-Genres. Der Begriff Salary Man stammt aus Japan und definiert einen Büroangestellten in einem angesehenen Unternehmen. In Japan war es vor nicht allzu langer Zeit keine Seltenheit, das ganze Arbeits-Leben im selben Betrieb tätig zu sein. Entsprechend war die gut bezahlte und gestellte Position des Salary Man ein oft angestrebtes Karriere-Ziel. Damit hat Salary Man Escape letztendlich nur wenig zu tun. Kaum ist Sonys VR-Brille am eigenen Kopf fixiert, finden wir uns mitten im Spiel wieder. Einstellungen wie etwa eine Anpassung an der vorgegebenen Steuerung oder am Schwierigkeitsgrad gibt es nicht. Das Geschehen präsentiert sich aus einer etwas entfernten, diagonal-von-aussen Perspektive. Es gilt dem Salary Man dabei zu helfen, seinem tristen Büro-Alltag zu entfliehen. Um ihn seinem Ziel näher zu bringen, wird wahlweise mittels Joypad oder Move-Controllern die Umgebung umhergeschoben. Einzelne Objekte lassen sich schieben, ziehen und verschieben, um so neue Wege zum angestrebten Ausgang frei zu machen. Dabei kommt eine ansprechend umgesetzte Physik-Engine zum Einsatz, welche entsprechend berücksichtig werden sollte. Das Spiel ist nicht absonderlich lang, bietet mit seinen gut acht Stunden Spielzeit aber genügend Unterhaltung, speziell in Anbetracht des schmalen Preises. Auf den Rätselfreund mit VR-Brille warten insgesamt ein halbes Dutzend Kapitel mit insgesamt 78 Levels. Technisch bieten andere VR-Titel der letzten Monate deutlich mehr. Der Grafikstil ist äusserst minimalistisch gehalten, wenn auch immer stilvoll. Dazu passt der aus dem 80er Jahre-Japan inspirierte Soundtrack. Dank des ruhigen Gameplays und der einfachen Grafik dürften auch VR-ungeübte Spieler mit dem Titel klarkommen. Im Gegensatz zu hektischen Shootern oder nervenaufreibenden Psycho-Spielen ist die Flucht des Büroangestellten ein Titel für jedermann, sofern eine gewisse Puzzler-Affinität vorhanden ist. Fazit: Wer einfache Physik-Puzzles mag und nicht vom spartanischen Grafikstil abgeschreckt wird, findet in Salary Man Escape ein unterhaltsames Stück Software für die heimische VR-Brille. Wie so oft bei Puzzle-Spielen dieser Art, bleibt die ganz grosse Begeisterung aus. Dennoch erfüllt das Spiel seinen Zweck und weiss dank gut umgesetzter Physik und einigen unterschiedlichen Lösungswegen durchaus zu gefallen.
- The(G)net Review: Meisterdetektiv Pikachu
Er ist kein Trainer, hat keine Erfahrung mit Pokémon und erinnert kein bisschen an die bisherigen Protagonisten
- The(G)net Review: Crossing Souls
Die guten, alten 80er Jahre, wir können sie einfach nicht hinter uns lassen! Man muss im Pantheon der endlosen Popkultur nicht weit blicken, um zu sehen, dass die Ära der Neonfarben, Stülpen und Synth-geladenen Beats wieder in vollem Gange ist. Den Scharm und die Nostalgie dieser Zeit macht sich auch Entwickler Fourattic mit ihrem Pixel-Abenteuer Crossing Souls zu Nutze und wir haben uns voll darauf eingelassen. Die Einflüsse der 80er Jahre haben sich gegenwärtig nicht nur in Filme, Serien, Musik und Kleidung eingeschlichen, sondern auch in neue Videospiele. Crossing Souls scheint von der ersten Minute an eine Liebeserklärung an diese Ära zu sein. Wer in den Achtzigern geboren wurde, fühlt sich dank pochender Synthi-Musik und bunter Pixel-Optik unweigerlich in seine Kindheit zurück versetzt. Hin und wieder wird man mit animierten Zwischensquenzen belohnt, die an die Trickfilme am Samstagmorgen erinnern. Ich wünschte, es gäbe mehr von ihnen! Dabei bedient sich Crossing Souls thematisch hauptsächlich an Vorlagen wie Ghostbusters oder The Goonies. Eine Mischung, die uns "alte Hasen" unweigerlich in seinen Bann zieht. Das Spiel hat aber nicht nur eine hübsche Fassade. Dahinter verbirgt sich ein faszinierendes Action-Abenteuer mit einer überraschend tiefgründigen Geschichte rund um Freundschaft und Opferbereitschaft. Alles beginnt ziemlich harmlos. Wir übernehmen die Kontrolle über fünf Schulfreunde, die sich 1986 in einem kleinen, liebenswerten Örtchen in Kalifornien auf einen ganz normalen Sommer freuen. Nach einem bizzaren Regensturm und einer mysteriösen Entdeckung befindet sich die Gruppe urplötzlich inmitten einer Regierungsverschwörung, komplett mit militärischen Angriffen eines bösen Majors und seinen Schergen und der Fähigkeit, in eine Geisterdimension zu wechseln. Jeder der fünf Freunde bringt eine spezielle Eigenschaft mit. Chris führt seinen Baseballschläger ins Gefecht und kann mühelos Klettern und Springen. Matt, der kleine Wissenschaftler, legt mit seinem Jetpack grosse Distanzen zurück und bekämpft Feinde mit seiner Laserpistole aus der Ferne. Big Joe ist der stärkste der Truppe und kann schwere Kisten und andere Objekte bewegen. Die verschiedenen Fähigkeiten der Freunde wollen in allerlei Umgebungspuzzles geschickt kombiniert werden, ebenso wie in den Kämpfen. Gerade die Puzzles sind intelligent aufgebaut und fordern manchmal auch einiges an Hirmschmalz, gut so! Apropos Kampf: Auch hier orientiert sich Crossing Souls an altbekannten Klassikern aus den 80ern und mixt gekonnt bodenständige Hack-n-Slash Action mit kleinen und grossen Baller-Einlagen. Wenn ihr erstmal alle Charaktere beisammen habt, wird das Kampfsystem mit dem ständigen Charakterwechsel richtig spassig! Und auch wenn Chris mein Lieblingscharakter war, so war er doch nicht immer der beste Mann für den Job. Gerade Charlie mit ihrer weitreichenden Seilattacke, gepaart mit der flinken Ausweichrolle, erwies sich in den Kämpfen oft als die bessere Wahl. Jeder Charakter hat seine eigene Ausdauer- und Lebensleiste und wenn mal einer kurz vor dem Tod steht, dann wechselt man halt auf Knopfdruck zum Nächsten. Herzen und andere Gegenstände, die eure Gesundheit wieder herstellen oder die Kämpfe vereinfachen (z.B. Bomben), sind meist in unmittelbarer Nähe zu finden. Zu Beginn des Abenteuers erhalten wir einen Duat-Stein, ein mysteriöses Gerät, das Geister und andere übernatürliche Wesen in der Umgebung sichtbar macht. Die meisten Geister sind harmlos und wollen in Ruhe gelassen werden. Andere haben kleine Aufträge parat und wieder andere wollen uns einfach nur an den Kragen. Die Geisterwelt zu erkunden macht eine Menge Spass, da sich viele lustige Dialoge und Momente mit den Geistern ergeben. Überhaupt ist der Grossteil von Crossing Souls sehr unterhaltsam inszeniert und bietet eine gelungene Mischung aus Erkunden, Kämpfen und Rätseln. Auch eine Menge Mini-Spiele und Bosskämpfe halten die Dinge am Laufen. Zu den Höhepunkten gehören eine Verfolgungsjagd auf dem BMX-Bike und ein Boss-Kampf, der an das Farbenspiel des damaligen Spielcomputers "Senso" erinnert. Fazit: Was für ein tolles Spiel für Kinder der 80er Jahre! Crossing Souls ist voll mit Referenzen und Anspielungen an die "gute alte Zeit", birgt überraschende Wendungen, viel Humor, abwechslungsreiches Gameplay und eine äusserst charmante, Detail verliebte Pixel-Optik. Genau meins! Es konnte mich aber auch durch seine sympathischen Charaktere und die starke Erzählung begeistern. Einzig die Steuerung ist manchmal etwas bockig, darüber sehe ich aber gerne hinweg. Was auch immer der Grund sein mag - die offensichtliche Nostalgie oder die Liebe zu Retro-Spielen - Crossing Souls ist ein durchwegs aufregendes Abenteuer und sein Geld allemal wert.
- The(G)net Review: UFC 3
So bliebt mein Gladiator manchmal einfach stehen, statt das am Boden liegende Gegenüber zu erledigen.
- The(G)net Review: The Inpatient
Sony fährt 2018 die Geschütze im VR-Bereich wieder hoch und mit Skyrim-VR oder Doom-VR sind so bekannte wie grosse Titel ebenfalls rege vertreten. Mit "The Inpatient" kommt das Prequel von "Until Dawn" auf die Brille ins Wohnzimmer. Wer Letzteres gespielt hat weiss, um was es geht. Trefft erneut weitreichende Entscheidungen in einem dunklen, modrigen Sanatorium im Ort Blackwood Pine. Für knapp 50.- Franken ist "The Inpatient" ein eher teurer Spass für die VR-Brille im Vergleich zu anderen Spielen. Mit einem Installationsvolumen von 12 GB erahnen wir, dass es sich nicht um eine lange Story oder ein umfangreiches Abenteuer handelt. Nach dem Start erscheint das Menü und es muss gesagt sein, dass die Grafik nicht schlecht umgesetzt wurde. Im Gegensatz zu anderen VR-Titeln sieht "The Inpatient" sehr schön aus und ist atmosphärisch wirklich gut gelungen. Somit kann das Grusel-Abenteuer in der Klinik von Blackwood Pine beginnen. Gefesselt an einem Stuhl werden wir von dem Arzt Jefferson Bragg befragt. "Können Sie sich erinnern?", plötzlich sitzt man in einer Rückblende. Wieder, "Können Sie sich besser erinnern?", wieder eine Rückblende derselben Situation. Es beschleicht uns ein Gefühl von Verwirrung und Ahnungslosigkeit, ein Beginn, der sich in die Länge zieht. Die Antworten werden entweder durch den Controller gegeben oder durch ein sehr innovatives Sprachsteuerungssystem. Lustig ist, dass es sogar Schweizer Deutsch versteht (Natürlich, weil die Schlagworte wie Ja/Nein der ausschlaggebende Punkt zur Interaktion sind). Die Antworten der Charaktere sind überzeugend vertont und geben der Geschichte eine tolle Atmosphäre. Ein weiterer Pluspunkt des Spiels sind die weitreichenden Entscheidungen, die den Spielfluss massgeblich beeinflussen. Schon der erste Schritt im Spiel, die Wahl des Geschlechts, ändert den Lauf der Geschichte. Nach der Befragung erwachen wir in einer Zelle, wo uns die Schwester Victoria das Essen serviert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nimmt die Geschichte seinen Lauf und wir erhalten einen Zimmergenossen namens Gordon. Nach mehreren Frage-Antwort-Spielchen starten dann endlich die grusligen Momente. Wer nun Hardcore-Splatter und literweises Blutvergiessen à la "The Evil Within" erwartet wird hier nicht fündig. "The Inpatient" spielt mehr mit der Umgebung, der Stille und einer bedrückenden Unsicherheit. Um sehr schreckhafte Personen zu beruhigen: Jump-Scare-Momente gibt es nur wenige. Allgemein bleibt der Horror-Funken allzu oft auf der Strecke, was etwas schade ist. Wir wechseln aus der realen Welt zu Rückblenden und psychotischen Träumen. Das Geschehen nimmt zu keiner Zeit richtig Fahrt auf. Einzig die sehr gute Grafik hilft den Controller nicht einfach gelangweilt aus den Händen zu legen. Bewegung und VR haben keine gute Beziehung zueinander. Nur zu oft beklagen sich Spieler über Übelkeit. "The Inpatient" hat eine Lösung für dieses Problem gefunden. Sie heisst: Trägheit. In der Standardeinstellung können wir uns jeweils nur in 15 Grad Winkeln umsehen und laufen stets im Schneckentempo die Gänge rauf und runter. Das fördert nicht gerade die Spielbarkeit, wohl aber das Gesundheitsgefühl des Spielers. Wer will darf sich für eine leicht flinkere, freie Steuerung entscheiden. Wirklich besser wird das Erlebnis dadurch aber nicht. Die mühselige Steuerung ist eines der grösseren Probleme von The Inpatient. Zu oft greifen wir an Objekten vorbei, bleiben an Tischen und Stühlen hängen oder fuchteln mit dem Controller wild herum, um eine Tür zu öffnen. Ein klarer Kritikpunkt ist auch der Umfang des Spiels. Nach gerade mal 3 Stunden haben wir unseren Gruseltrip bestanden und stehen mit mehr Fragen als Antworten vor dem Bildschirm. "Soll man das Spiel nochmals bestreiten?". Es gibt zwar mehrere Enden, durch die erwähnten Macken werden die aber wohl nur die wenigsten Spieler zu sehen bekommen. Fazit: "The Inpatient" hat im Vergleich zu anderen VR-Titeln das Prädikat "gut" verdient. Sony liefert nicht den Wurf des Jahrhunderts aber auch nicht den schlechtesten. Grafisch ist das Spielt wirklich top und die an sich interessante Story sorgt für eine gute Ablenkung. Das Sanatorium und die Albträume des Helden sind überzeugend gestaltet und sorgen das eine oder andere Mal für einen Gruselmoment. Das Entscheidungssystem, das den Lauf der Geschichte beeinflusst, wurde ebenfalls gut umgesetzt und sorgt für einen guten Wiederspielwert. Die Steuerung ist leider eher schlecht ausgefallen, dafür haben sich die Macher gute Gedanken gegen die Übelkeit gemacht. Grösster Kritikpunkt meinerseits ist die Kürze des Spiels. Lieber hätte ich ein "Until Dawn 2" genossen, als eine 3 stündige Verwirrstory, die mehr Fragen aufwirft als sie zu beantworten vermag.
- The(G)net Review: Okami HD
Capcom lässt erneut den Wolf tanzen, dieses Mal in Ultra-HD! Okami HD ist nämlich nicht die erste "High-Definition"-Neuauflage des zeitlosen Action-Adventures. Bereits 2012 wurde Okami für PS3 mit Move-Support veröffentlicht - damals "nur" in Full-HD. Jetzt gibt es das Kunstwerk erstmals mit 4k-Optik und da das Spiel für uns zu den besten Action-Adventures aller Zeiten gehört, haben wir es uns erneut angeschaut. Im Lande "Nippon" herrscht Unheil. Die Menschen haben den Glauben an die Götter verloren. Als Folge davon verdunkelt sich die Sonne, Bäume verschwinden, die Natur verottet und Seen trocknen einfach aus. Ein gefundenes Fressen für den achtköpfigen Dämon Orochi, der aus dieser Misere neue Lebensenergie zieht. Die einzige Hoffnung für die Bewohner stellt die Naturgöttin in Gestalt eines weissen Wolfes dar: Amaterasu. Zusammen mit ihrem Käfer-Buddy "Issun" macht sie sich auf, die Welt zu retten. So klischeehaft und einfach die Story jetzt klingen mag, entwickelt sie sich doch im Verlauf des Abenteuers immer weiter und wird immer spannender, ganz im Stile klassischer Zelda-Abenteuer. Während des ganzen Adventures wird euch die Story in Form von Sprechblasen erzählt. Sprachausgabe gibt es keine, d.h. die Charaktere reden nur mit einem - mitunter ziemlich nervigen - Gemurmel. Unsere Aufgabe als Gottheit besteht nun darin die Flora und Fauna der Welt durch unsere spezielle Macht wieder in Ordnung zu bringen. Mit unserem magischen Pinsel können wir während des Abenteuers jederzeit mit der Umwelt interagieren. Mit ihm bringen wir Pflanzen zum Blühen, reparieren Gegenstände, sprengen Löcher, oder lassen sogar die Sonnen aufgehen. Feinde oder gar Barrikaden werden damit einfach zerschnitten. Kommt der Pinsel zum Einsatz, wird das Bild kurzzeitig eingefroren. So können wir ungehindert malen. Im Verlauf des Abenteuers kommen wir in den Besitz von insgesamt 13 unterschiedlichen Fähigkeiten für den magischen Pinsel. In Okami wird auch gerätselt. Die meisten Rätsel erfordern fleissigen Pinsel-Einsatz. Das ist auch heute noch eine fantastisch frische Idee und wurde hervorragend ins Gameplay integriert. Um das fiktive Japan aus den Fängen des Bösen zu retten müsst ihr das ganze Land bereisen und 13 andere Götter aufsuchen, um euch deren Fähigkeiten anzueignen. Langsam verwandeln wir so ganz Japan in ein buntes, wundervolles Märchen-Paradies. Das Spiel kann man sich im Grunde als eine Art "Zelda" vorstellen. Ihr durchstreift riesige Gebiete, kämpft euch durch unzählige, gut durchdachte Dungeons, trefft Hunderte von interessanten Charakteren und werdet immer stärker. Ihr trefft haufenweise Leute, die eure Hilfe benötigen. Erfüllt ihr deren Wünsche, verstärkt sich der Glaube an euch (ihr seid schliesslich ein Gott) und dafür erhaltet ihr wiederum Skill-Points. Diese könnt ihr gebrauchen, um eure Charakter-Werte zu verbessern, z.B. für mehr Lebensenergie oder mehr Tintenbecher (euer Pinsel verbraucht magische Tinte). Gut gelungen sind die amüsanten "Gespräche", die ihr mit den Leuten und Tieren führt. Sie alle sprühen vor Wortwitz und bringen einen immer wieder zum Lachen. Auch die atemberaubenden Bosskämpfe erfordern viel Geschick und Einfallsreichtum. Nur mit Köpfchen könnt ihr die riesigen Gestalten besiegen. Nach jedem Kampf wird wie in einem Rollenspiel abgerechnet und ihr erhaltet Geld und/oder Items. Die Kämpfe machen aber nicht den Hauptteil der Aktivitäten in Okami aus. Ihr werdet häufiger Rätsel lösen und die riesige Welt erkunden als Kämpfe bestreiten. Rücksetz- sowie Speicherpunkte finden sich ebenfalls en masse. Die Steuerung habt ihr im Nu intus. Einzig die Pinseleinlagen erfordern ein bisschen mehr Geschick, da sie doch recht präzise eingegeben werden müssen, was mit einem Stick nicht immer einfach ist. Die Kamera ist gelungen und leistet sich keine gröberen Aussetzer. Auf Knopfdruck wählt ihr zwischen verschiedenen Nah- und Fern-Perspektiven. Auch eine Ego-Ansicht ist mit dabei. Eine der ganz grossen Stärken von Okami ist sein unverwechselbarer Stil. Die Grafik sieht einfach atemberaubend gut aus. Alles wurde in einem Pastell Cell-Shading look kreiert, im Stile japanischer Pinsel-Malereien. Vor allem die farbenfrohen Umgebungen mit all den Blumen und Bäumen sind der Hingucker. Auch die Wölfin Amaterasu wurde herrlich animiert und designt. Wenn sie läuft, hinterlässt sie keine Fuss- sondern eine Blumenspur. Die vielen Charaktere, welche ihr im Spiel antrefft, sind wie das Spiel selbst sehr "Japanisch" gehalten. Die einzigen technischen Schwächen von Okami HD sind vereinzelte Grafik-PopUps und die Tatsache, dass trotz der minimalistischen Grafik keine 60 Bilder pro Sekunde geboten werden. Musikalisch werden eure Ohren vorzüglich verwöhnt. Ein wunderschöner, japanischer Orchestersoundtrack wird während des gesamten Abenteuers eingespielt und passt perfekt zu den kunstvollen Treiben auf dem Bildschirm. Die Umgebungsgeräusche wie Wasser oder Vogelgezwitscher erschaffen im Zusammenspiel mit der Musik eine märchenhafte Atmosphäre. Einzig die komischen Laute, die alle Bewohner während der Gespräche von sich geben, fallen mit der Zeit störend auf. Fazit: Okami ist einfach nur zauberhaft, war es schon immer! Jetzt - dank knackscharfer Ultra-HD Optik - aber erst recht. Klar, mann muss schon ein wenig Japan-affin sein, um die Thematik und den eigentümlichen Wasserfarben-Stil wert zu schätzen. Hinter dieser sehr speziellen Fassade verbirgt sich gemessen am heutigen Standard jedoch noch immer eines der besten Action-Adventures aller Zeiten. Es ist schwierig die Genialität von Okami in Worte zu fassen. Man muss es einfach selbst gespielt haben, in diese Welt eintauchen und sich verzaubern lassen. Die Rätsel sind intelligent und fordernd, die Welt ist riesig, der Umfang sprengt alle Grenzen und unterhält monatelang. Wer Okami noch nicht kennt, hat einen Meilenstein der Spiele-Geschichte verpasst und sollte es sich auf jeden Fall spätestens jetzt gönnen. Und wer wie ich gerne in Erinnerungen schwelgt natürlich auch.
- The(G)net Review: Playerunknown's Battlegrounds
Dieses ist jetzt als "Game-Preview" Fassung erschienen und wir haben es auf der brandneuen Xbox One X Fazit: Auch wenn es etwas unfair erscheint, eine Preview-Fassung eines Spiels zu bewerten, muss es sich
- The(G)net Review: Sonic Forces
Er ist zurück: Der blaue Igel namens Sonic. Seit Kindheitstagen begleitet er uns und nun dürfen wir ein neues, vollwertiges Abenteuer mit ihm in der Hauptrolle angehen. Wir sprechen von Sonic Forces, erhältlich auf PS4, XBOX One und Nintendo Switch. Diesmal ist alles ein bisschen anders als in den Vorgängern. Der blaue Igel verliert gegen Dr. Eggman und seine Gefolgsleute, insbesondere dank "Infinite" - dem neuen furchteinflössenden Antagonisten. Die Welt wird fast gänzlich erobert und es liegt nun an der Rebellion, den blauen Planeten zu befreien. Die Story von "Sonic Forces" ist spannend, geprägt von vielen Cutscenes und mit lustigen Momenten ausgeschmückt. Einzigartig: Erstmalig in der Sonic-Reihe dürfen wir unseren eigenen Helden kreieren und somit "selbst" in die Geschehnisse eintauchen. Wir haben die Möglichkeit, diesen neben einem klassischen sowie einem modernen Sonic zu spielen. Dies bringt bereits die erste Varietät ins Spiel. Die Verbindung von Classic und Modern Sonic ist etwas, was wir aus "Sonic Generations" (2011) noch kennen und es gefiel schon damals. Zurück zum eigenen Helden, der den einfachen Namen "Rekrut" oder auf Englisch "Rookie" trägt. Das Customizing ist nicht allzu ausgeprägt, macht aber eine Menge Spass. Zur Wahl steht anderem die Tierart. Wolf, Vogel, Igel und weitere - jedes Tier besitzt eine spezielle Fähigkeit, beispielsweise höhere Unverwundbarkeit nach Crashes oder rumliegende Münzen werden durch eine Sogwirkung beim vorbei rennen automatisch aufgesammelt. Neben Wählen der Frisur und Augenform erwartet den Spieler eine fast unendliche Auswahl an Kleidung und Accessoires, die unseren Helden im Design und damit dessen Coolness noch weiter aufwertet. Diese Objekte erhält man mit jedem bestandenen Level oder durch das Abschliessen von Herausforderungen. Der Rekrut ist zwar nicht so schnell wie Sonic, trägt dafür gefährliche Waffen bei sich. Diese Waffen nennen sich Whispon und unterscheiden sich untereinander stark in der Wirkung. So kann die Wahl der Waffe enorme Auswirkungen auf ein Level haben. Wählt also gut, ob ihr den Abschnitt mit einem Feuerwerfer oder einer Blitzpeitsche absolvieren wollt. Unabhängig von der Waffenwahl sind wir zuversichtlich, dass jedes Level auch ohne jene gut gemeistert werden kann. Die Wahl-Möglichkeit sorgt aber zumindest für eine gute Portion Abwechslung. Wo wir gleich beim Thema sind: "Sonic Forces" ist leider ein bisschen einfach geraten. Die Steuerung braucht nur eine kurze Zeit des Angewöhnens und ist danach rasch gemeistert. Das Spiel verbindet jedoch alle uns bekannten Spielmodi und die Levels wechseln nach Belieben von Innovativ-3D zu Retro-2D und wieder zurück. Dieser ständige Wechsel sticht heraus und fordert darauf passende Reaktionen. Leider gibt es auch einige negative Punkte. So sind die Hindernisse manchmal unvorhersehbar; ein Ausweichen ohne hyperschnelle Reaktionsgeschwindigkeit wird ein Ding der Unmöglichkeit. Wir halten unsere Kritik hierzu jedoch in Grenzen. Sonic ist ein high-speed Spiel, das Crash-Risiko ist daher nur logisch. Wir nehmen das hin. Spass machen die Boss-Fights. In "Sonic Forces" sehen wir alle Antagonisten aus der Vergangenheit vereint: Dr. Eggman, Metal Sonic, Zavok und andere. Neu im Spiel: Infinite. Die Boss-Fights sind stets anders aufgebaut und entsprechend abwechslungsreich; wirklich schwer sind aber auch jene Herausforderungen nicht. An der Grafik von "Sonic Forces" fehlt kaum etwas. Helden wie auch deren Gegner sehen toll aus. Die Umgebung ist farbenfroh und die Stages führen vom Dschungel bis hin in den Weltraum. Zu all dem passt die Musik wie die Faust aufs Auge und rundet das Ganze angenehm ab. Das Spiel ist von kurzen, zwei bis drei Minuten dauernden Levels geprägt, lässt dafür jedoch umso mehr Zeit für viele Cutscenes. Manchmal ist fast schon unklar, ob noch ein Sonic-Spiel über die Mattscheibe flimmert, oder bereits eine Sonic Film-Adaption. Ob das nun gut oder schlecht ist, darf jeder für sich selbst beantworten. Fazit: "Sonic Forces" bringt den Kult-Igel auf unterhaltsame Art und Weise zurück. Neu ist das Schaffen eines eigenen Avatars und der stetige Wechsel zwischen 2- und 3-D. Das Spiel an sich ist nicht allzu schwer, bietet aber insbesondere mit den Boss-Kämpfen seine kleinen Herausforderungen und Höhepunkte um nicht langweilig zu werden. Die Story ist für die Sonic-Reihe gut aufgebaut und wird mit toller Grafik untermalt. Leider fallen Anzahl und Länge der Levels ein wenig ab; wir hätten uns hier mehr gewünscht. Sonic Forces hätte noch viel mehr Potenzial, erfüllt aber in Anbetracht des niedrigen Kaufpreises unsere Erwartungen.
- The(G)net Review: Destiny 2
Spiel mich trotz einiger Ärgernisse nach wie vor fasziniert, möchte ich einmal vom Standard-Pfad meiner Reviews Man kämpft sich mit Mitspielern durch riesige Horden Gegner, löst Rätsel, hüpft durch die Gegend und
- The(G)net Review: FIFA 18
Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Schlagwörter und Fussball-Phrasen hören wir nicht nur gerne bei Live-Übertragungen, auch in den jährlichen Testberichten nutzen wir sie gerne und oft. Ob FIFA 18 den Kontrahenten aus Japan an die Wand spielt oder den Ball aus dem eigenen Tor holen muss, haben wir uns angesehen. Der letztjährige Fussball-Ableger von EA war geradezu innovativ, verglichen mit dessen Vorgängern. Nicht nur eine gänzlich neue Grafik-Engine kam zum Einsatz, erstmalig galt es auch einen Story Modus zu absolvieren. Obschon die Frostbite-Optik sehr ansehnlich war, ein grosser Sprung ist den tausenden von FIFA-Spielern nicht ins Auge gestochen. Umso erfreulicher dagegen, endlich einer richtigen Story folgen zu können. Alex Hunter tummelte sich allerdings nur in der Premiere League rum. Dass die absatzstärkste Liga der Welt im Fokus des ebenso gewinnorientierten Unternehmens von EA liegt, ist nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund der Vergangenheit waren wir umso mehr auf den aktuellen virtuellen Kick gespannt. Erstmal zur Grafik: Was EA im vergangenen Jahr mit dem Story-Mode revolutioniert hat, passierte heuer mit der Optik. Erstmalig zeigt die Frostbite Grafik-Engine wozu sie in der Lage ist. Erstklassig modellierte Spielergesichter, gigantische Stadien mit schön anzusehenden Licht-Effekten und nicht zuletzt der frisch wirkende Rasen, hier stimmt alles. Fast alles; denn wie schon bei den Vorgängern profitieren insbesondere bekannte Spieler von den detaillierten und originalgetreuen Gesichtern. Weniger bekannten Kickern wurde deutlich weniger Wiedererkennungswert spendiert. Das tut der insgesamt grossartigen Atmosphäre aber kaum einen Abbruch. Zumal die tosenden Fan-Gesänge und das Kommentatoren-Duo auch in FIFA 18 auf der ganzen Linie überzeugen. Erst die Premiere-League, dann der Rest der Welt. Waren letztjährig einige Manager aus Englands Top-Liga an der Seitenlinie zu sehen, erspähen wir dort nun Ancelotti und Zidane. Ähnliches trifft auch auf die zweite Saison mit dem noch jungen Top-Scorer Alex Hunter zu. Musste jener zuletzt sein Können in der Premiere-League beweisen, darf er nun in ganz Europa für Furore sorgen. Ansonsten spielt sich der Story-Mode wie bereits bekannt: Alex antwortet überlegt oder hitzköpfig und zeigt sein Talent auf dem Platz. Untermalt wird die Reise mit schön gemachten Video-Schnippseln. Wem der Junge bislang zu brav war, der darf den aufsteigenden Star ganz stilecht mit Tattoos versehen oder die Haarpracht den eigenen Vorlieben anpassen. Lizenz-rechtlich gewann FIFA das Spiel bislang zu Null. Für den Fussball-Fan könnten allerdings schwierige Jahre bevorstehen. Die Japaner zeigen sich lernfähig und gingen in der jüngsten Vergangenheit Partnerschaften mit einigen Vereinen ein, dazu zählen Dortmund und Barcelona. Zwar sind jene nach wie vor bei FIFA mit von der Partie, deren Stadien allerdings sind nun Konami exklusiv. Wir hoffen inständig, dass zukünftig nicht die halbe Bundesliga bei EA spielt, während die andere Hälfte bei Konami über den Rasen hüpft – ein Horror-Szenario. Auch EA hält seine Partnerschaften, weswegen bspw. der FC Bayern beim Konkurrenten vergeblich gesucht wird. Für den Fan, egal zu welchem Spiel er nun tendieren mag, schlicht eine unschöne Gesamtsituation. Gerade Bundesliga Fans freuen sich neu aber über die Implementierung der 3. Liga; ein Novum. Was zählt ist auf dem Platz, das gilt auch in dieser Saison. Hier trumpft FIFA mit einer insgesamt realistischeren Steuerung auf. Die Spieler wurden etwas entschleunigt, das Leder ist nun auch ohne Spezialsteuerung einfacher am Fuss zu führen. Grätschen wollen genau getimet werden, da der eigene Spieler einen Moment benötigt, bis er wieder auf dem Rasen steht. Mit am besten gefällt aber die Bewegung der eigenen KI-Kollegen. Sie bieten sich geschickt an und schaffen Räume. Flanken kommen deutlich genauer und führen zu mehr Toren als das im Vorgänger der Fall war, Fernschüsse wirken noch immer etwas zu mächtig. Insgesamt sind die Stürmer den Defensivspielern klar überlegen, das führt derzeit noch zu (zu) vielen Toren, ein Patch dürfte hier in naher Zukunft nachgereicht werden. Zudem profitieren dribbel-starke Spieler wie Messi und Ronaldo von der neuen Spielmechanik mehr, als der gemeine Bundesliga-Kicker bei Eintracht Frankfurt. Man darf also online weiter mit diversen Real Madrid und FC Barcelona Partien rechnen; das kennen online Spieler aber seit Jahren. Online wie auch offline geht es in den altbekannten Modi zu und her. Solo-Spieler wagen sich an den Manager-Modus und führen das eigene Team mittels geschickten Transfer-Verhandlungen an die Spitze der Tabelle. Multiplayer-Freunde toben sich im normalen Liga-Betrieb aus oder investieren dutzende Stunden in den Aufbau des eigenen Teams im Ultimate Team-Modus. Letzterer beinhaltet neu die Ikonen vergangener Spielzeiten nicht mehr nur Xbox exklusiv, erfreulich für PlayStation- und PC-Spieler. Ansonsten darf weiterhin mittels unzähligen Spielen virtuelles Geld zum Karten- & Spielerkauf angehäuft, oder schlicht Echt-Geld investiert werden. Online gab es übrigens zwei wirklich sinnvolle Neuerungen: Einerseits dürfen nun im Vorfeld drei Schnell-Wechsel definiert werden, um so Mittels R2 bei Einwürfen oder anderen Unterbrechungen einen Spieler-Wechsel durch zu führen, ohne das Spiel dafür unterbrechen oder ins Pausenmenü gehen zu müssen. Wird das Spiel doch kurz angehalten, wird nun ein drei Sekunden Timer eingeblendet, bevor die Action auf dem Rasen weiter geht. Eine nicht nur sinnvolle sondern gar überfällige Neuerung, wurde die Spielunterbrechung bislang doch mitunter gerne zur Gegner-Irritation genutzt. Fazit: FIFA 18 fühlt sich besser an als sein direkter Vorgänger. Das etwas reduzierte Spieltempo tut dem Spiel sichtlich gut. Genauso wie die runderneuerte und deutlich verbesserte Grafik – wir freuen uns über den optischen Sprung, auf der PS4 Pro sieht der Titel dank höherer Auflösung gar noch eine Spur hübscher aus. Bundesliga Fans freuen sich zudem über die endlich enthaltene 3. Liga, ärgern sich aber auch über den Wegfall des Signal Iduna Parks. Dennoch spielt FIFA zwei Ligen höher als die japanische Konkurrenz, einerseits was die Lizenz-Rechte, andererseits was Präsentation und zeitgemässe Grafik angeht. Da es im Gameplay ebenso Fortschritte zu verzeichnen gibt spricht auch 2017 fast alles für das EA Produkt. Das Spielgefühl von PES ist in diesem Jahr wirklich gelungen, aber das Gesamtpaket bietet nach wie vor FIFA, zumal sich letzteres zwar anders, aber ebenfalls hervorragend spielt – offline wie auch online. Einzig die zurzeit noch deutlich zu mächtigen Eckbälle und Fernschüsse dürfen gerne noch nach gepatcht werden. Unschlüssige Fussball-Fans holen sich die jeweiligen Demos vor dem Kauf, bei uns wird auch in diesem Jahr häufiger FIFA über die heimische Mattscheibe flimmern.
- The(G)net Review: Everybody's Golf
Mit der PS4 Fassung von Everybody's Golf kommt der neueste Teil der Serie auf Sony's Flaggschiff. Welche neuen Features das Golfspiel mitbringt und wie es sich präsentiert werden wir uns im folgenden Artikel anschauen. Nach dem Spielstart können wir uns für den Einzelspieler- oder Mehrspieler-Modus entscheiden. Nach der Wahl des Einzelspielermodus bekommen wir eine Einführung in das Spiel und dürfen danach auch gleich unseren Avatar zusammenbasteln. Uns begrüßt eine wirklich reiche Anzahl an verfügbaren "Körperteilen" und Outfits. Ich habe es sogar geschafft mich quasi vollständig designen zu können; wirklich schön. Nachdem unser Avatar nun komplett ist, dürfen wir bereits interagieren. Das Spiel präsentiert uns eine Openworld-Umgebung. Dort können verschiedene Stationen angesteuert, sowie mit herumlaufenden NPCs Unterhaltungen geführt werden. Die Texturen sind, für ein Golfspiel, wirklich schön scharf und sauber und das Userinterface zeigt sich klar und logisch strukturiert. Widmen wir uns unserem ersten Spiel. Es gibt hier mehrere verschiedene Modi zum Auswählen. Darunter wird zwischen "öffentlich" und "nicht öffentlich" unterschieden. Ein "öffentliches" Spiel beeinflusst unseren persönlichen Rang, also unser Handicap. Durch gutes Spielen können wir auch Fans gewinnen, ebenso schalten wir damit weitere Elemente des Spiels frei, die von unserem Rang abhängig sind. Das "nicht öffentliche" Spielen ist quasi ein Trainingsmodus. Hier können wir üben ohne unser Handicap zu verschlechtern, aber auch ohne es zu verbessern. Zunächst melden wir uns also zu dem Anfängerkurs an, welcher über neun Löcher geht. Weitere Kurse werden über den Verlauf des Spiels freigeschaltet. Während des Ladens werden uns nützliche Tipps angezeigt, welche beim Spielen helfen sollen. Nachdem der Kurs geladen wurde, präsentiert sich eine wirklich schöne, detailreiche 3D-Umgebung. Windeffekte, wehendes Laub und ähnliches werden gelungen dargestellt. Die Spielsteuerung indessen ist recht einfach gehalten. Es verläuft nach dem bekannten Dreifach-Drück-Prinzip: Erster Druck "Schlag starten", zweiter Druck "Schlagstärke festlegen", dritter Druck "Abschlag". Während der Abschlagsphase kann der Spin mittels Digitalkreuz beeinflusst werden. Die ersten zwei Drücker sind recht einfach, der dritte indessen erfordert anfänglich etwas Übung. Geschuldet ist dies dadurch, dass der Bereich der Abschlagsgenauigkeit initial ziemlich klein ist. Allerdings, und das ist neu bei diesem Teil, wird über gute Schläge der jeweilige Schläger aufgewertet. Einfacher formuliert: Je besser ein Spieler den Genauigkeitsbereich bei einem Schläger trifft, desto größer wird der Bereich mit Laufe der Zeit. Ebenso verhält es sich bei der Schlagstärke, je höher die angewandte Kraft und je akkurater der Abschlag, desto weiter die Reichweite des Schlägers im Laufe des Spiels. Meiner Meinung nach ein echt nettes Spielelement, welches für längere Zeit zu unterhalten versteht. Die Spielmechanik selbst benötigt es wohl keiner weiteren Worte, da es sich hier um klassische Golfregeln handelt. Zu den Spielmodi sollten noch ein paar Worte gesagt werden. Der VS-Mode im Einzelspielermodus wird über unseren Rang quasi freigeschaltet. Das bedeutet, dass wenn wir gut sind sich die NPCs für uns interessieren und diese sich mit uns messen wollen. Die Spielregeln für ein Versus-Match werden automatisch vor Beginn festgelegt und als Belohnung gibt es Münzen oder sogar das ganze Outfit des Gegners. Der Onlinemodus selbst bietet noch verschiedene Untermodi zur Auswahl. Darunter gibt es die freie Kurswahl, hinter diesem sich viele Spieler tummeln können. Ganz besonders schön ist hier, dass der Onlinemodus global geschaltet ist, also nicht auf das jeweilig angemeldete PS Network reduziert. Damit wir uns auch schön mit unseren internationalen Golferkollegen unterhalten können, bediente man sich eines Konzepts wie damals bei Phantasy Star Online: Sprechblasen mit vorgefertigten Smilies und Texten. Ganz nettes Detail. Auch kommen mit diesem Onlinemodus verschiedene Annehmlichkeiten, wie z.B. Tagesränge und Tagesbelohnungen für gute Ergebnisse, welche entweder bei einem Neuner-Turnier oder bei Einzel-Lochabschlägen erreicht werden können. Wie bei fast jedem moderneren Spiel gibt es auch hier die Option zu Mikrotransaktionen, welche aber nicht wirklich notwendig sind, um das Spiel zu spielen. Allerdings können sich so Spieler Vorteile erkaufen, die andere Spieler nur durch langes Grinden erhalten würden. Grafisch ist das Spiel schön dargestellt und bietet auch die PS4-Pro-Option, welche ich allerdings nicht beurteilen kann. Ein kleiner Wehmutstropfen sind die Anzeigen während des Spielens auf dem Kurs. Auf meinem 42"-Fernseher, bei gut 2-3m Abstand ist es teils nur sehr schwer möglich, die Hilfe-Texte für die erweiterte Steuerung zu lesen. Da hilft meines Erachtens fast nur, jene auswendig zu lernen. Die Vertonung, also die Sprachausgabe, indessen ist wohl das Einzige das etwas lieblos wirkt. Es erklingen quasi einzelne, abgehackt wirkende Sätze am Anfang eines Dialoges; wohlgemerkt aber auch in Deutsch. Nun ist es mir klar dass keine Hollywoodsynchronisierung zu erwarten ist, aber es wirkt (und klingt sogar teilweise) recht lustlos aufgenommen - dadurch fast schon wieder komisch unterhaltsam. Die Musik aber wirkt immer recht passend und zu keinem Zeitpunkt aufdringlich, ideal zum Golfen eben. Fazit: Der aktuelle Teil der Serie präsentiert sich in einem modernen Look und auch wirklich schön mit den Onlinemodi ins soziale Netz integriert. Frische Grafiken, hübsche Darstellungen, eine PS4-Pro-Option und eine offene Spielewelt. Außergewöhnliche Features für ein Golfspiel. Ganz besonders gut hat mir das Aufwerten der Schläger gefallen. Das motiviert so richtig sich Mühe beim Abschlag zu geben und nicht "irgendwie" zum Loch zu kommen. Bei den Mikrotransaktionen kommen allerdings gemischte Gefühle auf. Klar, es muss keiner Gegenstände kaufen, doch wird es immer welche geben die den einfachen "Pay-to-Win"-Zug nehmen, um sich Vorteile zu verschaffen. Nichtsdestotrotz: Wer gerne Golf spielt oder auch Fan der Serie ist (oder werden will), dem sei das Spiel wirklich empfohlen. Es ist ein gut gelungener, moderner (Fun)Golf-Simulator.
- The(G)net Review: NHL 18
FIFA steht vor der Tür, das bedeutet in der Welt der Videospiele nichts anderes, als dass die neuste Inkarnation von EAs Eishockey-Klassiker bereits in den Läden anzutreffen ist. Was in diesem Jahr neues im Paket zu finden ist, haben wir uns angesehen. Nach dem schwächelnden 15er Jahrgang überzeugten die Nachfolger wieder mit dem von der Serie bekannten Umfang. Die spielerischen Qualitäten der Vorzeige-Simulation werden seit jeher weder von Fans noch Kritikern in Frage gestellt. Tatsächlich ist es erstaunlich, wie lange EA es schafft, mit NHL Jahr für Jahr den Klassen-Primus auf den Markt los zu lassen, ohne auch nur einmal einen gröberen Gameplay-Schnitzer verbaut zu haben. Mit entsprechenden Erwartungen sind wir an den neusten Teil ran gegangen. Zu Enttäuschungen führt auch NHL 18 nicht. Das rundum stimmige Gesamtpaket wird einmal mehr geliefert. Egal ob im Karriere Modus, einfachen Freundschaftsspielen, dem immer noch hervorragenden Be-A-Pro Mode oder unzähligen knackigen Online-Partien, hier ist für jeden etwas mit dabei. Fast jeden, denn einen Story-Modus – wie wir das zwischenzeitlich von FIFA wie auch von Madden kennen, sucht der Fan in der Eishockey Franchise nach wie vor vergebens. Dafür darf jener neu aber ein komplett eigenständiges neues NHL Team generieren. Mit eigenem Trikot, Logo, Maskottchen und Heimatstadtwahl. Selbstredend gehört hier auch der komplette Draft-Vorgang mit dazu, ein Team ganz den individuellen Vorstellungen entsprechend, klasse Idee. Wem das noch nicht reicht, der darf in diesem Jahr im brandneuen 3 vs 3 antreten. In NHL 18 „NHL Threes“ genannt. Kenner von Arcade Klassikern wie 2 On 2 Open Ice Challenge wissen, was auf Sie zukommt. Ähnlich wie in bekannteren Spielen wie NBA Jam geht es hier in kleineren Teams und mehr Action zur Sache. Bei NHL Threes gar gänzlich ohne lästigen Schiedsrichter, dafür mit individuellen Regeln. Die Anzahl der zu spielenden Dritteln oder das zum Sieg notwendige Tor-Limit stehen zur Wahl. Nebst einem eigenen Online Modus wartet der Arcade-Ableger gar mit einem eigenen Kampagnen Modus auf. Wer lieber nach alt bewährten NHL-Regeln antreten möchte, kriegt auch die eine oder andere Verbesserung. Die neuen Finessen dürften aber in erster Linie NHL-Pros erkennen und zu schätzen wissen. Leicht angepasste Dekes mit zusätzlichen Bewegungen der Hockey-Cracks sowie einer aufgewerteten Defensiv-Steuerung jener. Das hilft nicht nur online sondern auch gegen die KI. Anfänger finden nicht nur für die leicht erweiterten Steuerungsmöglichkeiten ausführliche und erstklassig präsentierte Hilfen im Trainings-Modus. Tutorials während dem Spiel und Videos helfen dem NHL-Neuling, sich schnell in die Action ein zu finden. Technisch weiss auch NHL 18 zu überzeugen, und das obschon die Grafik noch immer ohne die hauseigene Frostbite-Engine zurechtkommt. Dennoch sehen die Stadien erstklassig aus, die Fans auf den Tribünen und die gelungene NBC-Präsentation lassen sofort NHL Stimmung aufkommen. Dazu kommen gelungene Kommentatoren und geschmeidige Animationen. Dennoch würde auch NHL der Sprung zur Frostbite Engine gut tun. Wir rechnen starkt damit, dass die Serie ab dem nächsten Jahrgang auch ein grösseres Grafik-Update spendiert erhält, schliesslich ist es Madden in diesem Jahr auch so ergangen. Zu guter Letzt sei nicht unerwähnt, dass es sowohl die La Resega wie auch Zugs Bossard Arena mit ins Spiel geschafft haben, das freut Schweizer National League Fans. Fazit: NHL hat im ansonsten hart umkämpften Videospiel-Markt praktisch keine Konkurrenz zu fürchten. Wer Eishockey am heimischen Fernseher empfangen will, benötigt in der Schweiz einen Kabelfernseher-Anschluss, wer die Partien selbst bestimmen möchte kommt um NHL nicht herum. Dank dem NHL Threes Modus dürfen auch Sportspiel-Muffel getrost einen Blick riskieren, dort geht es weniger ernst zur Sache und Fans alter Arcade-Spiele freunden sich leicht mit dem Spiel an. Wir rechnen EA hoch an, dass trotz mangelnder Konkurrenz jedes Jahr neue Gründe geliefert werden, sich den Eishockey-Primus nach Hause zu holen. Wer aber auf die neuen Spielmodi verzichten kann, erhält mit NHL 18 ein nur marginal angepasstes Gameplay. Letztendlich darf man auch den neusten Jahrgang jedem Fan des Sports wärmstens ans Herz legen. Swisscom TV Nutzer müssen gar zuschlagen, um wenigstens virtuell in den Genuss des Sports zu kommen.
- The(G)net Review: Knack 2
Knack gehörte damals zu den Launchtiteln der PS4, konnte aber trotz guten Ansätzen nicht richtig überzeugen. Umso überraschender ist nun, dass der Titel fast vier Jahre später einen Nachfolger spendiert bekommt. Auch in der Fortsetzung dreht sich die Geschichte um den Roboter Knack, eine aus vielen, kleinen Kristallen zusammengesetze Kampfmaschine. Kaum drücken wir den Startknopf befinden wir uns auch schon mitten im Geschehen. Zuerst gibt es ein Wiedersehen mit Lucas, Knacks Freund, der uns auf den aktuellen Stand der Dinge bringt. Dann stehen wir auf einmal in einer Grosstadt, die soeben von einer Roboterarmee angegriffen wird. Dieser kleine Intro-Level dient als Tutorial, in welchem uns die ersten Kampfmoves beigebracht werden. Wir lernen die Gegner zu schlagen, zu kicken, Angriffe zu blocken und uns klein zu machen, damit wir in enge Schächte passen. Ausserdem werden uns auch die anderen Spielmechaniken bereits näher gebracht wie Quick Time Events, Jump'n'Run-Einlagen oder kleine Rätsel, die es zu lösen gilt. Am Ende des Tutorials blickt Lucas traurig über die teils zertrümmerte Stadt und gesteht, dass er vielleicht nicht ganz unschuldig an diesem Disaster ist. Wie diese Katastrophe aufzuhalten ist und wie es überhaupt so weit kommen konnte, werden wir nun durch die verschiedenen Kapitel des Spiels erfahren. Die Story ist recht solide aufgebaut, allerdings aber auch nichts, was dem Spieler lange im Gedächnis bleiben wird und stellenweise sogar etwas langweilig. Die vielen Cutscene versuchen dem Spiel Leben einzuhauchen, sind aber zu wenig charmant erzählt um gross zu fesseln. Dafür punktet das Gameplay um so mehr. Hier haben sich die Entwickler so richtig ins Zeug gelegt und viele der Kritikpunkte von Knack 1 ausgemerzt und/oder verbessert. In 15 linearen, wenn auch vielfältigen Kapiteln kämpfen wir uns durch Horden von Kobolden oder Armeen von Robotern. Mal befinden wir uns tief im dichten Dschungel oder erforschen überwucherte Ausgrabungsstätten, mal sind wir zurück in der Grossstadt oder suchen unseren Weg durch eine staubige Wüste. Die Levels bieten viel Abwechslung. Das Kampfsystem ist ebenfalls sehr abwechslugnsreich. Ein Skilltree, mit dem insgesamt 35 Spezialfähigkeiten freigeschalten werden können, verspricht viel Unterhaltung bei den Kämpfen und hält den Spieler bei Laune. Dagegen wirken die anspruchslosen Jump'n'Run Einlagen reichlich uninspiriert, bestehen sie hauptsächlich aus Standard-Hindernissen und Abgründen ohne grosse Herausforderung. Hier wäre es schön gewesen, hätten sich die Entwickler etwas mehr einfallen lassen als bewegende Brücken oder Zahnräder und hätten das Ganze somit etwas raffinierter gestaltet. Die Rätsel bringen ebenfalls Schwung ins Gameplay. Einige sind nur zu lösen, in dem wir Blöcke verschieben oder Hebel bewegen, bei anderen muss Knack sich verkleinern, um einen versteckten Weg zu finden. Die Rätsel sind alle nicht besonders schwer. Sollten wir dennoch mal stecken bleiben gibt es eine Hilfe-Funktion, die uns den richtigen Weg weist. Eines der Highlights von Knack 2 ist sicherlich der Ko-Op Modus. Spieler zwei kann unkompliziert und jederzeit ins Spiel einsteigen. Die Kämpfe werden so zwar noch einfach, als sie ohnehin schon sind, aber es macht einfach Spass mal wieder mit einem Freund zusammen auf dem Sofa zu daddeln. Vorallem die Quick Time Events, welche beide Spieler gleichzeitig bestreiten müssen und die Spezialangriffe, bei denen die beiden Figuren zu einem Robotor verschmelzen, sind eine nette Idee. Die Kameraführung ist leider öfter ein echtes Problem. Sie ist stets auf die Mitte fixiert und Ecken verschwinden manchmal völlig aus unserem Blickfeld. Dies ist besonders störend, wenn Knack gerade kämpft und der Spieler weder seinen Roboter noch die Gegner sieht und blind auf die Knöpfe hämmern muss. Auch beim kooperativen Modus ist es ärgerlich, verschwindet doch ständig einer der Spieler aus dem Bild und wird zurückteleportiert. Dies ist wirklich schade und hätte auf alle Fälle besser gehandhabt werden müssen. Fazit: Knack 2 macht vieles richtig, was beim Vorgänger zu bemängeln war. Eine solide Story gemischt mit abwechslungsreichen Kapiteln und motivierendem Gameplay, das verspricht kurzweilige Stunden für zwischendurch. Der Schwierigkeitsgrad sowohl bei den Kämpfen wie auch bei den Rätseln ist nicht all zu hoch und somit eignet sich das Spiel auch für jüngere Gamer. Highlight ist auf jeden Fall der Couch-KoOp, kommt dieser bei vielen Titeln heutzutage doch zu kurz. Trotz der grossen Auswahl an Spezialfähigkeiten die im Skilltree freigeschaltet werden können und den vielen verschiedenen Leveln, vermag sich das Spiel dennoch zu wenig abzuheben um gross in Erinnerung zu bleiben. Die Kameraführung ist teilweise ein Problem, verschwinden die Ecken oft völlig aus dem Blickfeld, was die Kämpfe stellenweise mühsam werden lässt. Dennoch unterhält Knack 2 ziemlich gut, zumindest für eine Weile. Jump'n'Run Liebhaber und Fans vom Vorgänger werden bei Knack 2 auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und für gemütliche Stunden auf dem Sofa zu Zweit lohnt sich der Titel allemal.
- The(G)net Review: Splatoon 2
Nintendos beliebter und quietsch bunter Mehrspieler-Shooter Splatoon streckt seine Farbfühler auf der Switch aus. Ob der farbige Revier-Kampf der Inklinge mit seinem Vorgänger mithalten kann haben wir uns angeschaut. Zwei Jahre nach dem Verkaufshit Splatoon auf der Wii U bringt Nintendo die Inklinge nun mit einigen fantastischen Neuerungen auf die Switch und entfacht den Revierkampf aufs Neue. Inklinge sind eine Mischung aus kleinen Menschen und Tintenfischen, welche zwischen beiden Gestalten hin und her wechseln können. Als Mensch können sie ihre Farbwaffen benutzen und Farbe herumspritzen, als Tintenfisch tauchen sie in ihre Farbpfützen ab, um entweder flink herumzuflitzen oder ihren Farbtank wieder aufzuladen. Spielerisch hat sich nicht viel verändert. Wie im Vorgänger besteht unsere Hauptaufgabe darin die Welt mit unserer Farbe einzudecken. Im Zentrum steht der kompetitive Mehrspielermodus. Im Revierkampf treten wir im Team von vier Spielern gegen eine andere Gruppe an. Das Team, welches innert drei Minuten die meiste Farbe verteilt hat gewinnt und bekommt zur Belohnung Punkte. Mit diesen steigt der Spieler nach und nach im Rang auf und erhält nicht nur im Splatoon Shop Zugang zu neuen Waffen sondern auch zu den Rangkämpfen. In den Rangkämpfen finden wir drei verschiedene Spiele, die allesamt sehr unterhaltsam sind. Die Goldfisch-Kanone, das Turm-Kommando und die Herrschaft. Die Herrschaft ähnelt dem Revierkampf und ist nur eine andere Variation davon, in der wir Platformen einfärben und verteidigen müssen. Im Turm-Kommando geht es darum einen Turm auf dem Spielfeld einzufärben und Richtung feindliches Lager zu bewegen. Dieser kann vom gegnerischen Team natürlich zurückerobert und somit in die andere Richtung bewegt werden. Das Spiel endet sobald der Turm eines der feindlichen Lager erreicht hat. Im letzten Rangkampf, der Goldfisch-Kanone, ist das Ziel eine Kanone in Form eines Goldfisches ins gegnerische Startgebiet zu tragen. Der Träger kann mit der Waffe einen mächtigen Schuss aufladen und abfeuern, was aber seine Zeit braucht. Sein Team muss ihm also den Weg ebnen und ihn zum Ziel geleiten. Schade ist, hat Nintendo die Rangkämpfe an eine Zeitvorgabe geknüpft. Bedeutet, dass der Spieler sich nicht einen Rangkampf aussuchen kann. Stattdessen gibt es nur den Wettkampf, welcher gerade zur Zeit des einloggens gespielt werden kann. Das selbe ist bei den Revierkämpfen der Fall. Von acht spielbaren Karten stehen immer nur gerade zwei zu Verfügung. Alle zwei Stunden wechselt dies und die nächsten beiden Karten können gespielt werden. Auch für Solokämpfer gibt es einiges zu tun. Im Heldenmodus, der Einzelspieler-Kampagne, knüpft die Handlung an die des Vorgängers an und wartet mit fünf Welten und deren 27 abwechslungsreichen Levels auf. Die Kampagne ist zu gleich auch eine Art Tutorial und bringt somit auch Neulinge auf den Stand der Veterane. Hier erlernen wir im Verlauf der Geschichte alle grundlegenden Spielmechaniken und können jede der neun Waffen ausprobieren. Spielend werden wir so nebenbei in den verschiedenen Tricks und Kniffen unterrichtet und lernen den Gebrauch von Granaten oder wie wir als Tintenfisch eingefärbte Wände nach oben schwimmen können. Teamplayer kommen ebenfalls nicht zu kurz. Im kooperativen Horde-Modus mit dem Namen Salmon Run treten wir zu viert gegen drei Gegnerwellen an. In diesen werden wir von kleineren und grösseren Lachsen angegriffen, welche wir besiegen müssen. Ab und an taucht auch ein Bossgegner, Salmonide genannt, auf. Gewinnen wir gegen diesen, lässt er goldene Fischeier fallen. In jeder Runde müssen wir eine bestimmte Anzahl dieser Eier auf unser Schiff schaffen, um das Spiel zu gewinnen. Ausserdem müssen wir auch aufpassen, dass unser Team am Leben bleibt und die Inklinge gegebenenfalls wiederbeleben. Je nach Rang werden die Gegner immer wie schwerer und es erscheinen weitere Hindernisse wie dichter Nebel oder plötzlich eintretende Flut. Dies macht Salmon-Run zur wahrscheinlich anspruchsvollsten Modi von Splatoon 2, vorallem wenn die Spieler ohne Voice-Chat agieren. Pünktlich zum Release hat Nintendo daher eine Online App entwickelt, mit welchem die Spieler sich unterhalten können. Natürlich geht aber auch jeder andere Voice-Chat Applikation. Leider unterliegt aber auch der Salmon-Run den Zeitplänen von Nintendo und kann nicht immer gespielt werden. Fazit: Splatoon 2 ist ein sehr gelungener Nachfolger des Wii U Erfolgs und bringt die bunten, niedlichen Figuren nun endlich auch auf die Nintendo Switch. Die neue Kampagne sorgt mit erfrischenden Ideen und coolen Bossgegnern für unterhaltsame Solo-Stunden, die Teamplayer werden viel Spass im grandiosen Salmon-Run haben, wenn sie sich zusammen der Meute von Lachsen entgegenstellen. Kompetitive Inklinge werden sich so richtig in den Rang- und Revierkämpfen austoben können. Belohnt wird der Spieler in allen Kategorien mit Coins und Punkten, die gegen Waffen und Kleidung eingetauscht werden können und somit wird ein Anreiz gesetzt sich zu verbessern und den eigenen Inkling zu upgraden. Das Gameplay basiert auf einer Mischung aus analoger Steuerung und Motion Control, was sehr gut funktioniert. Die Bewegungen gehen erstaunlich natürlich von der Hand. Die Bewegungssteuerung kann auf Wunsch auch deaktiviert werden. Die Zeitbeschränkung der Spielinhalte ist allerdings total unnötig und nervt. Wir können nur hoffen, dass Nintendo dies in Zukunft noch ändern wird. Splatoon 2 ist für Multiplayer-Verrückte Switch-Besitzer und Fans des Vorgängers auf alle Fälle ein Muss und verspricht viele spassige, kurzweilige Stunden; vor allem da Nintendo für die kommenden Monate noch viele kostenlose Inhalte versprochen hat.
- The(G)net Review: That's You!
Schon Atari lehrte uns vor geraumer Vorzeit: Videospiele benötigen ein Steuerkreuz, Buttons und nicht zuletzt eine Affinität für Joypad-Akrobatik. That’s You! krempelt lieb gewonnene und für selbstverständlich gehaltene Tugenden um und schafft das etwas andere Party-Vergnügen; ohne PS4 geht’s dann aber doch nicht. Tatsächlich hat That’s You! bis auf den Faktor, dass der Titel auf Sonys Konsole läuft, relativ wenig mit gemeinhin bekannten Videospielen am Hut. Es gibt nichts in dem Sinne zu steuern, keinen Hauptcharakter, es wird keine Geschicklichkeit benötigt und trotz allerlei Fragen kommt der Spieler auch gänzlich ohne Allgemein- oder Fachwissen aus. Stattdessen kramt jeder der Teilnehmer das eigene Smart-Phone- oder Tablet aus der Tasche und logt sich mittels dazu notwendiger Gratis-App über das selbe Wi-Fi-Netz ein. Hat sich die Party vor dem Fernseher versammelt und sich eingeloggt, folgt ein Selfie und der Teilnahme am kommenden Spiel steht soweit nichts mehr im Wege. Die Interaktion erfolgt derweil durchgehend über das Smart-Phone bzw. Tablet. Das Spielprinzip ist simpel und bietet dennoch eine kleine Faszination, die wohl daher rührt, dass es sich um ein völlig neues Konzept handelt. Im Verlauf des Spiels werden über mehrere Runden durch verschiedene Kategorien Fragen gestellt. Dabei blamieren sich News-Verächter nicht mit mangelndem (Fach-) Wissen, denn es werden stets auf die Party-Mitglieder bezogene Fragen gestellt. Dabei gilt es teils persönliche, teils peinliche Wahrheiten aufzudecken. Oder zumindest heraus zu finden, was die Mehrheit der Gruppe zu einem Thema denken mag. Allzu peinliche Fragen dürfen im Vorfeld deaktiviert werden, um den Titel Familien tauglich zu belassen. Andere Optionen suchen wir übrigens vergebens. Eine Runde mit 4-6 Personen dauert über die verschiedenen Kategorien hinweg eine gute Stunde. Ist man nur zu zweit auf der Couch bietet sich der Coop-Modus an. Jener dauert zwar weniger lang, bietet aber dank möglicher vorgängiger Absprache nur wenig Spannung. Um das simple Fragen-Prinzip etwas aufzulockern dürfen ab und an Selfies der Party verschönert, oder sagen wir besser verändert werden. Das führt zu so manchem Lacher, eine interessante Personenzusammenstellung vorausgesetzt. Nur logisch, dass dieses Spiel mit den Teilnehmern steht und fällt. Fazit: Gleich vornweg: That’s You! gibt es zurzeit frei Haus für alle PS-Plus Abonnenten. Somit stellt sich eigentlich nicht die Frage, ob man dem Titel eine Chance geben will, sondern ob man dank willigem Besuch die Möglichkeit dazu haben wird. Unser Tipp: Download starten und dem Spiel beim nächsten Familien-Besuch oder Grill-Abend eine Chance geben. Denn so simpel das Prinzip auch sein mag, Spass macht der Titel allemal. Nicht für eine gefühlte Ewigkeit, aber das war auch kaum der Anspruch von That’s You!.
- The(G)net Review: DiRT 4
Von Codemaster kommt mit DiRT 4 quasi ein neuer Ableger der legendären Colin McRae-Serie, eine der besten Rally Simulationen auf dem Videospiele-Markt. Das herausragende am aktuellen Jahrgang ist, dass der Titel auch wieder Arcade-Gamer bedienen möchte. Nach der Profil-Auswahl wird die Entscheidung gefällt, ob der Fahrzeug-Insasse männlicher oder doch eher weiblicher Natur sein soll – tut wie bei allen Racing-Games rein gar nichts zur Sache. Gleich zu Beginn steht dem Spieler offen, ob er die Rangliste PS4 Intern behalten möchte, oder sich auch Plattformübergreifend messen möchte; eine erfreuliche Option. Auch beim Handling bleibt freie Wahl; jene zwischen der Arcadigen, eher unrealistische oder einer simulationsbasierten Steuerung. Nach kurzem Test wissen wir: Es ist wahrlich ein gravierender Unterschied. Anhand der Test-Runde schlägt das Spiel freundlicherweise gleich noch eine Schwierigkeitsstufe vor, alles wunderbar. Mit der Dirt-Akademie hat Codemaster eine nette Neuerung ins Spiel gepackt. Sehr ausgeklügelt und gut erklärt wird der Spieler durch die verschiedenen Situationen geführt und muss sein Können unter Beweis stellen. So verbessert sich das Handling oder durch die Etappen werden neue Fähigkeiten erlernt. Was immer wieder aufs Neue begeistert ist der Simulations-Grad der Dirt-Spiele. Die anstehenden Herausforderungen sind gewaltig. So anspruchsvoll, dass der Spielspass auch abnehmen kann, weil das daraus entstehende Frustpotenzial auch mal über die Kerbe schlägt. Jedoch soll gesagt werden: Wer genügend Ehrgeiz an den Tag legt, wird den Controller immer und immer wieder zur Hand nehmen, um einen nächsten Versuch zu wagen. Denn nicht das Gameplay oder das Spiel an sich mag frustrieren, einzig der eigene Übermut und die daraus entstehenden Fehler; und jene stammen für gewöhnlich vom Spieler selbst. Entsprechend ist DiRT 4 kein Spiel, das man schnell satt haben könnte oder eben mal so an einem Sonntag durchspielt. Der Umfang des Spiels ist zwar nicht endlos gross, füllt aber so einige Spielspass Stunden. Die Strecken könnten zahlreicher sein und die zur Verfügung stehenden Autos sind limitiert. Deren Anzahl ist auf 74 Fahrzeuge beschränkt, darunter sollte eigentlich jeder seinen bevorzugten fahrbaren Untersatz finden. Zumal mit den unterschiedlichen Klassen Rally, Buggy und Truck zusätzlich für Abwechslung gesorgt wird. Was aber entscheidender ist, sind ist das unterschiedliche Handling der Fahrzeuge; Qualität statt Quantität. Jedes Fahrzeug verhält sich seinen Gegebenheiten entsprechend, das erfüllt den hohen Sim-Anspruch des Titels. Das Steckenpferd in so manchem Spiel ist der Karriere-Modus. Mit jenem ist Codemasters ein guter Mix gelungen. Durchs Fahren und mit den sich über kurz oder lang herauskristallisierten Erfolgen wird Geld in die Kasse gespült. Den schnöden Mammon wird kurzerhand ins eigene Auto reinvestieret. Aber nicht nur die Karre erfährt Updates, auch Beifahrer, Mechaniker und gar Marketingstrategen verlange nach barer Münze. Sogar die Infrastruktur kann erweitert werden und sorgt dafür, dass dadurch noch mehr Geld zur Verfügung steht; kluges Investment lohnt sich auch virtuell. Natürlich wirkt sich das alles auch aufs Rally-Fahrzeug aus und hilft bei den allfällig anstehenden Reparaturen zwischen den Etappen. Gut gelungen sind ebenfalls die Buggy Rennen. Nicht mehr alleine auf der Piste, brettert man im Ausscheidungsmodus in den Final. Hier ist zudem der Unterschied zwischen Simulations- und dem Gamer-Modus ein sehr grosser. Gerade in der Simulation wird ein sehr exaktes Fingerspitzengefühl für Gas und Bremse gefordert, wo der Arcadige Game-Modus deutlich mehr Fehler verzeiht und auch für Casual-Spieler geeignet ist. Da schon das eine oder andere Mal der Umfang bei Codemasters Spielen bemängelt wurde, scheint sich das Studio die Kritik zu Herzen genommen zu haben. Mit Time Attack und Smash Attack sind noch weitere Modi mit im Paket. Damit bieten sich dem angehenden Rally-Fahrer zwar mehr Optionen, wirklich grossen Anklang finden jene zusätzlichen Modi aber kaum. Somit ist ein grösserer Umfang gegeben, doch ideenreich ist jener nicht wirklich. Audio-Visuell überzeugt DiRT 4 durchwegs, wenn auch keine Bäume ausgerissen werden. Die Rennen fühlen sich ab und an etwas steril an. Das ist schade, tut dem Spielspass aber keinen Abbruch. Zumal der Titel mit einem vollwertigen Schadensmodell auftrumpfen kann und unterschiedlichste Witterungsverhältnisse anzubieten hat. Der Soundtrack überzeugt derweil auf der ganzen Linie, genauso wie de erstklassigen Motoren-Sounds, das erfreut das Auto-Herz. Fazit: Codemasters ist mit DiRT 4 ein Spagat gelungen zwischen Simulation und Arcade. Wer auf realistische Rennen steht, der ist mit DiRT 4 genauso gut beraten wie schon bei dessen Vorgängern. Aber auch der gemeine Casual Gamer macht dank dem neuen „Gamer-Modus“ nichts falsch bei einem Kauf. Die gelungen Rally-Reihe ist nun endlich für jedermann zugänglich. Umso schöner, da die klasse Grafik wie auch der Sound zum Spielen animieren. Der Karriere-Modus punktet durch das Kreieren eines eigenen Teams und den vorhanden Möglichkeiten, das eigene Vehikel wie auch das Team zu verbessern. Was bleibt ist zu sagen, dass Dirt4 ein klarer Pflicht-Kauf ist für Fans des Rally-Sports. Wer sich generell für Motorsport begeistern kann, sollte aber mindestens einen Blick riskieren, es lohnt sich!
- The(G)net Review: MotoGP 17
Milestone ist wieder mit einem neuen Ableger der MotoGP am Start und versucht so die Motorrad-Begeisterten an die Konsole zu locken. Wir sind dem Ruf gefolgt. Auch wenn sie dieses Jahr nicht mit der persönlichen Edition von Valentino Rossi auffahren, kann MotoGP 17 erneut mit allen Lizenzen und Klassen auftrumpfen. Ebenso wurden die neuen Regeln angepasst und erfrischend auch die Red Bull Rookies Cup-Meisterschaft hinzugefügt. Im ersten Augenblick habe ich aufgeatmet als ich erfuhr, dass MotoGP 17 wieder ein reines Motorrad-Rennspiel werden wird. Vorbei sind die Zeiten in welchen der Spieler genötigt wird, Drift Herausforderungen mit einem Mustang zu erledigen oder mit einem Rally-Wagen über die Piste zu brettern. Milestone hat wohl erkannt, dass es sich nicht gut macht, in einem Motorrad-Spiel zu viele Experimente zu wagen. So bleibt MotoGP in diesem Jahr auf zwei Rädern und verzichtet gänzlich auf deren vier. Gleich am Anfang und wie gewohnt erstellt der Spieler einen Fahrer und gibt diesem eine persönliche Note. Leider wurde hier offenbar irgendein Amateur ans Werk gelassen. So sind die Gesichter emotionslos und wirken durch den Helmschlitz wie das Antlitz eines Toten. Selbst die Wahl eines weiblichen Charakters bringt keine Verbesserung. Man kann kaum erkennen, welches Geschlecht sich unter dem Helm bzw. im Lederanzug versteckt. Auch im Jahr 2017 können wir in MotoGP alle Klassen fahren, sowohl in einer Karriere wie auch in Einzel- oder Onlinerennen. Gerade die Videosequenzen machen einen guten Eindruck und vermitteln schöne Bilder über die Stadt des Rennens. Trotzdem hätte hier Milestone etwas mehr in die Qualität investieren können, schliesslich befinden wir uns im 4K Zeitalter und die Bilder bleiben weit dahinter zurück. Erwähnenswert ist ebenfalls die Boxendarstellung. So kann ich wie in einem F1 Spiel in die Boxen sehen und so mein Bike wie auch den Fahrer betrachten. Obwohl das Weglassen des Letztgenannten kein grosser Verlust gewesen wäre, denn auch hier wirkt das Gesicht wie das eines Zombies und der Mechaniker im Bild, als hätte er eine schlimme Hautkrankheit. Sobald dann endlich die ersten Meter auf dem Asphalt gefahren werden, folgt der zweite ungewollte Schock-Moment: Das Motorrad der Kontrahenten wirkt, als würden sie über die Piste schweben. Auch wenn es von Rennen zu Rennen einen besseren Eindruck machte (an den Anblick des Schreckens gewöhnt man sich wohl schneller, als man das annehmen würde), so blieb bei genauer Betrachtung immer ein fader Beigeschmack. So bleibt die Stimmung meist auf dem 0-Punkt, sofern man kein WipEout auf Motorrädern erwartet. Die ganze Strecke wurde kalt und emotionslos erschaffen und vermittelt nur selten ein gelungenes Gefühl für angehende Rennfahrer. Sehr erfrischend gestaltet sich aber der Manager Modus. So darf von der Pike bis zum Schluss ein ganzes Team erstellt werden. Ich suche mir die Sponsoren, wähle selbst meine Farben und kann sogar eine Frau mit meinem Bike fahren lassen. Ebenfalls wähle ich ein Teammitglied und kann über Techniker und Bike selbst entscheiden. Am Anfang stehen natürlich noch wenig Optionen zur Verfügung, jene können aber durch den Erfolg auf der Rennstrecke erweitert werden. Gerade bei diesem Modus hätte ich mir jedoch einen Ghost gewünscht, so dass ich auch ohne längeren Aufwand zu schnellerem Erfolg kommen kann. Vermutlich werden sich die Meisten Motorrad-Fans gleich für den Manager Modus entscheiden, da der Spieler hier mehr erreichen kann und ebenfalls zuerst durch alle Klassen fahren muss. Fazit: Wer das jährliche Update der Fahrer braucht, sich mit den neuen Regeln auseinander setzen oder beim Red Bull Rookies Cup mitfahren möchte und sich nicht mit den Drift und Rally Kapiteln im letztjährigen MotoGP anfreunden konnte, der sollte sich MotoGP 17 holen. Leider ist das Spiel selbst einmal mehr nur ein Update und die 1440dpi und 60fps finden sich nur auf der PS4 Pro. Der Manager Modus ist sehr erfrischend und gibt dem Karrieremodus einen "Hauch von Neu". Reicht das zur Kauf-Entscheidung? Diese Frage darf nun jeder MotoGP Fan für sich selbst beantworten. Das Spiel macht Spass, bietet aber im Kern wenig Neues – eine Glaubensfrage, die sich Sportspiel-Jünger seit Jahrzehnten in einjährigen Abständen stellen.
- The(G)net Review: MXGP 3
Motocross Spiele geniessen den Status der Seltenheit. Entsprechend gefreut habe ich mich im Vorfeld über MXGP3 von Milestone – doch konnten die Erwartungen erfüllt werden? Milestone wollte bei MXGP3 offensichtlich mit der grossen Kelle anrühren. Dank neuer Unreal Engine 4 sollte die Grafik wie auch das Handling eine neue Stufe erreichen. Denkt man an den letzten Ableger zurück, wurden in der Vergangenheit so einige Fehler begangen. Mit insgesamt 75 Motorrad-Marken und über 300 Komponenten wird dem Herzen des Motocross-Fans in diesem Jahr sehr viel geboten. Die Strecken wurden detailgetreu nachgebildet und haben auf den ersten Blick einen gewissen Charme. Doch bei genauerer Betrachtung muss ich leider sagen, dass die Renn-Umgebung leblos wirkt und schnell auch ein Gefühl der gepflegten Langeweile entsteht. Im ganzen Spiel und vor allem auf dem Motorrad erscheint die Grafik immer wieder sehr unscharf. Ich fühlte mich, als hätte ich vergessen meine Brille aufzusetzen. Durch die vielen Lizenzen, den original Sponsoren und den unzähligen Einstellmöglichkeiten am Bike, ist der erste Eindruck gut. Leider verfliegt die Euphorie dann auf der Strecke ziemlich schnell. So sind die überaus langen Ladezeiten wieder mal ein Graus und spätestens nach zwei bis drei Rennen nervt die Warterei nur noch. Die Lenkung des Motorrades ist in der Theorie komplex. So bediene ich mit dem linken Stick das Motorrad und mit dem rechten den Fahrer; selbst die Wahl der vorderen oder hinteren Bremse bleibt dem Spieler überlassen. Doch im Renngeschehen sind diese Feinheiten kaum zu spüren. Beim Versuch das eigene Motorrad kunstvoll über den Hügel zu schwingen, ist ein Sturz meist an der Tagesordnung. Also lässt man die ganze Trickserei am besten gleich ganz bleiben. Dank Gummiband-Effekt ist es selbst nach einem Sturz und dem daraus resultierenden Verlust von zehn Positionen ohne weiteres möglich, sich schnell wieder der Spitze zu setzen. Hat der Spieler erst mal den Dreh raus, sind die Gegner selbst auf der mittleren Schwierigkeitsstufe keine Konkurrenz mehr. Schlimm wurde es dann, als das erste Regenrennen stattfand. Nicht nur, dass der Regen gefühlt wie anno 1990 dargestellt wird, es liegt gar die Vermutung nahe, dass Monster Energy den Regen gesponsert hat. Das Wasser war nämlich grün und irritierte extrem im Rennen. Als ich dann auf einem meiner Kontrahenten landete und auf seinem Kopf weiterfuhr, wurde mein Spielspass gänzlich in die Schüssel gespült. Die Stürze sehen zwar spektakulär und real aus, doch wenn dann die Bikes durch das eigene Konterfei hindurch glitchen und es den anderen Fahrern nichts ausmacht, dass man selbst am Boden liegt, wirkt das Spiel einfach nicht mehr fertig. Milestone versprach uns mit der Unreal Engine 4 und den Lizenzen ein Spiel, dass sowohl Freude wie auch Revolution bedeuten und gegenüber dem letzten Ableger auch eine gewisse Steigerung mitbringen sollte. Leider ist es wie so oft bei solchen Nischen-Games; die Qualität verliert gegen die Quantität und der Spielspass verfliegt schon nach kurzer Dauer. Wenig "Simulation", viel "Arcade" und die Grafik entspricht einer Zeit, die man schon lange hinter sich (geglaubt) hat. Klar gibt es das eine oder andere, das man positiv erwähnen darf, wie z.B. den kernigen Motoren-Sound und die original Fahrer, Lizenzen und Sponsoren. Trotzdem denke ich, dass selbst Motocross-Fans sich dieses Spiel nicht lange antun werden. Schon bei der Menüführung hätte Milestone etwas mehr Übersicht schaffen können, um so wenigsten den Tuner und Motocross-Liebhabern eine Freude zu bereiten. Fazit: Mit einer Enduro durch den Dreck rotzen, das hat schon was! Trotzdem rate ich von einem Kauf zum Vollpreis ab. MXGP3 mag für Zwischendurch spassig sein, insgesamt ist es aber einfach zu schlicht und zu dürftig ausgefallen. Die Grafik ist sehr durchzogen, der Fahrstil eher arcadig und die allgemeine Stimmung im Spiel insgesamt eher langweilig. Die Musik mag begeistern und der Motoren-Sound kommt gut rüber, doch dem eigentlichen Renngeschehen fehlt dann doch an allen Ecken und Enden an Feinschliff, um MXGP3 zu einem Aspiranten auf die Motocross-Krone zu machen. Angesichts der mangelnden Konkurrenz kann man sich das Spiel dennoch einmal ansehen.
- The(G)net Review: Tekken 7
Nach fünf langen Jahren erhalten Fans endlich die langersehnte Fortsetzung des Prügel-Klassikers. Ob die Namco Haudegen vom technischen Fortschritt profitieren konnten und wie der Teil sich im Genre schlägt, haben wir uns angesehen – zumindest nach dem einmaligen aber Zeit intensiven durch Scrollen von Datenschutz- und Privacy Bestimmungen beim ersten Starten. 1994 hauen sich die Tekken Fighter erstmalig gegenseitig auf die Mütze. Der Polygon-Klopper misst sich im direkten Duell mit Segas Virtua Fighter und zieht gleichermassen Fans an Land. Das von Schlagkombinationen geprägte Spielprinzip überzeugte sowohl Arcade-Gänger wie auch Konsolen-Besitzer. Sony PlayStation Käufer kamen schon schnell in den Genuss einer gelungenen Spielhallen-Umsetzung. Grobe Charakter-Modelle und wenig Kämpfer waren damals noch an der Tagesordnung. Die letzten beiden Attribute wurden in den x-Nachfolgern fortlaufend verbessert und erreichen mit Tekken 7 ihren vorläufigen Höhepunkt. Dennoch sei gesagt: Der neuste Teil der Serie sieht zwar hübsch aus und weiss technisch zu überzeugen, Begeisterungsstürme anhand der Prachtgrafik bleiben aber aus. Das Spiel sieht aus wie eine Spielhallen Umsetzung im Jahr 2017 aussieht – technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit; auch wenn den Namco-Designern die Unreal-Engine 4 zur Verfügung stand. Speziell die Haare der Kämpfer wirken gar nach Plastik. Genau so wenig überzeugen die vorhandenen Arenen. Jene wirken insgesamt wenig abwechslungsreich und gar etwas einfallslos. Kaputt geht wenig, Bewegung im Umfeld sucht man oft vergebens. Hier wäre 2017 schlicht mehr möglich. "Bei einem Kampf geht es darum, wer als letztes steht, um nichts anderes." Das lernen wir im längeren Intro von Tekken 7 und spätestens jetzt wissen wir, worauf Namco Wert gelegt hat. Denn die neuste Inkarnation der Serie überzeugt in spielerischer Hinsicht. Wer Tekken 1994 mochte – oder einen der vielen Nachfolger – wird auch bei Teil sieben die helle Freude an unzähligen Versus-Kämpfen haben. Das Spielprinzip bleibt sich treu. Immer noch werden mittels schwachen und starken Fuss- bzw. Tritt-Attacken längere Kombo-Serien generiert um den Gegner damit aufs Brett zu schicken. Jene verlangen ab einer gewissen Anzahl eine nicht zu unterschätzende Trainingszeit. Um Online bestehen zu können, sollte der eigene Charakter und dessen Schlag- und Tritt-Angriffe im Schlaf verstanden werden. Im Idealfall kennt der geübte Spieler auch die Angriffe des Gegenübers, um entsprechend darauf reagieren zu können. Hört sich komplex an, ist es auch. Dennoch ist Tekken seit jeher mit einer der Fighting-Titel, welcher auch Neulingen Spass bereiten kann. Treffen zwei unerfahrene Kontrahenten aufeinander, führt schlichtes Button-Mashing durchaus zu schönen Schlagkombinationen und letztendlich zum Erfolg. Komplexe Steuerkreuz-Eingaben wie bei der Capcom- der SNK Konkurrenz bleiben aus. Was Tekken 7 massiv von seinen Vorgängern und auch der auf dem Markt befindlichen Konkurrenz abhebt ist das Gesamtpaket. So geht es im Versus Modus oder dem 5-Kämpfe umfassenden Arcade-Modus zur Sache. Die (grösstenteils wirre) Tekken-Geschichte erfährt man im gut drei Stunden andauernden Story Mode, in welchem der Fokus aber nur auf einigen wenigen Kämpfern liegt. Da jene unter Umständen nicht zur eigenen ersten Wahl gehören, darf im Story-Modus auch auf eine vereinfachte Move-Eingabe zurück gegriffen werden. All diese Duelle führen nicht nur zu einem Plus an eigener Erfahrung, auch Fight-Money gibt es zu erhaschen. Und hier trumpft Tekken letztendlich richtig auf. Nicht nur belanglose und oft nur für Fans interessante Designer-Zeichnungen stehen zum virtuellen Kauf zur Verfügung. Jeder Kämpfer darf individuell verändert werden. So gibt es unterschiedlichste Bekleidungen für unter- und Oberkörper, inklusive völlig bescheuert anmutenden Dingen wie einem Lampion auf dem Kopf oder letzterer wird gleich ganz durch ein Hirsch-Haupt ersetzt. Das motiviert und fördert die Möglichkeit der eigenen Individualisierung in kommenden Online Kämpfen massiv – top. Wer mit der Standard-Garderobe der 35 Kämpfer ganz zufrieden ist, investiert das hart verdiente Kampfesgeld in Videosequenzen aller vorherigen Tekken-Spiele. Jeder Abspann aller Charaktere steht zur Verfügung – das freut das Retro-Herz und motiviert tatsächlich, sich den einen oder anderen Kampf mehr zu geben, um sich noch weitere Videos leisten zu können. Fazit: Tekken trumpfte schon immer im Spiel gegen Freunde und andere menschliche Kontrahenten auf. So ist es auch bei Teil sieben der Serie. Wer öfters online zur Sache geht oder Freunde zur Hand hat, welche die taktische Vielfalt von Tekken ebenfalls zu schätzen wissen, macht mit Tekken 7 sicher nichts falsch. Das Spiel ist Tekken in Reinkultur und bietet dank der unzähligen Retro-Videos und Klamotten-Individualisierungen einen Fan-Service par Excellence. Taktisch ausgeprägt, aufeinander abgestimmte Charaktere und eine grosse Auswahl jener, hier kann man sich unzählige Stunden vergnügen. Anfänger werden online keine einfache Aufgabe vorfinden, finden aber schnell in die Grundregeln des Spiels rein. Tekken-Spieler alter Tage und Spielhallen-Gänger schlagen unüberlegt zu, andere sind sich bewusst, dass das Drumherum (Grafik / Story-Modus) Spielraum nach oben übrig lässt.





















