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The(G)net Review: Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers

Wer in den 90ern mit schmerzenden Daumen vor dem Fernseher sass und sich durch Beat'em Ups geprügelt hat, dürfte Rushing Beat vielleicht längst kennen. Im Westen lief die 3-teilige Reihe unter den Namen Rival Turf!, Brawl Brothers und The Peace Keepers, während Japan die Sache deutlich konsequenter unter dem Banner "Rushing Beat" führte. Jetzt meldet sich die Serie mit Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers zurück, und zwar nicht als Retro Remake, sondern als vollwertiger Nachfolger.


Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Neun Levels bilden das Rückgrat dieses Comebacks, und deren Namen klingen genau so, wie ein ordentliches Beat'em Up klingen muss: Einkaufszentren, Slums, U-Bahn, Nacht-Club oder Labor, also Orte, an denen Konflikte traditionell nicht ausdiskutiert, sondern mit den Fäusten gelöst werden. Überall lauern Gegner, überall wartet Ärger, und als wäre das nicht genug, bietet das Spiel auch Side Missions, die innerhalb der einzelnen Szenen auftreten und zusätzliche Herausforderungen rund um Aktionen und Stage Gimmicks liefern.


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Erzählerisch bleibt Return of Brawl Brothers bei seinen Wurzeln. Die Geschichten von Rushing Beat Ran: Fukusei Toshi und Rushing Beat Shura werden einfach zu einem zusammenhängenden Plot verbunden. Obermotz Dieter "Iceman" wurde in Teil 2 zwar besiegt, es geht aber immer noch um den geheimnisvollen und verhassten Zeekus-Virus, der aus anständigen Bürgern kampflustige "Zombies" macht. Als Bösewicht tritt diesmal Dieter's Bruder auf, ein fieser Wissenschaftler, der den Virus mit moderner Cyber-Technik kombiniert, um ultimative Kampfmaschinen zu züchten. Klingt nach genau jener Sorte überzeichneter 80er Jahre Endzeit Story, für die man das Genre liebt.


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Gespielt wird entweder solo oder im Couch-KoOp mit einem Partner. Schade, dass bei solchen Spielen immer ein Online KoOp-Modus fehlt. Mit dabei sind die Serienveteranen Rick Norton, Douglas Bild und Wendy Milan. Rick ist der klassische Allrounder. Ein Ex Detective, der Mixed Martial Arts beherrscht und damit genau die Sorte Frontmann ist, die man in so einem Beat'em Up erwartet. Douglas bringt den Wrestling Einschlag ins Spiel. Der frühere Profi Wrestler wirft Gegner gerne mal demonstrativ durch den halben Bildschirm. Wendy liegt irgendwo zwischen den beiden.


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Hinzu kommt Lord J., der auf Koppojutsu und Jujitsu setzt und somit eher der Typ für Technik und Präzision als für blosses Draufhauen ist. Kazan ist der schnelle Ninja im Kader und Kahlua die neue geheimnisvolle Figur der Truppe. Sie hat nach Experimenten mit dem Zeekus-Virus ihr Gedächtnis verloren und kämpft mit einem selbst erlernten Stil. Zu Beginn stehen nur Rick und Douglas zur Auswahl. Die anderen Fighter werden während des ersten Durchgangs nach und nach freigeschalten.


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Spielerisch setzt Rushing Beat X auf eine angenehme Mischung aus Zugänglichkeit und Taktik. Auto-Combos sorgen beispielsweise dafür, dass auch Neulinge schnell ins Getümmel finden. Doch unter der Haube steckt mehr als bloss wildes Button-Hämmern. Konter, Folgeangriffe und der Einsatz aufgesammelter Waffen werden zu Combo-Ketten, die sich per Sprint oder Jump-Button jederzeit canceln lassen. Special Moves werden mit den Richtungstasten variiert. Das verleiht den Kämpfen eine moderne Dynamik.


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Dazu kommen verschiedene Würfe je nach Richtungseingabe, was aus Gegnern nicht nur Zielscheiben macht, sondern effektive Wurfgeschosse. Wer sie clever durch die Gegend schmeisst, räumt nicht nur andere Fieslinge aus dem Weg, sondern zerlegt auch Objekte im Vorder- und Hintergrund, um an nützliche Items oder Kohle zu kommen. Letztere geben wir in der Zentrale für Speisen und Waffen aus, dazu später mehr.


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Spannend ist auch, dass gefundene Waffen nicht sofort verheizt werden müssen und es zwei Arten davon gibt. "Item-Waffen" wie Baseballschläger, Besen, Schlagstöcke oder Katanas kann man beispielsweise einstecken, sammeln und sich für den richtigen Moment aufsparen, etwa für einen Bosskampf. Sie dürfen in Kombos eingebaut werden und zerbrechen nach fünf Treffern. "Equipment-Waffen" hingegen werden direkt ausgerüstet und verbrauchen Munition. Dazu gehören etwa Maschinengewehre, Taser, Handgranaten oder der Flammenwerfer.


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Dann wäre da noch die Wutanzeige, ein Klassiker, der in einem Spiel wie diesem so selbstverständlich wirkt wie Neonlicht, Lederjacken und finstere Strassen bei Nacht. Sie füllt sich, wenn wir einstecken oder austeilen, und sobald sie das Maximum erreicht, geht es in den Wutmodus. Mehr Angriffspower, mehr Verteidigung, mehr Spass. Opfern wir ein Stück der Wutleiste, bevor diese gefüllt ist, setzen wir zum "Rush Beat" an, einer kurzen aber effektiven Spezial-Attacke, die besonders in brenzligen Situationen praktisch ist.


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Fast schon herrlich absurd wird es beim Essen. Im Tuff E Nuff Küchenwagen, der gleichzeitig als Checkpoint und Zentrale dient, dürfen verschiedene Lebensmittel kombiniert werden, die wir in den Stage aufgesammelt haben. Genre-unüblich werden Speisen hier nämlich nicht sofort verzehrt. Stattdessen werden drei Zutaten zu einem Dish gemischt, was auch den einen oder anderen Buff liefert. Diese Mahlzeiten lassen sich dann in die Stages mitnehmen. Ein idealer Snack für den Notfall, wenn es der nächste Boss mal wieder übertreibt.



Optisch versteht sich Rushing Beat X als stilisierte Rückkehr zu den 16 Bit Tagen, nur eben nicht in Pixel Art, sondern in einem cel-shaded 3D Look, der stellenweise leicht an Fatal Fury: City of the Wolves erinnert. Auch bei der Inszenierung setzt das Spiel voll auf Fanservice und spürbare Jaleco Nostalgie. Das zieht sich bis in die Musik hinein, die hörbar Motive und Stimmungen der SNES Ära aufgreift. Dazu kommen einige Easter Eggs, die gerade langjährigen Fans auffallen dürften. Allzu ausladend fällt das Abenteuer allerdings nicht aus, denn ein kompletter Durchgang ist schon nach rund zwei bis drei Stunden geschafft. Der eigentliche Reiz liegt danach vor allem darin, sich tiefer mit den unterschiedlichen Spielstilen der einzelnen Figuren auseinanderzusetzen.



Fazit:

Die Beat'em Up Welle rollt auch 2026 ungebremst weiter. Kaum haben wir uns noch durch das Reboot von Double Dragon geprügelt, steht mit Rushing Beat X schon der nächste Neustart eines alten Genre Haudegens vor der Tür. Und ganz ehrlich: Die Rückkehr von Douglas und Rick hat mir deutlich besser gefallen als das Comeback der Drachen Brüder. Das liegt vor allem am Kampfsystem, dem herrlich wuchtigen Trefferfeedback und der spielerischen Vielfalt, die die fünf Kämpfer auf die Strasse bringen. Ich habe Rushing Beat immer geliebt und war ehrlich gesagt schon lange der Meinung, dass die Reihe nie die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient hätte. Die Rückkehr der Prügelbrüder mag zwar nicht an Kollegen wie Streets of Rage 4 oder Mayhem Brawler heran reichen, als modernes 3D Beat'em Up macht es seinen Job aber ganz ordentlich.


Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers ist für PC, PS5, Switch 2 sowie PC erschienen. Wir haben und das Spiel selbst gekauft und auf der PS5 Pro getestet.


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