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The(G)net Review: Shadow Gangs Zero

vor 12 Minuten
5 Min. Lesezeit

Wer in den 90er Jahren seine Freizeit in der heimischen Arcade oder mit dem Neo Geo verbracht hat, dürfte bei Shadow Gangs Zero feuchte Augen bekommen. Entwickler JKM Corp liefert mit dem Sequel zu Shadow Gangs eine kompromisslose Liebeserklärung an Klassiker wie Shinobi und Bad Dudes. Doch unter der äusserst schicken Pixel-Fassade steckt auch ein Stück Frustpotenzial.


Shadow Gangs Zero Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Bereits 2020 veröffentlichte JKM Corp mit Shadow Gangs einen durchaus unterhaltsamen Action Plattformer, der sich unverkennbar an Segas legendärer Shinobi Reihe orientierte. Das Spiel machte vieles richtig, litt allerdings unter einem gnadenlosen Schwierigkeitsgrad und einigen spielerischen Unzulänglichkeiten. Auch die Grafik mit ihrem "Flash-Game-Stil" war sicherlich nicht jedermanns Sache. Mit Shadow Gangs Zero versucht man nun alles besser zu machen.


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Die über Kickstarter finanzierte Fortsetzung ist gleichzeitig eine Hommage an die grossen Arcade Klassiker der frühen 90er Jahre. Besonders die SNK Hardware scheint es den Entwicklern angetan zu haben, denn optisch könnte Shadow Gangs Zero tatsächlich aus der Blütezeit des Neo Geo stammen. Kein Wunder, dass davon bald auch limitierte MVS- und AES-Module angeboten werden.


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Die Geschichte ist dabei kaum der Rede wert. Die finsteren Shadow Gangs treiben erneut ihr Unwesen und müssen von Dan, dem Crimson Ninja, sowie seiner Partnerin Monica aufgehalten werden. Spielerisch orientiert sich Shadow Gangs Zero beinahe schon schamlos am grossen Vorbild Shinobi. In klassischer 2D Seitenansicht kämpfen wir uns durch weitläufige Levels, erledigen zahlreiche Gegner und befreien gefangene Geiseln. Erst wenn sämtliche Gefangenen gerettet wurden, lässt sich ein Abschnitt erfolgreich abschliessen. Dan setzt zunächst auf seine Shuriken, während Monica ihre Gegner mit Kunais bearbeitet. Beide Charaktere verfügen ausserdem über Nahkampfangriffe, normale Sprünge und einen besonders hohen Supersprung, mit dem sich höher gelegene Plattformen erreichen lassen.


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Richtig interessant wird es, sobald wir eines der begehrten Powerups einsammeln. Dann verwandelt sich unser Ninja in eine schwer bewaffnete Kampfmaschine. Statt gewöhnlicher Nahkampfangriffe kommt ein mächtiges Schwert zum Einsatz, während eine durchschlagskräftige Rocket-Uzi die Fernkampfangriffe übernimmt. Zusätzlich stehen nun ein Doppelsprung, Landminen und verheerende Spezialattacken zur Verfügung, die sämtliche Gegner vom Bildschirm fegen. Die Gameplay-Mechaniken funktionieren gut. Allerdings fühlt sich die Steuerung stellenweise etwas schwerfällig an. Gerade in späteren Abschnitten, wenn blitzschnelle Gegner über den Bildschirm wirbeln, wirken unsere Ninjas mitunter wie schwer beladen. Unfair wird das Spiel dadurch zwar selten, etwas mehr reaktionsschnelle Beweglichkeit hätte den beiden Helden aber definitiv gutgetan.


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Beim Umfang lässt sich JKM Corp nicht lumpen. 43 Levels (inkl. Bonus-Stages) warten darauf, von uns gemeistert zu werden. Dabei führen uns die Einsätze durch unterschiedlichste Umgebungen, die mit zahlreichen Plattformen, versteckten Wegen und gefährlichen Gegnern aufwarten. Die Gegnervielfalt kann sich sehen lassen. Neben gewöhnlichen Soldaten und bewaffneten Schergen bekommen wir es mit feindlichen Ninjas, Echsenmenschen, akrobatischen Kämpfern, fliegenden Speerträgern und sogar unsichtbaren Flammenwerfertypen zu tun. Besonders die stärkeren Widersacher erfordern etwas Übung, da sie Angriffe blocken und mit überraschenden Gegenattacken reagieren können. Regelmässig warten zudem mächtige Endgegner auf uns, deren Angriffsmuster zunächst durchschaut und auswendiggelernt werden müssen. Während die ersten Konfrontationen noch vergleichsweise harmlos ausfallen, werden die Bosse im weiteren Spielverlauf immer grösser und gefährlicher.


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Für zusätzliche Abwechslung sorgen zwei Arten von Bonuslevels. Besonders gelungen sind jene Abschnitte, in denen wir aus der Ego Perspektive auf herumlaufende Gegner ballern müssen. Wer schon damals seine Freude an den entsprechenden Bonusrunden von Shinobi hatte, wird sich sofort heimisch fühlen. Erfreulich ist ausserdem der lokale Koop Modus für zwei Spieler. Alternativ lässt sich das Abenteuer auch ganz traditionell abwechselnd bestreiten.


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Eine der wichtigsten Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger betrifft den Schwierigkeitsgrad. Während das ursprüngliche Shadow Gangs mitunter beinahe sadistische Züge annahm, präsentiert sich Shadow Gangs Zero wesentlich ausgewogener. Das ehemals strenge Zeitlimit wurde vollständig gestrichen. Dadurch können wir die Levels in unserem eigenen Tempo erkunden, Gegner vorsichtig ausschalten und nach versteckten Extras suchen. Hinzu kommt ein Lebensbalken, der je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad unterschiedlich viele Treffer aushält. Auf Easy vertragen unsere Ninjas acht Treffer, auf Normal immerhin sechs. Wer hingegen die höchste Schwierigkeitsstufe wählt, sieht bereits nach einem einzigen Treffer das Jenseits. Auch das Continue System wurde verbessert. Nach dem Verlust sämtlicher Leben dürfen wir ohne Verzögerung erneut in den aktuellen Abschnitt oder Bosskampf einsteigen. Powerups füllen zudem unsere Lebensenergie wieder auf, was längere Spielsessions deutlich angenehmer gestaltet.



Trotz dieser Anpassungen bleibt Shadow Gangs Zero eine echte Herausforderung. Gerade die späteren Levels verlangen gute Reflexe und die Bereitschaft, Angriffsmuster zu lernen. Wer blindlings drauflosstürmt, wird entsprechend häufig den Continue Bildschirm zu Gesicht bekommen. Immerhin speichert das Spiel den Fortschritt automatisch und erlaubt es, bereits absolvierte Levels jederzeit erneut anzuwählen. Dadurch lassen sich besonders schwierige Passagen gezielt trainieren.


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Neben den drei Schwierigkeitsgraden bietet Shadow Gangs Zero auch drei unterschiedliche Kampagnenvarianten. Im Arcade Modus werden weniger wichtige Levels übersprungen. Der verzweigte Modus erlaubt die Wahl unterschiedlicher Routen. Wer hingegen das komplette Abenteuer erleben möchte, entscheidet sich für den vollständigen Story-Modus. Hier müssen sämtliche Levels und Bosse nacheinander bewältigt werden. Ein kompletter Durchgang nimmt selbst mit guten Kenntnissen der Levels mehrere Stunden in Anspruch. Beim ersten Versuch dürfte die Spielzeit aufgrund zahlreicher Bildschirmtode entsprechend höher ausfallen. Für ein klassisches Arcade Spiel ist das ein durchaus beachtlicher Umfang, der zusammen mit den unterschiedlichen Modi einen hohen Wiederspielwert garantiert.


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Optisch ist Shadow Gangs Zero eine echte Augenweide. Während der Vorgänger mit seiner hochauflösenden Grafik teilweise noch wie ein etwas besseres Flash Spiel wirkte, präsentiert sich die Fortsetzung in einem wunderschönen 2D Gewand. Die detailreichen Pixelgrafiken, kräftigen Farben und ausgezeichneten Animationen erinnern unverkennbar an die grossen Neo Geo Produktionen der 90er Jahre. Besonders die mehrschichtigen Parallax Hintergründe sorgen für eine beeindruckende Tiefenwirkung. Dazu gesellen sich hervorragend gestaltete Charakter Sprites und teilweise bildschirmfüllende Bossgegner. Wer das authentische Spielhallenfeeling komplettieren möchte, kann ausserdem verschiedenste Scanlines aktivieren, die das Bild eines klassischen Röhrenfernsehers simulieren. Dass ein vergleichsweise kleines Entwicklerteam eine derart überzeugende Präsentation auf die Beine stellt, verdient Anerkennung.


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Auch technisch gibt wenig zu beanstanden, zumindest auf der getesteten PC Version. Das Spiel läuft stets absolut flüssig und ohne Framedrops. Die Hardwareanforderungen sind dabei äusserst bescheiden. Selbst ältere Rechner dürften mit Shadow Gangs Zero keinerlei Probleme haben. Nicht nur optisch, sondern auch akustisch versprüht Shadow Gangs Zero jede Menge Retro Charme. Der Soundtrack orientiert sich stark an den FM Synthesizer Klängen der damaligen Arcade Automaten und liefert eine gelungene Mischung aus treibenden Melodien und elektronischen Sounds. Zusammen mit den klassischen Soundeffekten entsteht eine audiovisuelle Zeitreise, die besonders erfahrenen Arcade Veteranen ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.



Fazit:

Shadow Gangs Zero verbessert im Grunde alles, was ich beim Vorgänger kritisiert habe, allen voran die Grafik, das Continue System und der Verzicht auf ein unnötiges Zeitlimit. Die wunderschöne 2D Pixelgrafik mit den hervorragenden Animationen, der ausgezeichnete Soundtrack und der überraschend grosse Umfang gehören zu den klaren Stärken des Spiels. Weiterhin bemängeln würde ich die stellenweise etwas träge Steuerung und den weiterhin sehr happigen Schwierigkeitsgrad, der gerade in späteren Levels an den Nerven zerrt. Das wird echte Arcade- oder Shinobi-Fans aber kaum davon abhalten, mit Shadow Gangs Zero jede Menge Spass zu haben.


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Shadow Gangs Zero ist derzeit als Download für PC via Steam erhältlich. Umsetzungen für PS5, XBOX, Switch sowie Neo Geo, Mega Drive und Dreamcast sind ebenfalls angekündigt. Unser Test-Muster stammt von JKM Corp, wofür wir uns herzlich bedanken!


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