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The(G)net Review: The Walking Dead: Streets of Survival

vor 60 Minuten
3 Min. Lesezeit

Beat’em Ups gibt es nie genug in der gemeinen Videospiellandschaft. So zumindest war das Ende der 80er und Anfang der 90er-Jahre. Ein Prügler im Walking-Dead-Universum bietet sich dementsprechend an; oder?


The Walking Dead: Streets of Survival Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Wahnsinn, schon 16 Jahre ist es her, seit wir die erste Episode von AMCs The Walking Dead gesehen haben. Frank Darabont hat einen geradezu grossartigen Einstieg in die Comic-Verfilmung geschafft und mich bis zur zehnten Staffel bei der Stange gehalten. Dann passierte etwas, was ich wirklich nur ganz selten mache: Nach über 10 «investierten» Jahren an Fernseh-Zeit, meist montags nach der sonntäglichen US-Ausstrahlung, kam es zum Bruch. Waren die ersten sieben Staffeln noch beste Zombie-Unterhaltung, verloren mich die Drehbuchautoren im weiteren Verlauf immer mehr. Als sich die Serie dann nach nicht mehr als einer belanglosen Telenovela anfühlte, wo ab und an ein Untoter auftauchte, war es das für mich. Lange Vorgeschichte für ein preiswertes Hau-Drauf-Spiel? Mag sein, was sie aber auch aussagt: Ich bin oder war emotional durchaus investiert; zumal ich kürzlich noch die Telltale Adventures begeistert beendet habe.


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Die Vorgeschichte sagt aber auch, dass das Spiel den ersten Fehler bereits in der Entstehung begeht: Der Prügler spielt in der Zeitfolge von Season sieben bis acht. Also genau dann, wo die TV-Show zunehmend an Substanz und leider auch Unterhaltungswert verlor. Die Wahl dieser Zeitebene bringt immerhin Negan mit ins Spiel, einen der bekanntesten Charaktere der Serie. Und tatsächlich, wer das Spiel das erste Mal mit einem der drei zur Verfügung stehenden Charakteren durchspielt, erhält zum Dank den Lucille-schwingenden Savior-Anführer.


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Und darum geht’s in dem Spiel: In der Pixelhaut von Rick, Michonne oder Daryl prügeln wir uns durch Zombie-Massen und Savior-Anhänger. Letztere schwingen nicht nur die Fäuste, sondern nutzen (zu) oft ihre Feuerwaffen. Selbstverständlich darf Rick den Gegnermassen seinen Colt vor die Nase halten und Daryl ist im Besitz seiner Armbrust. Dass Michonne mit dem Säbel nicht die grösste Reichweite hat, ist eine Überraschung. Wie auch immer: Obschon die Jungs und das Mädel keineswegs im MacGyver-Style auf den Einsatz von Waffen verzichten, ist der Vorteil des Schützenfests klar auf der Seite der virtuellen Gegner. Diese schiessen nämlich bereits ausserhalb des Screens auf Rick Grimes und seine Freunde. Zudem nicht nur auf einer Ebene, wie wir das vielleicht von Final Fight oder Streets of Rage kennen, sondern quer über den Bildschirm.


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Da helfen auch die Adrenalin-Fähigkeit sowie das im Verlauf des Spiels mögliche Aufwerten des Trios nicht weiter. Das Beat’em Up hat zwar einige ungewohnt originelle Funktionen für das Genre, spielt sich insgesamt aber einfach zu durchschnittlich und wenig belohnend. So dürfen die drei Freunde hinter Gegenständen in Deckung huschen oder allerlei Sammelgegenstände aufnehmen, welche insbesondere Serien-Kenner erfreuen dürften. Einen wirklichen Nutzen haben die aber nicht.


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Dass nach dem ersten Durchspielen Negan zur Verfügung steht, ist eine nette Dreingabe. Da dem Spiel aber ein Koop-Modus fehlt, dürften nur beinharte Walking-Dead-Fans zu einem zweiten Durchgang motiviert werden. Mir ist bewusst, dass aufgrund der Story vermutlich auf einen Mehrspieler-Modus verzichtet wurde. Leider nimmt das dieser Form von Spiel das Gros des theoretisch möglichen Unterhaltungswertes. Wer sich mit einem Kollegen durch die Gegnermassen schnätzelt, verzeiht spielerische Ungereimtheiten einfach eher.



Fazit:

The Walking Dead: Streets of Survival wird auf Steam für einen 20er angeboten. Und als Fan der ersten sieben Seasons der TV-Serie möchte ich den Titel wirklich mögen; und empfehlen. Der fehlende Multiplayer-Modus und die spielerischen Ungereimtheiten hindern mich aber daran. Wer unbedingt mit Rick Season 7-8 der Ur-Serie nachspielen möchte und auf Pixel-Grafik steht, darf sich in die Zombie-Action stürzen. Beat’em Ups gibt’s aber ansonsten viele deutlich bessere. Und eigentlich ist es eine Untat von mir, Klassiker wie Final Fight in diesem Text überhaupt als Referenz zu erwähnen. Einen Grund hat die Erwähnung des Klassikers aber tatsächlich: Final Fight auf dem Super Nintendo war vermutlich das erste und einzige Spiel des Genres, bei dem wir auch alleine den Controller kaum beiseitelegen wollten. Dieses Kunststück verfehlt The Walking Dead: Streets of Survival deutlich.


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The Walking Dead: Streets of Survival ist für PC, PS5, XBOX Series und Switch erschienen. Wir haben uns das Spiel auf dem PC via XBOX App angesehen. Unser Test-Muster stammt von Trailmark Games, wofür wir uns herzlich bedanken!


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