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  • The(G)net Review: Raiden IV x MIKADO Remix

    Eine rückwirkende Neuveröffentlichung von Raiden IV auf PlayStation und Xbox im Jahr 2023 ist sinnvoll. Kenner wissen: In Europa ist die Xbox 360-Version von Raiden IV von 2007 nie erschienen. Es ist inzwischen so viel Zeit vergangen, dass sowohl die US-amerikanische sowie japanische Retail-Version unter Sammlern begehrt ist und zu hohen Preisen gehandelt wird. Ich habe im Laufe der Jahre bestimmt Hunderte von 2D Shootern gespielt. Raumschiffballereien sind ein wichtiger Teil meines Gamer-Lebens, denn ich habe meine Teenager-Zeit viel in Arcades und mit eben solchen Spielen verbracht. Die meisten Shmups sind mir nicht in Erinnerung geblieben, zu Raiden kehre ich aber immer wieder gerne zurück. Die Serie feierte 1990 ihren Einstand, umfasst mittlerweile 6 Hauptteile und macht eigentlich nie etwas falsch. Wenn ich heute eine schnelle Portion Shoot’em Up Action brauche, liegt irgend ein Raiden Teil immer in Reichweite. Wie der Namenszusatz "MIKADO Remix" schon andeutet, handelt es sich bei Raiden IV x MIKADO Remix nicht um eine 1:1 Konvertierung. In Ehren des legendären japanischen Mikado Game Centers, eine berühmte Spielhalle, die nur ein paar Haltestellen von Shinjuku Station entfernt in einer Seitengasse in Takadanobaba, Tokyo zu finden ist, wurden arrangierte Musikstücke, ein paar moderne Features, neue Spielmodi und Schuss-Patterns und sogar zwei komplett neue Bonus-Stages hinzugefügt. Für diejenigen, die einen perfekten Durchlauf anstreben, gibt es jetzt Online-Replays von Profis und die Möglichkeit, eine bereits geschaffte Stage beliebig oft zu wiederholen. Online-Ranglisten motivieren zu Highscores. Alle, die einfach nur ein bisschen unbeschwerten Baller-Spass suchen, freuen sich bei einem Game Over über jeweils ein zusätzliches „Credit“. So kann theoretisch wirklich jeder genug Continues sammeln, um auch die letzte Stage zu besichtigen. Man ist auch nicht gezwungen, jedes Mal von vorne anzufangen. In einigen Modi darf man gar den Abschnitt neu starten, in welchem man gescheitert ist. Das macht Raiden IV x MIKADO Remix erstaunlich einsteigerfreundlich. Die Stages sind kurz, aber zahlreich, so dass das Erlernen der Schussmuster und Gegnerplatzierungen keine mühsame Aufgabe, wie in so manchem Bullet Hell Shooter, darstellt. Um einen Boss zu besiegen dauert es zwar gut und gerne mal ein oder sogar zwei Minuten, aber es gibt keine Bulletsponges und die Startwaffen, zwischen denen man zu Beginn wählen kann, fühlen sich alle von Anfang an ziemlich stark an. Mit den herumschwirrenden Upgrades werden sie nur noch mächtiger. Die beiden Bonus-Stages - Sammeln von Feen und Zerstören von Asteroiden - sorgen für Abwechslung, während das neue spielbare Schiff bzw. die Fee, die ursprünglich nur als DLC zu haben war, mit ihren eher grossen und langsamen Schüssen für ein komplett neues Spielgefühl sorgt. Die Fee spielt sich wirklich komplett anders, als die beiden Raumschifftypen und es dauert eine ganze Weile, bis man sich daran gewöhnt hat. Es ist auch möglich, zwei Schiffe mit einem Joypad zu steuern, aber das ist wohl eher ein Feature, dass nur die wenigsten gebrauchen werden. Fazit: Mit einer ganzen Reihe von neuen Modi und Features - darunter der Overkill-Modus, bei dem gezieltes Schiessen einen Punktemultiplikator erzeugt - gibt es eine Menge frischer Inhalte in Raiden IV x MIKADO Remix. Man muss sich nur klar sein, dass Raiden IV mittlerweile fast sechzehn Jahre auf dem Buckel hat und man dem Spiel sein Alter durchaus anmerkt. CGI-Intros und -Outros helfen, die allgemeine Präsentation zu verbessern. Zum Glück sind die eher kargen Hintergründe - die mit zerklüftetem Terrain beginnen, bevor sie durch die Weiten des Weltraums ersetzt werden - nie länger als ein paar Sekunden auf dem Bildschirm zu sehen, aber trotzdem ist es visuell schlechter als Raiden V. Dafür gibt es genug Inhalte, um über die grafischen Mängel hinwegzusehen. Entwickler MOSS hat sich im Wesentlichen die Zeit und Mühe genommen, ein Spiel aus der Vergangenheit neu zu interpretieren und ihm in den erforderlichen Bereichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, so dass es ein attraktiveres Paket für Neulinge und Veteranen gleichermassen darstellt. Der von NIS America veröffentlichte Raiden IV x MIKADO Remix erschien am 3. Februar 2023 für PC, PS5, PS4, Xbox Series und Xbox One. Auf der Switch ist es schon seit 2021 zu haben. Wir haben die Xbox Series X Version getestet. Das Test-Muster stammt von NIS America , wofür wir uns herzlich bedanken. Jetzt Raiden IV x MIKADO Remix bei WoG.ch bestellen!

  • Das Beat'em Up Acts of Blood erscheint im Sommer 2026

    Entwickler Exskil Team will das Beat'em Up Acts of Blood im Sommer 2026 für PC via Steam veröffentlichen Acts of Blood ist ein 3D Beat'em Up aus der 3rd Person Perspektive, bei dem es um schnelle und brutale

  • The(G)net Review: New Tales from the Borderlands

    Wer hätte gedacht, dass Borderlands, als es 2009 auf den Markt kam, das Potential hat, die Basis für ein ausgezeichnetes, narratives Game zu sein? Wahrscheinlich nicht allzu viele Leute und nichts desto trotz hat Telltale mit Tales from the Borderlands genau das gemacht. Telltale Games existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr, weshalb Gearbox, die Macher von Borderlands, den Job der Entwicklung eines Nachfolgers selbst übernommen haben. Abgesehen von kleineren und grösseren Camoes bekannter Figuren steht ein komplett neuer Cast unwilliger Helden im Mittelpunkt der Geschichte. Anu ist eine Wissenschaftlerin, die zwar für Atlas arbeitet, aber nichts mit konventionellen Waffen zu tun haben und die Galaxie mit friedfertigen Mitteln retten will. Ihr Bruder Octavio lebt auf Promethea, will reich und berühmt werden, hat aber hauptsächlich nur eine grosse Klappe. Fran betreibt einen mässig erfolgreichen Frozen Yoghurt Shop auf demselben Planeten, ist der Boss von Ock und hat seit ihrer Kindheit massive Wutprobleme. Als dann Tediore seinen Konkurrenten Atlas mit Gewalt übernehmen will, wird eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse losgetreten. Diese Konzernübernahme vereint nicht nur unsere drei Protagonisten, sondern führt sie zu einer Kammer auf Promethea, eine Investorenshow, bei der es echte Haie gibt, jede Menge Tote und Witze am Laufmeter. Eine der Schwächen hier ist, dass es gleich drei Hauptfiguren gibt und die Gruppe sich des Öfteren aufteilt. Dadurch ist es konsequenterweise nicht einfach, allen Figuren den gleichen Tiefgang zu verleihen. Nur einer unserer Anti-Helden hat einen richtigen Charakterbogen über das ganze Spiel gesehen, wodurch die beiden Anderen zwar in den Hintergrund geraten, aber trotzdem viel Spielzeit einnehmen. Die Geschichte an sich ist auch nicht allzu spannend. Ungereimtheiten und Logiklöcher sind für mich absolut verzeihbar, solange ich gut unterhalten werde. Oft dümpelt unser Trio aber von einem Ereignis zum nächsten, ohne dass dabei einem roten Faden gefolgt wird. Absurde Dinge passieren ohne Sinn dahinter und als Spieler ist man halt irgendwie dabei. Zum Glück ist nicht alles negativ behaftet. Es ist cool, ausnahmsweise in einer Metropole und nicht immer nur in den titelgebenden Borderlands zu sein. Zu sehen, wie “normale” Leute in dieser Welt leben und womit sie ihre Zeit verbringen, ist spannend und faszinierend. Das Spiel ist, besonders für Fans des Borderlands-Universums, ein Liebesbrief in allen Belangen. Look und Feel sind unverkennbar und wurden perfekt eingefangen. Mein persönliches Highlight waren die Soldaten von Tediore, die, sobald sie aus irgendeinem Grund aufgetaucht sind, immer die Show gestohlen haben. Wer schon einmal ein Spiel der Marke Telltale gespielt hat, wird sich von der ersten Minute an heimisch fühlen. Zum grössten Teil ist man in Gespräche verwickelt, bei denen man nie weiss, welche Entscheidungen weitreichende Auswirkungen auf die kommende Ereignisse haben können. Gespickt sind diese mit regelmässigen Quick Time Events. In der Regel bedeutet ein Fehlschlag bei diesen nicht direkt ein Game Over, sondern nur, dass die Geschehnisse ein wenig anders ablaufen werden. Ein wichtiger Teil von New Tales from the Borderlands ist die Stimmung im Team und die Beziehungen der Protagonisten untereinander. Am Ende jeder der fünf Episoden werden diese Beziehungen sogar bewertet und die Wertungen wiederum haben Auswirkungen auf die Story und welches Ende man zu sehen bekommt. Es ist zwar nett, diesen Überblick zu kriegen, es nimmt dem Ganzen aber auch die Magie, wenn man für das beste Ending nur seine Prozentzahlen erhöhen will und muss. An dieser Stelle müssen wir selbstverständlich auch auf den typischen Humor à la Borderlands eingehen. Wer diesen nämlich nicht mag, wird mit dem Spiel keinen Spass haben. Sexuelle Anspielungen, Toilettenhumor und alles andere mit möglichst wenig Niveau gehören zu fast jeder Unterhaltung. Obwohl ich das eigentlich mag, wird der Bogen sogar für mich überspannt. Viele Witze werden so oft, immer und immer und immer wieder wiederholt, dass jeglicher Humor verloren geht. Wie schon gesagt gehören die Truppen von Tediore nicht dazu, denn ihre Auftritte sind kurz, wodurch Pointen kürzer und knackiger sind. Fazit: Leider ist New Tales from the Borderlands nur ein Schatten seines eigenen Vorgängers. Für Fans der Materie ist es trotzdem fast ein Pflichtkauf. Denn trotz Schwächen bei den drei Helden und der Geschichte an sich, ist es zu 100%, und dabei auch absolut unverschämt, Borderlands. Wer das mag, wird ziemlich sicher nicht enttäuscht werden. New Tales from the Borderlands gibt's für PC, PS4/5, Xbox One/Series und Nintendo Switch. Wir haben uns die Xbox Series X Version selbst gekauft und getestet.

  • The(G)net Review: LEGO City Undercover (Wii-U)

    Nach unzähligen LEGOlisierten Filmhits wie Batman oder Indy warteten wir vergleichsweise lange auf die nächste Klötzchen-Episode. Nun ist nach besagter Durststrecke wieder ein LEGO-Spiel in Sicht. Im Gegensatz zu den erwähnten Vorgängern finden wir uns dieses Mal nicht in der Rolle eines einschlägigen Filmhelden wieder. Mit Lego City Undercover werden buchstäblich neue Wege eingeschlagen, diesmal in der titelgebenden, pulsierenden Lego Stadt. Das Spiel ist im Gegensatz zu den linearen Vorgängern ganz auf Open World getrimmt. Im Stil von GTA bewegen wir unseren Helden über die zwei Dutzend Spielstunden hinweg durch die Lego City, welche wir vor Jahrzehnten so gerne in voller Grösse im Kinderzimmer aufgebaut hätten. Mit Abwechslung wird dabei nicht gegeizt. Unser Held Chase McCain macht es sich über die gesamte Story-Spielzeit hinweg zum Ziel, den soeben ausgebüxten Verbrecher Rex Fury dingfest zu machen. Zu diesem Zweck werden diverse Missionen abgearbeitet. Jene lassen überraschend wenig Langeweile aufkommen. Kein Vergleich zu den immer gleichen Lego Batman & Co. Spielwiesen; in der Bauklötzchen-Stadt wird Abwechslung gross geschrieben. Autofahrten, Einbrüche, Kampfeinlagen, Hopsereien und unzählige Sammeleskapaden stehen dem Spieler bevor. Selbstverständlich dürfen weiterhin Gebilde gebaut werden, einerseits um die friedliche Bau-Natur zu stillen, andererseits um in der Geschichte voran zu kommen. Untermalt wird die gelungen präsentierte Open World Spielewiese mit diversen Anspielungen auf bekannte Filme und einer durchaus unterhaltsamen Geschichte. Ist man der Story überdrüssig oder möchte einfach nur die Stadt erkunden, ist das ohne weiteres möglich. Genau wie bei der Rockstar-Konkurrenz darf man sich beliebig Zeit lassen, bis die nächste Mission angegangen wird. Ausserhalb der Story werden fleissig Objekte gesammelt, hierbei sei die spezifische Joypad Anwendung erwähnt. Den Pad-Screen gen Bildschirm gerichtet und schon erhascht der detektivische Spieler wertvolle Gegenstände. Wie bei so manchem Spiel dieser Art, sind nicht alle (oder gar die wenigsten) wirklich spielentscheidend, verlocken aber zu längeren Spielesessions. Ist man nicht gerade im Suchmodus, befindet sich stets die Stadtkarte auf dem Joypad-Display – praktisch. Andere zu entdeckende Dinge, wie beispielsweise die verschiedenen Kostüme, sind auch für den weiteren Storyfortgang unabdingbar. Durch den Kostümwechsel ergibt sich nicht nur ein schickeres Äusseres für den Hauptprotagonisten, sondern auch die damit verbundene Spezialfähigkeit. Erst mit jenen gelangen wir zu vorher unerreichbaren Plätzen. Dadurch werden zu Beginn nicht begehbare Plätzchen in der Lego-Stadt frei zugänglich. Zusätzlich müssen die verschiedenen Klamotten in den Story-Missionen kombiniert werden, um zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Das alles mag sich komplex anhören, ist es aber nicht. Lego City ist zwar um ein vielfaches interessanter und freier als seine Vorgänger, richtet sich aber nach wie vor ganz klar an ein jüngeres Publikum. Ersichtlich wird dies am eindrucksvollsten im äusserst moderaten Schwierigkeitsgrad, bis auf einige Kameraproblematik bedingten Jump’n Run Hürden, fanden wir uns weder beim Fahren noch bei Kämpfen vor ernsthafte Probleme gestellt. Technisch überzeugt das Videospiel im LEGO-Gewand erneut, beeindruckt aber selten. Einige Grafik-Problemchen wie stellenweise vorhandenes Geflimmer fallen zwar auf, aber nicht zu sehr ins Gewicht. Die bereits erwähnten Kameramakel schon eher. Bei den mannigfaltig vorhandenen Fahrzeugen fehlt leider durchgehend ein überzeugendes Geschwindigkeitsgefühl. Umso mehr hat man Zeit, sich die in ihrer Art einzigartige Lego-Gebäude und Naturkulisse in der Umgebung anzusehen. Die Soundkulisse passt jeweils zur Umgebung und die Sprecher überzeugen; auch in der deutschen Version. Die Ladezeiten passen sich übrigens dem Geschwindigkeitsgefühl an – eher zu langsam als zu schnell. Fazit: Objektiv bewertet handelt es sich bei LEGO City Undercover um ein gutes Spiel, welches aber nie den Schritt zum Top-Titel zu gehen vermag. Dank vielen Sammeleinlagen, 'Open World'-typischen Minispielen und einer witzig präsentierten Story zählt die Undercover-Mission dennoch zu einem der besten WiiU Spiele der letzten Monate. Leider ist dieses Prädikat zurzeit ziemlich nichtssagend, da ansonsten kaum Titel erschienen sind. Somit dürfen Software ausgehungerte WiiU Besitzer ohne weitere Konsolen und Fans der Lego Franchise ohne Zögern zugreifen. Alle anderen machen sich bewusst, dass es sich hier immer noch um ein für jüngere Videospieler produziertes Game handelt. Ich freue mich derweil auf GTA V, Open World ganz ohne Bauklötze.

  • The(G)net Review: LEGO Batman 3 : Jenseits von Gotham

    In "Lego Batman 3: Jenseits von Gotham" verbündet sich der dunkle LEGO Ritter mit anderen Bewohnern des DC Universums um die kunterbunte Lego-Welt erneut vor dem Bösen zu retten. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit "LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham" erscheint das dritte LEGO-Game in diesem Jahr, diesmal angeführt von Batman und seinen unzähligen DC Kollegen, die es nach zwei Abenteuern in Gotham nun ins Weltall verschlägt um dort gegen den Bösewicht Brainiac zu kämpfen. Mit der Kraft des Rings von Green Lantern schrumpft Brianiac Städte und Welten um diese in seine Sammlung von Miniaturlandschaften aufzunehmen. Er hat schon eine beträchtliche Anzahl von kleinen Welten quer durch das Universum angehäuft und hat es nun auf unseren Planeten abgesehen. Die mächtigsten Superhelden und verschlagensten Villains der Erde müssen nun ihre Kräfte vereinen um diese ultimative Gefahr abzuwenden. Dies alles geschieht nach dem altbewährten Rezept der LEGO-Spiele. Wir rennen durch etwas mehr als ein Dutzend bunt gestaltete Level, schlagen alles kurz und klein, zerlegen Gegner in ihre Bausteine, meistern Geschicklichkeitsaufgaben und lösen kleine Schalterräsel. Wie üblich verfügen die knapp 150 Spielfiguren, die wir nach und nach freischalten, über verschiedene Fähigkeiten, welche allesamt genutzt werden müssen um die Level bis in die hintersten Ecken zu erforschen. Zum Beispiel können sich nur Figuren mit Laserwaffe durch die oft auftauchenden, goldenen Blöcke schneiden und gewisse Abschnitte sind nur mit fliegenden Helden zu erreichen. Wie wir es von anderen LEGO-Batman-Spielen kennen, ist nicht immer nur die Figur entscheidend mit der wir einen Level in Angriff nehmen, sondern es kommt auch oft auf das entsprechende Kostüm an, welches dem Helden erst die Superkräfte verleiht. Das Gameplay ist sehr einfach gehalten und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit können Kostüme oder Fähigkeiten blind benutzt und angewandt werden. Natürlich begegnen wir auch im LEGO-Universum regelmässig einfallsreichen Endgegnern, die es zu besiegen gilt. Wie wir das ebenfalls von LEGO-Spielen her kennen, sind diese meist sehr schnell bezwungen, sobald der Spieler den Dreh raus hat. LEGO Batman 3 stellt zu keiner Zeit eine Herausforderung dar und so werden auch Anfänger ihren Spass mit dem Titel haben. Aufgelockert wird das bekannte Gameplay durch kleine Zwischenabschnitte wie zum Beispiel einer Shootersquenz, in der wir in bester Sidescroller-Manier umherfliegen und Gegner abballern, dass die Klötze uns nur so um die Ohren fliegen. Diese Einlagen gefallen besonders, wenn wir z.B. Wonder Woman fliegen lassen und dabei der Wonder Woman Theme Song erklingt. Fan-Service pur! Anders als bei den Vorgängern fehlt dieses mal die Sandbox Komponete, die es erlaubt hat uns in Gotham frei zu bewegen. Dafür stehen uns nun verschiedene Planeten zur Auswahl, welche wir erforschen können. Ausserdem führen uns einige Missionen nicht nur ins Weltall, sondern lassen uns zum Beispiel das geschrumpfte London bereisen und erkunden. Was das Spiel aber vor allem auszeichnet ist der tolle Lego-Humor der jederzeit liebevoll in Szene gesetzt wird. So lassen uns Szenen wie Superman, der wegen eines langsamen Kellners zu spät kommt, oder das mehrfache Erscheinen von Adam West und der Batman-Crew aus den 60 Jahren oder der Bat-Cow, mehr als einmal schmunzeln. Adam West spricht sich in der Englischen Fassung übrigens selbst! "Batman 3: Jenseints von Gotham" bietet nicht wirklich etwas Neues, dennoch erwarten uns viele Stunden lustiger Unterhaltung mit liebvoll animierten Charakteren und toller Synchronisation. Vor allem die Liebe zum Detail verleiht dem Titel etwas besonderes und regt den Spieler an mehr und mehr vom Spiel zu erkunden. Fazit: Simples Gameplay, gemischt mit lockerer Unterhaltung und einer Prise tollen Humor versprechen für Jung und Alt ein kurzweiliges Spielvergnügen, vor allem im Zweispielermodus. Ein bisschen Schade allerdings, dass sich die LEGO-Franchise noch nicht so richtig traut von ihrem gewohnten Ross zu springen und wir darum grosse Innovationen oder Neuerungen vergeblich suchen. Die Entwickler fahren ganz nach dem Motto "Altbewährtes rostet nicht" und somit erhalten wir das, was wir von anderen LEGO-Spielen bereits kennen und erwarten; Solide Unterhaltung ohne grosse Überraschungen und Neuerungen, Spielspass für die ganze Familie, viel Liebe zum Detail und viele humorvollen Einlagen.

  • The(G)net Review: Destroy All Humans! 2 Reprobed

    Es ist zehn Jahre her, dass die Erde von den Furonen besucht wurde, was in Destroy All Humans! für ordentlich Chaos gesorgt hat. In diesen zehn Jahren herrschte relativer Frieden auf dem Globus. Das Cryptosporidium in seinem 138. geklonten Körper sitzt im Oval Office des Weissen Hauses und das Furon-Mutterschiff mit seinem neurotischen Verbindungsoffizier Orthopox im Orbit. Kurz gesagt befinden wir uns in der Idylle der späten 60er Jahre. Das heisst, bis sich die Sowjetunion einmischt und Crypto keine andere Wahl hat, als sich erneut den Blaster zu schnappen und alle Menschen ein zweites Mal zu vernichten! Die Fortsetzung des gelungenen Destroy All Humans! Remake unterscheidet sich vom Erstling nur minim, abgesehen von ein paar kleineren Gameplay-Mechaniken, das zeitgemässe Setting und die damit zusammenhängende Satire. Die Anspielungen auf UFOs, Area 51 und den Roswell-Zwischenfall sind verschwunden, es dominieren Themen wie der Kalte Krieg, Ninjas, die Hippie-Bewegung oder James Bond-Filme. Schon bald treffen wir auf die absurd verführerische Natalya, die einst in den Diensten des russischen KGB stand und gemeinsam mit dem Busenwunder machen wir uns auf den Weg durch die ganze Welt (und darüber hinaus), um die verrottete UdSSR von der Erdfläche zu tilgen. Ja, das ist 2022 alles politisch total unkorrekt und total gut so! Hier schreit kein Hahn danach, wenn wir mit Natalya sexistische Gespräche führen, ein paar hundert Menschen entführen und dabei Dutzende Gehirne entnehmen. Wem der Humor im ersten Spiel gefallen hat, wird ihn auch in Destroy All Humans! 2 wieder zu schätzen wissen. Destroy All Humans! 2 ist ein sehr gesprächiges Spiel, das für seinen Sarkasmus, Witz und popkulturelle Referenz bekannt ist. Das Gameplay hat sich seit dem ersten Teil nur wenig verändert. Crypto ist wieder einmal mit einer Reihe von mehr oder weniger bizarren Waffen ausgestattet: vom konventionellen Elektroschock-Wurfblaster, über die sadistische Morddrohne, bis hin zur beliebten Analsonde, die fies in die Hinterteile von KGB-Agenten und russischen Babuschkas eindringt. Mit der fantastischen Kombination aus Lock-on-System, Jetpack und Anti-Schwerkraft-Skates ist es ebenso einfach wie spassig, ein Ballett der Zerstörung zu entfesseln, von dem sich moderne Actionspiele gerne eine Scheibe abschneiden dürfen. Die Steuerung ist absolut funktional und modern. Einmal mehr zeigen die Entwickler von Black Forest Games, dass Remasters durchaus mit viel Gespür für das Ausgangsmaterial, aber auch mit Erfindungsreichtum und Modernisierungen erstellt werden können. Die Grafik ist erstklassig. Dass das Spiel nicht mehr für die "alte" Konsolengeneration erscheint (PS4/Xbox One) zahlt sich aus und war eine gute Entscheidung. Wenn du in der japanischen Metropole einen epischen Kampf mit einer radioaktiven Echse von der Grösse eines Fertighauses namens "Kojira" entfachst, ist das ein visuell atemberaubendes Spektakel. Ich würde mich nicht scheuen zu sagen, dass dieser Abschluss des dritten Aktes die bisher beste Actionsequenz ist, die ich in diesem Jahr gespielt habe. Der riesige Godzilla zermalmt Panzer unter seinen Klauen, du fliehst im Zickzack vor einem tödlichen Laserstrahl, der Gebäude in zwei Hälften schneidet, überall gibt es Rauch, Gebrüll, Feuer und Cryptos wahnwitzige Sprüche. Der zweite Teil von Destroy All Humans! hebt die unermessliche Zerstörung (und den damit verbundenen Spass) tatsächlich auf die nächste Stufe. Diesmal blicken wir sogar über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus - nach England, Japan, Russland und schliesslich zum Mond. Die Schauplätze sind zwar nicht übermässig gross, dafür fallen die liebevollen Details und bekannten Sehenswürdigkeiten umso mehr auf. In Japan warten beispielsweise blühende Sakura-Bäume und ein Turm, der stark an den Tokyo Tower erinnert. In einem nahe gelegenen Park gibt's ein Dorf mit traditionellen japanischen Häusern, einer mittelalterlichen Burg mit buddhistischem Kloster und der Mount Fuji ragt in der Ferne empor. Kurz gesagt, jeder Level hat seinen eigenen Stil und eine erstklassige Atmosphäre. Natürlich gibt es auch eine Handvoll Sammelgegenstände, optionale Quests, freischaltbare Kostüme und anderen, mittlerweile üblichen Open-World-Firlefanz. Im Vergleich zu modernen Produktionen sind die glücklicherweise überschaubar und eher kleine Leckerbissen zwischen den Missionen, als langweiliges Füllmaterial, auch wenn sich die eine oder andere Aktivität wiederholt. Cryptos fliegende Untertasse taucht auch in Destroy All Humans! 2 wieder auf, und obwohl ich denke, dass sie in den Missionen besser eingesetzt werden könnte und sich sehr gewöhnungsbedürftig steuert, lohnt es sich, einfach nur zum Spass einzusteigen, um eine Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Wenn ganze Wolkenkratzer in sich zusammenfallen, sieht das schon ziemlich fett aus. Begleitet wird das abstruse Treiben von den befriedigenden Schreien der Menschen, die man selbstverständlich wieder via Beamstrahl entführen darf, um sie im DNA-Mixer des hauseigenen Alien-Labors zu Upgrades zu verarbeiten. So zeigt man den Primaten schon bald, wer die dominante Spezies auf der Erde ist! Leider hat auch dieses Spiel ein paar Mankos. Ab und zu tauchen Infiltrationsmissionen auf, die nicht nur langweilig sind, sondern auch mechanisch nicht sauber funktionieren. Abgesehen davon, dass Crypto sich in jeden Menschen verwandeln kann, verfügt er auch über ein paar übersinnliche Fähigkeiten, die theoretisch für Schleichmissionen sehr nützlich sein könnten. Er kann Amnesie hervorrufen, die Gedanken einer Person lesen, alle um ihn herum mit einem telekinetischen Blitz blenden oder das Gehirn einer Person spektakulär aus der Schädelhöhle katapultieren. In einigen Missionen müssen wir einen Hippie, Polizisten oder Soldaten übernehmen, womit wir uns idealerweise ungesehen an verschiedene verbotene Orte schleichen. Theoretisch. Das gesamte Arsenal an telepathischen Manipulationen sind in menschlicher Form aber nicht verfügbar. Also ist es einfacher und zeitsparender einfach auf sein Ziel zuzustürmen, ungeachtet der Alarme und Schüsse. Denn wenn unser Wirt getötet wird, ist es eine Sache von Sekunden, einen neuen Homo Sapiens zu übernehmen, und das darauf folgende Chaos zu geniessen, was einfach viel mehr Spass macht als die Schmach, durch Seitenstrassen zu schleichen. Du bist ja schliesslich ein verdammtes ausserirdisches Wesen mit enormer Zerstörungskraft und dem Willen, die Menschheit zu vernichten! Infiltrationsmissionen sind dahingehend weder herausfordernd noch besonders lustig, zumindest nicht, wenn man dem vorgegebenen Schema folgt. So sehr sich Destroy All Humans! 2 wie ein durch und durch modernes Spiel anfühlt, ist es leider nicht ohne technische Schwächen. Gut, das ist mittlerweile leider Standard bei neuen Games und somit durchaus "modern" (LOL). Aber wenn der Sound in manchen Zwischensequenzen ausfällt, Sätze sich in Gesprächen wiederholen oder gleich ganz verschluckt werden oder NPC-Fahrzeuge durch Gebäude und andere Autos fahren, reisst mich das vollkommen aus dem Flow. Mehrere Male musste ich den letzten Checkpoint laden, weil ein Skript nicht triggerte und es unmöglich war, die Mission fortzusetzen. Auch von gelegentlichen Crashes war ich nicht gefeit. Patches werden es in Zukunft richten müssen. Fazit: Destroy All Humans! 2 ist trotz seiner Defizite eine Blaupause dafür, wie ein gelungenes Remake auszusehen hat. Crypto stiftet im zweiten Teil in einem hübscheren grafischen Gewand an noch beeindruckenderen und interessanteren Orten wüstes Chaos und derbe Zerstörung. Und auch wenn das Spiel von technischen Unzugänglichkeiten geplagt wird und das Missionsdesign, wie auch die Open World selbst, ihr hohes Alter durchaus offenbaren, macht es mir persönlich immer noch einen riesen Spass, mit dem kleinen Fiesling (und Natalya) um die Häuser zu ziehen. Ein spielerisch und optisches Upgrade, das sich sehen lassen kann. Destroy All Humans! 2 Reprobed ist ab sofort für Playstation 5, Xbox Series X|S und PC erhältlich. Dank THQ Nordic durften wird das Spiel vor Release auf einer Xbox Series X testen. Vielen Dank dafür!

  • The(G)net Review: Fire Emblem Warriors: Three Hopes

    geisterhaftes Wesen namens Arval, gewährt euch eine zweite Chance und schickt euch zurück in die Welt der Lebenden

  • The(G)net Review: Cuphead: The Delicious Last Course

    Cuphead und Mugman sind zurück. Knapp 5 Jahre ist es her, seit wir das letzte Mal im kunterbunten Cuphead-Universum dicken Kanzlern den Hintern versohlt haben. Als Extrabeilage zum leckeren letzten Menu Gang bringt das Baller-Duo als dritten Charakter Ms. Chalice mit und zusammen geben sie insgesamt 12 dicken Bossen Saures. Guten Appetit! Der Delicious Last Course ist kein eigenständiger DLC, ohne Hauptspiel geht gar nix. Ihr müsst jedoch nicht den letzten Endgegner besiegt haben. Es reicht vollkommen, wenn ihr das erste Run&Gun Level und die erste Mausoleum-Herausforderung des Originals absolviert habt. Ab dann steht euch das Add On offen, müsst aber auf sämtliche Charms und Waffen verzichten, die im Main Game nicht eingesackt wurden. Wer das Spiel zuvor schon durchgespielt hat ist ganz klar im Vorteil und verfügt über ein breiteres Waffenarsenal als die Cuphead-Neulinge. Kurz mit dem Fährmann gequatscht und schon schippert uns der Seefahrer zur neusten Insel. Im Gegensatz zum dicken Vorgänger müssen wir beim DLC auf Sidescroll-Levels verzichten. Wir bekämpfen exklusiv 6 neue Obermotze und können uns nochmals mit 6 weitere Dickwansten optional messen, wobei bei den Letzteren auf jegliche Knarren verzichtet wird und wir nur mit der Parry-Fähigkeit die Fieslinge besiegen können. Widmen wir uns kurz dem Neuzugang; Ms. Calice ist kein simpler Assetflip im Frauenkostüm, sondern bringt ihr eigenes Skillset mit. Die junge Dame beherrscht im Gegensatz zu den Cuphead Herren einen Doublejump, pariert mit einem flotten Dash, rutscht elegant mit dem Slide unter den feindlichen Geschossen durch und bringt von Haus aus bereits 4 Hitpoints mit, während die beiden Jungs immer noch mit 3 Lebenspunkten ausgestattet sind. Wollt ihr Ms. Chalice anwählen, geht das auf die Kosten eines Charm Slots, denn Cuphead oder Mugman müssen sich mit dem Ms. Chalice Medallion ausrüsten, ansonsten taucht die gute Dame nicht auf. In gewissen Abschnitten oder beim Besiegen der 6 Parry-Bosse sammeln wir wertvolle Goldmünzen ein, die wir beim Händler bzw. dem Schwein unseres Vertrauens gegen drei neue Waffen und zwei hinzugefügte Charms einlösen. Bei den normalen Bossen gibt es keine Gewinnbeteiligung. Meistens zerpflückt ihr die mehrstufigen Endgegner mit eurer Knarre, dürft aber wie schon bei der Vollversion auch einen kleinen Abstecher in das Shmup-Genre unternehmen, düst im flinken Doppeldecker durch die Lüfte und holt die fliegende Schurken vom Himmel. Je nach Erfahrungs- und Geschicklichkeitslevel dauert der DLC zwischen 5 bis 8 Stunden. Fazit: Cuphead kann man hassen oder lieben. Die meisten scheiterten an dem unanständig hohen Schwierigkeitsgrad und der DLC führt diese Tradition ohne Kompromisse fort. Wer nicht die nötige Geduld und Skills mitbringt sollte es sich gut überlegen, ob man sich den Zusatz gönnen will. Auch The Delicous Last Course kennt keine Gnade. Wo andere mit ihrem Endboss aufhören, fängt Cuphead erst an. Volle Konzentration und schnelle Reaktion sind ein Muss und selbst als abgebrühter Videospieltester kam ich des Öfteren ins Straucheln. Entwickler MDHR weiss ganz genau, wo sie für Profis die Schrauben anziehen müssen, damit es nicht langweilig wird. Man kann zwar die Bosspatterns auswendig lernen, aber meistens werden die bei jedem neuem Versuch durcheinandergewürfelt. Eine sattelfeste Strategie gibt es deshalb selten, man muss sich voll auf seine Fähigkeiten verlassen und ständig auf Zack sein. Umso grösser ist die Freude, wenn ein dicker Lümmel in die Schranken verwiesen wurde und es zum nächsten Boss geht. Der DLC steht in Sachen Qualität dem Original in nichts nach und agiert auf dem selben, hohen spielerischen Niveau. Ms. Chalice ist nicht nur ein ausgleichender Zusatz, sondern spielt sich dank den unterschiedlichen Skills anders als ihr Cousins. Da lohnt es sich sogar nochmals das Main Game durchzuspielen. Schade finde ich nur, dass keine neuen Run & Gun-Abschnitte implementiert wurden, waren diese doch eine willkommene Auflockerung zur ewigen Bossplätterei. Hardcorefans können bedenkenlos zugreifen. Wer sich aber schon beim Original schwer tat, wird auch mit The Delicous Last Course nicht glücklich werden. Wir haben Cuphead: The Delicious Last Course auf PS5 gespielt. Das Test-Muster haben wir uns selbst besorgt. Natürlich gibt's das Add-On auch für PC, Xbox One, PS4, Xbox Series X|S und Switch. Jetzt Cuphead bei WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Mario Strikers: Battle League Football

    Normalerweise gilt beim Fussball: Ein Spiel dauert 90 Minuten und das Runde muss ins Eckige. Wenn aber Mario und seine Bande das Feld betreten, wird auf jede Regel gepfiffen - und auf den Schiri sowieso. Rund 15 Jahre ist es her, dass Nintendos Hausklempner in Mario Strikers Charged (damals auf der Wii) mit unorthodoxen Methoden den grünen Rasen unsicher machte. Und auch diesmal hat das hüpffreudige Nintendo Maskottchen ein paar Kollegen mitgebracht. Bevor wir uns aber unter anderem mit Wario, Donkey Kong , Yoshi oder Peach chaotische Matches liefern, ist das halbstündige Tutorial für siegreiche Auseinandersetzungen Plicht. In 8 Lektionen verklickert uns ein Trainingsroboter namens Futbot sämtliche Tricks, Kniffe und Powermoves. Zu Beginn lernen wir Grundlagen wie einfaches Schiessen, und Passen, und defensive Taktiken wie Reingrätschen oder Ausweichen. Mit gestrecktem Bein haut Mario sein Gegenüber auf den Rasen oder weicht mit einem behänden Schlenker dem feindlichen Angriff aus. Sowohl Schiessen wie auch Reingrätschen gibt es in zwei Versionen. Sobald wir die Taste länger halten, wird der Schuss oder die Defensivattacke geladen und wir erhöhen so unsere Chancen auf ein Tor oder siegreichen Tackle. Haben wir das Prinzip kapiert, wird es erst richtig lustig. Je nach Punktestand fallen in unregelmässiger Reihenfolge Fragezeichenwürfel aufs Spielfeld. Darin verbergen sich alte Bekannte wie der grüne oder rote Schildkrötenpanzer, mit denen wir gegnerische Spieler temporär ausknocken oder wir schmeissen eine Bananenschale auf den Rasen und hoffen, dass einer der Kontrahenten ausrutscht. Fliegenpilze verleihen uns einen kurzen Speedboost und der goldene Stern macht uns für ein paar Sekunden unverwundbar. In seltenen Fällen erscheint ein golden pulsierender Orb auf dem Spielfeld. Wird dieser eingesammelt, werden alle 4 Teammitglieder für etwa 15 Sekunden gecharged und es besteht die Möglichkeit einen desaströsen Hyperstrike in Richtung gegnerisches Tor zu senden. Sobald wir einen Chargeshot geladen haben, erscheint eine kleine Leiste, in der man bestmöglich den grünen Bereich treffen muss. Gelingt das Kunststück, wird mit einer kurzen Animationssequenz ein unhaltbarer Megaschuss losgelassen und der sichert uns sogar 2 Torpunkte für den Spielstand. Die letzten beiden Lektionen, bevor ihr euch an das erste echte Match wagt, beinhalten fortgeschrittene Techniken wie Schuss-Cancel, perfektes Passen, getimtes Ausweichen oder den witzigen Team Tackle, wo ich einen meiner Mitspieler ramme und den Gegner hinter ihm auch gleich noch mitnehme. Nach dem Training wird es endlich Zeit unser Können auf die Probe zu stellen. Im Quick Battle dürfen 1 bis 2 Spieler on- oder offline gegeneinander - oder gegen die CPU - antreten und Parameter wie Spielzeit, Schwierigkeitsgrad und Tag oder Nacht-Setting bestimmt werden. Wollen wir keine Items oder Hyper Orbs, können wir diese auch ausschalten. Danach wird eure Vierertruppe aus zehn Nintendo Charakteren inklusive übersichtlicher Skill Statistik ausgewählt. Mario ist ein solider Allrounder, Yoshi ein Ass bei Schüssen Richtung Tor, Bowser rammt jeden in Grund und Boden und der schlaksige Waluigi ist ein wenig schneller als der Rest der Truppe. Haben wir uns noch für eine passende Trikotfarbe und eines der 5 Stadien entschieden, geht es los. Die Matches dauern je nach Wahl 3 bis 10 Minuten und kommen ohne Schiedsrichter aus. Und das ist auch gewollt, denn in Mario Strikers wird mehr gefoult, als in einem Schweizer Grümpelturnier. Euer Fussball Quartett wird bis auf den Hauptspieler autonom gesteuert, jeder kann aber per Druck auf die linke Schultertaste übernommen werden. Auf euren Torwart habt ihr keinen Einfluss und Nintendo selbst versichert uns im internen Game Guide, das der Goalie weiss was er tut. Nach den ersten paar Matches gibt es je nach Performance eine magere bis kleine Gewinnausschüttung in Form von Goldmünzen. Mit denen besuchen wir den Shop und kleiden unseren Wunschcharakter mit neuen Ausrüstungsteilen wie Helm, Handschuhe, Brustpanzer und Sneakers ein. Jeder dieser Zusätze lässt unseren Spieler nicht nur fescher aussehen sondern erhöht ein bis zwei eurer insgesamt 5 Attribute wie Speed, Stärke, Passen, Schiessen oder Technik. Wer keine Lust auf ein schnelles Match hat und mehr Münzen abgreifen will, startet in die Cup Battles. Insgesamt 6 Turniere müssen hier gewonnen werden, damit man sich "unangefochtener Fussballmeister" nennen darf, wobei die Stärke der gegnerischen CPU stets zunimmt. Wem das alles immer noch nicht genug ist, tritt dem Strikers Club bei. Habt ihr euch für ein Team entschieden, könnt ihr dort im Ligamodus eine ganze Saison gegen andere Onlinefussballer spielen. Fazit: Mario's letzte beiden Auftritte in Mario Party Superstars und Mario Golf: Super Rush waren meiner Meinung nach eher durchwachsen und konnten mich nicht wirklich langfristig überzeugen. Zu lieblos waren diese Umsetzungen, also lag meine erneute Hoffnung auf Mario Strikers: Battle League. Und ich wurde nicht enttäuscht! Nintendos Action Fussball ist witzig, frisch und lässt keine Zeit zum Luftholen. Die ersten beiden Matches wurde ich von der CPU gnadenlos rasiert. 7:2 und 6:1 waren vernichtende Niederlagen. Im dritten Anlauf schickte ich dank Hyper Striker und ein wenig Glück das gegnerische Team mit 5:3 nach Hause. Nach ein paar weiteren Spielen wollte ich dann die grosse Welt sehen und versuchte mich online gegen zahlreiche Konkurrenten rund um den Globus, um nur kurz danach wieder gegen die CPU zu üben. Denn Mario Strikers mag putzig und simpel aussehen, im gametechnischen Bereich überzeugt das Spiel mit erstaunlich viel Tiefgang. Die Matches können schweisstreibend sein, auch wenn sie nur ein paar Minuten dauern. Und hat man einmal eine Chance auf einen Hyper Shot, steigt der Adrenalinspiegel in schwindelerregende Höhen. Wie schon bei Switch Sports erwähnt bin ich kein Fan von FIFA und Co., doch solche absurden Spielereien wie bei Mario Strikers gefallen mir. Für Singleplayer mag das Ganze nach einer gewissen Zeit seinen Reiz verlieren, insofern man nicht einer Liga beitritt. Da hätte vielleicht ein kleiner Online Challenge Modus mit Minigames nicht geschadet. Im Mehrspielerbereich verspricht Mario Strikers: Battle League aber lustige Spieleabende und böse Blicke, wenn man in den letzten Sekunden mithilfe eines erfolgreichen Hyperstrikes denn Sieg nach Hause trägt. Mario Strikers: Battle League Football gibt's exklusiv für Nintendo Switch. Das Test-Muster stammt von Nintendo , wofür wir uns herzlich bedanken! Jetzt Mario Strikers: Battle League Football bei WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Lost Judgment - The Kaito Files

    Nach seinem fulminanten zweiten Auftritt ( Test hier ) nimmt sich Privatdetektiv Yagami eine verdiente Auszeit. Masahuru Kaito, sein Sidekick und der Mann fürs Grobe, der uns konstant als unterhaltsamer NPC im Main Game begleitete, übernimmt im neuen DLC die Geschäfte und stolpert gleich zu Beginn in ein Netz voller Lügen, Hinterlist und bizarrer Wendungen. Unserem kantigen Privatkriminologen wird nach einem starken Intro von einem verzweifelten Witwer ein lukrativer Job angeboten. Sollte er eine vermisste Frau finden, die seit 10 Jahren verschollen ist, winken ihm dicke 32 Millionen Yen als Belohnung. Wie es der Zufall will, handelt es sich um Kaito's Exgeliebte Mikiko, deren Beziehung wegen alter Yakuza Geschäfte in die Brüche ging. Nach anfänglichem Zögern nimmt Kaito den Auftrag an und schlittert in eine wahnwitzige Story, wo nichts ist, wie es scheint. In dem knapp 5-stündigen DLC folgen wir Kaito durch den fiktiven, japanischen Stadtteil Kamurocho. Von Haus aus verfügt Kaito über extrasensorische Fähigkeiten. So ist er nicht nur ein aufmerksamer Beobachter, sondern hat auch ein exzellentes Gehör und ein sehr sensibles Riechorgan. Beides setzen wir im im Focus Modus unabhängig voneinander ein, um unsere Umgebung auf zunächst nicht offensichtliche Hinweise zu durchsuchen oder auch um Extra Items zu entdecken. Der sympathische Haudegen kann aber auch gehörig zulangen. Ausgestattet mit zwei unterschiedlichen Kampfstilen nimmt er zahlreiche Strassenganoven und Strauchdiebe in die Mangel. Anfänglich ist Kaito's Repertoire begrenzt. Sobald wir aber ein paar SP-Punkte eingeheimst haben, die wir bei Missionsabschlüssen und Kämpfen erhalten, werden jene, wie schon zuvor bei der Hauptstory, direkt über unser Smartphone in den umfangreichen Skill Tree gepumpt. Nebst neuen Schlägen, Griffen und Angriffstaktiken, können wir auch unsere Lebensenergie erhöhen, unsere animalischen Grundinstinkte verbessern oder sogar Knarren schwingende Gangster entwaffnen. Diese Mechaniken sind bereits aus den vorherigen Yakuza Teilen bekannt, wurden aber mit neuen Ideen aufgepeppt. Auch wenn der DLC natürlich nicht so gross ausfällt wie das Hauptspiel, gibt es eine stattliche Anzahl an Nebentätigkeiten, wie Baseball Training, ein halbes Dutzend Spielhallen mit Oldies wie Sonic The Fighters, Virtua Figher 5, Space Harrier oder Fighting Vipers. Dart Automaten sind vereinzelt in kleinen Kneipen anzutreffen. Nebenmission wie in Lost Judgment gibt es keine. Dafür dürfen abenteuerlustige Detektive den Stadtteil nach Emblemen und Memorypoints durchsuchen, die weitere Skills freischalten und wer alles komplettiert, wird mit einem geheimen Endboss belohnt. Besitzer der Ultimate Version bekommen den DLC umsonst. Alle anderen müssen CHF 32.- für die Kaito Files hinblättern. Fazit: Toller DLC! Kaito war mir schon bei der Vollversion stets ein willkommener NPC Gast und natürlich freute ich mich, dass er nun endlich seine eigene, kleine Nebenstory durchgewunken bekam. Über die Technik muss ich mich nicht mehr auslassen, ich schliesse mich einfach Sascha's Meinung an. Eine sehr saubere Sache aus dem Hause Sega. Das einzige, was mich an den Kaito Files gestört hat, ist der Umfang. Kaum war ich warm mit dem Gameplay, war der Spass schon wieder vorbei. Knappe 5 Stunden und dann liefen schon die Credits. Schade, denn ich hätte gerne noch mal ein paar Kapitel mit Kaito durchgeprügelt. Da bleibt nur zu hoffen, dass er im 3. Teil von Judgment als einer der Hauptcharaktere auftritt oder sogar seinen eigenen Ableger bekommt. Verdient hätte er es. Lost Judgment - The Kaito Files ist ein Standalone DLC. Unser Testbericht basiert auf der Playstation 5 Version. Das Test-Muster stammt von SEGA , wofür wir uns herzlich bedanken. Jetzt Lost Judgment bei WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Puzzle Bobble 3D: Vacation Odyssey

    Zum 35. Jubiläum der legendären Bubble Bobble Serie wechselt Taito von 2D erstmals in 3D, samt optionaler VR-Unterstützung. Kann das Blasen Duo Bub und Bob auch im dreidimensionalem Raum überzeugen? Als anno 1986 Bubble Bobble bzw. später Puzzle Bobble (Bust-a-Move) in allen Spielhallen (und auf diversen Heimcomputern und Konsolen) erschien, was es instant ein Megahit. Das simple Spielprinzip war einfach zu erlernen, aber schwer zu meistern und spülte als netten Nebeneffekt massig Asche auf das Firmenkonto des japanischen Softwareveteranen. Das Upgrade in die nächste Dimension kommt mit satten 100 Levels. Ein Tutorial gibt es in Comicform, wo alle Mechaniken und unterschiedlichen Spezialblasen in bunten Bildern erklärt werden. Mit einer schicken Blasenknarre schiesst unser Duo wie gewohnt unterschiedlich farbige Bubbles auf die geometrischen Kreationen. Zu Beginn gestaltet sich das Ganze einfach und die Aufgabe ist simpel: Zerstöre alle bunten Blasen bevor das Bubblemagazin leer ist oder der Timer abläuft. Treffen sich mindestens drei Blasen der gleichen Farbe, ploppen die Bubbles weg, bis ihr am Schluss einen neutralen Kern freilegt und nach dessen Abschuss das Level beendet. Der Haken an der Sache ist, dass sich nach jedem Schuss die Blasenkreation dreht. So kann es sein, dass eure nächste Blase nicht die korrekte Farbe hat. Deshalb kann per Knopfdruck die aktuelle Blase mit der nächsten ausgetauscht werden (der sogenannte Bubbleswap). Mutige Spieler können die Blasen auch am Boden abprallen lassen und hoffen, dass sich das Risiko auszahlt und eine der nicht sichtbaren, hinteren Reihen eliminiert werden. Nach jedem Levelabschluss schüttet Taito je nach Punktezahl 4, 7 oder sogar 10 Goldtaler in die digitale Geldbörse. Ab 100 Münzen dürfen im Game-internen Mini-Shop drei unterschiedliche Hilfsmittel gekauft werden. Die Bombenblase zerfetzt umliegende Bubbles, die Regenbogenkugel färbt die getroffene Reihe in die gewünschte Farbe und mit der Drehblase lässt sich die Blasenstruktur in die gewünschte Position ausrichten. Aber aufgepasst! Die Items werden nach dem ersten Kauf nicht wieder aufgefüllt, sondern schlagen mit 20 Münzen pro Ball zu Buche. In den späteren Levels steigt der Schwierigkeitsgrad zackig und zu aller Hektik bewegen sich die Blasen im Raum. Nach und nach werden auch neue Spielelemente, wie toxische Blasen, die bei ungewolltem Abschuss 3 Runden lang keinen Blasenswap zulassen, eingeführt. Eine Blockbarriere verhindert direktes Schiessen oder die Plusbubbles schenken euch 3 weitere Spielzüge. Neben dem Story Modus, bietet Bubble Bobble 3D: Vacation Odyssey noch einen Duel Modus, in dem ihr random gegen einen zufälligen Onlinespieler antretet oder direkt an eure Freunde eine Einladung für ein kurzes Match versenden könnt. Im Infinity Modus gilt es Blasen abzuschiessen, bevor diese ein Portal am oberen Bildrand erreichen. Wer eine PSVR rumliegen hat, kriegt einen netten 3D Effekt serviert, der aber am Gameplay nichts ändert. Fazit: Ich war wieder mal sehr skeptisch, denn von Taito kann man vom Totalausfall bis Megakracher alles erwarten. Zwar ist Bubble Bobble 3D: Vacation Odyssey weder das erste noch das letztere, aber ich kann schon mal Entwarnung geben. Der neuste Ausflug der Blasenbrüder hielt mich länger am Bildschirm, als ich gedacht hatte. Die ersten Levels sind noch ein wenig Aufwärmphase für die kommenden Brocken, denn ab Level 15 geht der Schwierigkeitsgrad steil nach oben. Besonders die Levels mit Zeitlimit kombinieren Stress mit Hektik, so dass sich bei jedem falsch platzierten Schuss leicht Frust breit macht. Es kann schon mal eine Stunde und dutzende Versuche dauern, bis ihr einen der späteren Levels abschliesst. Zwar helfen die Power Ups (Bombe, Färber und Dreh-Blase) wie man es sich wünscht, jedoch 20 Münzen für jeden neuen Schuss zu berappen, halte ich für einen kleinen Design Schnitzer. So ertappe ich mich dabei pausenlos Level 2 zu grinden, da dies der schnellste Weg zu Barem ist, denn die Knauser von Taito fanden es anscheinend eine gute Idee, dass man nun auch schon in Puzzle Games zum Farmen genötigt wird. Auch im Infinity Modus gibt es eine Gewinnausschüttung, die ist aber so mickrig, dass die paar erspielten Taler den Braten auch nicht fetter werden lassen. Von diesem Ausrutscher abgesehen, gefällt mir der erste 3D-Ausflug von Bub und Bob sehr. Die kunterbunte Grafik mit Südseethema wird mit den typischen Bubble Bobble-Soundeffekten unterlegt, das neue Blasensystem lässt sich optimal steuern und nach ein paar Testschüssen habe ich auch die Abprallmechanik mehr oder weniger im Griff. Gerne hätte ich auch ein paar Matches online bestritten. Leider fand sich keine einzige Zockerseele, mit der ich mich hätte duellieren können. Schade. Da wäre es eventuell nicht verkehrt gewesen, einen lokalen 2 Spielermodus als kleine Ergänzung hinzu zu fügen. Gerne würde ich Puzzlefans den neusten Ableger uneingeschränkt empfehlen, wäre man im Difficulty Sektor nicht so gnadenlos. Wer sich jedoch gerne ab und zu eine saftige Knacknuss gönnt, ist bei dem Ferienausflug der beiden Blasen Drachen an der richtigen Stelle. Puzzle Bobble 3D: Vacation Odyssey gibt's zur Zeit nur für Playstation 4/5. Das Test-Muster stammt von Strictly Limited Games , wofür wir uns herzlich bedanken. Das Spiel gibt es zur Zeit nur digital. Physische Editionen und sogar eine CE erscheinen im Juli, August und September 2022. Klickt auf das WoG-Banner für mehr Infos: Jetzt Puzzle Bobble 3D: Vacation Odyssey bei WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Assassin's Creed: Valhalla - Die Zeichen Ragnaröks

    Ursprünglich ist Assassin’s Creed: Valhalla im November 2020 erschienen. Seither wurde es fortlaufend mit neuen Inhalten versorgt und erweitert. Neben saisonalen Aktivitäten verschlägt es die Helden in den zwei grossen Erweiterungen nach Irland und Frankreich. In der neusten und laut Ubisoft umfangreichsten Expansion mit dem Titel “Die Zeichen Ragnaröks” geht es weiter mit der etwas anderen Storyline von Valhalla, in welcher Odin und die nordische Mythologie im Mittelpunkt stehen. Auch nach allen Erweiterungen, diese eingeschlossen, ist Assassin’s Creed: Valhalla im Kern immer noch das gleiche Spiel. Das Kampfsystem, die Rollenspielelemente und die Erkundung der Spielwelt sind trotz der vielen Neuerungen und Verbesserungen noch gleich. Das ist keineswegs abwertend gemeint, denn Ragnarök ist gemacht für alle, die noch mehr vom Spiel und besonders vom Fantasy-Setting wollen. Geschichtlich setzt "Die Zeichen Ragnaröks" nach den Ereignissen aus dem Hauptspiel an. Erneut verkörpert man Odin, der auf der Suche nach seinem Sohn Baldr ist. Dieser wurde vom Feuerriesen Surtr, dem Herrscher von Muspelheim, gefangen genommen. Da jener gerade Svartalheimr angreift, das Reich der Zwerge, hält er Baldr auch dort fest. Alleine von dieser kurzen Einleitung sollte klar sein, dass ein grosser Fokus auf die Wikinger Mythologie gelegt wird. Mehr oder weniger wichtige Figuren, Konzepte und Orte werden am Laufmeter eingeführt. Dass dabei nicht alles ganz getreu der Edde ist dürfte klar sein, ist aber nicht weiter störend. Der Mythos und die Geschichte an sich sind Ubisoft typisch schön inszeniert und verpackt. Die grösste spielerische Neuheit ist ein Artefakt der Zwerge, welches man zu Beginn der Geschichte erhält. Mit diesem magischen Armreif lassen sich die Fähigkeiten bestimmter Gegner stehlen. Als Muspel kann man sich frei unter eben diesen Gegnern bewegen und ist immun gegen jeglichen Feuerschaden. Besonders hilfreich, weil Surtr bei seiner Invasion an allen Ecken Magma hinterlassen hat. Somit ist diese Fähigkeit sowohl im Kampf gegen die feurigen Gegner, als auch zur Lösung simpler Umgebungsrätsel ziemlich praktisch. Ausserdem kann man sich, die entsprechende Fähigkeit vorausgesetzt, z.B. in einen Raben verwandeln oder besiegte Gegner kurzzeitig zu Verbündeten machen. Wie schon erwähnt ändert sich das Gameplay durch diese Spielereien kaum. Unschön dagegen ist, dass diese Fertigkeiten eine weitere, viel zu grosse Anzeige auf dem Bildschirm erfordern. Alle Angaben für Gesundheit, Ausdauer, Magie, Spezialenergie und inzwischen bis zu 10 über Shortcuts aktivierbare Skills sorgen für ein zugemülltes Interface. Deutlich gelungener ist das Design der Welt. Das fantastische Reich der Zwerge mit seinen Bergen aus reinem Gold, Statuen und Relikten fremder Völker und die Darstellung der verschiedenen Rassen ist äusserst gut gelungen. Ubisoft hat einen Style für die nordische Mythologie gefunden und diesen kohärent umgesetzt. Obwohl Valhalla nicht mehr taufrisch ist, sieht es auch 2022 immer noch gut aus. Gleichzeitig kämpft man aber immer noch mit den gleichen technischen Problemen die, zumindest gefühlt, seit dem Release bestehen. Die Vögel bei den Aussichtspunkten sehen furchtbar aus, Animationen auf Treppen sollten nicht genau inspiziert werden und der Soundmix passt nicht immer zum Geschehen auf dem Bildschirm. Wer es bis zu dieser Erweiterung geschafft hat, ist sich das zwar gewöhnt, erwähnenswert ist es trotzdem. Fazit: Wer Assassin’s Creed: Valhalla mag und einfach mehr davon will, bekommt genau das mit “Die Zeichen Ragnaröks”. Das alles ist verpackt in ein hübsches AAA-Gewand der nordischen Sagen und wer Ubisoft kennt weiss, was das in etwa bedeutet. Die bisher grösste Erweiterung setzt auf altbewährte Tugenden. Was es macht, macht es dafür richtig gut. Wer aber bisher kein Fan von Valhalla war, wird es auch mit dieser Erweiterung definitiv nicht mehr werden. Wir haben Die Zeichen Ragnaröks auf Xbox Series X getestet, natürlich gibt's die umfangreiche Erweiterung auch für Playstation Konsolen und den PC und zwar als Add-On, als auch als Disk-Version mit dem Hauptspiel zusammen. Das Test-Muster stammt von Ubisoft, vielen Dank! Jetzt Assassin's Creed: Valhalla - Die Zeichen Ragnaröks auf WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Dying Light 2 Stay Human

    Eine Pilgerreise, die ist lustig, eine Pilgerreise, die ist schön. Aber auch ein Städtetrip in Villedor kann Vergnügen bereiten. Malerische Sonnenuntergänge am Horizont, ruhige Aussenbezirke und eine Innenstadt geprägt von architektonisch interessanten Hochhäusern warten auf den Reisenden. Etwaige Unruhen, insbesondere durch Untote geprägt, sind dabei zu vernachlässigen. Zu diesen Pilgern zählt auch Aiden. Früher wäre der gute Mann vielleicht auf dem Jakobsweg unterwegs gewesen, im Jahr 2036 braucht man sich nicht mehr auf solchen abgetretenen Pfaden zu bewegen. Die vormalige Über-Bevölkerung ist sowieso bereits um 98% reduziert. Im Gegensatz zu anderen Pilgern, die sich von Stadt zu Stadt bewegen, hat Aiden noch weitere Beweggründe. Die Suche nach seiner Schwester führt ihn in die sieben Bezirke umfassende Stadt Villedor. Die europäische Grossstadt ist allerdings immer noch überraschend reichlich bevölkert. So lernt Aiden bereits nach kurzer Zeit verschiedenste Leutchen kennen, welche dem Virus ohne Zombiefizierung entfliehen konnten. Als gestandener Pilger und Gutmensch hilft Aiden auch bei all den kleinen und grossen Problemen aus und rennt dafür durch das Zombie-verseuchte Städtchen. Und hier beginnt auch Dying Light 2. Also nach einem gut eineinhalbstündigen Tutorial, welches euch die Steuerung und die Grundpfeiler des Spiels näherbringt. Erst dann darf online nach Hilfe gesucht oder anderen Spielen beigetreten werden. Da Aiden im Verlauf der Story immer mehr Fähigkeiten dazu lernt, erhalten wir auch nach 20 Stunden noch solche hilfreichen Informations-Einblendungen. Zu Beginn ist der Weg durch die Strassen der Stadt oder über deren Dächer gar nicht mal so einfach. Kaum Ausdauer und wenige Parkour-Fähigkeiten machen ihm das Leben schwer. Durch das Absolvieren von Story Missionen oder Looten von Gebäuden erlangt der Pilger zusätzliche Fähigkeitspunkte, die in diverse Kampf- oder Parkour-Manöver investiert werden. Zusätzlich sollte mittels in Kisten versteckten Hemmstoffen die Ausdauer und Lebensenergie gestärkt werden. Entsprechend ist der Städtetrip von der stetigen Frage begleitet, wofür das rare gut eingesetzt werden sollte, denn beide Fähigkeiten werden ständig benötigt. Es gibt viel zu tun, um die Zombie-Massen möglichst unbeschadet zu überstehen. Für den nötigen Erfahrungsgewinn finden sich glücklicherweise unzählige Story- und Nebenmissionen. Deren Erzählweise schwankt von komplett uninteressant bis zu "leicht unterhaltsam". Einen Preis für die beste Story erhält Dying Light 2 nicht. Auch glänzen nur wenige der Charaktere mit Sympathiepunkten. Abwechslung ist aber durchaus geboten. Mal rennt unser Mann einem Tuch nach, klärt Morde auf oder besteigt Windmühlen. Bei erfolgreichem Quest-Ausgang gibt es Geld oder Erfahrung, beides nimmt Aiden immer gerne entgegen. Neu hoch gekraxelte Windmühen entwickeln sich dagegen zu einem sicheren Hort im Zombie-Allerlei, wo Händler und manchmal weitere Aufgaben zu finden sind. Selbstverständlich gilt es auch X Leute von den unzähligen herumlungernden Untoten zu retten. Tagsüber stellen jene schon zu Beginn kaum eine Bedrohung dar. Wie schon im direkten Vorgänger ist nachts allerdings Vorsicht geboten, speziell wenn man allein unterwegs ist. Zusätzlich zur wenig erfreulichen Zombie-Invasion macht Aiden die Dunkelheit aufgrund des eigenen Immunitäts-Zustands zu schaffen. Sobald das Licht aus ist, entsteht etwas Zeitdruck, denn nach Ablauf der (meist grosszügigen) Uhr geht die kostbare Lebensenergie zu neige. Um sich dagegen zu wehren werden Pilze gemampft, Leuchten geworfen oder schlicht das nächste, oft nahe UV-Licht gesucht, welches den Countdown freundlicherweise wieder zurücksetzt. Um der Untoten-Armee Herr zu werden liegen schon zu Beginn überall Waffen rum, oder wenigstens Gegenstände wie ein Tischbein, das gerne auch als Waffe missbraucht werden darf. Wer genügend Rohstoffe in der Welt einsammelt und die erforderlichen Blueprints besitzt, levelt die Waffen auf und ergänzt das lieblings-Beil um Blitz-, Feuer- oder Gift-Schaden. Leider verlieren auch die Schlagwerkzeuge an Energie und gehen nach dem x-ten Zombie kaputt. Mittels Upgrades lässt sich deren Einsatzzeit aber verlängern. Wie schon beim Parkour ist es auch mit den Waffen, zu Beginn ist Aiden nur schwächlich unterwegs. Zwar macht das Rennen über die Dächer von Villedor dann schon Spass, ein richtig guter Flow entsteht aber erst, wenn schon das eine oder andere Upgrade eingesetzt wurde. Dann springt Aiden wie eine Katze über die Dächer und weiss sich gegen die Gegnerübermacht immer besser zu wehren. Jene wird allerdings im späteren Spielverlauf auch stärker, wie wir das von Rollenspielen kennen. Bis übrigens eine Schusswaffe im Inventar landet, vergehen gute 20 Stunden, je nach Spielstil. Technisch überzeugt Dying Light 2 nach dem Day-One Patch durchaus. Klar, der eine oder andere Bug ist noch drin, aber beileibe nichts Katastrophales. Sound-Probleme können nach einigen Stunden aus dem Nichts auftauchen, was dazu führt, dass überhaupt nichts mehr an Akustik zu hören ist. Ein Neustart des Spiels hilft hier weiter. Auch schweben mal tote Zombies in der Luft oder ein Questgeber verschiebt sich nicht wie er sollte an den nächsten Ort; wir hatten aber keine Quest, die nicht abgeschlossen werden konnte. Optisch läuft das Spiel im Performance-Mode butterweich mit 60fps, übrigens der Modus, welchen wir auch empfehlen. Die Grafik hat Next-Gen Potential. Villedor weiss durchaus zu gefallen. Dass diverse Lokalitäten stark nach copy/paste aussehen, schmälert den optischen Gesamteindruck aber leider. Fazit: Als Freund vom ersten Teil, hat mich Dying Light 2 gleich abgeholt. Das Spiel ist letztendlich eine typische Fortsetzung mit der einen oder anderen Neuerung, die sich wunderbar ins Spielkonzept einfügen. Ich hätte mir eine interessantere Story gewünscht. Obschon ein paar unerwartete Wendung mit drin sind, fallen die teilweise ellenlangen Gesprächspassagen wenig unterhaltsam aus und ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich das Gelaber gern weggedrückt hätte; was übrigens möglich wäre. Da auch nach x-Spielstunden noch neue Fähigkeiten dazu kommen, sorgt der Titel über längere Zeit für Abwechslung. Der Preis dafür ist, dass der richtig gute Gameplay-Flow in den ersten Stunden noch fehlt, speziell die kaum vorhandene Ausdauer sollte tunlichst rasch einige Upgrades erhalten. Dying Light 2 erfindet sich nicht neu, liefert aber, trotz einiger noch vorhandener Bugs, einen motivierenden und spielerisch überzeugenden Gameplay Mix ab. Wer eine Mischung aus Dead Rising, Fallout und Mirrors Edge sucht, wird hier geradezu perfekt bedient. Im dritten Teil dann bitte eine etwas individuellere Weltengestaltung und echte Entscheidungsmöglichkeiten in der Story und wir sind wunschlos glücklich. Dying Light 2 Stay Human wurde von uns auf einer Xbox Series X getestet. Das Spiel ist auch für PS5, PS4, Xbox One und PC zu haben. Das Test-Muster stammt von Entwickler Techland, wofür wir uns ganz herzlich bedanken!

  • The(G)net Review: Big Brain Academy - Kopf an Kopf

    Teste deinen Grips und trete gegen deine Freunde an, um herauszufinden, wer das Superhirn ist! Den Start machte die Big Brain Academy-Reihe im Jahre 2005 auf Nintendo DS und wiederum zwei Jahre später folgte auf Nintendo Wii unter dem Namen “Big Brain Academy: Wii Degree” ein zweiter Teil. Nun erschien vor Kurzem die Neuauflage “Big Brain Academy: Kopf an Kopf” für die Nintendo Switch und stellt unser logisches Denken erneut auf die Probe. Gleich beim Startbildschirm begrüsst uns der kleine, intelligent aussehende Professor «Lobo», der uns ein wenig an die Bewohner von Animal Crossing erinnert. Er begleitet uns durch das anfängliche Tutorial. Ganz nebenbei kann man im Hintergrund Grundschulähnliche Musik und Geräusche vernehmen (singende Kids und catchige Beats) was auch perfekt zur Stimmung passt. Dann kann die Knobelei auch schon los gehen: Solo-Player activated! Die Übungen sind in 5 Kategorien aufgeteilt: Vision, Memoria, Analyse, Algebra und Piktura. Jede Kategorie bietet jeweils vier Arten von Mini-Spielen. Die reichen von Merkaufgaben, Formerkennung, Lückenfüller und Rechenaufgaben bis hin zur Erweiterung des räumlichen Vorstellungsvermögens. Jeder Hirnbereich soll hier trainiert werden. Wer ein normales Spiel beginnt, startet man mit der niedrigsten Schwierigkeitsstufe "kinderleicht" und endet bei "elite". Der Schwierigkeitsgrad ändert sich mit der Leistung. Wer zu viele Fragen falsch beantwortet wird zurück gestuft. Wer seine Aufgaben richtig und schnell erledigt, wird von Professor Lobo anschliessend mit Münzen und Medaillen belohnt. Je mehr Münzen man besitzt, desto schneller füllt sich der Geschenkebalken, womit wir wiederum Accessoires wie Kleidung (Laborkittel, Raumanzug, etc.) und Kopfbedeckungen (Katzenohren, Mützen und Hüte) für unseren Avatar freischalten. Münzen erhält man nicht nur durch Abschliessen der Übungen, sondern auch beim Gehirntest und für erfolgreiche Online-Kämpfe. Im Gehirntest ermittelt man seinen "Gehirnwert". Dieser Test besteht aus jeweils einer zufälligen Aufgabe aus jeder Kategorie, die man unter Zeitdruck lösen muss. Das Resultat wird in einem Netzdiagramm aufgezeigt und veranschaulicht, wo die Stärken und Schwächen liegen und ebenso, wo es noch Potenzial zur Steigerung gäbe. Der Gehirnwert errechnet sich aus der Gesamtpunktzahl und zeigt auf, welchem Gehirntyp zugehört: Ausgeglichen, starkes Kurzzeitgedächtnis, oder doch eher der visuelle Typ. Für Super-Hirne gibt es noch einen weiteren geheimen Bonus, falls ihr in allen Kategorien die goldene Lobo-Medaille holt. Jüngere, eifrige Denker aktivieren hingegen den Kindermodus. Hier werden keine allzu schweren Aufgaben gestellt und die Schwierigkeitsstufe stetig angepasst. Weiter geht’s mit dem Bereich Geist-Modus. Hier misst man sich gegen "Geister" von Freunden, Familienmitgliedern oder andere Spielern weltweit. Man kann sogar gegen sich selbst antreten. Die Aufgaben werden dabei aus allen Kategorien zufällig zusammen gewürfelt. Je mehr Geister besiegt wurden, desto schwieriger sind die nächsten Gegner. Online Ranglisten werden jeweils am Ende eines Monats zurückgesetzt und der weltweite Gehirn-Rang fängt wieder bei 0 an. Wer lieber in gemütlicher Runde knobelt startet den Party-Modus für bis zu vier Spieler. Auch hier werden die Aufgaben zufällig ausgewählt und man darf sogar den Schwierigkeitsgrad für jeden Spieler einzeln festlegen. So entsteht eine allgemeine Fairness und jeder hat eine Chance auf den grossen Sieg. Im Party-Modus geht es weniger um Zeit, sondern um die Anzahl der Punkte. Werden die 100 Punkte pro Runde von einem Spieler überschritten, schenkt Professor Lobo den Verlierern ab und zu die Hälfte der maximalen Punktzahl, damit Rückstände schneller wieder aufgeholt werden können. Danke Professor Lobo! Fazit: Die Big Brain Academy Reihe richtet sich offensichtlich an eine eher jüngere Zielgruppe. Man fühlt sich schnell ins Klassenzimmer der Primarstufe zurück versetzt. Ebenso sind die Übungen an diese Zeit angelehnt: Simpler Aufbau, einfach zu verstehen und allgemein nicht zu herausfordernd. Grafisch gibt das Spiel keine Topleistung ab, was es aber auch nicht muss. Die Controller kamen im Einzelspielermodus selten zum Einsatz, da ich hauptsächlich die Touchfunktion bevorzugte. Wenn man Bestleistung erreichen will, empfiehlt es sich mit Touch zu spielen, für schnellere Reaktionszeiten, da die meisten Übungen auf hohe Geschwindigkeit setzen und dies durch «Knöpfli-Drücken» schwerer zu erreichen ist. Die Übungen in Big Brain Academy sind rasch erledigt und trotz der Vielfalt an Mini-Spielen war die Luft überraschend schnell raus, speziell für Solo-Spieler. Spielt man im Mehrspieler-Modus mit Freunde und Familie, darf man gerne einen Punkt zur Wertung addieren, denn das war definitiv spassiger. Mein All-Time-Favorite für Gehirntraining-Spiele bleibt jedoch weiterhin «Dr. Kawashimas Gehirnjogging». Big Brain Academy - Kopf an Kopf gibt's nur für Nintendo Switch. Das Test-Muster haben wir von Nintendo erhalten, wofür wir uns herzlich bedanken!

  • The(G)net Review: Kathy Rain - The Director's Cut

    Kathy Rain The Directors Cut ist ein Remake eines Point'n'Click Adventures aus dem Jahre 2016. Es spielt in den guten alten 90ern. Im Mittelpunkt der Story steht Kathy Rain, eine angehende Journalistin. Gut, das war etwas übertrieben, sie ist noch im Grundstudium zur Journalistin. Wie dem auch sei, sie wohnt mit ihrer Kommilitonin Eileen zusammen im Studentenwohnheim. Gleich nach Spielbeginn wird Kathy, heimkehrend von einem alkoholischem Exzess, vorgestellt. Während sie auf ihrem Bett ihrem Elend frönt, fängt Eileen plötich an einen Monolog sondergleichen abzulassen. Sie erwähnt, dass sie zufälliger Weise in der Zeitung gelesen habe, dass ein Kriegsveteran in Conwell Springs verstorben sei und dass ihr einfiel, dass doch Kathy dort einst gelebt habe. Kathy unterdessen suhlt sich in ihrem Elend und versucht Eileen zum Schweigen zu bringen; ohne Erfolg. Eileen redet weiter und meint der Kriegsveteran hätte den selben Familiennamen wie Kathy und tatsächlich: Es ist ihr Grossvater! Irgendwann kommt Kathy dann der Geistesblitz "Hey, woher weisst du wo ich wohne?!" Grosses Upsie! Eileen, neugierig ohne Ende, hat ohne Zustimmung irgendwann Kathy's Hintergrund gecheckt. "Gar nicht cool!" finded Kathy. Eileen jedenfalls versucht sie dazu zubringen, wenigstens auf die Beerdigung zu gehen, während Kathy aber gerade leicht angesäuert eher umdreht und einschläft. Der nächste Tag beginnt, der Wecker klingelt. Wir übernehmen die Steuerung, schalten den Wecker aus und finden eine Notiz vor. Eileen hat ihn extra früh gestellt, damit Kathy ja nicht das Begräbnis verpasst. Letztendlich fährt Kathy dann doch nach Conwell Springs... Nach einer schwierigen Kindheit kommt sie zurück zu dem Ort, an dem alles begann. Nachdem sie wieder mit ihrer Grossmutter vereint ist und sie gemeinsam über alte Ereignisse sprechen kommt auf, dass ihr Grossvater über Jahre an einer mysteriösen Krankheit gelitten hat, die ebenso plötzlich wie unverhofft kam. Getreu dem Motto "harte Schale, weicher Kern" möchte Kathy dann doch gerne der Ursache auf den Grund gehen und erfahren, woran ihr Opa eigentlich gestorben ist. Die Story entfaltet sich als Detektivkrimi vom Normalen bis hin zum Paranormalen. Kathy macht sich zu allen Vorkommnissen Notizen, die benutzt werden, um Dialoge mit diversen Personen zu starten und um so an neue Informationen zu kommen. Es gibt kleinere Puzzlepassagen zwischen den Ereignissen, welche die Geschichte vorantreiben. Diese sind abhängig von den zuvor geführten Dialogen, gefundenen Gegenständen und aktiven Orten, zu denen Kathy Zugang hat. Haben Orte ihren Zweck zur Gänze erfüllt sind diese nicht mehr zugänglich. Es gibt auch Mehrfachauswahlen bei diversen Dialogen, aber nur in bestimmten Situationen bewirken sie etwas Unerwartetes, ansonsten geht die Story einfach nur mit einem entsprechend anderen Dialog weiter. Von der Präsentation her zeigt sich das Spiel in Retropixelgrafik. Im Director's Cut wurden hier moderne Auflösungen berücksichtigt und das Spiel läuft auch entsprechend im Vollbildmodus ohne störende schwarze Balken. Ausserdem wurde bei Übersetzungen besonders viel Wert gelegt, dass auch wirklich alles übersetzt wurde - worunter auch die Texturen fallen. Ansonsten ist die komplette Geschichte in Englisch vertont, die Sprachauswahl gilt hierbei eher für die Untertitel. Die Synchronsprecher haben saubere Arbeit geleistet und es hört sich richtig nach einem gut produziertem Hörspiel an. Im Gesamten ist von grafischer Darstellung bis über die Vertonung hinweg alles sehr atmosphärisch. Fazit: Persönlich empfand ich das ganze eher wie ein interaktives Hörspiel; ein gutes wohlgemerkt. Die Puzzles hatten keinen fordernden Schwierigkeitsgrad und waren in wenigen Minuten gelöst. Die Mehrfachantworten wurden, wie schon in der Originalfassung, jedoch nicht voll ausgekostet. Es gibt jetzt neu aber an einigen Stellen wortwörtlich fatale Auswirkungen für Kathy. Ansonsten bietet der Director's Cut überwiegend Detailanpassungen. Unter den Neuerungen wurde auch die Geschichte auf Basis diverser Kritiken leicht angepasst. Ob dies ein Kaufgrund für Besitzer des Originalspiels ist, müssen diese wohl für sich entscheiden. Für Erstspieler, wie mich, wird das wohl kaum ein Kriterium sein und Hardcorepuzzler wären wahrscheinlich von der fehlenden Schwierigkeit eher enttäuscht. Alles in allem bietet das Spiel dennoch für einige Stunden ein gutes Vergnügen zum kleinen Preis. Wir haben Kathy Rain auf PC getestet. Das Spiel ist digital auch für Nintendo Switch, sowie Android und iOS erhältlich. Das Test-Muster haben wir selbst gekauft.

  • The(G)net Review: Super Monkey Ball Banana Mania

    Trial und Error sind zwar an der Tagesordnung, meistens existieren aber mehrere Möglichkeiten sicher

  • The(G)net Review: Life Is Strange: True Colors

    Nach 17 Monaten Entwicklungszeit in Isolation und unter dem Druck und Zwang des Coronavirus, hat Deck Nine Studios ihr neustes Projekt doch noch vollendet. Und während sich die Story des Vorgängers gut in den Rahmen der bestehenden Geschichte einfügt, ist Life is Strange: True Colors doch ein komplett eigenständiges Spiel. Die Handlung von Life is Strange: True Colors dreht sich um Alexandra und Gabe Chen, ein Geschwisterpaar, das nach dem Tod der Mutter und dem Weggang des Vaters vom Jugendamt getrennt und so zum gesellschaftlichen Aussenseiter wird. Der ältere Bruder wird wegen Autodiebstahls verurteilt, während die kleine Alex durch verschiedene Pflegeheime wandert. Damals entdeckte Alexandra ihr geheimes Talent, die Empathie. Ihre Fähigkeit visualisiert die Emotionen und Gefühle der Menschen, was sich in farblich unterschiedlichen Auren darstellt. Dies nutzt sie geschickt, um Konflikte zu lösen oder Menschen aus tiefen Krisen zu führen. Mit dieser Gabe und einer grossen Umhängetasche bewaffnet, macht sie sich auf den Weg in die kleine Bergbaustadt Haven Springs, zu ihrem Bruder Gabe. Doch ihr beschauliches und glückliches Leben im amerikanischen Outback, das vollständig vom radioaktiven Erzabbau eines allwissenden Megakonzerns abhängig ist, wird durch eine Tragödie unerwartet unterbrochen. Nun versucht Alex zusammen mit Ryan, dem besten Freund ihres Bruders, und Steph, einer lokalen Radiomoderatorin, den Ursachen und den dahinterliegenden Wahrheiten auf die Spur zu kommen. Auf ihrem Weg hilft Alex den Einwohnern der Stadt bei der Bewältigung emotionaler Probleme und Sorgen, indem sie an deren Leben teilnimmt. Die Fähigkeit Auren zu lesen liefert dabei wertvolle Hilfen wenn es darum geht, Gegenstände, Personen oder Tiere ausfindig zu machen oder psychische Lasten zu tragen. Untermalt wird die Reise durch rockige Musik der Jahrhundertwende und manchmal nimmt Alex sogar selbst die Gitarre in die Hand, um ein Cover von Radiohead zum Besten zu geben. Erwähnenswert ist auch eine unglaublich cool inszenierte Szene mit einer Anspielung auf Eminem und das Musikvideo von Daido. Neben dem Plaudern, Erforschen und Helfen in der Not, kann Alex an optionalen Aktivitäten teilnehmen - z.B. Donkey Kong oder Arkanoid spielen, das Haus putzen, das Geschirr abwaschen oder Unkraut jäten. Oder sie zieht sich einfach um, wobei die Outfits in den meisten Fällen aus einer Schlabberhose und einem Kapuzenpullover besteht. Ein kurzer Rock mit einem engen Tank-Top wird nur an Frühlingstagen Pflicht, wenn die Mädchen ihre(n) Auserwählte(n) Rosen überreichen. Klingt herrlich kitschig, ist es auch. An diesem Punkt dürfen wir die romantische Ausrichtung von Alex festlegen. Die Beziehungen zu Steph oder Ryan werden aber kaum ausgearbeitet und bis auf einen kurzen Kuss ist nicht viel drin. Emotionale Bindungen und persönliche Momente fehlen. Jegliche Intimität wird von flachen Witzen und komischen bis unangenehmen Situationen überspielt. Partnerschaften haben nur kosmetische Auswirkungen auf das Ende der Geschichte. Allerdings legen die Autoren den Schwerpunkt eindeutig auf die lesbische Beziehung mit Steph und fügen die heterosexuelle Romanze mit Ryan eher als optionales Extra hinzu. Aber was will man erwarten von einer Zeit, in der eine neue Art von Ethik und politische Korrektheit regiert? Zusätzlich zu den bereits erwähnten Intermezzos versuchen die Autoren zumindest das Gameplay, das sich auf Reden und Aura-Lesen beschränkt, mit neuen Mechaniken aufzufrischen. Ein ganzes Kapitel ist dem Roleplaying gewidmet, was im Zusammenhang mit Eminems Einlage als einer der Höhepunkte von True Colors bezeichnet werden darf. Die rundenbasierten Auseinandersetzungen erinnern dank der ausgeprägten Vorstellungskraft der Charaktere häufig an farbenfrohe Fantasy-Kämpfe. Hier sind die grafischen Verbesserungen mit den hübschen Lichteffekten und Reflektionen dafür am deutlichsten. Die Gesichtsanimationen, die Spiegelungen in Alex' Brille und die filmreifen Zwischensequenzen verdienen sich die meisten Pluspunkte. True Colors ist in dieser Hinsicht sicher eines der schönsten und technisch fortschrittlichsten Spiele des Genres. Freilich ist diese Spiele-Welt nicht vor matschigen Texturen, detailarmen Wänden oder schlecht ausgearbeiteten Nebenfiguren gefeit, aber das sind sich Life Is Strange-Fans ja bereits von den Vorgängern gewohnt. Während die ersten vier Kapitel grosse Gefühle wecken und ein furioses Finale versprechen, wird der Zug der Erzählung im fünften Abschnitt von den Verfechtern der sozialen Gerechtigkeit zum Entgleisen gebracht. "Das unheimliche Geheimnis" entpuppt sich eher als lächerlich, ebenso wie die Ereignisse, die danach passieren. Ungeachtet dessen, ob uns die Stadtbewohner durch unser Tun und Lassen am Ende unterstützen oder eben nicht, haben die Entscheidungen während des Spiels auch keinen weiteren Einfluss auf dessen Ende. Und gerade das empfinde ich als zutiefst enttäuschend. Fazit: Life is Strange: True Colors hat eine sympathische Heldin mit einer spannenden Fähigkeit, deren Potenzial jedoch nur allzu schnell im Sande verläuft. Der interessante Plot verwandelt sich urplötzlich in einen albernen Witz, und denkwürdige Momente werden von hastig kreierten Nebenaktivitäten und flachen Charakteren torpediert. Keine richtigen Liebesbeziehungen, keine interessante Detektivarbeit und vor allem kein befriedigendes Ende. Dafür aber durchaus hip, modern und trendy! Ja, ich habe gerade beim Storytelling sehr viel mehr erwartet und auch irgendwie den Eindruck, als hätte das Spiel ursprünglich ein anderes Finale und Konzept, das man nur wenige Wochen vor der Veröffentlichung eilig über den Haufen schmiss. So verkam die zu Beginn durchaus interessante Geschichte zur lapidaren Twitter-Instagram-Fanfiction. Aber vielleicht bin ich ja einfach zu alt für sowas? Abgesehen davon ist True Colors sicherlich kein schlechtes Spiel, zumindest in den ersten vier der fünf Kapitel. Fans dürfen sich die Reise also gerne antun, sollten aber nicht allzu überrascht sein, wenn nach dem Abspann ein bitterer Nachgeschmack hängen bleibt. Wir haben Life is Strange: True Colors selbst gekauft und auf einer Xbox Series X getestet. Das Spiel ist aber auch für PS4/5, Nintendo Switch, Xbox One und PC erhältlich. Jetzt Life is Strange: True Colors bei WoG.ch bestellen!

  • The(G)net Review: Wonder Boy: Asha in Monster World

    Wir wissen Bescheid: Fiese Monster überrennen die einst friedliche Gegend unserer Heldin, also Arsch

  • The(G)net Review: Alex Kidd in Miracle World DX

    Huch!? Ein Remake eines Master System-Spiels? Was ist denn hier los? Tja, in Zeiten von Corona wundert mich mittlerweile nichts mehr. Alex Kidd, Segas Antwort auf Mario, hatte eine harte Kindheit. Nintendo's Klempner zeigte der Welt wie Jump&Run richtig geht und steckte Segas Möchtegernmaskottchen mit Super Mario Bros. kurz in die Westentasche. Trotz mehreren Nachfolgern und einem finalen Ausflug nach Shinobi World, war 1991 das Karriereende für den digitalen Lausebengel. Ein blauer Igel namens Sonic betrat die Bildfläche und Segas Kidd verschwand endgültig im Tal der Vergessenheit. Entwickler Jankenteam nahm sich jetzt das Original vor und jagte es durch den Grafikexcellerator, plus verpasst jedem Level einen eigenen Soundtrack. Vom Spielprinzip her schlägt Alex Kidd in Miracle World DX keine grossen Kapriolen. Mit geballter Faust zerdeppert er Steinblöcke oder haut diversen Gegnern eins auf die Kauleiste. Gewisse Steinquader belohnen Kidd mit Geldsäcken (die ihr gegen hilfreiche Gegenstände beim Händler eintauscht) oder Bonusitems wie Schutzschild oder 1Ups. Haut ihr aus Versehen aber den falschen Stein kaputt, erscheint ein fieser Geist. Nur wenn ihr es schafft, das lästige Phantom abzuschütteln, in dem ihr aus dem aktuellen Screen entkommt, werdet ihr vom Continue-Screen verschont. Umhauen lässt sich der ungebetene Gast nämlich nicht. Prinzipiell ist bei jeglichem Feindkontakt ein weiteres Leben futsch. Schafft ihr es aber im Laufe des Levels eure Faust temporär aufzuleveln, verschiesst Alex nach dem Upgrade kleine Projektile, als wäre es Contra. Nach jedem Levelabschluss geht's kurz auf eine Oberweltkarte, die euch die Übersicht der unterschiedlichen Welten anzeigt. Alex Kidd in Miracle World DX ist nicht wirklich ein Remake, vielmehr handelt es sich, wie schon bei Wonderboy the Dragons Trap, um einen Reskin und ihr könnt per simplem Knopfdruck instant zur orginalen 8Bit-Version wechseln. Fazit: Ja der Alex, der kleine Bub! Wenn man zu Beginn der 8Bit Ära aufgewachsen ist, kam man als zukünftiger Redaktionsknilch an Alex Kidd nicht vorbei. Wie auch? Der Kerl war bei jedem Master System automatisch dabei. Und schon damals war der Alex Fanclub quasi nichtexistent, denn Nintendo rasierte mit dem NES jahrelang den Markt. Im direkten Vergleich zu Mario war Alex einfach eine blasse, langweilige Erscheinung. Kidd ist wie der Typ von der Schule, den jeder kennt, mit dem aber eigentlich niemand was zu tun haben will. Natürlich lag ein Grossteil an dem Umstand, dass die damalige Grafik von Alex Kidd gefühlte zwei Pixel über dem Atari lag und durch grauenhafte Wahl der Farbpalette gleich mal 50% der Käuferschaft abschreckte. Die restlichen 49% legten schon beim ersten Level das Joypad weg. Unglückliches Leveldesign im ersten Abschnitt, Onehit-Deaths, fragwürdige Kollisionsabfrage bei den Gegnern, was schon mal in einem Double K.O. ausarten kann und Plagegeister, die euch alle 10 Sekunden im Spiel nerven legen offen, dass beim Balancing noch viel aufzuarbeiten gewesen wäre. Die aufgepeppte Version kämpft mit den exakt gleichen Problemen, aber dank der schmucken 16Bit-Optik und der wirklich tollen Hintergrundmusik hält die Motivation ein wenig länger an als gedacht. Man merkt jedoch recht schnell, dass die lahme Spielewelt mit ihren monotonen Abschnitten auch mit neuer Verpackung nur marginal mehr Spielwert bietet. Der interne Redaktionsrekord lag bei knapp 90 Minuten am Stück. Im Selbstversuch wechselte ich per R2 kurz zur Originalversion, um nur um Haaresbreite an einem Augenkrebs vorbei zu schrammen. Diese Option hätte man besser gleich weg gelassen, denn der Erstling ist optisch schlichtweg ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Hätte es Alex Kidd in Miracle World DX wirklich gebraucht? Nö! Aber die 5 Nostalgiefans, die immer noch behaupten Sega wäre damals besser als Nintendo gewesen, werden sicher ihre Freude an diesem Grafikflip haben. Alex Kidd in Miracle World DX wurde uns freundlicherweise vom Publisher Merge Games zur Verfügung gestellt. Wir haben die PS5 Version getestet. Das Spiel ist für Nintendo Switch, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S und PC erhältlich.

  • The(G)net Review: Override 2 Super Mech League

    Da ich Override 1 nie gespielt habe, konnte ich mir das Ganze komplett unvoreingenommen ansehen. Bei der Spielbeschreibung dachte ich erst einmal kurz an Virtual On, ein klasse Game. Nun hat sich Override 2 leider nicht als ähnliches Spiel herausgestellt, denn einfach zusammengefasst handelt sich es hier um einen reinen Brawler, also somit auch kein Kampfspiel im klassischen Sinne. Die „Story“ ist relativ schnell erklärt: Irgendwann in der fernen Zukunft haben sich Mech-Turniere als Freizeitunterhaltung etabliert und wir sind auserwählt, so ein elitäres Gerät zu steuern. Das war’s. Nichts mit ‚Rette die Welt‘ oder ‚Befreie deine Freundin aus der Blechdose‘, einfach nur ‚Klopp‘ dich, bis du zur Weltelite gehörst‘. Der Spielverlauf baut auf diesem simplen Konzept auf. Zuerst müssen wir ein Tutorial bestehen, in welchem wir die Grundprinzipien der Steuerung erklärt bekommen. Danach gilt es ein paar Runden einfach so zu kloppen und zu gewinnen, um In-Game Geld zu bekommen. Mit diesem Geld müssen wir unseren ersten, eigenen Blechmann kaufen, erst dann werden die eigentlichen Ligenspiele freigeschaltet. Diese dienen dazu, unseren Rang hochzustufen, um weitere Wettkämpfe freizuschalten. Dazu gehören ‚1 vs 1‘, ‚2 vs 2‘, ‚Keilerei‘ und scheinbar zufällig selektierbare Kämpfe wie ‚Bleib im Ring‘. Da es sich hier um einen turnierbasierten Brawler handelt, wurde in das Spiel eine Art Sponsorship-System integriert. Gewinnen wir unsere Runden, kommt zufällig ein Vertrag eines Sponsors reingeflattert und unser Manager gibt uns die Details bekannt. Diese Verträge beinhalten eine Challenge und eine dazugehörige Belohnung. Meist sind die Missionen mit einem Zeitlimit versehen und die Uhr tickt auch weiter, wenn das Spiel beendet wird. Läuft die Zeit aus und sind die Konditionen nicht erfüllt, gilt der Vertrag als gescheitert und der Sponsor verabschiedet sich wieder. Als ‚Bonus‘ bekommen wir dann noch eine Standpauke von unserem Manager. Was kann man mit dem In-Game Geld anfangen? Primär ist es damit möglich neue Mechas freizuschalten. Der sekundäre Zweck liegt in der Anpassung. Die Definition von „Anpassung“ hat mich doch ehrlich ein wenig enttäuscht. Ich dachte es wäre wenigstens möglich, seinem Metall-Mann ein paar Extrawaffen oder andere Gimmicks zu verpassen. Letztendlich ist aber alles auf ‚Skins‘ ausgelegt, sprich andere Farben für Blechteile, fancy Hüte oder sonst irgendwelcher Hipster-Quark. Selbst unser Manager sagt:„Du musst mit deinem Mecha auffallen! Gib ihm auffallende Farben und Accessoires!“. Na dann... Während wir schon bei Enttäuschungen sind, kommen wir zum Trainingsmodus. Eigentlich jedes Kampfspiel, das etwas auf sich hält, kommt mit einem guten Trainingsmodus daher. Zuschaltbare KI mit KI-Kontrolloptionen, Move- und Kombo-Training, Schadensanzeige usw., nicht aber Override 2. Du kannst dir aus dem gesamten Sortiment nur einen Mech und die Arena auswählen, das war’s. Ein Druck auf die Start-Taste zeigt ein paar Standardattacken und sonst nichts. Absolut nutzlos. Keine Frage, das Spiel hat mittlere bis sehr grosse Arenen und optisch macht es auch im Gesamten einiges her. Vor allem das Effekt-Gewitter ist beeindruckend. Meine Testumgebung ist die klassische PS4. Keine PS4 Pro, die etwas mehr Leistung hat und auch keine top moderne PS5 (für welche das Spiel bei der PS4 Fassung ein kostenloses Upgrade enthält). Das Problem sind die massiven Grafikeffekte. Für mich scheint es, als habe der Entwickler vollkommen vergessen, Override 2 auch für die Base-PS4 anzupassen. Es gibt nämlich Spielmodi, da sind bis zu vier Robis auf der Karte, die Arena ist riesig und voll mit explosiven Elementen. Nun hat auch jeder Blech-Lümmel sein eigenes, ganz spezielles Move-Set, welches einiges grafisch imposant auf dem Schirm zur Geltung bringt. Und dann passiert es: Extreme Framedrops, bis zu den sprichwörtlichen 5 fps. Auch die Steuerung ist nicht frei von Makeln. Die High/Low Tritte bzw. Schläge liegen auf den Schultertasten, ein Ultimate Move auf L3 und der Quickstep, Block, Wurf und Sprung auf den Symboltasten. Die Hauptaktionen auf die labilen Schultertasten zu legen ist für mich persönlich schon fragwürdig genug, aber es kommt noch besser. Beim Spielen auf der Base-PS4 gibt's einen richtig fetten Inputlag. Ich vermute jetzt einfach mal, dass durch die Grafik die alte Kiste stellenweise so dermassen überfordert ist, dass die Ressourcen für die Steuerung einfach hinten anstehen müssen. Sehr deutlich macht sich das, wenn der Block nicht funktioniert, die spärlichen Kombos nicht auslösen oder plötzlich Attacken ausgeführt werden, von denen man dachte, diese vor ein paar Sekunden schon gedrückt zu haben. Als Highlight des Negativspektrums sehe ich den Content. Es gibt effektiv nichts für Single- oder Offline-Player. Jedes Ligaspiel braucht eine Online-Lobby. Ich habe Stunden in der Warteschleife verbracht und auf mehrere Spielsitzungen verteilt maximal sechs menschliche Spieler gesehen. Sollte das Spiel keine Lobby finden, wird nach ein paar Minuten automatisch auf Bots umgestellt. Und hier liegt das nächste Problem: Die KI der Bots ist dumm wie Stroh, das Balancing absolut verpeilt. Mal kloppst du innerhalb von maximal zwei Minuten alles klein, ein anderes Mal landest du nach 30 Sekunden selbst in der Schrottpresse. Es gibt aber auch ein paar positive Dinge zu berichten. Der Soundtrack z.B. mit seinen Metal-Vibes. Der geht meiner Meinung nach richtig gut ab. An eine Anlage angeschlossen küsst jede Explosion den Bass bis in den Rachen. Es knallt so richtig, das macht Laune. Und die Mechas an sich sind durchdacht, abwechslungsreich und hübsch gestaltet. Fazit: Das Spielkonzept von Override 2 wär im Grunde gar nicht übel. Ein 3D-Kampfspiel mit lokalem und Online-Mehrspielermodus, das perfekt für kompetitive Spieler, Mech-Fans oder Gelegenheitsschläger wäre. Die vielen Mechas mit ihren individuellen Charakteristika können zumindest im Lokalspiel mit (bis zu vier) Kumpels für einige unterhaltsame Stunden sorgen. Leider drückt der Mangel an Onlinespielern und die lange Liste der Negativpunkte den Spielspass merklich, zumindest auf der Base-PS4. Das ständige Spielen gegen dumme Bots macht auf Dauer nämlich keinen Spass. Override 2 hätte im Grunde potential, es wurde einfach wieder einmal nicht richtig ausgereizt. Solltet ihr das Spielprinzip mögen, testet das Spiel auf der Konsole eurer Wahl erst an, bevor ihr es nach diesem Testbericht gedanklich schon ad acta legt. Auf PS4 Pro oder PS5 läuft es vermutlich runder. Jetzt Override 2 Super Mech League bei WoG.ch bestellen!

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