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The(G)net Review: Joe & Mac Retro Collection

vor 1 Stunde
4 Min. Lesezeit

Die frühen 90er waren eine grossartige Zeit für Fans unkomplizierter Jump and Runs. Mittendrin tummelten sich die beiden Höhlenmenschen Joe und Mac, die mit ihren prähistorischen Abenteuern vor allem auf dem Super Nintendo für ordentlich Spass sorgten. Über 30 Jahre später holt Red Art Games die Steinzeithelden mit der Joe & Mac Retro Collection zurück auf den Bildschirm.


Joe & Mac Retro Collection Test, Review, Testbericht. Wertung und Fazit.

Die Joe & Mac Retro Collection vereint drei Spiele aus dem Hause Data East: Joe & Mac: Caveman Ninja (1991), Congo’s Caper (1992) und Joe & Mac 2: Lost in the Tropics (1994). Dabei handelt es sich nicht um Remakes oder Remasters, sondern die ursprünglichen SNES Versionen, die weitgehend unverändert ihren Weg auf die aktuellen Systeme gefunden haben. Wer also auf eine aufwendige grafische Überarbeitung oder zusätzliche Spielinhalte gehofft hat, schaut entsprechend in die Röhre. Schade ebenso, dass die Original Arcade-Version fehlt.


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Immerhin hat Red Art Games der Sammlung einige praktische Komfortfunktionen spendiert. So dürfen wir jederzeit speichern, missglückte Aktionen zurückspulen oder das Bild mit verschiedenen Retrofiltern, Scanlines und dekorativen Rahmen versehen. Besonders die Rückspulfunktion erweist sich angesichts des teilweise happigen Schwierigkeitsgrades als echter Segen. Dazu gesellt sich ein Boss Rush Modus, in dem wir uns den prähistorischen Obermotzen ohne grosse Umwege stellen dürfen.


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Das ist alles ganz nett, gehört bei modernen Retro Collections mittlerweile allerdings zum Standard. Zu den Bonusmaterialien gehören ein paar Original-Artworks sowie ein Music-Player. Andere spannende Hintergrundinformationen oder Extras, die einen tieferen Einblick in die Geschichte der Serie ermöglichen würden, bleiben dagegen auf der Strecke.


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Mit Joe & Mac: Caveman Ninja legte Data East 1991 den Grundstein für die Serie. Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein paar Steinzeitdamen wurden entführt, weshalb unsere beiden Höhlenhelden kurzerhand ihre Keulen schnappen und zur Rettungsmission aufbrechen. Spielerisch erwartet uns ein klassisches Jump and Run, bei dem das Vermöbeln der Gegner mindestens ebenso wichtig ist wie das präzise Springen. Wir kämpfen uns durch abwechslungsreiche Levels, erledigen allerlei Urzeitviecher und stellen uns regelmässig überdimensionierten Boss-Dinos, was besonders im kooperativen Modus Spass macht.


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Die fantasievollen Schauplätze und der herrlich alberne Humor sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Da hängen wir beispielsweise an einem Pterodaktylus, der uns durch die Lüfte trägt, während uns andere Dinosaurier mit ihren übertriebenen Gesichtsausdrücken zum Lachen bringen. Gerade optisch hat der Klassiker einen ganz eigenen Charakter. Allerdings nagt der Zahn der Zeit mittlerweile ziemlich heftig am Spielprinzip. Besonders die Bosskämpfe enttäuschen durch mangelnde Abwechslung. Statt ständig neuer Herausforderungen werden uns mehrfach dieselben Gegner in leicht veränderten Farbvarianten serviert. Das mag 1991 noch akzeptabel gewesen sein, wirkt heute aber reichlich einfallslos. Auch der unnötig in die Länge gezogene Endkampf verlangt mehr Geduld als spielerisches Können.


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Mit Congo’s Caper aus dem Jahr 1992 schlägt die Serie eine etwas andere Richtung ein. Obwohl der Titel ausserhalb Japans oft als eigenständiges Spiel vermarktet wurde, gehört er ursprünglich zur Joe & Mac Familie. Diesmal schlüpfen wir in die Rolle des Affen Congo, der sich in einen Menschen verwandeln kann und sich durch eine deutlich grössere Spielwelt kämpft. Das Tempo zieht spürbar an, die Levels bieten mehr Abwechslung und auch bei den Bossgegnern hat Data East gegenüber dem Vorgänger ordentlich nachgelegt. Dazu kommen verschiedene Verwandlungsmöglichkeiten, die spielerisch ein wenig an Genregrössen wie Wonder Boy oder Adventure Island erinnern.


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Leider hapert es ausgerechnet bei einer der wichtigsten Disziplinen eines guten Jump and Runs: der Präzision. Die Hitboxen sind teilweise derart grosszügig bemessen, dass wir Gegner treffen, obwohl unsere Angriffe optisch deutlich an ihnen vorbeigehen. Umgekehrt wirkt manch eingesteckter Treffer ebenfalls fragwürdig. Dadurch fühlt sich das Kampfsystem ungenau und wenig befriedigend an. Congo’s Caper besitzt einige nette Ideen, erreicht spielerisch aber längst nicht die Klasse seiner offensichtlichen Vorbilder.


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Der dritte Titel im Bunde erschien 1994 und wagte einige interessante Experimente. Joe & Mac 2: Lost in the Tropics verabschiedet sich ein Stück weit vom geradlinigen Actionkonzept seiner Vorgänger und erweitert das bekannte Spielprinzip um kleinere Abenteuer und Simulationselemente. Erstmals gibt es ein Dorf, das als zentraler Ausgangspunkt dient. Hier können wir mit Bewohnern sprechen, gesammelte Ressourcen ausgeben und uns auf weitere Unternehmungen vorbereiten. Auch die eigentlichen Levels präsentieren sich etwas gemächlicher. Während der Erstling noch auf pausenlose Action setzte, lässt uns Joe & Mac 2 zwischendurch etwas mehr Luft zum Durchatmen. Der Schwierigkeitsgrad wurde spürbar reduziert, was Einsteigern entgegenkommt.


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Dafür hat Data East bei den Bosskämpfen dazugelernt. Zwar orientieren sich einige Begegnungen deutlich am Original, die ständigen Wiederholungen gehören aber weitgehend der Vergangenheit an. Zusammen mit den zusätzlichen Spielmechaniken ergibt sich dadurch das vermutlich rundeste Abenteuer dieser Sammlung. Schade nur, dass sich die neuen Ideen kaum auf den Umfang auswirken. Trotz Dorfleben, Dialogen und zusätzlichen Möglichkeiten ist auch Joe & Mac 2 nach ca. 1.5 Stunden bereits wieder Geschichte.


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Und damit wären wir beim grössten Problem der Joe & Mac Retro Collection angelangt: dem überschaubaren Umfang. Alle drei Spiele lassen sich jeweils in nur wenigen Stunden durchspielen, sofern man mit den Eigenheiten der alten Schule zurechtkommt. Wer die Rückspulfunktion grosszügig nutzt, dürfte entsprechend noch schneller zum Abspann gelangen. Natürlich gehört eine kurze Spieldauer bei Arcade Klassikern dieser Ära gewissermassen dazu. Allerdings fehlt der Sammlung abseits der drei Hauptspiele schlicht die Substanz, um langfristig zu motivieren.



Fazit:

Nett für zwischendurch. Die Joe & Mac Retro Collection ist ein sympathischer Ausflug in die Steinzeit der Videospiele, der vor allem von seinen nostalgischen Erinnerungen lebt. Die Sammlung punktet in erster Linie mit ihrem nostalgischen Charme. Denn der geringe Umfang und das stellenweise doch sehr prähistorische Gameplay (Wortspiel beabsichtigt) zeigen deutlich, dass Joe und Mac ihre besten Jahre längst hinter sich haben. Für eingefleischte Fans und Retro Sammler ist das Paket durchaus interessant. Alle anderen dürften nach wenigen Stunden ihre Keulen wieder an den Nagel hängen. Tipp: Schaut euch das Remake New Joe & Mac - Caveman Ninja an.


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Joe & Mac Retro Collection ist als Download für PC, PS5, XBOX Series X|S, Switch und Switch 2 erhältlich. Wir haben uns das Spiel auf dem PC angesehen. Unser Test-Muster stammt von Red Art Games, wofür wir uns herzlich bedanken!


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